Skip to main content

Full text of "Geologischer Führer durch das Dresdner Elbtalgebiet zwischen Meißen und Tetschen"

See other formats


Beck 



Dresdner Elbtalgebiet 




Zweite Auflage 



Gebrüder Borntraeger Berlin 




Dioifaod b, Google »EWySÄlICUBRARY 



_. I ^ Original from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



t 



mi tu , . ( r\ r\i-\ \a Originalfrom 
ig.vzai by L.OOgie fJEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Geologischer Führer 

duich das 

Elb talgebiet 



Dig*iz«iby Google NEW YM^PUBLICLIBBA BV 



Digfeed byGoOgle NEW YORK ™b'uC°LIBRARY 



Sammlung geologischer Pührer I 



\ 




t 1 



Geologischer Führer 



Dresdner Elbtalgebiet 



Meissen und Tetschen 



von 

occ. 

Dr. Richard Beck 

Professor an der Bergakademie zu Freiberg 
Dr. ph.il. h. c. Dr. mont. h. c, Oberbergrat 



Mit 1 Karte und 9 Tafeln. 



Zweite umgearbeitete und vergrößerte Annage 



W35 Schönerer' Üfer'l2el 



durch das 



zwischen 



• Berlin J t , >, 

j * * * a . 






_. rf*"* I _ Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NETWORK PUBLIC LIBRARV 



I 



TO NEW YORK 

PUBLIC LIBRARY 

184302A 

A^on, Lr.:: r '"< a^j d 

TILDc.N i" , JA . : .*o 

R 1*515 L 



Alle Rechte vorbehalten 



» . : 



•Budid-acterei' ties- Waisenhauses in Halle a. d. S, 



• • • • • * - 



• . • 



• • • * * 



^ j-vrti-il,-* Original from 

DigiliiBd by BEWVOffi pu8L | C U6ftm 



Herrn k. k. Oberbergrat 

Richard Baldauf 

in Dresden 

dem unermüdlichen mineralogischen Reisenden und 
Förderer der geologischen Wissenschaft 

gewidmet 



vom Verfasser 




Dig*iz«iby Google NEW YM^PUBLICLIBBA BV 




°9" lzed ^ "^OOglC IMYORK PUBLIC LIBRARY 



Aus dem Vorwort zur L Auflage. 

HgglRj'er Gedanke, den vorliegenden Wegweiser 
f||j99| zu schreiben, entstand bei dem Verfasser 
jnBBm l während zahlreicher Exkursionen, auf denen 
er auswärtige Fachgenossen , sowie auch Studierende 
durch das zum größten Teil früher von ihm selbst 
geologisch kartierte Gebiet zu führen die Freude 
hatte. Er wollte auch weiteren Kreisen in dieser 
Weise dienstbar sein. Dresden birgt ja unter seinen 
Bewohnern eine so große Anzahl wanderlustiger 
Freunde der Geologie, und seine anmutige Umgebung 
wird so häufig auch von auswärtigen Vertretern und 
Jüngern unserer Wissenschaft bereist, daß vielen 
unter diesen allen Aufzeichnungen solcher Art will- 
kommen sein dürften. 

Folgende Sektionen (1 : 25 000) der von der Kgl. 
Sächsischen geologischen Landesuntersuchung ver- 
öffentlichten geologischen Spezialkarte von Sachsen 
bilden die Grundlage unserer heutigen geologischen 
Kenntnis des Gebietes: 

Meißen (48) von A. Sauer. 

Kötzschenbroda (49) von Th. Siegert. 

Moritzburg-Klotzsche (50) von J. Hazaid. 



. (~~ j*v*-wi |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



VIII 



Vorwort 



Wilsdruff-Potschappel (65) von R. Dalmer und 
R. Beck. 

Dresden (66) von R. Beck und J. Hazard, revi- 
diert von E. Krankel. 

Pillnitz (67) von G. Klemm, revidiert von 
F. Etzold. 

Tharandt (81) v. A. Sauer u. R. Beck,] revidiert 
Kreischa -Hänichen (82) von R. Beck, von 
Pirna (83) von R. Beck, K, Pietzsch. 

Sebnitz-Kirnitzschtai (85) von R. Beck. 
Berggießhübel (102) von R. Beck, revidiert von 
K. Pietzsch. 

Rosenthal-Hoher Schneeberg (103) v. F. Schalch. 
Großer Winterberg -Tetschen (104) von R. Beck 
und E. Hibsch. 
Die beistehende Skizze gibt eine Übersicht über 
die geographische Lage dieser Sektionen. 

Die Angaben zu den einzelnen Touren sind 
tunlichst so abgefaßt, daß sie im Notfall auch 
ohne geologische Karte nur mit Benutzung einer 
guten topographischen Spezialkarte, wie etwa der 
Karte des Deutschen Reiches (1:100000), ausführ- 
bar sind. 

Besser benutzt man hierzu die von dem lang- 
jährigen verdienstvollen Direktor der Kgl. geologischen 
Landesuntersuchung, Hermann Credner, bearbeitete 
Übersichtskarte im Maßstabe 1:250000. Am vor- 



Digtoed by Google N E WY0°rau™BRARV 



Vorwort 



IX 



teilhaf testen aber natürlich wird man die Ausflüge 
mit den obengenannten Sektionsblättern in der 
Hand zur Ausführung bringen und nach vorher- 
gehendem Studium der zugehörigen Erläuterungen. 




Das am Schlüsse beigefügte Blatt soll selbstver- 
ständlich nicht als eigentliche Wegkarte, sondern 
nur zur allgemeinen Orientierung über den Verlauf 
der einzelnen Touren dienen. 

Möge der Wegweiser auf das Studium der vater- 
ländischen Geologie zu seinem bescheidenen Teile 
fördernd einwirken dürfen! 



□igiliiedby Google 



Original frcim 

KEWYQRC PUßUC UBRAfiV 



Vorwort zur IL Auflage. 



eine 1897 gehegten Hoffnungen haben sich 
erfüllt. Das Büchlein ist gern als Führer 
benutzt worden, und viele persönliche 
Mitteilungen von seinen Besitzern haben mir gezeigt, 
daß es auch seinem Zweck gut gedient hat. Mehr- 
fach wurde jedoch eine allgemein gehaltene geo- 
logische Skizze des ganzen Exkursionsgebietes für 
wünschenswert erachtet, auch wohl eine geologische 
Übersichtskarte. Dem ersten Wunsche bin ich in 
der neuen Auflage nachgekommen, hielt es aber 
nicht für notwendig, eine eigene geologische Über- 
sichtskarte beizugeben, da wir . die äußerst billige 
1910 von H. Credner herausgegebene kleine geo- 
logische Übersichtskarte i.M, 1:500000 (inKommission 
von Q. A. Kaufmann in Dresden, Preis aufgezogen 
1 M.) besitzen. Diese möge man beim Durch- 
lesen der allgemeinen Übersicht benutzen. Wer ein 
noch eingehenderes Kartenbild wünscht, kann H. 
Credners große geologische Übersichtskarte des 




- ■ | j ( fu-tssta Original from 

Digimed by*jOOglC NEW YORK PUBLiCLIBRARV 



Vorwort 



XI 



Königreiches Sachsen vom Jahre 1908 im Maßstabe 
1:250000 neben sich legen. 

Es machte sich selbstverständlich nötig, alle vor- 
geschlagenen Exkursionen einmal gründlich nachzu- 
prüfen, da sowohl in der Topographie, als auch in 
der wissenschaftlichen Auffassung hier und dort 
Änderungen eingetreten waren. Hierbei hatte ich 
mich der sachverständigen Mitwirkung eines guten 
Kenners des Gebietes, des Herrn F. Dettmer, zu 
erfreuen , dem ich auch an dieser Stelle gern meinen 
Dank abstatte. 

Für die 17. und 19. Exkursion habe ich Herrn 
Sehulrat Prof. Dr. O. Beyer für einige wichtige 
Auskünfte zu danken. 

Die zur Erläuterung eingefügten skizzenhaft aus- 
geführten Gebirgsprofile wurden nach den Rand- 
profilen der geologischen Spezialkarte des Königreichs 
Sachsen gezeichnet. 

Es war ferner wünschenswert, zur Abrundung 
des Studiums unseres Gebietes noch ein paar neue 
Exkursionen einzufügen. Auch hier verdanke ich 
Herrn F. Dettmer sehr brauchbare Anregungeu und 
Aufzeichnungen, wie auch einige dem Buche ein- 
gefügte Zeichnungen. 

Mit diesen Ergänzungen umfaßt jetzt unser 
Exkursionsgebiet das geologische Arbeitsfeld, das 
durch die klassischen Forschungen des Dresdener 



r,- • | j ( l.-> Original from 

.AjOOglC NEWTOKKPUBLIC LIBRARY 



ÄII 



Vorwort 



Altmeisters der Geologie Hans Bruno Geinitz 
über die ganze Welt hin so bekannt geworden war. 
Möge das Buch der interessanten Gegend immer 
neue Freunde zuführen! 

Ich beabsichtige diesem Bändchen in späterer 
Zeit ein zweites folgen zu lassen, welches in ganz 
gleicher Einrichtung das Exkursionsgebiet der weite- 
ren Umgebung von Freiberg, also das Östliche Erz- 
gebirge, ungefähr die Gegend zwischen den Orten 
Roßwein, Nossen, Rabenau, Gottleuba, Teplitz, Marien- 
berg und Chemnitz umfassen wird und namentlich 
auch dem Bedürfnis der Bergakademiker und der 
zahlreichen fremden Geologen, die vorübergehend 
in der alten Bergstadt weilen, dienen soll. 



. (~~ Original from 

DigHizedby ^.OOglt NEW V0BK PUBLIC LIBRABV 



Inhalt 



Seite 

I. Uberblick Uber den geologischen Aufbau des 
Dresdener Elbtalgebietes zwischen Meißen und 



Tetsehen 3 — 13 

Bau der Elbtalwanne 3 

Lausitzer Hochfläche 4 

Meißner Hochland 5 

Elbtalgebirge und seine Gliederung 6 

Permformation des Döhlener Beckens .... 7 

Obere Kreide formation 8 

Jura und Granitüberschiebung 9 

Tektonik des Sandsteingebietes 10 

Diluvium 11 

II. Beschreibung der Exkursionen .... 17—276 



1. Exkursion. A. Von Dresden -Altstadt durch 
den Plauenschen Grund über DÖltzschen und 
Coschütz nach Zschertnitz ........ 17 

B. Von Zschertnitz über die Ziegeleien bei Leubnitz 
und den Gamig -Hügel sowie über Prohlis nach 
Dresden . . » . . 41 

2. Exkursion. Ton Vorstadt Cotta über Leutewitz, 
Pennrich, Merbitz, Mobschatz nach Kemnitz , 51 

3. Exkursion. Von Potschappel über Oberpester- 
witz, Zauckerode, Kesselsdorf, Unkersdorf, Kauf- 
bach nach "Wilsdruff 56 



. (~~ j*v*-wi |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Inhalt 



Seite 

4. Exkursion. Von Potschappel über Birkigt, Klein- 
naundorf, Neuwelschhufe, Possendorf, Quohren, 
Quohrener Kipse, Hermsdorf nach dem Wilisch 

und Kreischa 69 

5. Exkursion. Von Kemnitz über den Zschoner 
Grund, Podemus, Probschütz, Cossebaude nach 
Niederwartha 82 

6. Exkursion. Von Meißen -Colin nach dem 
Riesen stein und über die Knorre nach Zehren, 
sowie am gegenüberliegenden Elbufer zurück nach 
Meißen 94 

7. Exkursion. Von Meißen durch das Triebisch- 
tal nach Miltitz . . . 101 

8. Exkursion. Von Kötzschenbroda über die Frie- 
densburg, den Himmelsbusch, Zitzschewig, Wein- 
böhla und den Tunnel von Oberau nach Meißen 110 

9. Exkursion. In die Dresdener Heide . . . 124 

10. Exkursion. Von Dresden nach Weißig und 
durch den Helfenberger Grund zurück . . . 137 

11. Exkursion. Von Pillnitz über Klein -Graupe, 
Hohe Brücken, Bonnewitz, Elbersdorf, Ditters- 
bach und Eossendorf nach Weißig 144 

12. Exkursion. Von Niedersedlitz durch das Lock- 
witztal nach Wittgensdorf, Maxen , Mühlbach und 
Häseligt 156 

13. Exkursion. Von Häselicu über Weesenstein 
nach Dohna, Luga, Lockwitz und Niedersedlitz 170 

14. Exkursion. Von Oberschlottwitz oder Liebstadt 
durch das Seidewitztal nach Pirna . * . . . 183 

15. Exkursion. Von Pirna über Berggießhübel, 
Gottleuba, Göppersdorf und durch das Bahretal 
nach Pirna 197 



. , \.-y Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Inhalt XV 



Seite 

16. Exkursion. Von Pirna über Zehista, Dohma, 
Rottwerndorf, Neundorf, Krietzschwitz nach Vogel- 
gesang und Zeichen 217 

17. Exkursion. Von Gottleuba über Tyssa nach 
Tetschen 230 

18. Exkursion. Von Tetschen am rechten Elbufer 
abwärts bis Herrnskretz sehen 246 

19. Exkursion. Von Schandau das Kirnitzschtal 
aufwärts zum Großen Wasserfall und über den 
Kuhetall, den Großen Winterberg und das Pre- 
bischtor nach der Edmundsklamm und Herrns- 
kretzschen 254 

20. Exkursion. Von Pirna über die Herrenleithe 
nach Lohmen, Hohnstein, Brand nach Wendisch- 
fähre, sowie dem Gohrisch - Stein und Königstein 269 

Nachweis der wichtigeren Literatur . . . 277 
Sach- und Ortsregister 295 



NEWVO°ÄuaiBRABV' 



Digaized t» Google fjEW YORK JWUCUBIM* 



THE NEW YORK 

PUBLIC LIBRARY 



' ASTOR, LENOX AND 
T1LDSW rOÜtf OATIOhS 




Dig.lii«fbf Google 



Original from 

NEW VOM PUBLIC LIBIMV 



I. 



Überblick 

über den 

geologischen Aufbau des Dresdener Elbtal- 
gebietes zwischen Meißen und Tetschen 



Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 



( I Original from 

Di g .nzmlby^.OOglC HEWVOHK PUBLIC LIBRAnV 



ig.liz«) by ^.OOgie fJEW YORK PUBLIC LIBRARY 



KPRE resden liegt in der Mitte der geradlinig von 
wjk NW nach SO gestreckten 3 bis 6 km 

ÜBSÜ l breiten und 40 km langen Elbtalwanne, 
an die sich oberhalb von Pirna und unterhalb von 
Meißen enge und zum Teil stark gewundene Erosions- 
täler des Stromes anschließen. Während diese letz- 
teren keine oder nur sehr schwache genetische Be- 
ziehungen zur Tektonik des Gebirges haben , bestehen 
solche für jene Wanne in sehr auffälliger Weise. 
Die NO -Grenze dieser Weitung wird nämlich von 
einer gewaltigen, im großen ganzen nach WNW 
streichenden Haupt Verwerfung gebildet, die sich aus 
der Gegend von Oberau bei Meißen auf un gefähr 
127 km Länge über Weinböhla, Hohnstein und Saups- 
dorf in Sachsen, Sternberg und Khaa in Böhmen bis 
zum Jeschkengebirge und von dort bis nach Liebenau 
bei Keichenberg verfolgen läßt, wobei ihre Streich- 
linie vielfach knieförmige Abbiegungen erleidet. 

Auch die südwestliche Begrenzung der Elbtal- 
wanne wird auf eine kürzere Strecke hin, bei Nieder- 
wartha, durch eine Verwerfung dargestellt, längs 
welcher die nordöstlich angrenzenden Schichten der 
oberen Kreideformation unter starker Schleppung auf 

1* 

. (~~ **vrt*i |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



4 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



der Elbtalseite abgesunken sind. In der Hauptsache 
freilich fällt diese Südwestgrenze einfach mit dem 
unteren Gehänge des nach NW streichenden Elb- 
talgebirges zwischen Dresden und Berggießhübel 
zusammen, das in rein orographischem Sinne wieder- 
um nur den Nordfuß des Erzgebirges darstellt. 

Betrachten wir nochmals an der Hand der kleinen 
C red n er sehen Übersichtskarte die erste der beiden 
Verwerfungen : Von Dresden ab nach hin gehört alles 
Land im Norden von dieser Linie der in der Haupt- 
sache aus kulmischen Grauwacken und postk ulmischem 
Granit aufgebauten LausitzerHoch fläche an. Von 
Dresden ab nach W hin dagegen sehen wir auch 
nördlich von der großen Verwerfung die charakte- 
ristischen Eruptivgesteine des Meißner Hochlandes 
entwickelt, ohne daß in orographischer Beziehung 
eine scharfe Grenze nach der Lausitzer Hochfläche 
zu erkennen ist. Diese ist aber wohl vorhanden in 
geotektonischer Hinsicht. Am Prießnitzgrund bei 
Dresden zweigt sich nämlich von der großen Lau- 
sitzer Hauptverwerfung, wie man jene 127 km 
lange Linie nennt, eine zweite nach NO bis NNO 
streichende Verwerfungslinie ab, die von Klotzsche 
bei Dresden aus südlich bei Radeburg vorüber bis 
gegen Großenhain hm verfolgt werden kann. Diese 
nennen wir die Westlausitzer Grenz Verwerfung. 
Zur Linken hat man hier die Gesteinsgruppe des 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

DlgiUzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



5 



Meißner Hochlandes, zur Rechten die der Lausitz. 
Gerade in unserem Exkursionsgebiet, zwischen Berbis- 
dorf und Klotzsche , sind auf der Meißner Hochlandseite 
innerhalb eines schmalen Streifens längs dieser West- 
lausitzer Grenz Verwerfung nicht Syenite und Granite, 
wie sie sonst im Meißner Hochland vorherrschen, sondern 
Gneise und andere kristallinische Schiefer zur Entwick- 
lung gelangt. Auf der Lausitzer Seite dagegen schließt 
sich unmittelbar an diese Grenzlinie ein schmales ' 
Gebiet sehr stark zusammengepreßter Granite an. 

Das wesentlich aus Eruptivmassen aufgebaute 
Meißner Hochland wird von der Elbe in einem 
ziemlich engen Erosionstal durchbrochen. Hier, wie 
auch in dem von SW her bei Meißen einmündenden 
Triebischtal kann man die recht mannigfaltigen Ge- 
stein stypen dieser geologischen Provinz vorzüglich 
studieren, den Syenit mit seinen Obergängen nach 
Granit, die Porphyre, Pechsteine und Porpbyrite. 
Der Hochfläche aufgelagert sind oligozäne Schichten 
mit den wirtschaftlich so wertvollen Tonen der 
Gegend von Löthain. 

Längs einer WNW streichenden Linie grenzt 
der Meißner Syenit nach S hin an ein nach der 
gleichen Richtung streichendes paläozoisches Schiefer- 
gebirge, dessen Schichten im stratigraphischen System 
zwischen den präkambrischen Gneisen und dem Car- 
bon einzuschalten sind. Der Syenit ist jünger wie 



_. /"""" I Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



6 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



diese Schiefer und hat sie kontaktmetamorph ver- 
ändert. Mit Unterbrechungen lassen sie sich aus 
dem Triebischtale nach OSO hin bis in die Gegend 
von Maxen und Berggießhübel verfolgen, sind auch 
auf der Sohle des tiefen Elbtalcafions unterhalb von 
Tetschen bloßgelegt. Dieses von so ausgesprochen 
Lausitzer Streichen beherrschte Schiefergebirge be- 
zeichnen wir als Elbtalgebirge. 

In seinem Aufbau, der durch wiederholte Auf- 
sattelungen und streichende Verwerfungen ziemlich 
schwer zu enträtseln ist, mögen zunächst folgende 
Zonen auseinandergehalten werden: 

1 . Zu unterst feinkörnig-schuppige Biotitgneise mit 
spärlichen Einlagerungen von Amphibolit und Kalkstein. 

2. Phyllite mit Einlagerungen von Chloritgneisen, 
Quarziten und Adinolen. 

3. Tonschiefer des oberen Kambriums. 

4. Obersilurische Schiefer, Quarzite und Kiesel- 
schiefer. 

5. Tonschiefer, Diabastuffe, Diabase und Kalk- 
lager von unsicherem, vermutlich aber silurischem 
oder devonischem Alter. 

6. Grau wacken schiefer, Grauwacken und GerÖlle 
führende Grauwacken von unsicherem, vermutlich 
kulmischem Alter. 

In die liegende Zone dieses Schiefergebirges sind 
lagerstockförmige Intrusivmassen von Turmalingranit 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



7 



eingedrungen, in die mehr hangende Zone dagegen 
das Markersbach -Berggießhübeler Granitmassiv mit 
seinem erzreichen Kontakthof. Nach NO hin stoßen 
endlich zwischen Sobrigau im Lockwitztal und Langen- 
hennersdorf im Gottleubatal Granite von Lausitzer 
Typus an die Schiefer an und haben sie in breiter 
Kontaktzone umgewandelt. Anderseits ist ein ähn- 
licher Kontakt entwickelt zwischen diesen Schiefern 
und dem Syenit des Meißner Hochlandes und seiner 
Fortsetzung im Plauenschen Grunde, sowie seiner 
nach SO vorgestreckten Zunge bei Weesenstein mit 
ihren petrographiscb abweichenden Schlieren, Horn- 
blendegranit und Quarzaugitdiorit. 

Die Schichten und Eruptivmassen des Elbtal- 
gebirges werden auf große Strecke hin verhüllt 
durch die Permformation des Döhlener Beckens 
zwischen Wilsdruff und Maxen, dessen Längsachse 
ebenfalls nach NW streicht. Es baut sich in fol- 
gender Weise auf: 

Kote Sandsteine und Konglomerate mit einer 
Porphyrdecke. 

BrekzientufFe nebst Konglomeraten, Sandsteinen, 
Schiefertonen und Tonsteinen. 

Bunte Schieferletten mit Einlagerung von Sand- 
steinen, Konglomeraten und schwachen Flö- 
zen von Steinkohle und von dolomitischem 
Kalkstein mit reicher Stegocephalenfauna. 



o 



CD 
CT? 
CD 
3 

CD 



. (~~ j*v*-wi |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



a 

I 

05 
3 

CD 
CO 



Graue Sandseine und Schiefertone zu unterst 
mit Steinkohlenflözen und reicher Flora. 

Grundkonglomerate auf Porphyrit oder Sye- 
nit. 

Porphyritclecke. 
Tonsteinbank. 

Auch in der Elbtalwanne selbst, so im Stadt- 
gebiet Dresden, ist unter den Schichten der oberen 
Kreide das Eotliegende erbohrt worden und östlich 
von der Residenz bei Weißig ist es in Gestalt eines 
kleinen Gebietes dem Lausitzer Granit aufgelagert. 

Das Rotliegende wird auch im Nordostflügel der 
Döhlener Mulde auf weite Strecken hin verhüllt von 
der oberen Kreideformation, deren Schichten 
sich ganz sanft der Elbtal wanne zuneigen und deren 
Boden ausfüllen. Diese Kreide- oder wegen ihres 
petrographi sehen Charakters Quader sandsteindecke 
gewinnt nach Ost hin mehr und mehr an Verbrei- 
tung, überzieht das ganze Schiefergebiet des Elbtal- 
gebirges und steigt endlich auch auf dem erz- 
gebirgischen Gneisgebiet bis hinauf zur Kammlinie 
am Hohen Schneeberg bei Bodenbach, um anderseits 
von hier aus als ausgedehntes Tafelland sich nach 
N und NO hin unter dem Namen Sächsische Schweiz 
bis an das Lausitzer Granitplateau zu erstrecken. 

Die Gliederung der oberen Kreideformation geben 
wir in beiliegender Tafel: 



(~~ *_ _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOgK NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



ia Sachsen) 




■ 
i 




iron 


Ober-Turon 




t ^ 

wiyniarti 


Zone der 
Scaphiten 


Zone des Inoce- 
romus Guvieri 




1 









( r\r\ii \r> Orig inal from 

IJEV." YORK PUBLIC LIBRARY 




Digilizedby GoOgk 



Original fron- 

_ UEWYORK PU&LIC LIBRABV 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



9 



Eigenartige Lagerungs Verhältnisse zeigen die 
Schichten der oberen Kreideformation unmittelbar 
an der Lausitzer Hauptverwerfung. Die Kreide ist 
nicht nur abgesunken, sondern der Lausitzer Granit 
oder der Meißner Syenit ist auch eine Strecke weit 
in der Richtung nach dem Elbtal hin über sie hin- 
weggeschoben. Daher die Bezeichnung Lau sitz er 
Granitüberschiebung für diese merkwürdige 
tektonische Linie, längs welcher sich zwischen Granit 
und Kreide bei Hohn stein, Saupsdorf, Alt-Daubitz 
noch eingeklemmte Denudationsreste von Dogger 
und Malm aus der präcenomanen Festlandszeit er- 
halten haben. 

Von tektonischer Bedeutung sind endlich die 
NW— SO verlaufenden Verwerfungen, die das Döhlener 
Becken durchziehen , wobei jedesmal der nordöstliche 
Streifen des anstoßenden Geländes abgesunken ist. 
Die wichtigste dieser Treppen Verwerfungen zieht als 
„Roter Ochs e tt zwischen Kohlsdorf über Potschappel 
nach Kleinnaundorf hin und hat die bauwürdige 
Fläche des Hauptflözes stark beeinträchtigt. 

So folgt der heutige Elblauf in unserem Ex- 
kursionsbereich schon seit langer Zeit einem Senkungs- 
gebiete und auch die Sächsische Schweiz ist trotz 
ihres bergigen Charakters ein zwischen Lausitz und 
Erzgebirge eingesunkenes Tafelland, in das in spät- 
diluvialer Zeit der Strom sein schönes Durchbruchs- 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



10 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 



tal eingesägt hat. Die allmähliche Tieferlegung des 
Elbbettes unterhalb von Tetsehen hielt im Sinne 
der Tietze- Powe Irschen Theorie der Durchbruchs- 
täler gleichen Schritt mit der Herausbildung der 
Senkungsfelder oberhalb dieser Stadt, die eine Folge 
der Wirksamkeit der Bewegungen in der erzgebir- 
gischen Hauptbruchzone darstellen. Diese werden 
wir auf einer Wanderung von Tetschen aus elbab- 
wärts eben noch berühren. Der Abbruch erfolgte 
staffelförmig mit verschieden tiefem Absinken der 
einzelnen Staffeln, stellenweise auch unter Bildung 
schmaler Bruchgräben, wie bei Rotberg. 

Die regelmäßige Zerlegung der wenig oder gar 
nicht geneigten Sandsteinbänke der Säcnsischen 
Schweiz durch paarige Systeme von sehr regelmäßig 
streichenden Vertikalklüften in Quader ist sichtlich 
von denselben Krustenbewegungen veranlaßt, die zur 
großen Lausitzer Hauptverwerfung führten, denn die 
beiden am meisten herrschenden Kluftrichtungen 
WNW und NNO kehren auch an dieser wieder, 
wenn man ihre Knickungen mit herbeizieht. 

Die allmähliche Tieferlegung des Bettes der Elbe, 
die zur Zeit der nordischen Yergletscherung noch auf 
den Ebenheiten oberhalb von Pirna floß, führte zu 
interessanten Terrassenbildungen im Diluvium, auf 
dessen Gliederung innerhalb des Exkursionsgebietes 
im folgenden nur ganz kurz eingegangen werden soll. 



f~~ - . _ 1 _ Original from 

Dig.lliMf by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 1 1 



Die ältesten Diluvialgebilde finden wir oben auf 
den Hochflächen. Hierher gehören die altdiluvialen 
Elbschotter, die am Belvedere, gegenüber von Nieder- 
grund am rechten Talrand des Elbtalcafions 155 m 
über dem heutigen Spiegel des Stromes der Erosion 
entgangen sind, und die ausgedehnten sandigen 
Lehme der hochgelegenen Ebenheiten bei Elbleiten, 
Schöna, Reinhardtsdorf, die von Schandau an elb- 
abwärts zu beiden Seiten der Elbe immer größere 
Verbreitung annehmen und an zahlreichen Stellen 
von Eibschottern unterlagert werden , so bei Zeichen 
unweit von AVehlen, dicht am heutigen Talrand, 
130 m über dem heutigen Wasserspiegel. 

Auf den Hochflächen des Lausitzer Granitgebietes 
liegen die Verhältnisse insofern verwickelter, als 
wir uns hier im Gebiete des nordischen Diluviums 
befinden. Die große Vergletscherung der Eiszeit be- 
stimmt hier die Ausbildung des Quartärs. So herrscht 
z, B. auf den Hochflächen der Gegend von Weißig 
und Pillnitz nach F. Etzold folgende Gliederung: 

6. Altdiluviale Flußschotter. 

5. Obere Geschiebesande (Rückzugs- und End- 
moränen). 

4, Oberer Geschiebelehm (Grundmoräne des nor- 
dischen Inlandeises). 

3. Diluvialton und Schlepp (glaziale Stauwasser- 
absätze). 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad byVjOOgk HEWYORK PUBLIC LIBRAFIV 



12 Überblick Über den geologischen Aufbau xavr. 



2. Untere Geschiebesande (Rückzugs- und End- 
moränen). 

1. Unterer Geschiebelehm (Grund morane). 

Auch die altdiluvialen Elbschotter der Höhen 
zwischen dem Gottleuba- und dem Lockwitztal ent- 
halten neben den einheimischen nordische Bestandteile. 

Der Geschiebelehm selbst fehlt auch auf den 
Höhen zur Linken des Elbtales nicht. Wir treffen 
ihn bei Nentmannsdorf noch in über 200 m und 
in typischer Entwicklung bei Zschertnitz und Coschütz 
südlich von Dresden in über 200 m Meereshöhe. 

Einer späteren Phase der Talbildung gehören 
die zwischen 120 bis 150 m Meereshöhe gelegenen 
Elbschotter des Pillnitzer Tännigt, die Schotter der 
oberen Weißeritzterrasse zu beiden Seiten von Dresden- 
Plauen und die ausgedehnten an den Steilabsturz 
der Lausitzer Hochfläche sich anlehnenden Terrassen 
von Haidesand zwischen Pillnitz und Niederlößnitz, 
sowie zwischen Zitzschewig und Niederau an. Die 
an den linkselbischen Gehängen bisweilen recht 
ausgedehnten und mächtigen Lößbildungen dürften 
den Haidesanden ungefähr im Alter entsprechen. 

Eine noch tiefere Talterrasse stellen die in der 
ganzen Elbtal wanne so weit verbreiteten jungdiluvialen 
Talgrande, Talsande und Tallehme dar. 

In diesen Gebilden endlich sind die heutigen 
Strom- und Flußauen eingesenkt, deren Oberflächen 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

DlgiUzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



Überblick über den geologischen Aufbau usw. 13 

etwa 5 m tiefer liegen als die Oberkante jener 
untersten Talterrassen. Flußkiese, Sande und Au- 
lehme stellen die am meisten verbreitetsten Sedimente 
dieser Auen dar, auch Moormergel und ähnliche Ab- 
lagerungen gehören hierher. 

Sehr junge Bildungen endlich sind die Dunen- 
züge, die den Heidesandflächen nördlich von Dresden 
aufgesetzt sind. Sie verändern sich noch fortwährend 
vor unseren Augen. 

Tafel 1 gibt eine rohe Skizze von der Yerbreitung 
der wichtigeren Diluvialgebilde im Elbtale oberhalb 
von Dresden. 

Die beiden folgenden Querprofile auf Tafel II 
erläutern das soeben Gesagte weiterhin. 

Das Elbtal ist eine Bildung, die in ihrer ersten 
Anlage in wahrscheinlich pliozäne Zeit zurückreicht. 
Als das nordische Inlandeis nach Süden zu bis Coschütz 
und Neuntmannsdorf vordrang, war der weite Elb- 
talkessel zwischen Meißen und Pirna noch hoch 
ausgefüllt mit milden Sedimenten der Kreide- 
formation und altdiluvialen Schichten, die vom vor- 
dringenden Eis im Gegensatz zum festen Telsgerüst 
der Lausitzer Hochfläche leicht aufgepflügt und aus- 
geräumt werden konnten. Nach dem Rückzug des 
Eises wechselten mehrmals Perioden der Talauf- 
schüttung und Talausnagung miteinander ab. 



p_ - n 1^ Original from 

Digimed by ^.OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



/ ,-v |,-> Ori ginal from 

IIE'.VT»; flJELICLIBRi.fi* 



II. 

Beschreibung der Exkursionen 



r,- ■ ■ - , ( l.-> Original from 

Dig.nzetlby VjOOgIC HEWVOHK PUBLIC LI&RAnV 



/ ,-v |,-> Ori ginal tum 

Dgniied by VjOOgIC HEWWKPUBUtUBliUM 



1. Exkursion 



A. Von Dresden -Altstadt durch den Plauenschen 
Grund über Döltzschen und Coschütz nach Zschertnitz 

(Starke halbe Tagestour) 

B. Von Zschertnitz über die Ziegeleien bei Leubnitz 
und den Gamig- Hügel , sowie über Prohlis nach Dresden 

(Kleine halbe Tagestour) 
I. Stratigraphische Übersicht: 

2. Die obere Kreideformation, mit den Erscheinungen 
ihrer Transgression (vgl. die Schichttafel S. 8). 

1. Das syenitische Grundgebirge mit Gängen von Me- 
lapbyr und Lamprophyr. 

IL A. 

HB ie Exkursion bewegt sich durchaus nur im 
l||iHp Gebiet von Sektion Dresden. — Zurzeit 
wBKff 1 hat man drei Straßenbahnlinien nach 
dem Plauenschen Grund zur Verfügung: Die von 
der Altenberger Straße in Striesen kommende rote 
Linie 22 fährt direkt durch den Grund bis hinauf 
nach Hainsberg und Coßmannsdorf. Sie geht über 
den Postplatz. Von diesem aus führt uns auch die 
Linie 15 (Mickten — Postplatz — Falkenbrücke — 
Plauen) nach Plauen, welche durch die Annen- und 

Führer durch das Dresdener ElbtalgeWet 2 

Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



18 



1. Exkursion 



Chemnitzer Straße fährt. Endlich hat auch die von 
Loschwitz kommende und Über den Hauptbahnhof 
laufende Linie 1 in Plauen ihre Endstation. In den. 
beiden letzten Fällen hätten wir noch fünf Minuten 
bis zur Bienertmühle, die den Eingang in den Grund 
markiert. 

Benutzen wir die Linie 1 5 , so liegt unser Aus- 
gangspunkt, der Postplatz, in der Alluvialaue. Beim 
Bau des Neuen Kgl. Schauspielhauses stieß man beim 
Gründen auf turone Kreidemergel, die durch reiche 
Wasserführung die Arbeiten auf das äußerste er- 
schwerten. Bald gewinnen wir die jüngstdiluviale, 
nur um wenige Meter höhere Talterrasse, deren Ab- 
fall zum Alluvium namentlich in der Nähe der Annen- 
kirche als eine recht deutliche Stufe hervortritt. 
Hinter der Falkenbrücke, am Hahneberg, unweit der 
Brauerei zum Feldschlößchen, steigt das Terrain in 
einer zweiten, scharfausgeprägten Terrasse an, die 
aus jungdiluvialen Weißeritzschottern gebildet ist. 
Die Straßenbahnlinie folgt dem oberen Rande dieser 
Terrasse längs der Weißeritzniederung bis zur End- 
station Plauen. Yon hier aus gehen wir auf der 
Altplauen genannten Straße, mitten durch das Gebiet 
des ehemaligen Dorfes Plauen, hinunter zur Weißeritz- 
brucke und schauen talaufwärts hinein in den engen 
und steilwandigen Plauenschen Grund, während wir 
abwärts das Flußtal zu einer breiten, im jüngsten 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

y VjOOgie UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



1. Exkursion 



19 



Elbtaldiluvium eingesenkten Aue sich erweitern sehen. 
740 m unterhalb der Weißen tzbrücke befand sich 
früher der Floßrechen, der uns in den Fundpunkts- 
listen von Geinitz oft begegnet. Er war ganz dicht 
bei jenem Vorwerk mit Garten gelegen, das dem 
Hofmarschall Grafen Bose gehörte, aber unter dem 
Namen „ Reise witzens" bekannt war. Von hier ge- 
noß man ehemals „eine unversperrte Aussicht auf die 
Felder von Plauen und nach der Stadt zu". 

Wir überschreiten die Brücke und begeben uns 
direkten Wegs in den großen Ratssteinbruch, nachdem 
wir im Kontor um Erlaubnis nachgesucht haben. 

Der Syenit, wie wir ihn bald anstehen sehen, ist 
die typische Modifikation des Gesteins, die Abraham 
Werner zur Aufstellung dieser neuen Gattung ver- 
anlaßte. Der Syenit des Plauenschen Grundes steht 
nach NW hin in direktem Zusammenhange mit dem 
großen Granit- und Syenitgebiet der Umgebung von 
Meißen, während er nach SO hin als schmaler, ober- 
flächlich oft durch jüngere Sedimente verhüllter Zug bis 
ins Lockwitztal unterhalb von Kreischa sich verfolgen 
läßt. Hier geht er schließlich in Hornblendegranit, 
stellenweise auch in diori tische Abänderungen über. 

In den Ratsbrüchen sehen wir den Svenit von 
mehreren Gängen eines schwarzgrauen oder schmutzig- 
grünen Lamprophyres durchsetzt. Sie streichen 
zwischen N 20 und N 10 W, stehen seiger oder 

. l/> Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



20 



1. Exkursion 



fallen unter 75 bis 90 nach W oder ein. Auch 
macht sieht ein schräg am Gehänge hinaufsteigender 
Brekziengang bemerkbar. Seine Füllung besteht aus 
dicht gepackten Syenitfragmenten, die durch ein 
dunkelgefärbtes Zement von zerriebenen Syenitteilchen 
äußerst fest verkittet sind. Auf Klüften des Syenites 
finden wir endlich Ausscheidungen von Kalkspat mit 
schön ausgebildeten Kristallen. Der kohlensaure Kalk 
dürfte hier zum größten Teil den kalkigen Schichten 
der oberen Kreideformation entstammen, die dem 
Syenit auflagert. Um diese zu studieren, untersuchen 
wir die im Bruche liegenden Halden und wenden 
uns schließlich einen steilen Pfad im nördlichen 
Teils des Bruches hinan. Die Oberfläche des Syenites 
steigt nach Süden zu ziemlich steil an. Der Syenit 
durchragte im ältesten Abschnitt der Cenomanzeit 
als Klippe das einstige Meer und jetzt noch die 
untersten Bänke der Kreide. Infolgedessen lagern 
dem Syenit an verschiedenen Stellen der Klippe auch 
verschieden alte Sedimente auf, wenn auch der Unter- 
schied nicht sehr groß ist. 

Das Profil am Wege nach der Höhe des Stein- 
bruches zu ist nun folgendes: 

Zu unterst der Syenit, dessen Oberfläche hier 
mit 10° nach N einfällt. Nicht selten gewahrt 
man darin kesseiförmige Vertiefungen und bis zu 
1 oder 2 m Tiefe hinabführende Klüfte, die mit 



_ I— Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



1. Exkursion 



21 



Syenitgeröllen und Schalenresten angefüllt sind, alles 
fest verbunden durch ein kalkiges Zement. An "Ver- 
steinerungen sind hierin besonders häufig Terebratula 
phaseolina und Hplimla, ferner Austern, wie Alec- 
iryonia carinata, Ostrea hippopodium u. a., dann 
auch Badiolites Oermari. Nicht zu verwechseln mit 
diesen ursprünglichen Unebenheiten des alten ceno- 
manen Meeresgrundes sind durch spätere Disloka- 
tionen entstandene Reliefformen. So gewahrt man 
im südlichen Teile des großen Bruches einen klei- 
nen von Verwerfungen begrenzten Syenithorst, der 
die untersten Plänerbänke um mehrere Meter durch- 
ragt. Die Schichten haben namentlich an seiner 
nördlichen, viele Harnische aufweisenden Verwerfungs- 
fläche beim Abwärtsgleiten eine Schleppung erlitten. 

Über den Syenit hinweg legt sich nun eine 1,5 
bis 2 m mächtige Konglomeratbank m t Syenit- 
geröllen von Faust- bis Metergröße. Einzelne Gerölle 
sind von einer Schicht kristallinen Kalkes umgeben, 
zu dem auch Braun- und Dolomitspat treten können. 
Sonst ist das Bindemittel das gleiche wie in den 
beschriebenen Füllmassen der von der Brandung 
ausgekolkten Hohlräume. Es enthält wiederum 
massenhaft Petrefakten, u. a. auch große Turritellen 
und Nerineen. Hierüber lagert eine 65 cm mächtige 
Bank. Diese ist im liegenden Teile hart, kalkig, 
dicht, dunkel schokoladefarben oder auch dunkelgrau 



p„ - , I _ Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



22 



1. Exkurston 



und enthält viel Glaukonit, auch viel Holzkohle- 
stückchen. Die oberen Teile sind grau, teilweise 
graulichgelb, werden etwas tonig, führen Glimmer 
und Glaukonit. Hierin findet man besonders ver- 
schiedene Arten von Haifischzähnen, wie Oxyrhina 
Mantelli und angustidem, Corax fakaius u. a., ferner 
namentlich auch den Aetinoeamax plenus Blainv., 
einen Belemniten. 

Hierüber folgen 20 cm weiche, glimmerigtonige, 
plattige Kalkbänie, die übergehen in eine dünne 
Lage gelben Mergeltons. Darüber lagert eine 22 cm 
mächtige graugrün gefleckte Plänerkalkbank, die zahl- 
reiche Lamellibranchiaten- und Brachiopoden schalen 
führt, u. a. das Leitfossil des Cenomans Akctryonia 
carinata L. Dann folgt eine 7 m mächtige, fossil- 
arme Schichtenserie, in der härtere und weichere, 
kalkreiche und tonige Bänke und Bänkchen mitein- 
ander wechsellagern. In dem alten Bruche, der 
westwärts nach der Straße zuliegt, folgt noch eine 
Schicht von sandigem Mergel (0,75 m) und sodann 
der unterturone Pläner (1 bis 2 m) mit Inoceramus 
labiatus Schbth. und zuweilen mit Nautilus sublac- 
vigatus d'Orb, 

Wir gehen in den Grund zurück und folgen der 
Straße talaufwärts. Yon hier aus gewähren uns die 
vorhin besuchten Ratsbrüche mit der nach Norden 
geneigten Plänerauflagerung einen guten Überblick. 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



1. Exkursion 



23 



Kurz ehe wir die Restauration zum Forsthaus er- 
reichen, zeigt sich auch am rechten Talgehänge die 
Auflagerung des Carinatenpläners auf dem Syenit 
sehr deutlich. Hier liegen zu unterst als Ausfüllung 
von Buchten und kesseiförmigen Vertiefungen des 
Grundgebirges und selbst als schmale Dejektions- 
gänge feste kalkige Ablagerungen mit einer reichen 
Fauna und besonders ganz zu unterst mit vielen 
Syenitgeröllen. Der Punkt hat früher eine reiche 
Petrefaktenausbeute geliefert, ist aber jetzt nicht 
zugänglich. Ähnliche Bildungen werden wir übri- 
gens später in größerer Nähe studieren können. 

Die Straße führt uns bald über die Weisseritz. 
Von der Brücke aus fällt der Blick zur Linken auf 
mächtige Steilwände von Syenit, die eine ziemlich 
regelmäßige Zerklüftung aufweisen. Dicht hinter der 
Brücke zweigt rechts der Weg in den zurzeit nicht 
betriebenen oberen Forsthausbruch ab. Hier können 
wir die im Syenit des Plauenschen Grundes über- 
haupt nicht seltenen basischen Ausscheidungen kennen 
lernen, deren dunkelgrüne Färbung durch das Zurück- 
treten des Feldspates, das Vorwiegen der Hornblende 
und die Beimengung von dunkelgrünem Glimmer und 
lichtgrünem Augit bedingt wird. Eine solche Aus- 
scheidung in Linsengestalt erreicht in diesem Stein- 
bruch die ungewöhnliche Größe von 6 bis 1 m in der 
Quere, während sie sonst meist viel kleiner sind. 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



24 



1. Exkursion 



Bemerkenswert ist die hier beobachtete Beimengung 
von Kupfererzen. Endlich setzt auch in diesem 
Steinbruch ein 2 bis 2,5 m mächtiger, NS bis 
N 10° streichender Brekziengang auf, als Zeuge 
gewaltsamer Verschiebungen im Gebirge. 

Wir gewinnen die Straße wieder und folgen ihr 
bis dahin, wo der Weg in die Felsenkellerbrauerei 
abzweigt. 12 Schritte vor der hinteren Halttafel 
wird der Syenit der felsigen Straßenböschung zur 
Rechten gangförmig von Melaphyr durchbrochen. 
Es lassen sich zurzeit am Fuße der Steilwand zwei 
Abschnitte wahrscheinlich ein und desselben Ganges 
unterscheiden. Sie streichen nach NO, sind etwa 
1 m mächtig und werden beide durch ungefähr 
nach OW verlaufende Verwerfungsflächen abge- 
schnitten, an denen zum Teil Reibungsbrekzien ent- 
wickelt sind. Beim ersten Gangabschnitt zeigt das 
Gestein konzentrisch- schalige Absonderung. Diese 
Melaphyrgänge haben weit über ein Jahrhundert die 
Geologen beschäftigt, bis die eingehenden Unter- 
suchungen von Doß einen genügenden Abschluß 
herbeiführten (vgl. hierzu Historische Betrachtungen 
Bergts in Nr. 14 des Lit-Y.). 

Weiter talaufwärts gelangen wir zu den großen 
Steinbrüchen unter der Begerburg bei Döltzschen , die 
auf eine weite Strecke hin und bis zu 50 m Höhe 
hinauf das Steilgehänge angeschnitten haben. Der 



_. .. . . f^mi-w-ili-! Originalfrom 

_ IJEV.' YORK PUBLIC LIBRARY 



1. Exkursion 



25 



Syenit nimmt hier häufig infolge gleich gerichteter 
Lagerung seiner Feldspattafeln eine Parallelstruktur 
an. Leicht finden wir in ihm auch die glitzernden 
Kristallenen des Titanites. Gewisse Ablösungsflächen, 
„Titanitspiegel", sind ganz besonders reich daran. 
Hornblendereiche Ausscheidungen des Gesteins sind 
hier nicht selten. Manche enthalten bis hirsekorn- 
große Körnchen von Apatit, sowie gediegen Kupfer. 
Außerdem fallen uns Nester, Linsen, Schnüre, Trümer 
und gangartige Gebilde eines feldspatreichen Peg- 
matits auf. Diese ihre Zusammensetzung oft wech- 
selnden Massen enthalten neben ihren Hauptgemeng- 
teilen Orthoklas, Oligoklas, Quarz, Hornblende und 
dunkelgrünen Glimmer nach den Untersuchungen von 
E. Z schau selten auch Malakon, Orthit, Titanit, 
Turmalin, Apatit, Scheelit, Titaneisenerz, Kupfer- 
erze, Pistazit und Chlorit. Sie erinnern somit an ge- 
wisse norwegische Vorkommnisse (Lit.-V. 26). Unter 
diesen akzessorischen Mineralien gelingt uns am ehe- 
sten den Orthit von den Steinbrechern zu erhalten. 
Seine pechschwarzen Körner oder Kristalle werden 
häufig von Quarz und Feldspat strahlig umgeben. 
Außerdem bieten die an der Begerburg gelegenen 
Brüche nicht selten eine Eeihe von anderen Mine- 
ralien dar, die durch laterale Secretion bei der Zer- 
setzung des Syenites entstanden sind, wie Eisen- 
spat, Kalkspat, Aragonit, Laumontit in spröden 



r,- • | j ( fwu^ta Original from 

.AjOOglC NEWTOKKPUBLIC LIBRARY 



1. Exkursion 



weißlichen oder rötlichen Kristallen, zuweilen auch 
Philippsit. 

Von hier aus würde es noch lohnen, auf einem 
Seitenweg links an der Garnisonmühle die Weißeritz 
zu überschreiten und den Syenitbruch hinter dieser 
Mühle zu besuchen. Hier sind mitunter im Syenit 
Ausscheidungen aufgeschlossen, die als Zersetzungs- 
produkt der reichlich beigemengten Hornblende viel 
gelbgrttnen Epidot führen. Auch dick stengelige 
Aggregate von weingelbem Aragonit gewahrt man 
dort im zersetzten Gestein. 

Von hier nach der Straße zurückgekehrt, könnten 
wir dieser an einer Reihe noch anderer Syenitbrüche 
vorüber bis kurz vor der zu Potschappel gehörigen 
Eisengießerei Friedrich -August- Hütte folgen. Hier 
stoßen wir auf eine Gebirgsscheide: längs einer nach 
NW streichenden und steil nach SW einfallenden 
Verwerfungskluft grenzt hier der Syenit an den Horn- 
blendeporphyrit des Steinkohlengebirges des Unter- 
rotliegenden. Nachdem wir den frischen Porphyrit 
in einem nordwestlich von der Hütte gelegenen Stein- 
bruch kennen gelernt haben , wohin uns die von der 
Chaussee rechts abgehende „Döltzschener Straße" führt, 
kehren wir auf der bisher begangenen Hauptstraße 
durch den Grund zurück bis dahin , wo kurz vor der 
ßegerburg links die neue Straße uns nach Döltzschen 
hinaufführt. Andere werden es vorziehen, die Ex- 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



1. Exkursion 



27 



kursion 3 hier anzuschließen. Das Ganze würde in 
diesem Falle eine starke Tagestour bilden. 

An der neuen Döltzschener Straße befindet sich 
über einem grobkörnigen, gelben, leider nicht mehr 
aufgeschlossenen Quarzsandstein ein Konglomerat (2 m) 
mit kopfgroßen SyenitgeröUen und kalkigem, glaukonit- 
reichem Bindemittel. Es geht nach oben zu über 
in einen grauen, weichen Mergel (0,2 — 0,4 m) mit 
Glimmerschüppchen. Darüber folgt eine Wechsel- 
lagerung (7 m) von Pläner- und Plänersandsteinbänken. 
Die unteren enthalten ziemlich häufig Spondylus 
striaius. Oben auf der Hohe biegen wir kurz vor 
Braunes Etablissement rechts in den Fußweg nach 
der Dresdener Straße, der uns an der Begerburg 
vorüberführt. Nach l L / 2 bis 2 Minuten sieht man 
zur Linken den Syenit anstehen, auf ihm das Kon- 
glomerat mit kalkigem Bindemittel. Die darüber- 
liegenden Kalkbänke sind reich an Muschelschalen 
(Exogyra sigtnoidea, haliotoidea u. a.) und enthalten 
bis zentimetergroße Glaukonitkörner. Blicken wir von 
unserem Standpunkte aus auf die andere Seite des 
Tales, so sehen wir etwas links einen kleinen Stein- 
bruch aus dem Gebüsch herausschauen. Mit einem 
Feldstecher kann man zu oberst eine Konglomerat- 
lage bemerken; diese ist gleichalterig und gleichartig 
mit derjenigen, die wir soeben betrachteten, und mit 
jener im Ratsbruche. Auch dort wird sie von Pläner 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



28 1. Exkursion 



überdeckt. Wir bemerken noch, daß die Oberfläche 

des Coschützer Bruches wesentlich tiefer ist als jene 

des großen Syenitbruches südlich davon , ferner daß 

unter dem Bruche ebenfalls Syenit wieder ansteht. 

Wir gewinnen die Talstraße und haben bald darauf die 

Felsenkellerbrauerei wieder erreicht. Jenseits der 

Brücke, die den Zugang der Brauerei bildet, wenden 

wir uns nach rechts an der Eestauration vorüber 

talaufwärts. Nach 2 Minuten wird links in einem 

kleinen Seitentälchen Villa Cosel sichtbar. 100 Meter 

noch weiter im Tale aufwärts gehen wir links den 

Körnerweg hinauf in der Richtung der Heidenschanze. 

Ziemlich weit oben, wo der Weg fast horizontal ver- 
läuft, kommt man an eine Lichtung. 1 Hier bemerkt man 
an dem Hang zur Linken mehrere große Blöcke, von denen 
der eine etwas in den Weg hereintritt. Sie bestehen aus 
Randstein und führen eine Unmasse von Versteinerungen. 
Es sind dies die sogenannten Muschelfelsen. Auch am 
Hange zur Rechten liegen verschiedene große Blöcke ver- 
streut. Sie sind bei einem früheren Steinbruchsbetrieb 
herabgestürzt worden, weil man mit ihnen infolge ihrer 
großen Härte nichts anfangen konnte. Sie liegen deshalb 
naturgemäß auch in einer schmalen Zone untereinander, 
und man glaubte später, sie wären die Ausfüllungsmasse 
einer großen Spalte im Syenit. Es kann hier nicht genug 
gebeten werden, diese Muschelfelsen zu schonen. Man 
kann auch mit dem gewöhnlichen Geologenhammer keine 

1) Der folgende klein gedruckte Abschnitt wurde wört- 
lich von Herrn F. Dettmer übernommen. 



Digaized by BEWTOK PUBLIC LIBRARY 



1. Exkursion 29" 



schönen Sammlungsstücke schlagen, ohnedies ist aber jetzt 
das Vorkommen in dem Altcoschützer Sandsteinbruch wie- 
der gut aufgeschlossen. Um dahin zu gelangen , kann man 
direkt den Hang ersteigen , oder man geht den Weg weiter, 
kommt an einer Bretterbude vorbei und wendet sich dann 
links in den Bruch. Hier fällt uns zunächst eine mächtige 
Konglomeratlage im Hangenden in die Augen, die dem 
Konglomerat im Ratssteinbruch völlig entspricht. Wir be- 
geben uns nun zunächst in den inneren Teil des Bruches. 
In zwei alten Gruben lagert zu unterst ein fester weißer 
oder gelblicher Sandstein , der die Fauna der sog. Muschel- 
felsen birgt. Die Versteinerungen liegen entweder einzeln 
oder nest- oder bankweise im Gestein, oft Schale an Schale 
gepackt. Unter ihnen ist wohl am häufigsten Pectunculm 
obsoletus Goldf. , dann noch Exogyra columba Lam. $p,, 
Alectryonia carinata Lam. sp., Lima pseudocurdiu?n r 
Pecten QcUlienei d'O., Nerinea Geinitxi Goldf., Actaeo- 
nella eoniea Br. u. C, Turritella Kirsteni Gein. und zahl- 
reiche andere. Jede Schale war das Zentrum einer Kon- 
kretionsbildung, so daß sich die Muschelschalen von einem 
zum Teil nicht zu bearbeitenden, harten Kalkzement um- 
geben finden. Größere Muschelschalenanhäufungen er- 
wecken dann leicht den Anschein von gerollten Massen,, 
ein Eindruck, der durch weitere sekundäre Vorgänge noch 
verstärkt werden kann. Namentlich auf der Oberseite — 
also wohl durch Sickerwässer — findet allmählich eine Ver- 
drängung des Kalkzementes statt. Dies färbt sich zunächst 
rötlich violett, bekommt dann einzelne braune oder schwarze 
Tüpfel und macht schließlich einer braunen bis schwarzen, 
festen, endlich mulmigen Masse Platz. Nach oben nimmt 
der Fossilgehalt ab, dann schließt sich in der Mitte des 
Bruches ein Quarzkonglomerat (75 cm) mit grünen und 



^ „ _ _ I _ Original from 

Digimed by ^.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



30 



1. Exkursion 



roten Tuffen, Kieselschiefern und Phyllitgeröllen an, die 
vielleicht dem nahen Eotliegenden entstammen. Hierauf 
folgt nun eine andere Gruppe, die durch ein großes Geröll- 
lager gekennzeichnet wird, das Delta eines kretazeischen 
Flusses. Auf der Exkursion in den Zschonergrund können 
wir ein mächtiges Syenitkonglomerat studieren, das man 
bisher dem Rotliegenden zuschreibt. Es ist vielleicht mög- 
lich, daß wir hier aufgearbeitetes Material daraus vor uns 
haben. Neben diesen Syenitschottern rinden sich noch 
Gerolle aus Quarz, Quarzporphyr, Tuffen und Brekzien des 
Rotliegenden, Phyllit, Kieselschiefer u. a. Die Gewalt des 
strömenden "Wassers und der ankommenden Geröllmassen 
war derart, daß sie sich durch das Quarzkonglomerat 
stellenweise hindurchwühlten und in den darunter liegen- 
den Saoden ein Stück eindrangen. Dreimal hatte der Fluß 
größere Hochfluten und streute seine Schotter weit über 
den sandigen, glaukonithaltigen Meeresboden, in dessen 
Brackwasser sich keine Fauna entwickeln konnte. Und so 
haben wir denn heute in der entblößten Südwand die im 
Durchschnitt wie Perlschnüre erscheinenden Konglomerat- 
lagen als Zeugen früherer Hochfluten. Es ist anzunehmen, 
daß der Strom aus W oder S~W kam. 

Von der geschilderten Schichtenfolge gibt das Profil 
auf Tafel III eine Vorstellung. 

Diesen Brackwassersedimenten aufgelagert finden sich 
am S-Ende des Bruches marine rötliche, gelbliche Sand- 
steine mit Inoceramus bohemtcus Leonh., Alectryonia ca- 
rinata Lam. $p., Osirea hippopodium Nilss., Radiolites 
Germari Gein., Rhynchomlla compressa Lam., Spongites 
Saxomeus G. u. a. Dieser Qtiaderhorizont ist jetzt nur 
noch in ein paar kümmerlichen Resten am Südeingange 
und in der Mitte des Bruches vorhanden, denn trans- 



(~* i-\j-wi Iii Orig ina I from 

DigMHi by V^OOgie HEWYQRK PUBLIC LIBRARY 



1. Exkursion 



31 



gradierend lagert hierauf das schon oben erwähnte Kon- 
glomerat. Die Gerolle kamen vom nahen Syenitplateau, 
vielleicht aus dem Rotliegendkonglomerat, und erreichen 
fast Im im Durchmesser, die Hauptmasse wird allerdings 
von faust- bis kopfgroßen Stücken gebildet. Man kann sich 
leicht die ungeheure Gewalt vorstellen, mit der sie am 
Boden des Meeres gewühlt haben müssen. Deshalb ist 
auch ihr Bindemittel im unteren Teile sandig und grusig, 
das Material des Untergrundes. Durch eine Niveauverände- 
rung im Spiegel des Kreidemeeres ließ die physische Ge- 
walt dieser Gerolle nach und eine reiche Meeresfauna 
konnte sich hier ansiedelu. Oben ist auch das Bindemittel 
kalkig. Hierin wurden eine Menge der verschiedensten 
Petrefakten gefunden. Es seien nur genannt: Thamna- 
straea^sp., Tyloeidaris Strombecki Des. sp , Cypho- 
soma eenomanense Gott., Pyrina Des Moulinsi d'Areh., 
Pyrina inflata d'Orb., Rhynehonella compressa Lam. sp. f 
Lima ornata d'Orb. und divaricata Duj., Peeten acumi- 
natus Gein. u. a. , Alectryonia carinata L., Radiolites 
Saxonias Roem. sp., Turbo Goupilianus d'Orb., Trochus 
Buneli d'Arch., Nerita nodosa Gein. sp., Nerinea GeiniUi, 
Oxyrhina angustidens Rss., Coelodus complanatus Ag. 
8p, u. a. Man kann sie am bequemsten aus dem ver- 
witterten Material des Westhanges klopfen, 

Interesse bietet vielleicht noch das Vorkommen von 
typischem Kugelsandstein; mitten im Sandstein hat sich 
der Kalk zu Kugeln zusammengeballt, die auch miteinander 
zu traubenförmigen Massen verwachsen sind. Erwähnt sei 
ferner noch das Vorkommen prachtvollen Leopardensand- 
steins in der Nähe der großen Syenitgerölle des Deltas. 
Es ist möglich, daß letzterer eino Verdrängungserscheinung 
des Kugelsandsteins ist. 



Digmzed by "KjOOgIC NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



32 



1. Exkursion 



Wenn wir das Gehänge nordwärts des Braches mustern, 
finden wir als Hangendes des Konglomerates den Pläner 
wie auch im Ratssteinbruch. 

Wir verlassen nun den Sandsteinbruch auf der 
Südseite. Der auffällige Hügel zur rechten ist die 
sogenannte Heidenschanze, ein doppelschichtiger Wall, 
der bereits vor der Völkerwanderung und später 
wiederum von einer slavischen Bevölkerung bewohnt 
wurde. Er hat dem Königlichen Museum in Dresden 
zahlreiche prähistorische Funde geliefert. Wir wen- 
den uns links, dem Dorfe zu. 

Bemerkt sei noch, daß die cenomanen Sandsteine 
dieser Gegend eine große Bedeutung als wasser- 
führende Schichten haben. So beziehen die artesi- 
schen Brunnen im Plauenschen Lagerkeller und auf 
dem Albertplatz in Dresden ihr Wasser aus diesem 
bei dem allgemeinen Einfallen der Kreideschichten 
nach NO dort tief unter der Talsohle gelegenen 
Horizont. 

Wir begeben uns bis zum Dorfplatz, von wo 
aus wir die nach Plauen führende Straße benutzen ; 
an der Weggabelung halten wir uns links. In 
dem kleinen Seitentälchen zur Linken stehen glau- 
konitische Plänersandsteine an, die jedenfalls älter 
als der Pläner sind. Sie enthalten eine reiche 
Fauna. Der Fußweg nach dem hohen Stein bringt 
uns am Wasserreservoir der Felsen kellerbrauerei 



/"* i-\j-wi li-i Orig ina I from 

IJEV,- TÜRK PUBLIC LIBRABV 



1. Exkursion 



33 



vorüber und über das mit Geschiebelehm und löß- 
artigem Lehm bedeckte Plateau hinweg. Das erst- 
genannte Diluvialgebilde ist hier nur vorübergehend 
bei Brunnengrabungen gut aufgeschlossen, wir haben 
aber später bei Zschertnitz Gelegenheit, es genauer 
kennen zu lernen. Dicht beim Wasserreservoir sehen 
wir Carinatenpläner anstehen, bedeckt von altdilu- 
vialem Weißeritzkies. Diesen hat der Fluß hier auf 
der Hochfläche abgelagert, noch ehe er den engen, 
mehrfach gewundenen Taleinschnitt des Plauenschen 
Grundes eingesägt hatte. Würden wir von hier aus 
wenige Schritte dem Pfade folgen, der die Seiten- 
schlucht hinab zur Brauerei führt, so würden wir 
wiederum wie im Ratsbruch unter dem Carinatenpläner 
die Syenitkonglomerate ausstreichen sehen, besonders 
nahe an der Feldgrenze zur Linken des Flußweges. 

Wir schreiten dagegen auf dem eingeschlagenen 
Wege immer am Talrande hin weiter und gelangen 
zum .Wirtshaus „Zum Hohen Stein 44 . Die den Aus- 
sichtsturm „Frohbergs Burg" tragende Syenitklippe 
dicht am Hause ist in geologischer Beziehung wohl 
einer der sehenswertesten Punkte der Dresdener Um- 
gebung. Man gewahrt dort im Syenit eine unregel- 
mäßig kesseiförmige oder sackförmige Vertiefung 
von 1 bis 3 m Querdurchmesser und gegen 5 m Tiefe. 
Sie ist ausgefüllt von bröckeligem, weichem Pläner, 
dessen Schichten flach muldenförmige Lagerung 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 3 



Digflizedby GoOgk 



Original from 

UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



34 1. Exkursion 



zeigen. Dies Gestein enthält sehr zahlreiche Con- 
chylienschalen und andere kalkige Eeste der Fauna 
des cenomanen Kreidemeeres, dessen Brandung der- 
einst diese Höhlung ausgenagt hatte. Zurzeit ist 
es vom Besitzer zur wohlberechtigten Schonung des 
seltenen Aufschlusses und zugleich der Turmfun- 
dierung streng untersagt, hier zu sammeln, wie die 
Inschrift „Nicht pickern " warnend bezeugt. Wir 
können die hier einst gefundenen Petrefakten nur 
im Dresdener geologischen Museum bewundern, wo 
alle die Originalexemplare zu den Untersuchungen 
von H. B. Oeinitz aufgestellt sind. Doch kann ja 
schon der nächste Neubau in der Nachbarschaft 
ähnlich reiche Fundstätten aufdecken. In der Fauna 
des Hohen Steines sind an erster Stelle vertreten 
Austern, und zwar neben den prächtig erhaltenen 
Schalen der größeren Alectryonia carinata Lam. und 
Alectr. diluviana L. besonders viele kleine Formen, 
wie 0. hippopodium Nilss., Exogyra sigmoidea Rß., 
E. lateralis Nilss., ferner wurden verschiedene Pleu- 
rotomarien und Cerithien , Spondylus siriatus Sow., 
zahllose Stacheln von (Maris vesiculosa Goldf. und 
(7. Sorigneti Des., Bryozoen, Seeschwämme und Zähne 
von Haifischen, wie Oxyrrhina angusiidens Rß. ge- 
sammelt. 

Wir steigen schließlich hinauf auf den Turm, 
um die sehr lohnende Aussicht zu genießen.. Der 



(~~ - _., |_ Orig ina I from 

NE'.",- rCRK PIJ5LIC LIBRARV 



1. Exkursion 



35 



Blick wird zunächst durch das malerische Erosions- 
tal der Weißeritz gefesselt, um dann darüber hin- 
weg nach West hin über eine ziemlich regelmäßig 
nach der Elbe hin geneigte schiefe Ebene zu 
schweifen. 

Zwar bilden die Oberfläche derselben die frucht- 
baren lößartigen Gehängelehme des Diluviums, ihre 
regelmäßige Gestalt hat sie indessen durch die ein- 
fachen Lagerungsverhältnisse der ihren Untergrund 
bildenden Kreideformation erhalten, deren Schichten 
zwischen dem Cossebauder und dem Weißeritz- Tal 
ein unter 2 bis 5° nach NO geneigtes völlig unge- 
störtes Tafelsystem darstellen. Weit unebener ist 
dagegen der ebenfalls aus der oberen Kreideformation 
und dem Diluvium zusammengesetzte sanfte Gebirgs- 
abfall südöstlich von der Weißeritz, den wir in der 
entgegengesetzten Richtung überblicken. Im Norden 
und Nordosten zieht sich am Fuße dieser Berg- 
gehänge der langgestreckte Elbtalkessel hin, worin das 
Dresdener Häusermeer sich ausbreitet. Die Plateau- 
landschaft endlich, deren ziemlich steiler Abfall sich 
uns jenseits dieser Elbtalweitung zukehrt, wird 
vom Lausitzer Granit gebildet. Bei klarem Wetter 
vermögen wir sie zu einem guten Teile zu über- 
blicken und entdecken am Horizont die ihr aufge- 
setzten Höhen des Keulenberges und des Sybillen- 
steines bei Pulsnitz. 

3* 

r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

DlgiUzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



36 



1. Exkursion 



Der plötzliche Abbruch der Hochebene uns gegen- 
über, der von Wackerbarths Ruhe bei Kötzschen- 
broda her bis zum Letzten Heller bei Klotzsche, von 
hier, aus aber in südöstlicher Kichtung bis nach 
Pillnitz hin sich verfolgen läßt, ist durch die große 
Lausitzer Hauptverwerfung verursacht worden. Diese 
Linie bildet nur einen kleinen Abschnitt dieser großen 
im allgemeinen von NW nach SO verlaufenden Dis- 
lokation, die von Oberau bei Meißen über Weinböhla, 
Pillnitz, Hohnstein, Hinterhermsdorf , Zeidler, Khaa, 
Daubitz und endlich . südlich von Zittau vorbei bis 
zum Jeschkengebirge sich hinzieht. Der südlich von 
dieser über 20 Meilen langen Linie liegende Gebirgs- 
teil hat fast durchweg eine ziemlich bedeutende 
Senkung erfahren, weshalb denn auch nur hier das 
Kreidegebirge in großen Territorien von der Denu- 
dation verschont geblieben ist, während es auf der 
Lausitzer Granitplatte bis auf ganz vereinzelte wenig 
umfangreiche Reste wieder hinweggewaschen wor- 
den ist. 

Gerade hinter der Residenzstadt sehen wir dem 
erwähnten Steilrand des Lausitzer Granitgebietes eine 
breite Terrasse von Diluvialsand vorgelagert. Diese 
Sande steigen auch auf das granitische Plateau selbst 
hinauf und bilden vielfach den Untergrund der aus- 
gedehnten Dresdener Heide. Abgesehen aber von 
diesen höher gelegenen Sanden würde die dem Steil- 



_ I— Original from 

Digilzad byVjOOgk NEW YORK PU&LIC LIBRAFIV 



1. Exkursion 



37 



rand vorgelagerte Heidesandterrasse den Weißeritz- 
schottern entsprechen, die wir vorhin bei Altcoschütz 
passierten. Beide sind Reste älterer Talzuschüttun- 
gen ; während drüben fast lediglich Sande abgelagert 
wurden , führten diesseitig die erzgebirgischen Flüsse 
grobe Geröllmassen zu. 

Nach dieser Orientierung verlassen wir den Aus- 
sichtsturm und gewinnen entweder auf der nach 
Plauen hinabgehenden Chaussee die Endstation der 
Straßenbahn wieder, die uns nach Dresden bringt, 
oder setzen die Exkursion nach Osten hin fort. In 
letzterem Falle bietet sich uns Gelegenheit, die 
diluvialen Schichten des linkselbischen Gebirgsab- 
f alles kennen zu lernen. Man verfolgt die Chaussee 
bergauf bis etwa 300 Schritte hinter dem Friedhof 
und schlägt dort den nach Osten führenden Kohlenweg 
ein. Dieser gewährt eine sehr lohnende Fernsicht, 
besonders dort, wo der Fußweg nach Kaitz ihn kreuzt. 
Zur Rechten hat man ein sanft ansteigendes Plateau, 
an dessen oberem Rande die weithin kenntliche 
Babisnauer Pappel, die Goldene Höhe und endlich 
die Prinzenhöhe mit mehreren Kohlenschächten in 
ihrer Umgebung erscheinen. Zur Linken erhebt sich 
jenseits von Dresden der Steilrand des Lausitzer 
Plateaus in den mit Häusern besetzten Höhen vom 
Weißen Hirsch; vor uns dagegen springt diese 
Hochebene im Porsberg bei Pillnitz als scharf 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



3S 



1. Exkursion 



markiertes Vorgebirge in die Elbtal weitung vor. 
Bei klarem Wetter präsentieren sich überdies in der 
Ferne die charakteristischen tafelförmig abgestutzten 
Felsenberge der Sächsischen Schweiz, die beiden 
Bärensteine, der Lilienstein u. a. Wir folgen dem 
Kohlenweg bis zum Kreuzpunkt mit dem Wege 
nach Mockritz. Hier wenden wir uns nach links 
und gelangen zur großen Dam müll ersehen Ziegelei, 
die in ihren Ausschachtungen ausgezeichnete Auf- 
schlüsse im Geschiebemergel, der Grundmoräne des 
nordischen Binneneises, darbietet. Unter den zahl- 
reichen erratischen Geschieben fallen uns hier neben 
den baltischen Feuersteinen besonders viele nordische 
Silurkalke, Palaquarzite, Scolithussandsteine, Aalan- 
der und Elfdalener Porphyre sowie Bappakiwis ins 
Auge. Bisweilen waren dort auch Geschiebe mit 
Glazialschrammen und Schliffflächen nicht selten. 
Auch im Hohlweg, den man auf dem Heimweg- 
nach der Stadt zunächst durchschreiten muß, sieht 
man Geschiebemergel unter dem Gehängelehm an- 
stehen. 

Man kann von hier aus leicht die Straßenbahn- 
linie nach Dresden gewinnen. Nicht jedoch ist es 
zu empfehlen, die einst so berühmten, jetzt ganz 
verschütteten Plänerbrüche hinter dem genannten 
Dorfe bei der Erlöserkirche aufzusuchen. In diesen 
Strehlener Brüchen wurde ehedem ein ziemlich ver- 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



1. Exkursion 



39 



steinerungsreicher Plänerkalkstein abgebaut mit 
Micraster cor testudinarium Goldf. sp. , Terebraiula 
semiglobosa Sow., TerebratuUna striatula TA&iit.) Spon* 
dylus spinosm Sow., Inoceramus Brongniarti Sow., 
Pachydiscus peramplus Mant. , Scaphites Geinitzi 
d'Orb. und vielen anderen Petrefakten. Der Kalk- 
stein bildet bei Strehlen eine Einlagerung im Mergel 
mit Inoceramus Brongniarti Sow., der wiederum dem 
Labiatuspläner konkordant aufgelagert ist. Diesen 
Brongniartimergel können wir zur Vervollständigung 
des am Anfang unserer Exkursion beobachteten Pro- 
files in den tiefen Ausschachtungen der großen 
Ziegelei südöstlich von Zschertnitz kennen lernen. 
Wir gelangen dorthin, indem wir beim Verlassen 
des vorhin erwähnten Hohlweges die Straße nach 
rechts einschlagen und sie durchs Dorf hindurch 
verfolgen. 

Hier lagert wie in der Dammülierschen Ziegelei - 
grübe unter einer zwei Meter mächtigen Decke von 
Gehänge- bzw. Höhenlehm der hiervon stellenweise 
durch ein Steinpflaster geschiedene Geschiebelehm. 
Interesse bietet unter den Geschieben hier auch, das 
Vorkommen von Kalkstücken des Strehlener Pläner- 
kalkes. Noch häufiger als hier kommen diese Kalk- 
stücke in der Ziegeleigrube von Bossecker in Plauen 
vor, d.h. 3,5km westlich vom Strehlener Kalkofen, 
ein Beweis dafür, daß die Strehlener Kalke früher 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



40 



1. Exkursion 



eine größere Ausdehnung hatten, als 3ie heute noch 
besitzen. Die hier aufgeschlossenen gelben und 
blauen Tone stehen zwischen dem Labiatuspläner und 
dem Scaphitenpläner von Strehlen. Damit stimmen 
auch die paläontologischen Ergebnisse völlig überein, 
insofern nämlich als Formen des Unterturons mit 
solchen des Strehlener Mittelturons nebeneinander 
vorkommen. Wir sehen dabei eine Zunahme der 
Strehlener Formen im Verfolg der Schichten von 
unten nach oben , womit gleichzeitig eine Abnahme der 
unterturonen Hand in Hand geht. Prionotropis Caro- 
lina d'Orb. sp. erreicht so erst hier sein Ende, während 
Spondylus spinosus Sow. sp. , Inoceramus Brongniarti 
( = -Lamarcki) Sow. , Pachydiscus peramphis Mant. sp. 
hier zuerst in die Erscheinung treten. Sehr bequem 
ist dies auch an Terebratulina rigida zu zeigen. In 
Strehlen bildeten sie das häufigste Flossil. Nach 
Eegengüssen kann man sie ebenfalls ans den Mergeln 
in Zschertnitz zu Hunderten sammeln; aber nur in 
den höheren Lagen, denn nach unten zu wird sie 
immer seltener und schon einige Meter über dem 
Labiatuspläner werden wir sie in Gostritz vergebens 
suchen. Von anderen häufigen Fossilien seien noch 
genannt: Parasmilia centralis Mant., Holaster planus 
Mant. sp., Micraster cor testudinarium G-oldf,, Ino- 
ceramus latus Mant., Lima Hoperi Mant., Pecten 
Mlssonii öoldf., Ostrca kippopodium N., Exogyra 



„ _ _ I _ Original from 

Digflizedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



1. Exkaision 



41 



lateralis Nilss., Nucula pectinata Sow., Venericardia 
ienuicosta Sow., Natica Qeinitxi d'Orb., Turritella sex- 
lineaia F. A. Roemer, Aporrhais megaloptera R, A. 
sienoptera G. und Buchi M., Dentalium medium S. 
und polygonum R., Baculites sp n Oxyrkina angustidens 
Reuß, Lamna appendiculata, Corax falcatus Ag. r 
Koprolithen und Wirbelkörper usw. 

Die Oberfläche des Mergels fällt ziemlich steil 
nach Nord ein, infolgedessen iftt der Mergel unter 
dem Drucke der auf ihn ruhenden Schöttermassen 
oft ins Rutschen gekommen, was eine Verknetung 
beider zur Folge hatte. Die diluvialen Massen setzen 
sich fahnenähnlich in den Mergel fort, bilden auch 
Nester und Lagen für sich. 

B. 

Um zu einem vollständigen Überblick über die 
Kreide in der Dresdener Umgebung zu kommen T 
empfiehlt es sich die Exkursion in Zschertnitz nicht 
zu unterbrechen, sondern noch nach Leubnitz fort- 
zusetzen. Zu diesem Zwecke folgen wir dem Fuß- 
wege, der mitten durch die Grube führt, nach S. 
"Wir gehen sodann den Körner weg hinab, an den 
Mockritzer Eis werken vorüber und das jenseitige 
Gostritzer Gehänge hinauf zur Nöthnitz -Leubnitzer 
Straße. Links liegt die Richtersche Ziegelei mit 



r,- ■ ■ - j f* rti-n-mli-» Original from 

Digimed by^OOglC NEWTOKKPUBLIC LIBRARY 



42 



1. Exkursion 



denselben Lagerungs Verhältnissen wie in Zschertnitz. 
Deshalb wenden wir uns sogleich rechts in die 
Blochwitzsche Ziegelei, jetzt unter dem Namen: 
Deutsche Pflastersteinwerke, A.-G. , Werk Gostritz. Es 
streicht nämlich der Labiatuspläner zu Tage aus, 
der nach einem Geheimverfahren zur Herstellung 
von Pflastersteinen dient. Es ist hier die konkordante 
Unterlagerung der Mergel von Zschertnitz durch den 
Labiatuspläner ausgezeichnet aufgeschlossen. So nahe 
über den Labiatuspläner fehlen hier, wie schon be- 
merkt, Terebratulina rigida und Spondylw spinostis 
in der Fossilliste des Aufschlusses. 

Aus der Ziegelei kommend , wenden wir uns rechts 
aufwärts und dann an der Wegsäule auf den Fuß- 
weg nach Goppeln, der zu Anfang tief in den Ge- 
hängelehm eingeschnitten ist. Der Weg fällt bald 
wieder, um abermals etwas zu steigen. Wir schreiten 
etwas an der links sichtbaren Ziegelei vorbei. Dort, 
wo der Weg eine plötzliche Biegung nach links voll- 
führt, benutzen wir den hier kreuzenden Feldweg, 
um links an der Ziegelei vorbei auf die Leubnitz- 
Goppelner Straße zu gelangen. 

Wir wenden uns rechts und erbitten im Kontor 
die Erlaubnis zum Betreten der Grube, was meist 
Schwierigkeiten hat, da die Steine, wie bereits mit- 
geteilt, nach einem Geheim verfahren angefertigt 
werden. Sonntags , wenn der Besitzer nicht anwesend 



- . _ 1 _ Original from 

Dig.!l2«f by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



1, Exkursion 



43 



ist, dürfte es uns kaum gelingen, in die Grube zu 
gelangen. Man suche deshalb vorher schriftlich um 
Erlaubnis zum Betreten der Müllerschen Ziegelei- 
grube nach. 

In der Grube steht der Labiatuspläner an, ein grauer 
dünngeschichteter Kalkstein. Bekannt ist diese Grube allen 
Dresdener Sammlern wegen ihres zeitweiligen Eeiehtums 
an Cephalopoden , namentlich Nautileen, In letzter Zeit 
lagen auch sehr viel Inoceramen umher. Die häufiger vor- 
kommenden Arten sind folgende: 

Nautilus sublaevigatus d'Orb. sp , 
Pachydiseus peramplus Mt. sp., 
Mammües Michelobensis Lb. u. Br., 

„ binicostatus Petr., 
Acanihoeeras Fleuriausiamim d'Orb. sp., 
„ - cf. Woolgari Mant. sp., 
„ Schlüterianum Lb. u. Br., 
„ Choffasi Rostm., 
Inoceramus labiatus Schi. u. a., 
Exogyra lateralis Nilss. sp., 
Mutiella Ringmerensis Mant., 
Natica (Lunatia) öetnitxi d'Orb. sp., 
Turritella sexlineata Roem, 
Anomia subtruncata, 
Venus Qoldfussi Gein., 
Cardium bipartitum d'Orb., 
AporrhaU megaloptera Res. sp., 
Enoplectytia Leachi Mt. sp. 
Wenn man sammeln will, bevorzuge mau übrigens 
einen Wochentag für die Exkursion, da die Arbeiter 
bessere Stücke aufheben. 



/"* l -<. r ^ r ,\ rt Original from 

DigJiiMjbyljOOgK. HEWY™ PUBLIC UBIWN 



44 



1. Exkursion 



Wir kehren nun wieder zur Landstraße zurück. 
Vor uns ßehen wir eine auffällige Erhebung im Ge- 
lände, es ist der Gamighübel. Auf einem Feldrain 
schreiten wir direkt auf ihn zu oder man gehe links 
auf der Straße nach Leubnitz bis zum Wasserwerk 
und benutze weiterhin die Straße nach Torna, um 
von hier aus zum Gamig zu gelangen. Viele Jahre 
hindurch ist der Bruch schon auflässig, so daß der 
Aufschluß stark gelitten hat. Der Besitzer duldet 
gewöhnlich das Betreten nicht. Es würde Erlaubnis 
einzuholen sein. 

Als einer der südlichsten Vorposten des Lausitzer 
Granitgebietes, gleicht das Gestein daher auch im 
wesentlichen petrographisch dem normalen Lausitzer 
Granitit. Das mittel- bis grobkörnige massigstruierte 
Gestein setzen schneeweiße Feldspate, vorwiegend 
Oligoklase neben minder häufigeren Orthoklasen, sowie 
braunschwarzer, titansäurehaltiger Biotit und etwas 
Quarz zusammen. Der Granit ist einer starken seit- 
lichen Pressung ausgesetzt gewesen, auf die zahl- 
reiche, das Gestein durchsetzende Klüfte zurück- 
zuführen sind, die folgendes Streichen und Fallen 
haben: N 60° W mit einem Einfallen von 55 bis 75^ 
nach NO bzw. N 25 bis 30 mit einem Einfallen von 
50° nach SO. Gleit- und Rutschflächen kann man auf 
ihnen beobachten Zwischen zwei WNW streichenden 
derartigen Klüften ist eine fast durch den ganzen Auf- 



. (~~ /-v«^»i-\ |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



1, Exkursion 



45 



Schluß verfolgbare gneisähnliche Zone bemerkbar, deren 
Kataklasstruktur erst unter dem Mikroskrope deutlich 
hervortritt. Im hintern Teile des Bruches ist noch 
eine schlierenförmige magmatische Ausscheidung vor- 
handen , die durch das fast vollige Fehlen der Glimmer 
ausgezeichnet ist. 

Zur Zeit der mittleren Kreide, im Cenoman, ragte 
diese Granitkuppe klippenartig in einer Zone heftigster 
Brandung empor. In den unregelmäßigen Ver- 
tiefungen der Oberfläche lagerten sich hier oben 
Meeresschichten mit einer überaus reichen Fauna ab. 
Dagegen sehen wir, wenn wir auf dem Gipfel des 
Hübeis uns umblicken, in viel tieferer Lage die 
jüngeren Labiatusschichten lagern. Es ist dies einer 
der seltenen Fälle, wo ohne Schichtenstörung ältere 
Sedimente jüngere durchragen. 

f Von den Leitfossilien und den häufiger auf- 
tretenden Petrefakten seien die folgenden genannt: 

Schwämme in großer Anzahl und Mannigfaltig- 
keit, runde birnenförmige gehen unter dem Namen 
Siphonia pyriformis G. Schöne Korallen, wie Syn- 
helia gibbosa Mün., sind nicht selten. Von Brachiopoden 
sei die Terebratulina striatula erwähnt. Am häufigsten 
aber kommen wohl die kleinen Austern vor, eine 
runde, breite und flache: die Exogyra Jialiotoidea 
Sow. und eine ohrförmige , die Exogyra sigmoidea Res. 
Als Leitform bezeichnend ist Ostrea (Alectryonia) 



„ _ _ I _ Original from 

Digfliiedby ^.OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



4G 



i 

1. Exkursion 



carinata Lam. Von Fischzähnen mögen hier noch 
Aufnahme finden: Oxyrhina angustidens Keuss und 
Manieiii Ag. , Odoniaspis sukatus G. , Lamna appen- 
diculata Ag., (Pycnodus) Coelodus cretaceus Ag. Wenn 
man eine größere Partie des Mergels schlämmt, 
findet man noch eine Masse anderer, namentlich 
kleinerer Formen, deren Aufzählung hier zu weit 
führen würde. Es sei daher verwiesen auf H. B. 
Geinitz, Das Elbtalgebirge I, und K. Wanderer, Die 
häufigsten Tierversteinerungen des Kgr. Sachsen. Wir 
verlassen den Aufschluß in nördlicher Richtung. In 
zwanzig Minuten erreichen wir in Leubnitz die 
elektrische Straßenbahn, die uns nach Dresden 
zurückbringt. 

Wenn noch viel Zeit zur Verfügung steht, könnte 
man schließlich vom Gamighübel aus noch sechs 
Minuten rechts abbiegen und die Ziegeleigruben von 
Torna und Prohlis besuchen. Die Aufschlüsse in 
den verschiedenen Gruben wechseln stark. Gemein- 
sam sind allen Schotter mit erzgebirgischem , 
böhmischem und nordischem Materiale, jungdiluviale 
Lockwitzschotter, die eine deltaartig ins Elbtal vor- 
geschobene und von einer Lehmdecke bedeckte Terrasse 
bilden. Die hangenden, z. T. bis 8 m mächtigen 
Lehme gliedern sich im allgemeinen in eine untere 
Stufe mit einem schleppartigen, oft geschichteten, 
feinsandigen Lehm und in eine obere Stufe von 



(~* „ ^ , I -> Original from 

Digfliied by VjOOgLC NEW VOBK PUBLIC LIBRARY 



1. ExknisioD 



47 



gänzlich ungeschichtetem , mäßig fettem Gehänge- 
lehm oder Gehängelöß. Nicht selten ist der Ge- 
hängelehm infolge starker Beimengungen humoser 
Substanzen lagenweise braun oder schwarz, tscher- 
nosemartig. 

In den Gehängelehmen, im Gehängelöß und im Seif 
(der geschichtete Lößsand) fanden sich: Pupa columella 
B., P. muscorum L., Sueeinea oblonga Dr., Hyalinapura 
Aid., Helix kispida B, arbustorum L., H. costata M., 
H. pulehella M., Bulimus tridens M., Caeeitianella aci- 
cala M., außerdem : Equus caballus L,, Elephas primigenius 
Bl., E. antiquus F., Ehinoeeros tichorhinus Cuv., Cercus 
tarandus L. , C, euryeeros Aid. Aus den Lockwitzschottern 
stammt Rhinoeeros (Coelodonta) antiquitatis Blum, und 
Ovibos mosehatus maekenxianus Kow. 

Besonderes Interesse verdient die Ziegeleigrube 
von Pahlisch und Voigt südöstlich von Prohlis, wo 
der 2 m mächtige gelbbraune Gehängelehm mit 
seiner pechschwarzen Deckschicht von einem 0,7 bis 
10 m mächtigen rötlichen Tallehm überlagert wird. 
Es zeigt sich hier also, daß der Tallehm jünger als 
der Gehängelehm ist. 

Von der Prohliser Ziegelei gehen wir zunächst 
drei Minuten auf der Straße nach Lockwitz zu und 
wenden uns dann nach dem in nordöstlicher Richtung 
hinführenden Weg. Nach zwanzig Minuten biegen 
wir links in die Straße ein und danach rechts unter 
der Eisenbahn hindurch. Bald haben wir die Dresden- 



Digmzed by "KjOOgIC NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



48 



1. Exkursion 



Pirnaer Straße in Dobritz erreicht. Die Elbaue wird 
hier zu einem großem Teile von dem sog, Tal- 
eanie eingenommen, den wir in mehreren großen 
Sandgruben nordöstlich von Dobritz studieren können. 
Da der feine Sand leicht vom Winde bewegt werden 
ikann, ist es zur Herausbildung einer flachwelligen 
Landschaft gekommen., deren einzelne Hügel eine 
dürftige "Vegetation von Akazien, Birken und Kiefern 
tragen, und sich somit auffällig von der fruchtbaren 
Aulandschaft unterscheiden. Der Talsand besteht 
aus gut gerundeten, feinen Quarzkörnchen, die an 
der Oberfläche eigentümlich wellig, nach unten zu 
aber diskordant geschichtet sind. Nach unten stellt 
sich Talkies ein, den wir am besten in den Kies- 
gruben kurz vor und im Großen Garten studieren 
können. Wir wenden uns also nach Dobritz zurück 
■und folgen der Straße bis kurz vor Gruna, wo wir 
links in die Liebstädterstraße einbiegen, um nach 
zwei bis drei Minuten der Winterbergstraße zu folgen. 
Kurz vor dem Großen Garten stoßen wir zur Linken 
auf Kiesgruben. 

Bei unserer Wanderung dahin haben wir Muße, 
die Landschaft zur Linken und zur Rechten zu 
studieren. So erkennen wir, daß der alte Land- 
graben östlich von Dobritz in einer eigentümlichen 
rinnenartigen Geiändesenkung dahinfließt. Es ist 
-dies eine alte, zum guten Teil schon mit frucht- 



rs' ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digilzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



1. Exkursion 



49 



barem Aulehm ausgefüllte Elbrinne. Diese Tolke- 
witzer Elbrinne zweigt von der heutigen Müglitz- 
mündung von der Elbe ab und wendet sich über 
Kleinzschachwitz, Leuben nach Dobritz, um hier 
fast rechtwinklig nach Tolkewitz abzubiegen. Zwischen 
Tolkewitz und Dobritz zweigt sich hiervon die vom 
Seegraben durchflossene , westwärts gerichtete See- 
grabenrinne ab, die wir kurz vor Seidnitz über- 
schreiten, nachdem sie vorher noch einen Seitenarm 
über Gruna und Striesen nach dem jetzigen Holbein- 
platz in Dresden- Altstadt geschickt hat, der danach 
nordwestlich hiervon in die untere Elbaue mündete, 
wo im 17. Jahrhundert die Ratsziegeleien standen. 
Dieser Elbarm umschloß mit der südlich von Seid- 
nitz dahinfließenden Seegrabenrinne den Ort, der 
damals eine slawische Ansiedelung war. Diese floß 
dann südlich an Grupa vorbei durch den Großen 
Garten und die heutige Bürgerwiese. Man vergleiche 
hierzu die Kartenskizze auf Tafel I. 

Die jungdiluvialen Talkiese, die wir vor dem 
Großen Garten antreffen, sind durch einen häufigen 
Wechsel von Schotter und Kies mit Sand lagen 
charakterisiert. Eine diskordante Parallelstruktur ist 
nicht zu verkennen. Das Material entstammt dem 
Oberlauf der Eibe und deren Nebenflüssen: häufig 
sind rote und graue Gneise, Glimmerschiefer, Grau- 
wacken, Kieselschiefer, Porphyre, Gangquarze, Arne- 
Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 4 

. (~~ **v*"Wi |,-> Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW V0BK PUBLIC LIBRABV 



50 1. Exkursion 



thyste und Achate, Basalte, Phonolithe, Granit und 
Sandsteine, spärlicher sind dagegen Feuersteine und 
Dalaquarzite, die aus zerstörten älteren Diluvial- 
ablagerungen herrühren. Eine andere Kiesgrube liegt 
am N-Rand des Großen Gartens zwischen der Haupt- 
allee und dem Botanischen Garten. 



UEWYORKPUSLICLIBRABY 



2. Exkursion 

Von Vorstadt Cotta über Leutewitz, Pennrich, 
Merbitz, Mobschatz nach Kemnitz 

18 km 

I. Stratigraphische Übersicht: 

Diluvium. 

6. Lößartiger Lehm und Löß. 
5. AltdiluWale Schotter. 

Obere Kreideformation. 

4. Unterturoner Pläner. 

3. Cenomaner Pläner. 

2. Glaukonitischer Grüasandstein. 

1. Stufe der Crednerien. 

Die Exkursion berührt die Sektionen Dresden und 
Wilsdruff. 

II. 

it der Straßenbahnlinie 19 oder 21, die 
beide den Fürstenplatz, den Amalien platz 
und den Altinarkt berühren, fahren wir 
bis zum Schusterhaus in der Vorstadt Cotta, im 
Westen von Dresden. Wir gewinnen das Elbufer, 
wo der Labiatuspläner ausstreicht. Zu Zeiten des 
Niedrigstandes des Wassers kann man hier viele 
schöne Strudellöcher beobachten. Wir folgen dem 

4* 

Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 




52 



2. Exkursion 



Elbufer stromab bis zum Wegweiser nach dem 
Zschoner Grund, den wir bis zur Straßenbahn auf- 
wärts gehen. Wir wenden uns jetzt stadtwärts, 
nach einigen Minuten sodann rechts in die Omse- 
witzer Straße (Haltestelle der Linie 21). Alsdann 
haben wir Gelegenheit, jüngere Diluvialgebilde wie 
Löß, Lößlehm u. a. kennen zu lernen. Wie im 
Süden von Dresden gliedert sich der Lößlehm hier 
im allgemeinen in eine obere Stufe, eine gänz- 
lich ungeschichtete, äußerst feinerdige Masse von 
brauner bis gelber Färbung, den Gehängelöß bzw. 
Gehängelehm, und in eine untere Stufe, einen gelben, 
feinsandigen Lehm, der häufig Schichtung erkennen 
läßt. Beide führen die schon bei Prohlis erwähnten 
Lößconchylien. — In der Ziegelei zu Omsewitz bildet 
Pläner das Liegende, aus dem man von den Arbeitern 
Versteinerungen bekommen kann. Von hier aus 
folgen wir der Kemnitzer Straße, gehen dann links 
hinunter, an der Schule vorüber, weiterhin am Gast- 
hof zu Leutewitz rechts hinunter, am Teiche vorüber 
und wieder hinauf. So gelangen wir in eine andere 
Ziegeleigrube, wo in dem Gehängelehm durch das 
Hinzutreten von Sandlagen eine eigentümliche 
Elammung erzeugt wird. Vom S-Ende der Grube 
folgen wir der Straße zunächst in südöstlicher Sich- 
tung. Hier wird in der Nähe der Leutewitzer Wind- 
mühle zur Herstellung von sogenanntem Mosaik- 



p„ - , I _ Original from 

Bigfliiedby ^.OOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



2. Exkursion 



53 



pflaster cenomaner Planer gebrochen. Über ihm 
folgt eine bis zu 1 m mächtige Mergelschicht und 
über dieser in geringer Mächtigkeit noch Labiatus- 
pläner. Durch Brunnen und den tiefen Elbstollen, 
der, vom Oppelschacht (siehe Exkursion nach "Wils- 
druff) kommend, hier unter der Leutewitzer Mühle 
hinführt, sind auch die liegenden Grünsandsteine 
(Wasserhorizont) und Konglomerate bekannt geworden. 
— "Versteinerungen sind hier im allgemeinen selten, 
allenfalls finden sich einige Ammoniten und Nau- 
tileen. — 

Nun folgen wir der Straße wieder westwärts, 
kommen an Burgstädtel und einer Ziegeleigrube 
vorüber, erreichen Gompitz und schließlich Pennrich. 
Hier schlagen wir den links am Hause des Orts- 
vorstandes vorüberführenden Weg ein, der uns bald 
in eine kleine Grube führt, wo über einer Bank 
glaukonitischen, tonigen, feinkörnigen Sandes eine 
Bank glaukonitischen Plänersandsteins gewonnen 
wird, die eine große Anzahl von marinen Cenoman- 
fossilien birgt. 

Dieser glaukonitische Plänersandstein wird im 
Zschoner Grund durch eine zurzeit nicht aufge- 
schlossene Tonbank vom hangenden Carinatenpläner 
getrennt. 

Wir gehen wieder in den Ort zurück, biegen 
am Schulhaus nordwärts ab. Nach 65 Schritten 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



54 



2. Exkursion 



führt uns der Weg etwa 90 Schritte noch nach Osten, 
dann gehen wir links hinunter in den Grund, den 
wir bis zur Zschoner Mühle durchwandern. Hier 
gewinnen wir den Merbitzer Fahrweg. Würde man 
auf der Höhe kurz vor der Weinbergsmauer rechts 
abbiegen, so würde man wieder auf cenomanen 
Plänersandstein stoßen. Wir durchschreiten Merbitz, 
folgen der Prabschützer Straße etwa 120 Schritte 
und biegen rechts nach der Albrechtshöhe zu ab. 
Ehe wir Leute witz erreichen , schlagen wir den ersten 
Weg rechts hinunter ein bis zu einer sanften Biegung 
nach rechts, wo wir links hinab in das Tälchen 
steigen, in dem wir ein Stück abwärts wandern. 
Unter einem Komplex von Quadersandstein sind hier 
20 cm mächtige kohlige Letten, darunter fast 1 m 
mächtiger blaugrauer bis gelblichgrauer Schieferton 
und endlich wieder Quadersand atein angeschnitten. 
Wir sehen hier die tiefsten Schichten der sächsischen 
Kreide aufgeschlossen, die limnischfluviatilen Nieder- 
schönaer Schichten , die anderwärts eine reiche Flora 
beherbergen. Wir gewinnen den Fahrweg wieder. 
Kurz vor Mobschatz befindet sich zur Rechten ein 
kleiner Anbruch im cenomanen Pläner. Mit dem 
Blick auf den Steilabfall des Lausitzer Plateaus geht 
es nun rasch abwärts, an Weinbergen vorüber. Hinter 
diesen biegt der Weg rechts um. Man kann hier 
gelegentlich im Gehängelehm eine hübsche Ausbeute 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

DlgiUzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



2. Exkursion 



55 



an Lößconchylien machen. Weiter ostwärts treffen 
wir auf die Straße, der wir ins Tal hinab folgen. 
Ziemlich weit unten sieht man zur Rechten unter 4 m 
Gehängelöß 2 m mächtige Schotter der Weißeritz- 
terrasse anstehen, die sich hauptsächlich aus ab- 
gerollten Plänerstücken zusammensetzen. Wenn wir 
unten angelangt uns rechts der Bahnlinie entlang 
wenden, sehen wir bald zur Rechten den Labiatus- 
pläner in mehr oder minder plattigen Plänerbänken 
aufgeschlossen. Bald erreichen wir die Straßenbahn- 
linie, die uns wieder nach Dresden zurückbringt. 



( Original from 

:,AjOOgie NEWTOKKPUBLIC LIBRARY 



3. Exkursion 



Von Potschappel über Oberpesterwitz, Zauckerode, 
Kesselsdorf , Unkersdorf, Kaufbach nach Wilsdruff 

Halbtägig: 18 bzw. 24 km 

I. Stratigraphische Übersicht: 

Der altdiluviale Dejektionskegel von Dölzschen. 

Das Rotliegende (Tuffe, Letten, Tonsteine, Sandsteine 
Konglomerate). 

Die Porphyritdecke von Potschappel -Wilsdruff und 
ihre Varietäten (Glimmerporphyrit, Hornblende- 
porphyrit, Bastit führender Feldspatporphy- 
rit, Pyroxen-Hornblendeporphyrit, Pyroxen- 
porphyrit). 

Der Pechstein von Braunsdorf. 
Das paläozoische Grundgebirge: 
Der Syenit. 

Kontaktmetamorph beeinflußte Silurschiefer. 
Cambrische (?) Tonschiefer, Kalksteine und Horn- 
blendeschiefer. 
Phyllite. 

Kleinkörnig schuppiger Gneis. 
Sektion Dresden und Wilsdruff- Potschappel 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digilzad byVjOOgk NEW YORK PU&LIC LIBRAFIV 



3. Exkursion 



57 



IL 

illBWIit der Straßenbahnlinie 22 oder zu Fuß be- 
lli g|| geben wir uns von Dresden oder Bahn- 
m£&&m\ hof Potschappel aus zur König-Friedrich- 
August- Hütte im Plauenschen Grunde. 

Der Hang unterhalb der Hüttenanlage zeigt 
typischen Syenit. In der Nähe des die Hütte um- 
schließenden Gatters findet man ab und zu noch 
Bruchstücke einer Brekzie, die aus durch Kalkspat 
verkitteten Porphyritfragmenten besteht; und wenn 
man nun kurz oberhalb der Hütte rechts einen Weg 
einschlägt, so kommt man in einen Steinbruch im 
Hornblendeporphyrit Wir sind hier auf eine Gebirgs- 
scheide gestoßen: längs einer nach NW streichen- 
den und steil nach SW einfallenden Verwerfungs- 
kluft grenzt hier der Syenit an den Horblendepor- 
phyrit des Döhlener Beckens. 

Der Porphyrit stellt im nördlichen Teile des 
Döhlener Beckens einen zusammenhängenden Decken- 
erguß an der Basis des Rotliegenden dar, nur lokal 
Ton einem Tonstein unterlagert, sonst bildet er das 
unmittelbare Hangende von paläozoischen Schiefern 
oder von Syenit. Der Ausstrich dieser Porphyrit- 
decke erstreckt sich zwischen Großburgk und Wils- 
druff auf eine Länge von ungefähr 11 km bei einer 
Breite von 3 km bei Unkersdorf. Während sie im 
NW eine zusammenhängende Masse bildet, wird sie 



(~~ *_ _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ ty VoOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



58 



3. Exkursion 



weiter im SO zwischen Wurgwitz und Potsehappel 
durch die „Roter Ochse" genannte Verwerfung in 
zwei Züge zerschnitten: in den nordöstlichen Pester- 
witzer Zug, an dem wir uns jetzt befinden, und 
den südwestlichen Potschappeler Zug. Dazwischen 
lagern an der Oberfläche unterrotliegende Sedi- 
mente mit Steinkohlen (vergleiche hierzu Profil 1 
Tafel IV). 

Der Porphyrit zeigt eine große Mannigfaltigkeit 
der petrographischen Ausbildung. Hier, in der Nähe 
von Potsehappel finden wir den typischen Horn- 
blendeporphyrit, bei Wilsdruff Glimm erporphyrit, 
während Pyroxen führende Abarten eine große 
Schliere zwischen beiden bilden. 

Das Potschappeler Gestein ist ein vollständig 
normaler Hornblendeporphyrit. 

Von unregelmäßig polyedrischer bis grobsäulen- 
förmiger Absonderung zeigt er in der bläulichgrauen 
Grundmasse bis fünf Millimeter lange, braune min- 
destens randlich zersetzte Hornblendenadeln und 
Plagioklase. U. d. M. löst sich die Grundmasse auf 
in ein teils mikrokristallines, teils mikrofelsitisches 
Aggregat mit mikroporphyrisch hervortretenden, 
fluidal angeordneten Feldspaten und Hornblenden. 

An manchen Stellen, wie im großen Steinbruch 
am Eichb.erg, finden sich auch ßrekzien: scharf eckige 
Fragmente von Porphyrit werden von Porphyrit um- 



r.- ■ P/m-vhL> Original from 

Dig.liied by IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



3. Exkursion 



hüllt. Es deutet das auf erneute Durchbrüche inner- 
halb der bereits durch erstarrtes Magma geschlossenen 
Eruptionsschächte. 

Auf viel spätere Zerreißungen deuten die zahl- 
reichen Kluftflächen häufig mit sekundären Erzbe- 
zügen sowie die Quarzadern hin. 

Wir folgen dem Wege aufwärts. Nach 240 
Schritten geht rechts ein anderer ab. Dieser führt 
uns bald in eine neunzig Meter über der Talsohle ge- 
legene Kiesgrube. Sie bietet einen großen Aufschluß 
in einem prächtigen Schutt- oder Dejektionskegel 
altdiluviaien Alters. Die Basis bilden fast horizontal- 
lagernde Sande. Darüber folgen diskordante, schalen- 
ähnlich aufgebaute, graue, wohlgeschichttte Sande mit 
einem Einfallen von 20° nach Süden, Osten und 
Norden, denen teilweise, durch eine Tonschicht ge- 
trennt, wiederum diskordant leidlich gut geschichtete, 
weniger steil geneigte Sande und Grande auflagern. 
Die Hauptmasse des Sandes liefert die mittlere Schicht. 
Sie besteht aus grauen Splitterquarzen und Syenitgrus. 
Geradezu massenhaft finden sich in diesen Sanden 
Plänerfiagmente bis zu einem Durchmesser von einem 
Meter. Daneben kommen noch faustgroße Quarze 
vor, Kieselschiefergerölle, Quarzite, Porphyre, Syenite, 
Gneise und andere einheimischen Gesteine neben 
Feuersteinen, Graniten, Porphyren und anderen 
nördlichen und nordischen Gesteinen. 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



«0 



3. Exkursion 



Indem wir dem Wege oberhalb der Kiesgrube 
westwärts folgen, gelangen wir über die Roßtal- 
Potschappeler Straße zur Juchhöhe. Eine Allee 
führt uns in kurzem auf die Straße nach Oberpester- 
witz. Es steht auf cenomanem glaukonitischem Quader- 
sandstein, der teilweise konglomeratisch sein kann, 
zumeist aber feinsandig, ja sogar tonig ausgebildet 
ist. Er lagert hier unmittelbar dem Syenit auf. 
Man kann den glaukonitischen Plänersandstein nach 
NW bis über Pennrich hinaus verfolgen, wo er eine 
reiche Fauna birgt. Die Steinbrüche zwischen Ober- 
pesterwitz und Obergorbitz bieten uns auch Auf- 
schlüsse in seinem Hangenden, dem fossilarmen 
Pläner des Cenomans. Wir gehen ohne Aufenthalt 
nach Zauckerode weiter. Hinter Oberpesterwitz 
sehen wir bald den Syenit im Straßenanschnitt. 
Es geht hier unter uns der vom Oppelschacht bei 
Zauckerode herüberkommende tiefe Elbstollen hin- 
weg, dessen achtes 'Lichtloch dicht links an der 
Straße liegt. Beim Auffahren dieses Stollens im 
Jahre 1833 haben sich sehr interessante Lagerungs- 
verhältnisse des Syenits ergeben. Der Syenit lagert 
auf rund 200 m dem paläozischen Schiefer auf, 
den er kontaktmetamorph beeinflußt hat. Darüber 
breiten sich die Porphyritdecke und die Sedimente 
des unteren Rotliegenden aus, wie aus dem Profil 1 
Tafel IV hervorgeht. Das Alter des Syenits er- 



Di 9 M«J by V^OOgie NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



3. Exkursion 



61 



gibt sich demnach als jungpaläozoisch. Dort wo 
die Straße nach links umbiegt und rechts ein halb- 
bewachsener Feldweg zu einem auflässigen Steinbruch 
im Syenit führt, fangen die unterrotliegenden Sedi- 
mente an auszustreichen, die hauptsächlich aus 
grauen Sandsteinen und Schiefertonen bestehen. 
Stellenweise finden sich auch Konglomerate und 
Kohlenschnitzchen. 

Die geringe Geländeerhebung vor uns,, die wir 
bald hinter uns haben, wird von kontaktmetamorph 
veränderten Schiefern gebildet, die infolge tektoni- 
scher Vorgänge an die Oberfläche gelangten. Wie 
ein Zwischenriegel trennt diese Schieferpartie in der 
Flözverbreitung die Kohlsdorf- Pesterwitzer Neben- 
mulde von der Döhlener Hauptmulde ab. 

Benutzt man einen links hinführenden Fußpfad,, 
so gelangt man an das neunte Lichtloch des Elb- 
stollens, wo man die grauen bis violetten, seiden- 
artig schimmernden Fleck- und Knoten schiefer be- 
quem sammeln kann. Außerdem finden sich dort 
noch dunkelgrüne Schalsteine, 

Die bewaldete Erhebung im Osten ist der aus 
Hornblendeporphyrit aufgebaute Burgwartsberg. Zum 
Fahrweg zurückgekehrt, überschreiten wir den Bahn- 
körper, wenden uns rechts aufwärts und gelangen, 
bald an eine Stelle, wo die Straße den Hang an- 
geschnitten hat. Kurz dahinter geht rechts ein Weg 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



62 



3. Exkursion 



ab , der uns auf das Feld führt. Zunächst bemerken 
wir zur Linken eine Bodensenkung, der Zaun der 
Bombastuswerke führt darüber hinweg. Dieser Erd- 
fall ist dem darunter vor sich gehenden Steinkohlen- 
bergbau zuzuschreiben. Auf den Feldern liegen 
neben Brandschieferstücken mit undeutlichen Pflanzen- 
resten auch reichlich graue Tonsteine, grüne Mergel 
und Sandsteinbruchstücke, alles Gesteine, die der 
unteren Stufe des mittleren Rotliegenden angehören. 
Einen besseren Aufschluß hierin finden wir bald da- 
nach hinter der Haltestelle Niederhermsdorf. Gegen- 
über vom Albertschacht sieht man hier an der Straße 
grüne, graue und gelbe Schieferletten, Ton steine und 
Arkosen. Sie führen teilweise viele Gerolle. "Weiter 
talaufwärts oberhalb von Niederhermsdorf tritt die 
Straße in das Porphyritgebiet ein. Die zunächst 
noch reichlich vorhandenen Hornblenden dieses Ge- 
steins fangen bald an spärlicher zu werden, und 
Feldspate sind schließlich die einzigen Einspreng- 
lioge. Unter dem Mikroskop könnte man außerdem 
ein bastitartiges Umwandlungsprodukt eines rhom- 
bischen Pyroxens bemerken. In der Nähe von 
Kesselsdorf wird der Bastit auch makroskopisch 
wahrnehmbar. Wir finden bald das graue bis röt- 
lichgraue Gestein in großen Steinbrüchen an der 
Straße aufgeschlossen. Es ist plattig abgesondert, 
und zwar fallen die einzelnen Platten mit ungefähr 



r.- ■ _. ._ r'^nnlii Original from 

Digillzad by^.OOgK UEWyORK PUBLIC LIBRABY 



3. Exkursion 



63 



20 bis 30 Grad nach Süd ein. In dem Steinbruch 
an der Straßenbiegung herrscht wiederum der nor- 
male Hornblendeporphyrit. Schreitet man dann * 
weiter auf Kesselsdorf zu, so kann man sehr gut 
verfolgen, wie der typische Hornblendeporphyrit erst 
spärlich, dann reichlicher Glimmer aufnimmt, der 
Hornblendegehalt zurückgeht, so daß schließlich un- 
mittelbar vor Kesselsdorf ein typischer Glimmer- 
porphyrit ansteht. Der Glimmer kommt in bis 2 mm 
großen Blättchen vor und ist ein Meroxen. U. d. M. 
findet man noch primären Quarz. In allen sonstigen 
Beziehungen stimmt aber das Gestein mit dem Horn- 
blendeporphyrit überein. 

Yon einem der ersten Aufschlüsse im Glimmer- 
porphyrit aus können wir den Bach überschreiten. 
Indem wir uns oben links wenden, gelangen wir 
zu einem interessanten Steinbruch im bastitführenden 
Porphyrit mit ausgeprägter plattiger Absonderung. 
Das Fallen und Streichen dieser Platten ist an ver- 
schiedenen Stellen des großen Aufschlusses verschie- 
den.. Die Platten — zuweilen nur zentimeterdick — 
fallen an der Bruchsohle mit 30° nach S ein, weiter 
oben richten sie sich fast zur Senkrechten auf, so 
daß eine unregelmäßige, wellenförmig gekrümmte 
Oberfläche zustande kommt. Am Eingang zum 
Bruche findet sich auch eine konzentrisch - schalige 
bis zylindrische Absonderung. Durch den hinteren 



Digaized by IJEWYORK PUBLIC LIBRARY 



64 



3. Exkursion 



Teil des Bruches streicht eine Verwerfung ungefähr 
nach SSW. Auf Klüften findet sich Steinmark. 
• Besonders zu bemerken sind in diesem Porphyrit 
lebhaft rotgefärbte Streifen, die bald in konzentrischen 
Kreisen, bald geradlinig verlaufen und in keinem 
Zusammenhang mit der Absonderung des Gesteins 
stehen. Sie sind nur durch eine Imprägnation mit 
Eisenoxyd bedingt und liefern ein gutes Beispiel 
für die Liesegangschen Diffusionserscheinungen. 

Im Besitze eines Meßtischblattes kann man sich 
von hier aus direkt nach Braunsdorf begeben, sonst 
gehen wir wieder zurück, nicht aber zur Straße, 
sondern bleiben oben auf der Höhe und schreiten 
unmittelbar südlich von Kesselsdorf an Kirche, Fried- 
hof und Schule vorbei bis zum Fahrwege nach 
Braunsdorf, dem wir folgen. 

Kurz vor dem Orte kann man auf den Feldern 
gute Belegstücke der Brekzientuffe des mittleren 
Kotliegenden sammeln. Hinter dem Dorfe stößt man 
bald auf Aufschlüsse im Braunsdorfer Kugelpech- 
stein, der petrographisch mit dem von Spechtshausen 
genau übereinstimmt. 

Unmittelbar dahinter befindet sich das Kalkwerk. 
Hier wird unterirdisch in großen Weitungsbauen ein 
Lager von dolomitischem Kalkstein abgebaut. Dieser 
besteht aus 58,11% CaC0 8 , 38,19% MgC0 3 , 3,09% 
Si0 2 und 0,85% Fe 2 3 und Al 2 O s . Er ist fein- 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



3. Exkursion 65 



kristallin und meist von rötlicher, aber auch von 
grauer und gelblicher Farbe. Bisher ist nur einmal 
der leider unbestimmbare Abdruck eines Schwammes 
gefunden worden, so daß wir über das Alter des 
Kalkes keine sicheren Angaben machen können. Die 
tektonischen Verhältnisse des Lagers sind iiöchst 
unregelmäßig. Streichen und Fallen wechseln rasch; 
zahlreiche Verwerfungsklüfte durchsetzen es. Auch 
die Grenzen des Kalksteinlagers werden von Ver- 
werfungen gebildet, längs welchen es an paläozoischen 
Tonschiefern abstößt. 

Geht man von dem Steinbruche im Pechsteine 
genau südwärts, so kann man in dem kleinen "Wäld- 
chen jenseits des Weges Bruchstücke eines glim- 
merig glänzenden Phyllites finden, dessen Liegendes 
also noch etwas weiter südlich von kleinkörnig 
schuppigen Gneisen der erzgebirgschen Gneisforma- 
tion gebildet wird. Schreitet man von dem Phyllit- 
vorkommen genau ostwärts, so kann man 200 bis 
300 m östlich von einem Fahrwege auf den Feldern 
Lesesteine eines uralitischen Hornblendeschiefers 
sammeln. Auf den Halden, namentlich nördlich vom . 
eigentlichen Werke und an dem nach Fördergerä- 
dorfe führenden Hippwege kann man auch die das 
Kalklager begleitenden Tonschiefer antreffen. 

Nach diesem eine Stunde kostenden Abstecher 
nach Braunsdorf kehren wir wieder nach Kessels- 
Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 5 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



66 



3. Exkursion 



dorf zurück und schlagen nun den Weg nach Unkers- 
dorf ein. Bald zeigt sich zur Linken ein liebliches 
Landschaftsbild mit der Kaufbacher Mühle und den 
zwischen Obstgärten versteckten Gehöften dieses 
Ortes. Wir überschreiten den Steinbacher Fahrweg 
und gelangen alsbald in einen kleinen Aufschluß in 
einem Übergangsgliede von Hornblende- zum Pyroxen- 
porphyrit. Die Hornblenden überwiegen noch vor 
den Pyroxenen, unter denen rhombische vor den 
monoklinen vorwalten. Auch die mikroporphyrische 
Struktur ist noch vorhanden. 

Wir erreichen bald den Gasthof von Unkersdorf. 
In dem kurz vorher durchschrittenen Hohlweg war 
ehedem der Porphyrit aufgeschlossen; wendet man 
sich zunächst vom Gasthof ostwärts, so findet man 
an der Stelle, wo der Schwarmweg nach N abbiegt, 
einen Tonstein und weiterhin den Syenit aufgeschlos- 
sen. Der Unkersdorfer Tonstein ist das älteste Glied 
unseres Rotliegenden im Döhlener Beaken. Er ist 
von weißer bis lichtroter Farbe. Auch auf dem 
Wege zur Kirche kann man ihn stellenweise beob- 
achten. Leider sind diese Aufschlüsse sehr schlecht, 
z. T. bewachsen. Das Liegende des Tonsteins, den 
Syenit, kann man in einem schon lange auflässigen 
Bruch östlich der Kirche antreffen. Den Beobach- 
tungen von C. F. Naumann zufolge fallen die Schich- 
ten unter 25° nach SW ein. Auf dem Weg zur 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



3. Exkursion 67 



Kirche geht dicht hinter der Schlosserei ein schmaler 
Pfad links ab, dem wir bis zur Straße folgen, die 
uns rasch nach Kaufbach bringt; Eine Minute nach 
dem dortigen Gasthaus treffen wir rechts einen 
Aufschluß im Pyroxenporphyrit. Auch hier herrscht 
bankige Absonderung vor. In die Gemeinschaft der 
Feldspate und Hornblenden sind rhombische, haupt- 
sächlich aber monokline Pyroxene getreten. Gleich- 
zeitig verschwinden u. d. M. die mikroporphyrischen 
Einsprenglinge der Grundmasse, die gleichzeitig 
etwas braunes Glas aufnehmen kann. 

Nach zwölf Minuten treffen wir auf die breite 
Heerstraße nach Wilsdruff, der wir — zunächst uns 
wieder von der Stadt entfernend — links folgen. 
Wir überschreiten einen Bach ; dann nach 70 Schritten 
rechts schlagen wir einen schmalen Wiesenpfad am 
Rande des Feldes hin ein. Dieser führt uns in der 
Richtung nach SSW nach einem Steinbruch im typi- 
schen Glimmerporphyrit. 

Von hier aus können wir dem Fahrwege am 
Friedhof vorüber folgen und in acht bis zehn Minuten 
am Bahnhof von Wilsdruff sein. 

Man kann sich auch wieder auf die Wilsdruffer 
Heerstraße zurückbegeben und dem zweiten Feld- 
wege in Kesselsdorfer Richtung rechts folgen. In 
einem kleinen Steinbruch haben wir ein Übergangs- 
glied vor uns zwischen dem Kesselsdorfer bastit- 

5* 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



68 



3. Exkursion 



führenden Feldspatporphyrit und dem Unkersdorfer 
Augit-Hornblendeporpbyrit. In seiner dunkelgrauen 
bis schwarzen Grundmasse enthält das Gestein ma- 
kroskopisch lebhaft schillernde, gelbe Bastitblättchen, , 
klare Feldspate und wenige glänzende Hornblende- 
kristalle. 

Bald erreicht man Kesselsdorf, von wo aus man 
über Potschappel mit der Bahn nach Dresden oder 
Freiberg zurückfahren kann. 



i 



DigaizMby GoOglC 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



4. Exkursion 

Von Potschappel über Birkigt, Kleinnaundorf, 
Neuwelschhufe, Possendorf, Quohren, Ctuohrener 
Kipse, Hermsdorf nach dem Wilisch und Kreischa 

Fünfstündig; 22 km 

L Stratigraphische Übersicht: 

7. Cenoman: Plänersandstein und unterer Quadersand- 
stein. 

6. Quarzporphyrdecke von Naundorf. 
5. Mittleres Rotliegendes: 

c) Gneisporphyrkonglomerate , nach Süden in reine 
Gneiskonglomerate übergehend, nebst zwischen- 
geschalteten Arkosen, roten Sandsteinen und 
sandigen Schiefertonen, 
b) Brekzientuffe und Konglomerate nebst Sand- 
steinen, sandigen Schiefertonen und Tonsteinen, 
a) Bunte Schieferletten, Schiefertone und Mergel 
nebst Sandsteinen, Tonsteinen und untergeord- 
neten Konglomeraten. Das Kalksteinflöz von 
Niederhäßlich. 
4. Unteres Rotliegendes: 

Graue Sandsteine und Schiefertone nebst Kohlen- 
flözen. 

3. Silurische (?) graue Schiefer. 
2. Chloritgneis und Quarzitschiefer. 



fv - (" ~ xi, |,» Original from 

Diguized by <^OOgK NEW YORK P ÜBLIC LIBRARY 



70 



4. Exkursion 



1. Kleinkörnig-schuppiger Biotitgneis mit Einlagerungen 
von normalem Muscovitgneis , granat- und glimmer- 
reichem Muscovitschiefer sowie von Quarzit. 

Sektion Dresden, Wilsdruff-Potschappel und 
Kreischa - Hänichen. 

* 

Vergleiche Profil 2 Tafel IV dieses Führers. 

IL 

it der Straßenbahnlinie 22 kann man 
von Dresden oder Hainsberg aus bis 
zur Eisenbahnbrücke am Steiger fahren. 
Wir benutzen die Brückenstraße, dann links ab 
über die Brücke. Stromaufwärts, dem Bahnhof 
gegenüber streichen im Weißeritzbett paläozoische 
licht grünlichgraue Tonschiefer zutage aus. Noch 
etwas südlicher der Potschappeler Hornblendepor- 
phyrit. Wieder zurückgekehrt zur Brücke, gehen 
wir in der alten Eichtling weiter. Den Gasthof 
„Zur letzten Schicht 41 lassen wir rechts liegen und 
schlagen den Weg nach Zschiedge ein , der bald in 
ein steil geneigtes Tälchen eintritt. Schnell erreichen 
wir die Bahnlinie, an der wir zur Linken einen 
Aufschluß im unteren Mittelrotliegenden bemerken: 
Unter den hangenden Brekzientuffen und Sandsteinen 
sind rote, violette und grüne Letten mit Lagen, 
Linsen und Knollen von unreinem Kalkstein und 
mit einzelnen festeren Lagen von rotem, lichtge- 
flecktem, tonsteinartigem Letten aufgeschlossen, die 



Di 9 .li 2e <) b » Google KW VC« PUBLIC LIBftMV 




4. Exkursion 



71 



in halber Höhe des Profils eine Kalkbank von 0,3 m 
Mächtigkeit enthalten. Infolge ihrer Führung von 
Sauriern verdient sie um so mehr Interresse, als das 
Niederhäßlicher Kalkwerk schon längst eingegangen 
ist. Die häufigsten und wichtigsten Vertreter waren 
daselbst: 

Branekiosaurus amblystoinus Cred. 

Pelosaurus laticeps Cred. 

Archegosaurus Deckeni Goldf. 

Discosaurus permianus Cred. 

Hylonomus Geinitzi Cred. 

Petrobates truncatus Cred. 

Sclerocephalus labyrintkicus Gein. $p. 

Palaeohalteria longicauda Cred. 
Im Gegensatz zum eben beschriebenen Aufschluß 
besteht das Gehänge auf der rechten Seite des Weges 
an der Eisenbahn aus Porphyrit. Über der Letten- 
stufe folgten links BrekzientutTe des mittleren Rot- 
. liegenden. Gehen wir das Tälchen weiter hinauf, so 
finden wir Sandsteine, Schiefertone und Kohlenbruch- 
stücke des unteren Rotliegenden. Zur Linken werden 
die Schichten von einer Verwerfung durchschnitten. 
Diese fällt zusammen mit der nordöstlichen Begren- 
zungslinie des Porphyrits, der die Höhen des Burg- 
wartberges, Sauberges und Eichberges bildet. Das 
ihm nordöstlich vorliegende Gebiet ist treppenförmig 
in die Tiefe gesunken. Der „Rote Ochse", wie diese 



_ . (~~ /M^.At* Original from 

□ ig^edby^OOgLL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



72 4. Exkursion 



Verwerfung heißt, ist nicht eine einzelne Kluft, 
sondern ein ganzer Spaltenzug, der sich von Rippien 
über Potschappel bis nach Kohlsdorf verfolgen läßt, 
also auf eine Entfernung von 10 km hin. Er ist die 
bedeutendste Verwerfung, die das Steinkohlenbecken 
betroffen hat. Seine größte Sprunghöhe erreicht er 
hier bei Zschiedge, wo sie 350 m beträgt. 

Wir verfolgen beim Weiterschreiten immer die 
gleiche Richtung nach OSO, überqueren nochmals die 
Kohlenbahn , sodann die Dresdener Straße und endlich 
zum dritten Male den Schienenstrang. In kurzem 
sind wir wieder unten im Tale. Gleich hinter der 
Talschänke finden wir zur Linken einen Anbruch in 
der Stufe der Brekzientuffe des mittleren Rotliegenden. 
Diese besteht aus verschiedenartigen, miteinander 
wechsellagernden Gresteinen von bunter Färbung, und 
zwar aus Porphyrbrekzien , Konglomeraten, roten und 
grauen Arkosesandsteinen , Kristalltuffen, Tonsteinen 
und Schieferletten. An der Zusammensetzung der 
Brekzien und Konglomerate beteiligen sich sehr ver- 
schiedene Porphyrite und Quarzporphyre, besonders 
ein schön fluidalstreifiger Quarzporphyr. Die Frag- 
mente sind teils scharfkantig, teils gehen sie in 
Gerölle über. Den Grund, worin die Talschänke 
liegt, aufwärts wandernd , erreichen wir bald Klein- 
naundorf. Am Ende des Ortes kann man vor der 
der Eisenbahnbrücke hinter einem Hause zur Linken 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



4. Exkursion 73 



den die Stufe der BrekzienturTe überlagernden Quarz- 
porphyr aufgeschlossen finden. Weiterhin sehen wir 
bald an der Wegböschung Porphyrbrekzien und 
Porphyrkonglomerate ausstreichen, die die obersten 
Schichten des Rotliegenden dieser Gegend darstellen 
Westwärts erblicken wir den Segen -Gottes -Schacht 
und nördlich davon den Hoffnungsschacht, dahinter 
den Windberg, der hier bloß als niedriger Hügel 
erscheint, da er lediglich einen weit vorgeschobenen 
Plateauvorsprung, keine isolierte Bergform darstellt. 
Vom nahen Glück auf Schacht schlagen wir zunächst 
einmal den Fahrweg nach Boderitz ein, um im ersten 
Steinbruch rechts einen Einblick in die Gliederung 
der oberen Kreideformation zu erhalten, die hier 
das Rotliegende diskordant überlagert. In diesem 
Steinbruche sehen wir unter einer 0,2 bis Im 
starken Lehmdecke zunächst lehmigen Sandstein- 
schutt mit vereinzelten nordischen Diuvialgeschieben, 
darunter Feuerstein. Bis zu dieser bedeutenden 
Höhe von 336 m herauf reichen also die Überreste 
des nordischen Diluviums. Darunter folgt die oberste 
Cenomanstufe in Gestalt des sog. Plänersandsteins, 
ein mürber Sandstein, der hier und noch mehr im 
nördlichsten der Steinbrüche an der Prinzenhöhe in 
seinem untersten Niveau viele Hohlräume enthält, 
die zum Teil mit feinem Sand voll von Serpula 
gordialis Schloth. erfüllt sind. Der mürbe Pläner- 



. (~~ ns\*tlo Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



74 4. Exkursion 



Sandstein wird unterlagert von einer 1,2 bis 2,3 m 
mächtigen Tonsandbank, unter der die untere ceno- 
mane Stufe folgt und zwar zu oberst bestehend aus 
der sog. Werksteinbank, einem lichtgrauen fein- 
körnigen Quadersandstein mit Ostrea carinata Lam., 
Inoceramus bohemicus Leonh. , Vola aequicostata 
Sow. u. a., zu unterst aus einem gelblichen mürben 
Sandstein mit einer Bank voll von Exogyra columba 
Lam. Sämmtliche Schichten fallen unter 5 bis 7° 
nach NO ein. Es empfiehlt sich, zur Kohlenstraße 
zurückzugehen und diese bis zu den großen 
Steinbrüchen an der Goldenen Höhe zu verfolgen, 
die ganz dasselbe Profil darbieten. Den Eingang 
in diese Brüche erreicht man, wenn man die Dip- 
poldiswalder Hauptstraße, mit der sich die Kohlen- 
straße vereint, knapp 300 Schritt nach links ver- 
folgt. Zurzeit wird nur im vordersten Teil der 
langgestreckten Steinbrüche gebrochen. Es verlohnt 
sich aber, auch die übrigen Teile zu besichtigen, 
um ein Bild von der außerordentlichen Eegelmäßig- 
keit in den Lagerungsverhältnissen zu gewinnen. 
Am südlichsten Ende der Brüche kann man dann 
hinauf zum Wirtshaus und Aussichtspunkt der 
Goldenen Höhe steigen, um die sehr lohnende 
Rundsicht von dem dortigen Turm zu genießen. 

Besonders schön liegt nach Norden zu der 
Elbtalkessel mit der Stadt Dresden vor dem Be- 



m ■ ^/^i-m-J ,> Original from 

□ ig^iized by \ NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



4. Exkursion 



75 



schauer, während nach Süden zu der Blick auf 
einen quer vorliegenden langgestreckten Höhenzug 
stößt, der im basaltischen Wilisch, in der Quohrener 
Kipse und im Lerchenberg bei Börnchen gipfelt. 
Dieser Rücken besteht aus Konglomeraten des Mittel- 
rotliegenden , die hier die Brekzientuffe vertreten. 

Hinter diesem breiten Bergrücken erscheinen 
noch ein paar charakteristische, aus Basalt gebildete 
Bergformen, die dem sanft geneigten Erzgebirgs- 
plateau aufgesetzt sind, nämlich der Geising bei 
Altenberg und der Luchberg bei Glashütte, ja bis 
hinauf zur Kammhöhe des Gebirges mit der Kirche 
von Ebersdorf vermag bei klarem Wetter der Blick 
zu dringen. Im Westen öffnet sich das Poisental, 
um die Plateauflächen des Tharandter Waldes er- 
schauen zu lassen. Im Osten dagegen sehen wir 
die granitische Lausitzer Platte steil im Porsberg 
abstürzen, und rechts davon zeigen sich in blauer 
Ferne die Bergkegel der Sächsischen Schweiz bis 
hinauf zum Hohen Schneeberg, bei ganz klarem 
Wetter in großer Ferne auch Kottmar und Lausche. 

Wir könnten nun über Welschhufe, Bannewitz, 
Nöthnitz, Kaitz und Räcknitz den Heimweg an- 
treten. Dabei könnte man kurz vor Kaitz den 
Labiatuspläner aufgeschlossen finden, oder aber 
wir suchen noch die Quohrener Kipse auf, um die 
sie aufbauenden Gneiskonglomerate und den inter- 



rv u ( ~ i \i \ c Original front 

Digmzeö ^W^lt NEW YORK PUBLIC LIBRARY" 



76 4. Exkursion 

essanten Aufschluß im Basalte des Wilisch kennen 
zu lernen. 

In letzerem Falle begeben wir uns von der 
Goldenen Höhe auf die Possendorfer Straße. Südlich 
vom Haltepunkt führt uns die Poisenstraße über die 
Bahn, alsdann wenden wir uns sogleich rechts zur 
Halde, die schon seit langem brennt. Die Setzung 
des Bodens, die dadurch entsteht, bedeutet eine 
ernste Gefahr. Man sei recht vorsichtig beim Be- 
treten der Halde, da ein rettungsloses Einsinken 
sehr leicht möglich ist. Man kann hier prachtvolle 
Sublimationsprodukte von Schwefel, Salmiak, Realgar 
u.a. sammeln. Zurückgekehrt zur Straße, bemerken 
wir vor Possendorf einen Wegweiser, der uns links 
ab zur Wilischbaude weist. Hinter den letzten 
Häusern wenden wir uns auf Brösgen zu , den ersten 
Feldweg rechts ab, nach 200 Schritten abermals 
links. Der Spitzberg, den wir erreicht haben, be- 
steht aus Gesteinen der Phyllitformation mit steilem 
Einfallen nach NNO. 

Die liegenden Teile am südwestlichen Hang des 
Berges bestehen aus einem schmutzig-grünen, dünn 
lagenförmigen , fein bis mittelkörnig - schuppigen 
Chioritgneis. Im Hangenden desselben, also nörd- 
lich von dem zuletzt begangenen Feldweg, lagert 
ein grauer, dünnplattiger feldspatführender Quarzit- 
schiefer. Der Possendorfer Spitzberg spielt nun 



_. r" n/ ,n |/> Original from 

Digfll2«l by ^OOglC fJEW YORK PUBLIC LIBRARY 



4. Exkursion 



77 



insofern eine gewisse Rolle, als er das gesamte 
Döhlener Becken in das nordöstliche Hauptbecken und 
das südwestlich von diesem gelegene Nebenbecken zer- 
legt. Nur das erstere hat Kohle geliefert, während das 
letztere, die Hainsberg-Quohrener Nebenmulde, wahr- 
scheinlich frei von Kohlenflözen sein dürfte. Durch die 
Spaltenzüge des Roten Ochsen, der Beckerschachter 
und der Carolaschachter Verwerfung wird der Aufbau 
der Hauptmulde sehr kompliziert. In der Quohrener 
Nebenmulde scheinen hingegen Verwerfungen zu 
fehlen. Ihre Mittellinie verläuft von Hainsberg bis 
Lungwitz. Bei Weißig und Eckersdorf wird sie 
plötzlich von einer NNW streichenden Verwerfung 
abgeschnitten. Ihre beiden Flügel sind gleich breit 
entwickelt. Die obengenannten Verwerfungen sind 
älter als Cenoman, da an der Goldenen Höhe und 
bei Weißig das Cenoman ungestört auf dem ver- 
worfenen Gebieten liegt. Wie gehen vom Spitzberg 
zurück auf den Feldweg, dem wir etwa 150 Schritte 
südwärts folgen. Dann wenden wir uns rechts zur 
Straße und auf dieser südwärts bis Quohren und 
darüber hinaus bis auf die Straße Wendischcarsdorf- 
Hermsdorf. In zwei Drittel der Höhe, die wir 
so überschreiten, führt ein Weg westwärts in 
Aufschlüsse im Tonstein. Diese bilden hier eine 
mächtige Einlagerung im Gneiskonglomerat, dem 
Vertreter der Brekzientuffe von Birkigt. Die ganze 



Diguiiedby Google »EWW« PUBLIC UMARY 



78 



4. Exkursion 



Hohe vor uns besteht aus diesem grobstückigen Kon- 
glomerate, das fast ausschließlich aus dem lockeren 
Gneisgeröli des unmittelbar anstoßenden Erzgebirges 
zusammengesetzt ist. Viele der Gneisgerölle dieser 
Ablagerungen zeigen eine feine Fältelung und andere 
Stauchungserscheinungen, wie sie bei den Gneisen 
des Weißeritztales gewöhnlich sind, ein Beweis dafür, 
daß schon zur Zeit des Rotliegenden bedeutende 
Faltungen im Erzgebirge vollzogen waren, und die 
Gneise schon denselben petrographischen Charakter 
besaßen wie heute. 

Der ganze Höhenzug Lerchenberg, Quohrener 
Kipse , Hermsdorf er Hohen , Wilisch hat in tektonischer 
Beziehung die Bedeutung eines Horstes, da das Ge- 
biet südwestlich dieses Gebirgsstreifens in postcreta- 
zeischer Zeit in die Tiefe gesunken ist. 

Weiter nach hin wandernd, gewahren wir bei 
Hermsdorf dicht an der Straße normalen Freiberger 
Biotitgneis als Liegendes der Konglomerate. Die 
Grenzschicht beider liefert hier einen Wasserhorizont, 
wie die zahleichen Brunnen beweisen. Nach kurzer 
Zeit haben wir die Nephelinbasaltkuppe des Wilisch 
erreicht, die durch den Steinbruchsbetrieb wunder- 
voll aufgeschlossen ist. Zurzeit ist die Auflagerung 
des Basaltes auf dem Gneiskonglomerat ausgezeichnet 
sichtbar. Die Auflagerungsfläche fällt unter einem 
Winkel von 35 bis 40 nach dem Mittelpunkt der 



■ j"^ J,, Original from 

□ igrtized by V_.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



'4. Exkursion 79 



Basaltkuppe zu ein. Unmittelbar an der Berührungs- 
fläche ist der Basalt von unregelmäßig verlaufenden, 
im allgemeinen aber senkrecht zur Auflagerungsfläche 
gerichteten Klüften durchzogen. Weiterhin ist er aus- 
gezeichnet scheitförmig und im Innern des Bruches 
säulig abgesondert. Die Scheite und Säulen streben 
alle nach dem Gipfel der Kuppe. Der Basalt füllt 
demnach einen Eruptionsschlot aus, der sich in den 
lockeren Gneiskonglomeraten trichterförmig erweitert. 
Höchstwahrscheinlich bedeckte er einst auch die 
Sedimente der Kreide. Makroskopisch kann man in 
dem Gestein lediglich kleine Olivine und in seltenen 
Fällen korrodierte Hornblenden beobachten. Relativ 
häufiger sind randlich verglaste oder gänzlich ein- 
geschmolzene Fragmente von Gneis, die dem Unter- 
grund entstammen. — Um zu der Glasbasaltkuppe 
im von Wilisch zu gelangen, gehe man auf dem 
Wege zur Teufelsmühle etwa 12 Minuten. Zwischen 
den Parzellen 7 und 8 führt uns die Schneise 6 
eine Strecke nach NO, sodann wenden wir uns auf 
eine andere Schneise, die uns rechts hinunterführt 
Nach 270 Schritten gehe man links ab. Die kleine 
Kuppe im Walde ist der gesuchte Glasbasalt, ein 
Limburgit, der seinen Glasgehalt schon äußerlich an 
dem Fettglanz erkennen läßt. Wir kehren zur 
Schneise zurück, der wir in südöstlicher Richtung 
folgen. Von ihrem Ende gehen wir die etwas nörd- 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



80 4. Exkursion 



Hcher beginnende Schneise 2 in fast genau östlicher 
Kichtung hinab bis zur Talstraße. 

Im folgenden werden wir die Gneisformation 
kennen lernen, eine willkommene Ergänzung zu der 
Exkursion nach Maxen. Wenn wir die Talstraße 
aufwärts gehen, so finden wir überall im Bachbett 
und am Hang den gewöhnlichen Freiberger Gneis, 
den mittel- bis grobkörnigflaserigen Biotitgneis auf- 
geschlossen. Wir benutzen einen Weg, der uns nach 
NNO das Gehänge hinaufführt. Der Schneise gegen- 
über, die wir heruntergekommen sind, stoßen wir auf 
einen weißen oder rötlichen , plattigen, zuckerkörnigen 
Quarzit mit vereinzelten Feldspaten, Muscoviten und 
Rutilen, der hier eine linsenförmige Einlagerung 
bildet. Gleich danach bemerken wir kleinkörnig- 
schuppigen Biotitgneis , sodann granat- und glimmer- 
reichen, aber feldspatarmen Muscovitgneis , der eben- 
falls dem kleinkörnigen Biotitgneis zwischen geschaltet 
ist, denn wir überschreiten gleich danach wieder 
den Gneis. Dort wo der Weg in die nordöstliche 
Richtung einbiegt, stellt sich aber der granitführende 
Muscovitgneis wieder ein, der an jener Stelle, wo 
der Weg nach SO umbiegt, in normalen Muscovit- 
gneis, in „roten Gneis" übergegangen ist. Wir 
kommen aus dem Walde heraus, gehen zunächst 
noch' am Waldesrande hin, wenden uns aber dann 
über das Feld, erst ostwärts, dann südwärts. Wir 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



4. Exkursion 



81 



gelangen auf den Fahrweg von Hermsdorf nach 
Lungwitz, dem wir nordwärts folgen. Kurz vor 
der Biegung nach NW ist zur Linken ein Anbruch 
in einem graugrünen, feinkornigen Amphibolit. Das 
Hangende der mehrere Meter mächtigen Einlagerung 
wird vom normalen Muscovitgneis, das hier aller- 
dings nicht aufgeschlossene Liegende vom feinkörnig- 
schuppigen Gneis gebildet. Früher ward in den 
rechten Hang ein Stollen getrieben, der ein kleines 
Lager weißen, grobkristallinen Kalksteins anfuhr, von 
dem noch jetzt Bruchstücke auf der Halde zu finden 
sind. Beim Talabwärts wandern finden wir im Bach- 
bett anstehenden Quarzporphyr, der bei Lungwitz 
durch Steinbrüche aufgeschlossen ist. Yon Kreischa 
aus führt uns die elektrische Straßenbahn durch das 
Lockwitztal zum Bahnhof Niedersedlitz. (Für die 
Fahrt durch den Grund vgl die Exkursion nach 
Maxen, sowie Profil 1 Tafel VI dieses Führers.) 



Führer durch das Dresdener El Ijtal gebiet 6 



m ■ jl Cnnnls* Original frarn 

Digmzed by NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



5. Exkursion 

Von Kemnitz Über den Zschoner Grund, Podemus, 
Prabschütz, Cossebaude nach Niederwartha 

Halbtägig; 15 km 

I. Stratigraphische Übersicht: 

6. Diluvium: 

c) lößartiger Lehm uud Löß; 

b) jungdiluviale Terrassen von Weißeritzschotteru ; 

a) altdiluviale Schotter, Kiese und Sande* 

5. Die obere Kreide und ihre Störungen an der Nieder- 
warthaer Verwerfung: 

d) Pläner mit Inoceramus labiatus; 

c) Tonbank*, 

b) Pläner mit Ostrea (Alectryonia) carinata; 
a) Quadersandstein. 

4. Das Rotliegende: Syenit -Porphyritkonglomerate. 
3. Porphyrit und Quarzporphyr. 
2. Das Meißner Syenitmassiv. 

1. Biotitgneis in grobflaseriger Ausbildung (Augengneis). 
Sektion Wilsdruff- Potsehappel. 

n. 

ir gehen von der Haltestelle Kemnitz der 
Bahnlinie Dresden— Niederwartha — Coswig 
aus, wohin wir auch mit Straßenbahnlinie 
Nr. 19 gelangen können. Zunächst schenken wir 
unsere Aufmerksamkeit dem leider jetzt durch Über- 




m- ■ jl C~~ r\r\n\/-y Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



5. Exkursion 



83 



wachsung ziemlich verwischten Profile, das die felsige 
Abböschung längs der Bahnlinie dicht nordwestlich 
vom Haltepunkt darbietet. Hier steht zu unterst mit 
ganz flach nach Nordost geneigter Schichtung Pläner 
mit Inoceramus labiatus Schloth. sp, an. Er lieferte 
früher auch Steinkerne der für diesen Horisont cha- 
rakteristischen Ammoniten Mammites Michebbensis 
Laube und Bruder und Aeanthoceras Fleuriausia- 
num d'Orbigny sp., die man früher als Ammoniies 
Woolgari bestimmte. Auf dem Pläner liegt ein jung- 
diluvialer lehmiger Schotter, dessen Gerölle haupt- 
sächlich dem Weißeritz tal und dem Zschoner Grunde 
entstammen. Man bemerkt darunter aber auch nordi- 
sches Material, das von älteren, wieder zerstörten 
Diluvialsehichten herrühren dürfte. Zu oberst end- 
lich .breitet sich lößartiger Gehängelehm aus. 

Hierauf durchschreiten wir auf der rechts bei 
Villa Therese vorüberführenden Straße das Dorf und 
treten auf einer neugebauten Straße in den land- 
schaftlich reizvollen Zschoner Grund ein. 

Links an der Welte mühle ist der Zugang zu 
diesem Grund. Nach etwa hundert Schritten kann 
man zur Linken einen auflässigen Plänerbruch be- 
merken. Cenomaner und turoner Pläner werden 
durch eine Tonschicht geschieden. Bald erweitert 
sich der Grund zu einem lieblichen Wiesentale. Zahl- 
reiche, jetzt aber wasserleere Seitentälchen zer- 

_ . . (~~ s\ /~. ,-i I ( -v Original frorn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC LI&RARY 



84 



5. Exkursion 



gliedern den mit Laubholz bestandenen Hang. Sie 
haben sich in eine gut ausgeprägte Terrasse ein- 
geschnitten und enden in einer zweiten darunter 
befindlichen. Durch eine Neubelebung hat sich der 
Bach ein tieferes Bett eingegraben. Gleichzeitig ver- 
siegten aber die Nebenbäche, da die hydrographi- 
schen Verhältnisse andere wurden. Von der Stelle 
ab, wo sich der Pfad auf das linke Ufer des Baches 
verlegt zeigt, sieht man im Bachbett und am Ge- 
hänge Konglomerate ausstreichen. Wir stehen hier 
im Kotliegendgebiet des Elbtales, das durch eine 
breite Syenitbarre von dem großen Döhlener Rot- 
liegendbecken getrennt ist. Bachaufwärts werden 
wir bald in jenes Syenitgebiet gelangen, talabwärts 
aber unter der Decke der hier sich auflegenden 
Kreideformation breitet sich dieses Rotliegende sehr 
weit in der Richtung nach der Elbe hin aus. Es 
erstreckt sich wahrscheinlich ohne Unterbrechung 
bis nach Dresden, wo durch die artesische Bohrung 
auf dem Antonsplatz in 162,7 m Tiefe rote und graue 
Sandsteine, rote Letten und Konglomerate erreicht 
wurden. Das Rotliegend -Konglomerat im Zschoner 
Grund besteht aus Gerollen von Porphyrit und Syenit, 
die durch porphyritischen Detritus fest verkittet sind. 
Früher sind weiter talab am Gehänge auch bunte 
Tonsteine aufgeschlossen gewesen, die horizontale 
Schichtung aufwiesen. Besonders gute Aufschlüsse 



Digiti;«) by Google nEWYoSbLKlTbRARY 



6. Exkursion 85 



des Konglomerates bietet das felsige rechte Gehänge 
bei der Umbiegung des Tales nach Süd. Es ist dort 
ein alter ca. 90 m langer Stollen in das Gestein hinein 
getrieben, das sogenannte Silberloch, angeblich auf 
Kupfererze. 

Zu einer Zeit, wenn die Wiesen gangbar sind, 
kann man von dieser Stelle aus einen kleinen Ab- 
stecher hinüber in das nach Merbitz hinaufführende 
Seitentälchen machen. Dort sieht man etwa 300 m 
oberhalb der Ausmündung die Überlagerung des Kot- 
liegenden durch die untersten Schichten der Cari- 
natenstufe der Kreideformation, die hier aus Quarz- 
sandstein mit Vola notabilis Münst. bestehen. Weiter 
oben lagert sich auf diesem Sandstein der Carinaten- 
pläner auf- 
in den Zschoner Grund zurückgekehrt, gehen 
wir wieder talaufwärts und gelangen bald aus dem 
Rotliegenden in den sein Liegendes bildenden Syenit. 
Bei der Zschoner Mühle wenden wir uns auf dem 
Fahrweg nach Omsewitz und Ockerwitz hinauf auf den 
rechten Talrand, um den dort befindlichen Pläner- 
bruch zu besuchen. Bei früheren Arbeiten hat man hier 
als unterstes Glied der Kreideformation unmittelbar 
auf dem Syenit Plänersandstein angetroffen. Darauf 
folgt ein noch jetzt bisweilen entblößter 3 bis 4 m 
mächtiger dunkelblaugrauer Mergel und endlich in 
gegen 12 m Mächtigkeit der Carinatenpläner. Dieser 



m ■ jl f~*r\r\n\r> Original frarn 

Digtfized by <^.OÜ£K NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



86 5. Exkursion 



enthält in seinem untersten Niveau blaugraue Bänke 
von hohem Kalkgehalt und außerdem noch einzelne 
faust- bis köpf große Knollen und unregelmäßige Par- 
tien, die ebenfalls sehr kalkreich sind. Infolge der 
Auslaugung des kohlensauren Kalkes durch die Sicker- 
wasser sind in der Nähe der senkrechten, das Gestein 
durchsetzenden Klüfte an die Stelle jener kalkreichen 
Knollen Hohlräume getreten, die nur halb mit ocke- 
rigem Sand erfüllt sind. Wer etwa von der Zschoner 
Mühle aus über Omsewitz, Burgstädtel und Cotta 
oder Löbtau (Straßenbahnstationen) nach Dresden 
zurückkehren wollte, würde auf dem Wege Gelegen- 
heit haben, die Plänerbrüche zwischen Burgstädtel 
und Cotta zu besuchen. In ihnen allen finden wir 
in der Tiefe den bankig geschichteten Carinaten- 
pläner aufgeschlossen, darüber, durch die Leitschicht 
von blaugrauem Ton oder Mergel von jenem getrennt, 
den unregelmäßig plattig geschichteten Labiatuspläner, 
hier Zwickpläner genannt, häufig mit Nautilus sub- 
laevigatus d'Orb., seltener mit Acantkoceras Schlü- 
terianum Laube und Bruder, Acantkoceras Fleuriau- 
sianum d'Orbigny sp. oder riesigen Exemplaren von 
Puzosia Austeni Sharpe sp. (vgl Exkursion Cotta — 
Pennrich — Mobschatz). 

Wer indessen am eigentlichen Programm dieser 
Exkursion festhalten will, wird von dem Pläner- 
bruch am Talrand zur Zschoner Mühle zurückkehren 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



5. Exkursion 87 



und die anfangs am Bach entlang, später am linken 
Gehänge hinaufführende König- Albert -Allee nach 
Podemus einschlagen. Diese durchschneidet bis 
kurz vor dem Dorfe Syenitterrain, während sich 
oben auf dem Plateau der Carinatenpläner auflagert, 
der seinerseits von lößartigen Lehmen bedeckt wird. 
Von Podemus wenden wir uns nach Prabschütz 
und von hier, dem Wegweiser nach der Lochmühle 
folgend, durch ein Seitentälchen hinunter in den 
oberen Cossebauder Grund, der wiederum im Syenit 
eingeschnitten ist. Wir passieren, talabwärts gehend, 
eine ganze Reihe von Syenitbrüchen. Im Restaurant 
Waldfrieden oder Lochmühle kann eine Zeitlang 
gerastet werden. 

Weiter talab schreitend finden wir etwa 400 m 
unterhalb einer entschiedenen Umbiegung der Tal- 
richtung nach Osten in den Weinbergen zur Linken 
Porphyrit anstehen. Das braunrote oder grauviolette 
Gestein bildet einen mächtigen, nach SO hin gang- 
förmig ausgezogenen Stock gerade auf der Grenze 
zwischen dem Syenit und dem grobflaserigen Gneis. 
Die Gebirgsscheide, auf welcher das Eruptivgestein 
emporgedrungen ist, muß als eine Yerwerfungskluft 
aufgefaßt werden. Dafür, daß hier auch noch nach 
der Eruption des Porphyrites ein starker Gebirgs- 
druck gewirkt hat, spricht die starke Zerdrückung, 
die dieses Gestein erlitten hat. Wenn wir im Winzer- 



. Cnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



88 



5. Exkursion 



haus uns die Erlaubnis zum Eintritt in den Wein- 
berg verschaffen, werden wir finden, daß der in 
halber Höhe des Gehänges anstehende Porphyrit eine 
wahre Brekzienstruktur besitzt. 

Weiter talab folgt der bereits erwähnte Gneis, 
der den Untergrund der Weinberge der Liebenecke 
und des gegenüberliegenden Gehänges bildet. Wir 
finden ihn an der Ausmündung einer nach Süden 
abgehenden Seitenschlucht durch einen Steinbruch 
aufgeschlossen. Das rötliche, grobkörnig -flaserige, 
sehr feldspatreiche Gestein zeigt nur sehr undeut- 
liche Schichtung. An der linken Steinbruchswand 
bemerken wir eine gangartige , steil nach SSW ein- 
fallende Quetschzone, innerhalb deren die Gemeng- 
teile des Gneises völlig zerdrückt sind und die 
Struktur des Gesteines durch starken Seitendruck 
eine schieferige geworden ist. 

Die Dorfstraße abwärts schreitend gelangen wir 
dort, wo nach links die beiden Fahrwege nach 
Liebenecke hinauf sich abzweigen, an eine zweite, 
durch eine Verwerfung gebildete Gebirgsscheide. 
Hier stößt an den Gneis der Labiatuspläner. Eine 
Gelegenheit, diese Dislokation näher zu untersuchen, 
bietet sich uns besser später weiter nach Westen 
hin. Hier dagegen sind die Gehänge wegen der 
vielen Gärten nicht zugänglich, auch bedeckt zur 
Linken mächtiger Gehängelöß die Gesteinsgrenze. 



Digimed by Google nEWYoSbLKUBRARY 



5. Exkursion 



89 



Ohne uns darum hier aufzuhalten, erreichen wir am 
Ausgange des Cossebauder Tales die Bahnlinie und 
folgen dem längs dieser nach Niederwartha führen- 
den Wege. 

Auf der ganzen Strecke zwischen Cossebaude 
und Gauernitz bildet der Labiatuspläner am unteren 
Teile des linken Elbtalgehänges eine deutliche Ter- 
rasse, deren obere Grenze sich meist an die 150 
oder 160 m- Kurve hält. Hinter dem sanft geneigten 
Gelände dieser Plänerterrasse erhebt sich mit viel 
steilerem Anstieg der grobflaserige Gneis. Die von 
NW nach SO verlaufende Verwerfung von Nieder- 
wartha, dieselbe, die wir soeben im Cossebauder 
Grund passierten, scheidet beide Gesteine vonein- 
ander. Der Pläner ist am Gneis abgesunken, und 
seine längs der Bahnlinie ganz flach nach Norden 
oder NO einfallenden Schichten haben unmittelbar 
an der Bruchlinie infolge von Schleppung eine 
stark aufgerichtete Stellung. Um diese zu sehen, 
biegen wir ca. 100 Schritte hinter dem Bahnwärter- 
haus in den von links herkommenden Amselgrund 
ein, dem Wege auf dem linken Ufer des Bächleins 
folgend. Dort aber, wo zur Rechten der Laubwald 
beginnt und das Tälchen sich gabelt, gehen wir 
etwa 100 Schritte in der westlichen Seitenschlucht 
aufwärts. Hier steht Pläner unmittelbar an der 
Verwerfung an. Seine stark zerrütteten Schichten 



m- ■ jl f""/\/-\*iL-» Original frarn 

Digtfized by <^.OÜ£K NEWY0RK PUBLIC LIBRARY 



90 



5. Exkursion 



*4 

tat« 



o 



P 
<-i 

o 
er 

<■ — \ _ 

so — 

o © 

PS — 

OD 

ö o 

St ^ 
g p 



< 
© 



Q 

CD 
i-i 

Hl 

8» 



MISS 



0©> = 



streichen nach N 85° W und fallen unter 50 bis 
65° nach NNO, wie das beistehende Profil Fig. 1 

zeigt. — "Wir kehren jetzt 
zur Bahnlinie zurück und 
folgen dem parallel zu ihr 
am unteren Gehänge hinfüh- 
renden Fahrweg nach Nieder- 
wartha. Kurz vor dem Grunde 
gabelt sich dieser Weg. Wir 
wählen den linken Zweig, 
der uns nach dem Tännigt- 
grund führt. Diesem wenige 
Schritte talab folgend, finden 
wir zur Liuken einen ganz 
verfallenen Plänerbruch hart 
an der Gneisgrenze. Der stark 
aufgerichtete Pläner streicht 
nach N 25 bis 30° W. Die 
Schichten schießen im oberen 
Teile der Steinbruchswand 
unter 80 nach NNO, im unte- 
ren dagegen unter 75 bis 80° 
nach WSW, also nach dem 
£ Gneis zu ein. Die Schleppung 

an der Verwerfung hat hier demnach sogar zu einer 
ganz lokalen Überkippung geführt. Noch vor der nahen 
Obermühle zweigt dann nach links ein Fußweg nach 



fr 



e. 



. . f* /wt\o Original frorn 

Dgiuzed by l^OOglC NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



5. Exkursion 



91 



dem Tännigtgrund ab, der zunächst steil am Gehänge 
hinführt, dann sich unten auf der Talsole hält. Er 
erreicht sie am Mühlteich. Wenige Schritte unter- 
halb dieses Mühlteiches finden wir einen guten Auf- 
schluß im Gneis. Das hier anstehende Gestein ent- 
hält große Einsprenglinge von Orthoklas, die oft 
deutlich eine Zwillingsnatur nach dem Karlsbader 
Gesetz erkennen lassen und aus der verwitterten 
Masse sich leicht herauslösen. Diese Einsprenglinge 
verursachen die Ausbildung einer typischen Augen- 
gneisstruktur. Auch hier durchsetzen den Gneis 
häufig Klüfte und schmale Verruschelungszonen, 
innerhalb deren die Gemengteile starke Zerdrückung 
erlitten haben. 

Bald haben wir die Gneiszone durchschritten 
und befinden uns wieder im Syenitgebiet. 110 bis 
120 Schritte unterhalb des auflässigeu Steinbruches 
überschreiten wir den Bach und erklimmen die 
Höhe. 

Von hier wenden wir uns auf die Straße rechts 
nach Niederwartha, die an gewissen Stellen eine 
herrliche Aussicht gewährt. Wir passieren hier 
abermals die Grenze zwischen Syenit und Gneis, 
auf der ein Gang von Quarzporphyr durch zahl- 
reiche umherliegende Bruchstücke sich verrät. Die 
Grundmasse dieses Gesteines führt an gewissen 
Stellen abseits der Straße sehr scharf auskristallisierte 



Digimed byGoOgle 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



92 



5. Exkursion 



Quarze und Feldspate, die sich aus dem verwitter- 
ten Gestein manchmal leicht herausklauben lassen. 
Im mineralogischen Museum zu Dresden kann man 
eine sehr schöne Suite von Orthoklaskristallen von 
dort ausgestellt sehen. Kurz vor dem Beginn des 
Gehänges sehen wir endlich noch auf der rechten 
Seite der Straße einen Rest von altdiluvialem Kies 
mit Feuerstein und anderen nordischen Bestandteilen. 
Diese Ablagerungen in einer Meereshöhe von über 
200 m im Vergleich mit der Höhe des nahen Elb- 
spiegels von etwa 100 m geben uns ein Ausmaß 
der Erosionstätigkeit der Gewässer seit altdiluvialer 
Zeit, zu welcher das jetzige Hochplateau bei Weiß- 
tropp, an dessen Rand wir uns befinden, noch Tal- 
boden war. 

Zur Heimfahrt nach Dresden suchen wir die 
auf hohem Damm gelegene Haltestelle von Nieder- 
wartha auf. Der malerische Blick von hier strom- 
abwärts der Elbe bietet auch geologisches Interesse 
dar. Wir sehen, wie der Strom sich immer nahe 
am südwestlichen Gehänge hält, ja schließlich in 
dasselbe eintritt, indem er zwischen Sörnewitz und 
Meißen in einem ziemlich engen, stellenweise kaum 
400 m breiten Erosionstal zwischen den linkselbischen 
Hochflächen und dem Spaargebirge sich einen Durch- 
bruch verschafft hat, ohne die breite Talaue nord- 
östlich vom Spaargebirge zu benutzen, wie es sein 



m- ■ jl f""/\/-\*iL-» Original frarn 

Digtfized by <^.OÜ£K NEWY0RK PUBLIC LIBRARY 



5. Exkursion 



03 



diluvialer Vorläufer zu tun pflegte. Nur bei großen 
Hochfluten, wie im Frühjahr 1845, umfließt die 
Elbe das Spaargebirge noch heute und nimmt ihren 
alten Lauf von Sörnewitz über Zaschendorf nach 
Meißen wieder auf. Das Problem dieses merk- 
würdigen Durchbruchstales dürfte sich nur schwer 
lösen lassen. Vielleicht hat man aber daran zu 
denken, daß zeitweilig in der Diluvialperiode das 
breite Elbtal zwischen Zaschendorf und Weinböhla 
vom Inlandeis angefüllt war, das seinen Stirnrand 
lange Zeit stationär auf dem heutigen Spaargebirge 
erhielt. Während dieser Zeit konnte die Elbe ihr 
enges Durchbruchstal erodieren, das nach dem Rück- 
zug des Eises anfangs zugleich mit dem breiten 
Haupttal, später allein noch von den Gewässern des 
Stromes benutzt wurde. 



. . (~~ Original frarn 
Digmzed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC LI&RARY 



6, Exkursion 

Von Meißen - Cölln nach dem Riesenstein und über 
dieKnorre nach Zehren, sowie am gegenüberliegen- 
den Elbufer zurück nach Meißen 

20 km 

L Stratigraphische Übersicht: 
2. Cenomane Kreide. 

1. Das Meißner Syenit- Granitmassiv mit seinen GaDg- 
gesteinen. 

Sektion Meißen. 
IL 

ieser einen reichlichen halben Tag be- 
anspruchende Ausflug ist dem Meißner 
isKs^pi Granit -Syenitgebiet und seinen mannig- 
fachen Eruptivgängen gewidmet und bewegt sich 
ausschließlich im Gebiete von Blatt Meißen. 

Es empfiehlt sich, die Fahrt nach dem Ausgangs- 
punkt von Dresden aus auf dem Dampfschiff zurück- 
zulegen. Während derselben achte man auf die Prall- 
stelle des Stromes am linken Ufer bei Brießnitz. 
Das Gestein, das dort die Fluten bei Hochwasser 
bespülen oder vielmehr vor Aufführung der Ufer- 
mauern bespült haben, ist Labiatuspläner (vgl. S. 83). 




■ f~"/\r\n\s* Original fram 

Digwzed by l^OOgtt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



6. Exkursion 



95 



Bei sehr niedrigem Wasserstand konnte man wahr- 
nehmen, daß auch im Strombette selbst der Pläner 
auf größere Strecken hin dort ohne Schotterbedeckung 
ansteht. Zahlreiche Strudellöcher sind an dieser 
Stelle in dem Gestein beobachtet worden. Weiter- 
hin fesselt das Interesse ties Reisenden die Fahrt 
durch das Durchbruchstal am Spaargebirge, von dem 
weiter oben (S. 93) die Rede gewesen ist. 

Von Meißen aus wendet man sich über die 
Brücke hinüber nach Cölln. Am jenseitigen Brücken- 
kopf sieht man den Syenit des felsigen Flußbettes 
von mehreren Gängen von Granophyr durchsetzt, 
einem Gestein, das in seiner äußeren Erscheinung 
einem Quarzporphyr ähnelt. Ähnliche Durchsetzungen 
gewahren wir am felsigen Steilgehänge an der Straße 
dicht südöstlich von der Brücke. In dem alten Stein- 
bruch unterhalb des Ratsweinberges dicht vor dem 
„ Kaisergarten u können wir außerdem die Auflagerung 
der oberen Kreideformation auf dem Syenit studieren, 
dessen Oberfläche sehr unregelmäßig gestaltet ist 
Die unterste Schicht besteht aus einem cenomanen 
Grünsandsteine mit GerÖllen von Syenit, Granophyr 
und Quarz. Dieser Sandstein wird von Carinaten- 
pläner überlagert. — Wir folgen der Hauptstraße 
am Bahnhof vorbei, um dann in die Zaschendorfer 
Straße einzubiegen. Von hier aus gelangen wir jen- 
seits des Ortes Cölln an den Timshübel. Auf dessen 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



96 6. Exkursion 



Gipfel streicht in mehreren Klippen ein prachtvoll 
grobflaseriger Augengneis aus, der quer zur Flase- 
rung von einem etwa 0,5 m mächtigen, am Salband 
feinkörnigen und lagenförmig entwickelten, im me- 
dianen Teil gröber ausgebildeten Granitgang durch- 
setzt wird. Der Hügel ist jetzt leider eingezäunt 
und darum nicht zugänglich, Doch sieht man das 
Gestein innerhalb eines benachbarten Gehöftes dort, 
wo von der Zaschendorfer Straße ein Fahrweg nach 
NO abzweigt, anstehen. "Wir folgen diesem Weg. 
Nach Überschreitung der Wiese wenden wir uns nach 
links in die Steinbrüche am Riesenstein. Der dortige 
grobkörnige, sehr quarzreiche, äußert glimmerarme, 
rauchgrau auf fleischrotem Grund gefleckte Granit 
bildet ein gesuchtes Material nicht nur für bossierte 
Pflastersteine, sondern auch für größere Werkstücke 
zu Monumenten aller Art. Er ragt in einer Anzahl 
niedriger Kuppen aus dem jungdiluvialen Elbbette 
hervor, das sich in breiter Ausdehnung nördlich vom 
Spaargebirge hinzieht. Von den vorderen Stein- 
brüchen aus suchen wir uns einen Übergang über 
die Bahnlinie, überschreiten die hinter ihr gelegene 
Wiese und gelangen so am „ Gasthaus zum Riesen- 
stein u auf die Straße, der wir bis zum Chaussee- 
haus folgen. Von dort ab gehen wir nach dem Fuße 
des Steilhanges am Fürstenberg. Oben in den Wein- 
bergen lagert Carinatenpläner auf dem Granit. Wir 



. Cnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



6. Exkursion 



97 



gehen links bis an die Straße hinauf nach Zscheila, 
an der wir am oberen Kande der Steinbrüche 
Petrefakten im Pläner sammeln können. Die Ver- 
steinerungen kommen in einer unmittelbar dem 
Granit aufgelagerten eisenschüssigen und darum 
blutrot gefärbten Sand- und Konglomeratbank vor, 
über welcher sich dann der Carinatenpläner mit 
Inoceramits bohemkus einstellt. Jene rote Bank 
fuhrt u. a.: 

Psammohelia granulata Bölsche 

Astrocoenia Kunthi Bölsche 

Cidaris Sorigneti Des. 

Pyrina Des Moulinsi d'Arch. 

Ekynehonella compressa Lam. sp. 

Terebratula biplicata Sow. 

T. phaseolina Lam. 

Turbo Goupilianus d'Orb. 

Natica lamellosa Röm. 

Pleuroiomaria Qeinüzi d'Orb. 

Opis bicornis Gein. 

Spondylus striatus Sow. 

Alectryonia carinata Lam. sp. 

A. diluviana L, sp. 

Lima ornata d'Orb. 

Pecien elongatus Lam. 

Modiola arcacea Gein. 

Schloenbachia varians Sow. sp. 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 7 



Digimed byGoOgle 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



98 6. Exkursion 



Alsdann dem Wege nach Proschwitz folgend, er- 
reichen wir am Katzensprung den Steilhang der 
von Norden her nun an den Strom herantretenden 
Winkwitzer Hochflächen. Bis zu unserem Endziel 
Zadel führt unser Weg am Fuße dieses Steilhanges 
und zugleich nahe am Elbufer hin. Anfangs fehlen 
leicht erreichbare Aufschlüsse. An den Blöcken 
der Weinbergsmauern ersehen wir aber, daß das 
Gehänge hier nicht mehr wie zu Cölln aus nor- 
malem Syenit, sondern aus Syenitgranit besteht, der 
von Granophyrgängen durchschwärmt wird. Bald ge- 
langen wir nach der geologisch berühmten Knorre, 
einem bis hart an den Fluß vorspringenden Felsen, 
an dem wir eine reiche Auswahl von Eruptiv- 
gängen inmitten des Syenitgranites studieren können. 
Das hier vielfach biotitreiche Schlieren enthaltende 
Gestein wird zunächst durchsetzt von Gängen von 
feinkörnigem Ganggranit und kleinen Trümern von 
Pegmatit. Beide werden durchschnitten von Grano- 
phyrgängen, und diese wieder durchsetzt von Lam- 
prophyren. Es empfiehlt sich, das in den Erläute- 
rungen zu Sektion Meißen auf Tafel I von Sauer 
gegebene Profil hier zur Hand zu nehmen, um sich 
rasch in die ziemlich komplizierten, zugleich die 
Altersfolge aller dieser Gesteine so deutlich vor Augen 
führenden Lagerungsverhältnisse hineinzufinden. Der 
Aufschluß ist allerdings nicht mehr so deutlich 



Pn«nL Original Rom 

Digrtized by l^UUgtt. NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



6, Exkursion 



99 



wie vor Jahren. Sodann besuchen wir den zweiten 
Steinbruch talab von der Knorre, wo wir Granit an- 
stehen sehen. Das dortige Gestein besitzt eine klein - 
bis feinkörnige Grund masse mit porphyrartig ein- 
gesprengten größeren Feldspaten und weicht hierin, 
wie in anderen Merkmalen vom eigentlichen Haupt- 
granit der Gegend ab. Im Steinbruch nahe am ersten 
Wohnhaus, das wir passieren, wird Granit von einem 
Quarzporphyrgang und dieser wieder von einem Lam- 
prophyrgang durchsetzt. Wir befinden uns hier im 
Gebiete des Meißner Hauptgranites, mit dem der bei 
Cölln gefundene Syenit vermittelst des Syenitgranites 
ohne scharfe Grenze verknüpft ist. In den Stein- 
brüchen an der Karpfenschenke können wir den Granit 
noch mehrfach von Lamprophyrgängen durchsetzt 
sehen. Halbwegs zwischen der erwähnten Schenke 
und Zadel dagegen fällt der Blick auf einen mauer- 
artig hervortretenden Gang von Zehrener Quarzporphyr 
im Granit. Dieses auch als quarzreicher Porphyrit 
aufgefaßte Ganggestein zeigt in einer tiefrotbraunen 
Grundmasse zahlreiche Einsprenglinge von erbsen- 
großen Quarzdihexaedern, von sanidinartig frischen 
Orthoklasen und von Biotit. Ein zweites derartiges 
Vorkommnis präsentiert sich beim Orte Zadel selbst 
als schroffer, dunkelgefärbter, massiger Felsvorsprung. 
Bei Zadel setzen wir über nach Zehren. Ton 



hier aus würde mit unserer 




100 6. Exkursion 



ständen ein lohnender Abstecher nach den Porzellan- 
erdegruben bei Seilitz sich verbinden lassen, wo 
sich die die allmähliche Kaolinisierung des in der 
Tiefe anstehenden Pechsteines gut beobachten läßt. 
Sonst folgen wir der an der Elbe hinführenden Land- 
straße nach Meißen, die uns an einigen besuchens- 
werten Steinbrüchen vorüberführt. In einem solchen 
bei Keilbusch, etwa 400 Schritt nach der Bachüber- 
brückung, sehen wir normalen Granit mit pegma- 
titischen Gängen und zum Teil kugelig gestalteten 
dunkelgefärbten basischen Schlieren anstehen. Tal- 
aufwärts von der Nickelsmühle folgen dann mehrere 
Granitbrüche mit Lamprophyrgängen, und endlich 
vor den Klosterhäusern tritt an die Stelle des Haupt- 
granites der Syenitgranit mit seinen extremen, feld- 
spatreichen, lokal rein syenitischen Abstufungen, 
überall mit dunklen basischen Schlieren und von 
Ganggraniten durchsetzt. Mehrfach finden wir an 
der Straße auch Granophyrgänge aufgeschlossen mit 
verschiedenen Strukturabänderungen, am Salband fel- 
sitisch dicht entwickelt. Schließlich führt uns die 
Straße unterhalb der malerischen Albrechtsburg vor- 
über, die bereits wieder auf normalem Syenit ge- 
gründet ist, und wir haben Meißen erreicht. 



^- ■■ f z v, », » l,< Original from 

Dtgmzed by l^OOglt H EW YßRK puBUf l I B RA R Y 



7. Exkursion 

Ton Meißen durch das Triebischtal nach Miltitz 

Halbtägig; 10 km 

I. Stratigraphische Übersicht: 
5. Gehängelehm. 

4. Der Pechstein -Quarzporphyrkomplex. 
3. Der Tuff im Liegenden des Pechstein -Porphyr- 
komplexes. 
2. Der Syenit. 

1. Die metamorphe Schieferformation im Kontakthof 
des Meißner Syenits (kristalliner Kalkstein, in Horn- 
blendeschiefer umgewandelte Diabastuffe, körnig - 
schuppiger Andalusit- Biotitschiefer), wahrschein- 
lich Silur. 

Sektion Meißen. 

Der Ausflug gilt besonders den Pechsteinen, wie auch 
den Kontakterscheinungen im Schiefergebirge an seiner 
Grenze mit dem Meißner Granit -Syenitmassiv. Was die 
genetischen Beziehungen zwischen Pechstein und Porphyr 
anbelangt, so sei hier nur angeführt, daß A. Sauer auf 
Grund der Lagerungsverhältnisse beider annimmt, daß der 
Quarzporphyr durch nachträgliche Umkristallisation aus dem 
primären Pechstein entstanden ist, wohingegen O.Stutzer 
beide Gesteine für von Anfang an verschieden ausgebildete 
Brgußgesteine hält, von welchen der Pechstein immer die 
glasige Modifikation war, und der Porphyr von Anfang an 



^- ■■ f z v, », » l,< Original from 

Dtgmzed by ^OOglL N EW YßRK puBUf umm 



102 7. Exkursion 



in seiner Hauptmasse kein Glas führte. Der Pechstein sei 
durch Wasseraufnahme aus kolloidalem Obsidian hervor- 
gegangen. E. Beck konnte jedenfalls nachweisen, daß 
Pechstein wenigstens lokal in eine dem Quarzporphyr ähn- 
liche Masse umgewandelt wird und dabei seinen hohen 
Wassergehalt größtenteils einbüßt. Die „Wilden Eier" sind 
solche Massen. Man vergleiche im Literaturverzeichnis die 
Nummern 177, 178, 183, 184 und 11. 

IL 

iese Exkursion läßt sich bequem im Anschluß 
an eine etwa frühmorgens unternommene 
Besichtigung der oberhalb der Stadt im 
Triebischtal gelegenen Königlichen Porzellanmanu- 
faktur zur Durchfuhrung bringen. 

Vor Beginn der eigentlichen Talwanderung lohnt 
es, den oben am linken Triebischtalrand gelegenen 
Korbitzer Schanzen einen Besuch abzustatten. Dort- 
hin führt uns ein kurz vor der Porzellanfabrik ab- 
gehender, das Dorf und Vorwerk Korbitz berühren- 
der und dann nahe am Talrand sich hinziehender 
Weg, der sogenannte Mühlweg. Auch können wir der 
Straßenbahnlinie B bis zur Burggrafenstraße folgen, 
in die wir rechts einbiegen. Das westliche Gehänge 
besteht aus dem sogenannten Dobritzer Quarzporphyr, 
einem durch eine sehr auffällige Fluidalstruktur aus- 
gezeichneten, oft plattig abgesonderten, lichtrötlich 
gefärbten, meist dunkelgestreiften Felsitporphyr. Der 




u ( "/\/m| r . Original from 

Digmzed by ^OUgK NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



7. Exkursion 103 
, 

fünften Mühle und dem Schützenhaus gegenüber be- 
findet sich hierin ein großer Steinbruch. Wir be- 
nutzen den rechts hieran vorüberführenden Fußweg, 
um zur Höhe zu gelangen. Aber ehe wir noch die 
ersten Häuser erreichen, wenden wir uns kurz vor 
einem Tümpel links direkt hinauf, wo wir sogleich 
die Schanzen erreichen. In den zwei alten Stein- 
brüchen an den Korbitzer Schanzen finden wir in- 
mitten dieses Dobritzer Porphyrs eine Pechsteinniasse 
entwickelt, vorzüglich mit rötlich gefärbten, hyazinth- 
roten bis rotbraunen, daneben auch mit grünlichen 
Farbenabänderungen. Der rein glasige Pechstein ist 
hier durch Übergänge verbunden mit einem felsiti- 
schen Gestein von mikrokristalliner Struktur. Diese 
Felsitmasse durchtrümert zum Teil maschenförmig 
den normalen Pechstein und ist oft augenscheinlich 
an die perlrtischen Sprünge geknüpft, die jenen 
durchziehen. Außerdem sitzen in dem felsiti sehen 
Pechstein bis über kopfgroße Homsteinkugeln, die 
aus zahlreichen kleineren Kugeln und Nieren sich 
zusammensetzen. Ist der Pechstein felsit, wie man 
das dort öfter bemerken kann, fluidalstreifig ent- 
wickelt, so kann man mitunter diese Streifen un- 
gehindert durch die Hornsteinkugeln hindurchgehen 
sehen. Manchmal endlich sind die größeren Kugeln 
parasitär mit kleineren besetzt, so daß sie, besonders 
wenn sie plattgedrückt sind, an Imatrasteine er- 



Digiiüedby Google NEW VOM PUUCUBRARV 



104 



7. Exkursion 



innern. Wir verlassen die Korbitzer Schanzen süd- 
lich vom zweiten Steinbruch auf einem rechts an der 
Kirschplantage zunächst nach SSO führenden Pfad, 
der schließlich bei der Altenburg auf die Talstraße 
stößt. Wir benutzen diese vorläufig nicht, sondern 
zunächst einen Fahrweg am Fuße der felsigen, aus 
einem bräunlichen Glimmerporphyrit bestehenden 
Hohen Eifer hin, der uns in einen Steinbruch und 
später wieder auf die eigentliche Grundstraße führt. 

Die Flanken eines vorspringenden Talspornes, den 
wir darauf umgehen, werden von mächtigen in einer 
Ziegelei abgebauten Gehängelehmen bedeckt. Als- 
dann gelangen wir an das Wirtshaus zum Busch- 
bad, in dessen Nähe, und zwar dicht westlich an 
der dortigen Schamotteofenfabrik, eine Grube in 
einem völlig kaolinisierten Tuffgestein angesetzt ist. 
Westlich von dieser Grube, jenseits der Bahnlinie, 
steht dagegen ein typischer fluidalstreifiger Quarz- 
porphyr vom Dobritzer Typus an. Unmittelbar an 
diesem erhebt sich endlich die mächtige Pechstein- 
masse des Götterfelsens. Hier wird zeitweilig hart an 
der Straße eine schwärzliche Pechs teinvarietät ge- 
brochen, wie denn überhaupt der Pechstein in 
größerem Maßstab zur Verwendung in Glasfabriken 
gewonnen wird. Der an dem Kreuze kenntliche 
Götterfelsen selbst wird dagegen vom Heimatschutz 
behütet. 



/~* ^v.-v.-i 1/5 Original frorn 

. ^OOgie NEW YORK PIMICLIBRARY 



7. Exkursion 



105 



Sehr bald erreichen wir jetzt den nach rechts 
abgehenden Fahrweg nach Dobritz, den wir bis zu 
dem noch unterhalb des Dorfes gelegenen großen 
Steinbruch verfolgen. Hier finden wir den fluidal- 
streiflgen Quarzporphyr prachtvoll aufgeschlossen. 
Seine Masse ist infolge der beginnenden Kaolini- 
sierung von Klüften aus weißlich ausgebleicht. Sehr 
auffallig ist ferner auch eine bankartige, horizontal 
verlaufende Absonderung, die hier vorherrscht. Nach 
der Straße zurückgekehrt und auf dieser weiter wan- 
dernd, kommen wir nach etwa 400 Schritten an 
einem zweiten Bruch in diesem Gestein vorüber. 
Schließlich, kurz vor der Fichtenmühle, haben wir 
dicht an der Straße den sehr großen Steinbruch 
Nr. 23 der Firma Siemens & Schuckert. Hier wird 
zum Einschmelzen für die Herstellung von Flaschen- 
glas ein grünlicher Pechstein gewonnen. Hoch oben 
am Talrand hat der Betrieb die Grenze dieses Ge- 
steins mit dem anstoßenden Dobritzer Quarzporphyr 
bloßgelegt. Man sieht hier keineswegs einen Über- 
gang zwischen beiden. Yielmehr schiebt sich zwischen 
Pechstein und Quarzporphyr eine etwa 2 m mächtige 
Kaolinzone ein. Der Heimatschutz hat durchgesetzt, 
daß eine Wand am eigentlichen Steil gehänge ge- 
schont werden muß. Nur dahinter hat man eine 
mächtige Bresche in das Glasgestein gelegt. An 
dieser Wand sieht man kugelige oder ellipsoidische 



. , f Oriqinalfrom 

NE WYOftK PUBLIC LIBRARY 



106 



7. Exkursion 



Felsitmassen mitten im Pechstein, die „Wilden Eier" 
der Steinbrecher. Sie erreichen zuweilen ein paar 
Meter im Durchmesser. Dieser Felsit ist durch 
sekundäre Umwandlung aus Pechstein entstanden. 
Der sekundäre Felsit durchtrümert auch an zahl- 
reichen Stellen den Pechstein in Form von Adern, 
die ein ganzes Maschenwerk bilden können. Die 
Umwandlung ist mit einem Wasserverlust verbunden. 
Als Seltenheit fand man in einem „Wilden Ei" ein 
eckiges Fragment von Granit eingeschlossen. 

Wer die eigentümliche Durchtrümerung des grün- 
lichen Pechsteines mit sekundär aus ihm entstandenen 
Felsit weiterhin studieren will, findet geeignetes 
Material an dem weiter talaufwärts nach Garsebach 
hinaufführenden Fahrweg. Man kann diesen bis an 
die ersten Häuser des oberen Dorfteiles verfolgen 
und alsdann durch die Pflaumenplantage hinab zur 
Straße zurückkehren. 

Am Gasthaus zu Garsebach haben wir die Syenit- 
grenze erreicht. Blicken wir von hier hinüber nach 
dem Bahneinschnitt, so sehen wir unmittelbar auf 
dem Syenit zunächst einen weißen Tuff aufgelagert, 
dessen dicke Bänke talabwärts fallen. Der Dobritzer 
Porphyr und Pechstein legen sich auf diesen erst 
weiter nach NO hin auf, und die dicken Bänke, in 
die der Pechstein bei Garsebach abgesondert ist, sind 
im gleichen Sinne geneigt. Zeitweilig war die Über- 



„. . /~" ........ |., Original from 

□ igrtized by ^.OUglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



7. Exkursion 



107 



lagerung des Tuffes durch den Pechstein in einer 
Schurfgrube an der Straße oberhalb der Walkmühle 
nahe der Eisenbahnbrücke zu übersehen. Um zu 
den beiden Steinbrüchen zu gelangen, die in diesem 
stark kaolinisierten Tuff für keramische Zwecke au- 
gelegt sind, müßte man den nach Semmelsberg 
führenden Fahrweg benutzen. 

Die weitere Wanderung im Triebischtal führt 
uns jetzt durch ein ziemlich einförmiges Syenit- 
gebiet bis zum Bahnhof von Miltitz. An der Papier- 
fabrik von Robschütz können wir einen Abstecher 
in den Syenitbruch machen, der ein paar hundert 
Schritt weit in dem nach Löthain hinaufführenden 
Tälchen gelegen ist. Frische Anbrüche im Syenit 
mit schönen Titaniten finden wir namentlich an der 
Neidmühle und am Talsporn oberhalb derselben. 
Das Gestein ist hier durch Parallelstellung der 
Orthoklase gestreckt, enthält hornblendereiche dunkle 
Ausscheidungen von linsenähnlicher, der Streckung 
paralleler Gestalt und wird von schmalen Parallel- 
gängen eines mittelkörnigen feldspatreichen Granites 
sowie von Pegmatit durchsetzt. Letzterer enthält 
Körner von Orthit und von Granat. 

Beim erwähnten Bahnhof grenzt aa das Syenit- 
massiv ein wahrscheinlich silurisches Schiefergebirge 
au, das ursprünglich aus Tonschiefern, Grauwacken, 
Diabastuffen und dichten Kalksteinen bestanden haben 



rv u ( ~ i \i \ c Original front 

Digmzeö ^W^lt NEW YORK PUBLIC LIBRARY" 



108 



7. Exkursion 



dürfte, jetzt aber stark von der Kontaktmetamorphose 
umgewandelt ist. Ein vom Bahnhof aus hart an der 
Bahn hinführender Fußweg bringt uns nach dem 
Kalkbruch. Hier wird ein feinkörnig -kristalliner 
marmorartiger Kalkstein gewonnen, der im Liegen- 
den und Hangenden von schieferigen Hornblende- 
gesteinen, amphibolitisierten Diabastuffen, begrenzt 
wird. Über dem Mundloch des Förderstollens, mehr 
zur Linken des Beschauers, bemerkt man auch Lager- 
gänge von Granit, deren man auch unterirdisch welche 
angetroffen hat. Stellenweise sind diesen zahlreiche 
Schmitzen und dünne Lagen von Kalkstein, zuweilen 
auch solche von derbem Granat, Epidot und Yesuvian 
eingeschaltet, so daß auf dem Querbruch ein ge- 
bändertes Aussehen entsteht. Diese Vorkommnisse 
sind zurzeit nicht sichtbar. Neben den normalen 
Hornblendeschiefern wurden hier früher auch Antho- 
phyllitschiefer mit untergeordnetem Cordieritgehalt 
nachgewiesen. Es lohnt, die ausgedehnten Weitungen, 
die beim unterirdischen Abbau des Kalksteins hier 
geschaffen worden sind, zu besuchen, was unter 
Fackelbeleuchtung und Abbrennung von Buntfeuer 
gegen Erlegung der Taxe gern gestattet wird. Man 
wolle sich hierbei auch auf die interessanten Schlotten- 
bildungen aufmerksam machen lassen, die durch die 
auflösende Tätigkeit des Sickerwassers im Kalkstein 
hervorgerufen wurden , während ein Wiederabsatz des 



_ . . , ns-s.il,-. Original frorn 

Dig«lized by l^OUglt newYÜRK PUBLIC LIBRARY 



7. Exkursion 



109 



gelösten Kalkes in Form von Stalaktiten vermißt 
wird. Um endlich auch noch die vorwaltenden Gre- 
steine dieses kontaktmetamorphen Schiefergebietes 
kennen zu lernen, nämlich Quarzbiotitschiefer, zu- 
weilen mit einem Gehalt von Andalusit und Siili- 
manit, wird man eine Strecke weit die aus dem 
Tale in einer Seitenschlucht nach dem Dorfe Miltitz 
hinaufführende Fahrstraße einschlagen oder einen 
Steinbruch am östlichen Gehänge des Haupttales be- 
suchen, wohin uns ein Weg von der nahen Mühle aus 
führt. Dicht an diesem letzteren Steinbruch ist am 
untersten Talgehänge auch ein Turmalingranit bloß- 
gelegt, der völlig demjenigen von Gottleuba gleicht 
Man wird endlich durch den Anblick mehrerer Kies- 
gruben an demselben Talgehänge auf ausgedehnte Ab- 
lagerungen von altdiluvialen Flußschottern aufmerk- 
sam, die am Plateaurand unter einer Lehmbedeckung 
zutage treten. 

Die Rückfahrt nach Dresden von Miltitz aus kann 
über Meißen oder Nossen angetreten werden. 



m ■ i " / Xf^jtl/ 1 Original from 

□ igrtized by l^OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 

Von Kötzschenbroda über die Friedensburg, den 
Himmelsbusch, Zitzschewig, Weinböhla und den 
Tunnel von Oberau nach Heißen 

Halbtägig 20 km (25 km) 

I. Stratigraphische Übersicht: 

6. Lößsand, Heidesand. 
5. Oligozäne Knollensteine. 

4. Die obere Kreideformation (Turon und Cenoman, 
Lagerungsverhältnisse in der Nähe der Lausitzer 
Hauptverwerfung). 

3. Gänge von Diorit und Porphyrit. 

2. Augengneis. 

1. Granitit, Syenit. 

Sektion Kötzschenbroda- Oberau. 
II. 

ir sind mit der Bahn nach Kötzschenbroda 
gelangt und folgen sofort der geraden, uns 
nach der Friedensburg hinführenden Straße 
durch den freundlichen Villenort, der Heidesand zum 
Untergrund hat. Am Berggehänge angelangt, schlagen 
wir erst die Hohenzollern- und dann die Burgstraße 
ein. An einer Biegung finden wir in einem auf- 
lässigen Steinbruche das Gestein, aus dem das vor 




. Cnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



3. Exkursion 



111 



uns liegende Plateau besteht, Syenit, aufgeschlossen. 
Er besitzt ziemlich grobkörnige Ausbildung und wird 
von zahllosen Klüften und mit Friktionsstreifen ver- 
sehenen Rutschflächen durchzogen. Diese starke Zer- 
rüttung deutet uns an, daß wir uns nahe an der 
großen Dislokation befinden, die den vor uns liegenden 
Steilabsturz erzeugt hat, wie bereits auf Seite 3 bis 4 
angedeutet worden ist. Etwas rechts von der Mitte 
der hinteren Bruchwand ist ein 16 cm mächtiger 
Glimmerdioritgang aufgeschlossen. Dieser schneidet 
den Syenit fast seiger, biegt in der Mitte der Bruch- 
wand eine Strecke westwärts und geht dann wieder 
senkrecht weiter. Die untere Hälfte streicht NNW, 
die obere NO. Der Glimmerdiorit ist ein festes, 
zähes und feinkörniges Gestein von graugrüner Farbe. 
Es besteht aus viel Biotit und wenig Hornblende 
sowie sparsamen Quarzkörnchen neben dem Plagio- 
klas. Mikroskopisch sichtbar ist hier noch der Apatit 
(bis 5 mm große Kristalle) während Magnetit und 
Pyrit lediglich mikroskopisch klein sind. 

Oben auf der Friedensburg belohnt uns für den 
Anstieg eine prächtige Aussicht auf die Elbtal- 
weitung und die uns gegenüberliegenden Anhöhen. 
Nach SO hin vermag der Blick am Erzgebirgshang 
emporzudringen bis zum basaltischen Sattelberg bei 
Schönwalde. Auch der ebenfalls basaltische Wilisch 
bei Kreischa und die Quohrener Kipse zeigen sich 



Dig-iizeö by GoOglC 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



112 



8. Exkursion 



und geben uns zugleich die Ausdehnung des Kot- 
liegend -Gebietes an, das sich aus dem Plauenschen 
Grund bis dorthin nach SO zu erstreckt. Vom dies* 
seitigen Elbtalgehänge erscheinen besonders schön 
die Höhen von Losch witz und Weißer Hirsch, die 
wir bis zum jäh vorspringenden Porsberge bei Pill- 
nitz verfolgen. Längs dieses Steilabsturzes führt 
die große Dislokation hin, die wir heute verfolgen 
wollen. Rechts vom Porsberg entdecken wir endlich 
auch die Berge der Sächsischen Schweiz und er- 
kennen , eine wie tiefe Lage deren granitischer Sockel 
besitzen muß gegenüber dem Lausitzer Granitplateau, 
dessen Abfall im Porsberg sich zeigt. 

Aus dem Gehöft der FriedenBburg gehen wir ge- 
radewegs nach NO bis zum Schwarzen Teich, einem 
schön gelegenen dunklen Weiher. Dabei kommen 
wir am Jyrichs Kiesgruben vorbei, wo der ober- 
flächlich zu Gruß zerfallene Syenit gewonnen wird. 
Vom Schwarzen Teich gelangen wir auf Promenaden- 
wegen auf der linken Seite dem Tälchen folgend 
bald zu den ersten Landhäusern zur Linken. Kurz 
vor diesen gewährt das linke Talgehänge einen 
guten Aufschluß im typischen Lößsand. Dieser unter- 
scheidet sich vom eigentlichen Löß dadurch, daß in 
das feine Quarzmehl des Lösses in großer Häufigkeit 
kleine, gerundete Quarzkörnchen neben spärlicheren 
Feldspatstückchen, Glimmerschüppchen, Eisengräup- 



Dignized by Google 



Original f rorm 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 



113 



chen und dergleichen eingestreut sind und ihm eine 

* 

gewisse Schichtung verleihen. Sonst sind aber Farbe, 
Bruch, Kalkgehalt usw. mit denen des echten Lösses 
identisch. Auch der Lößsand dürfte in der Haupt- 
sache von Winden angeweht sein. Von hier aus 
begeben wir uns hinauf auf die bei der nahen Villa 
Mohrenhaus vorüberführende Straße und gehen auf 
dieser abwärts bis zum nächsten rechts nach dem 
Himmelsbusch abzweigenden Weg. Die Anhohe 
dieses Namens wird von einen quarzfreien Horh- 
blendeporphyrit gebildet. Dieses braunrot gefärbte 
Gestein setzt als stockförmig anschwellender Gang 
im Syenit auf. Steinbrüche in demselben liegen 
nur innerhalb der Weinbergsmauern, wir vermögen 
den Porphyrit indessen an dem Lesesteinmaterial 
am Wege genügend zu studieren. Nachdem wir 
die herrliche Aussicht auf der Höhe des Himmels- 
busches genossen haben, gehen wir den steilen Pfad 
hinunter zur Villa Johannisburg und von hier zwischen 
den Weinbergen hindurch nach dem Weingute Kynast 
bei Zitzschewig. Man folgt der dort ausmündenden 
Schlucht aufwärts bis zu dem am südlichen Gehänge 
angesezten Steinbruch, Hier steht noch Syenit an, 
weiter oben am Berge jedoch stößt man auf Gneis. 
Dies Vorkommnis gehört zu der fast 5 km langen 
und bis 700 m Breite oberflächlich aufgedeckten 
Gneiszone, die zwischen dem großen Laubenberge 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 8 

f AA .,|,^ * Original frorn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



114 8- Exkursion 

bei Weinböhla und dem Hohen Haus bei Zitzschewig 
an der Elbtalkante sich hinzieht und nach Osten zu 
an das ausgedehnte Syenitterrain der Moritzburger 
Gegend angrenzt. Oberall herrschen in diesem Areale 
grobflaserige Gneise vor, stellenweise auch Augen- 
gneise, dieselben Gesteine, die wir drüben am jen- 
seitigen Elbtalgehänge bei Gauernitz beobachten können 
und die wir auf unserer 5. Exkursion bei Cosse- 
baude angetroffen hatten. Früher war in dem an- 
gegebenen Steinbruch die Grenzfläche zwischen 
Syenit und dem Gneise direkt aufgeschlossen. Sie 
charakterisierte sich als eine Yerwerfungskluft, teil- 
weise erfüllt mit einer Reibungsbrekzie aus Bruch- 
stücken von Syenit, Granit und Gneis. Vom Wein- 
gut Kynast aus, wohin wir zurückkehrten, begeben 
wir uns hinunter ins Dorf Zitzschewig und von hier 
auf durch Wegweiser gut markierten Wegen nach 
der Spitzgrundmühle. Wir haben bis dorthin eine 
ebene Heidesandfläche zu überschreiten. An der 
Straße zwischen dem Restaurant und der eigentlichen 
Spitzgrundmühle war dieses Diluvialgebilde durch 
eine kleine Grube aufgeschlossen und zeigte deutlich 
horizontale Schichtung. Der Spitzberg gerade vor 
uns, besteht aus Augengneis, während an seinem 
Westfuße früher Plänerkalkstein abgebaut worden 
ist. Man hatte hier ähnliche Lagenmgs Verhält- 
nisse angetroffen wie in den Plänerbrüchen von 



m ■ jl fnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 



115 



Weinböhla, die wir nach kurzer Wanderung durch 
die Heide und Passierung eines alten Kalkofens 
bald erreichen. 

Von den ehemals so berühmten und vielbe- 
suchten Aufschlüssen ist hier nicht mehr viel übrig- 
geblieben, aber immer noch genug, um uns ein 
Bild von den eigentlichen Lagerungsverhältnissen zu 
geben. Am südöstlichsten Ende der Brüche, wohin 
wir zunächst gelangen, sehen wir unter einer 
mächtigen Decke von Heidesand den Brongniarti- 
pläner in steil aufgerichteten Schichten anstehen, nicht 
aber den Syenit, wie früher zuweilen und wie noch 
heute an dem Bruchteil, der sich nordwärts anschließt. 
Die Grenzfläche zwischen Pläner und Syenit fällt 
gegen NO ein, denn die große Dislokation trägt 
hier wie an vielen anderen Punkten den Charakter 
einer Überschiebung. Die Gresteine des Lausitzer 
Plateaus sind über die überkippten Plänerschichten 
ein Stück hinweggeschoben worden. Betrachten wir 
die Südostwand des allerersten Aufschlusses, dessen 
Sohle mit Wasser erfüllt ist, genauer, so bemerken 
wir ganz deutlich, wie jene mehr mergeligen 
Schichten, die nach der Straße zu liegen, noch hori- 
zontal verlaufen. An einer Stelle biegen sie senk- 
recht nach oben um, und dann bemerkt man schon 
in den Mergelschichten einige überkippte Kalkbänke. 
Hier in unmittelbarer Nähe des Syenites wird der 

8* 

_ . . (~~ s\ /~. ,-i I ( -v Original frorn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



116 



3. Exkursion 



ursprünglich dickbankig brechende Plänerkalk kurz- 
schief rig und sehr zerklüftet, was namentlich an 
den Versteinerungen sehr auffallend zu beobachten 
ist. Die etwas unebene Oberfläche der Kalkbänke 
zeigt sich vollkommen striemig und in der Richtung 
von Osten nach Westen oder von NO nach SW fein und 
grob geschrammt. Wir gehen nun zunächst einmal 




Fig. 2 und 3 

Profile durch die Plänerbrüche bei Weinböhla 

(nach Th. Siegert) 



Fig. 2 (SO -Rand) Fig. 3 (Mitte) 

S = Syenit t 2 p = Brongniartipläner 

t t p = Labiatuspläner dh = Heidesand 

in den nördlicher gelegenen Teil des großen Auf- 
schlusses. An der hohen Wand ist der Syenit ent- 
blößt, unter ihm der unter den Syenit einfallende 
Plänerkalk und zwischen beiden eine über 1 m 
mächtige Tonschicht, die nach dem Syenit zu in 
eine Reibungsbrekzie übergeht, mit Syenit-, Granit- 
und Plänerbruchstücken von zum Teil über Kopf- 
größe. Die Brongniartistufe, die wir hier als einzige 



■ {~*i\.*\ÄLtt Original from 

□ igrtized by V_.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 



117 



Stufe der turonen Kreide aufgeschlossen finden, setzt 
sich also zusammen aus Mergeln und Kalkbänken. 
Und zwar nimmt die Anzahl und Mächtigkeit der 
Mergelbänke nach dem Hangenden zu ab, die der 
Kalkbänke aber zu. Auch die Qualität der Kalkbänke 
nimmt nach oben zu. So wiesen die harten hangenden 
Bänke 75 bis 80 °/o Kalkkarbonat auf , die liegenderen, 
weicheren, sandigeren und tonigeren oft unter 60°/ . 
Die Kalkbänke keilten auch seitlich oft aus, hatten 
also etwa linsenförmige Gestalt. So bestand in dem 
mittleren Teile des Weinböhlaer Kalkbruchs der in 
6 bis 8 m Mächtigkeit aufgeschlossene Plänerkalk 
fast nur aus dichten Kalkbänken, in dem südöstlichen 
Teile hatten sich dagegen schon 1,5 m mächtige 
Mergellagen zwischengeschaltet. Die ganze Bron- 
gniartistufe ist hier ungefähr 14 m mächtig. 

Wir begeben uns nun wieder in den südöst- 
lichsten Teil des Bruches, woselbst wir die nordöst- 
lichste Ecke aufsuchen. Hier kann man in der Nähe 
eines herabrieselnden Rinnsals links von den steil 
aufgerichteten Kalkbänken einen Sandsteingang be- 
obachten , der den Plänerhorizont senkrecht mit einem 
Streichen von N 60 bis 65 und einem Einfallen 
von 86 nach N durchsetzt. Es ist ein hellgrauer 
Sandstein ohne vertikale Plattung und horizontale 
Schichtung und setzt sich aus oligozänem Sandmaterial 
zusammen: farblose, kantige, selten abgerollte Quarz- 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



118 



8. Exkursion 



körner von 0,2 bis 0,3 mm Durchmesser mit recht 
wenig Ton und vereinzeltem Öiotit und Glaukonit (?), 
aber ohne Feldspat. Als sekundäre Ausfüilungsraasse 
tritt Kalkspat bis zu 30% auf. Die Kluft, die jetzt 
der Sandstein einnimmt, entstand gegen Ende des 
Unteroligozäns, wobei darüberliegender Oligozänsand 
hineinrieselte. Nur wenige Zeit danach, nach der 
Verfestigung des Gangsandsteins, muß die Lausitzer 
Oberschiebung eingetreten sein, die den Sandstein- 
gang zerbrach und so verwarf, daß zwei Stücke des 
Ganges aneinander vorbeigeschoben sind. Die Harnisch- 
bildung und Durchtrümerung des Sandsteins durch 
Kalkspatadern waren ebenfalls eine Folge davon. 

Wir verlassen nun die Kalkbrüche und gehen 
in der alten Richtung auf Weinböhla weiter. Wir 
folgen erst noch der Spitzgrund straße, gehen sodann 
ein Stück auf der Moritzburger Straße, am Oberen 
Gasthof vorbei und biegen in die Nizzastraße ein. Vom 
Kaiserplatz aus führt uns die Nordstraße auf das 
Syenitplateau, wo wir hinter den letzten Häusern 
sogleich auf oligozäne Knollensteinablagerungen 
treffen, die die letzten Oberreste oligozäner Sande 
darstellen. Die eigentümlich grubige Oberfläche 
der bizarrgeformten Quarzite ist wie mit einem gelben 
Firnis überzogen. 

Wir gehen in der alter Eichtung weiter. Nach 
Westen zu hat man einen ungemein reizvollen Blick 



. (~~ ns\*tlo Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



8. Exkursion 119 



auf die Elbaue und die Aibrechtsburg und den Dom 
von Meißen. Bei Punkt 5, 6, 7, 8 gehen wir links 
auf dem Badewege durch herrlichen Wald westwärts, 
schreiten unter der Eisenbahn hinweg, wenden uns 
rechts und benutzen vom Forsthause aus die Straße 
nach Steinbach, um endlich abermals die Bahnlinie 
zu überschreiten. Blicken wir die Bahnlinie süd- 
wärts, so gewahrt man Labiatuspläner auf sich zu- 
fallen, der nördlich von Granitit überlagert wird, 




Fig. 4. Profil an der Busch-Mühle 
(nach Th. Siegert) 

gt = Gianit t t p = Labiatuspläner 



so auch am Wegeinschnitt. Bald geht rechts ein 
Weg ab, dem wir jedoch nicht folgen, sondern einem 
weiterhin links abzweigenden, der uns nach der 
Buschmühle bringt. Kurz vor dem kleinen Tälchen 
aber, das uns in die Mühle geleiten würde, schwenken 
wir links ab. In dem Hohlweg sehen wir zunächst 
den Granit anstehen, weiterhin Plan ermer gel. Man 
erkennt ganz deutlich, wie der Plänermergel mit 
etwa 30° gegen Osten einfällt, so daß er an den 
Seiten der Schlucht in 20 bis 25 m Entfernung unter 
dem Granitit verschwindet. 



Bigfced b» GoOglC 



HE* YORK PUBLIC LIBRARY 



120 



8. Exkursion 



Wir gehen bis zur Eisenbahn bis dorthin, wo 
unter ihr der Fahrweg von Oberau nach Gohlis 
durchführt. Folgt man dem Wege dicht rechts an 
der Bahn etwa 350 m nach NW hin, eo kann man 
rechts einen Seitenweg einschlagen, der uns an 
einem Hause vorbei in ein kleines Tälchen führt. 
Im Tale steht an der Granitgrenze Pläner an, der 
früher auch an dem nahen Fahrweg nach Gohlis 
aufgeschlossen war und unter 40 bis 50° nach NO 
einfiel. Weiter oben in dem Tälchen findet man 
nun über dem Granitit an der Gabelung des Täl- 
chens nochmals Pläner und weiter oben wiederum 
Granitit. 

Es hat danach hier augenscheinlich eine Gabelung 
der Yerwerfungsspalte und eine stufenweise Ver- 
schiebung der Gebirgsmassen stattgefunden. 

Wir schreiten an der Eisenbahn weiter bis zur 
Straße, die wir in 15 Minuten erreichen und der 
wir 300 Schritte links hin folgen; dann wenden 
wir uns rechts zum Mundloch des Tunnels der 
Leipzig — Dresdener Bahn. Hier hat man in einem 
kleinen Steinbruch dicht an der Nordseite des Bruches 
das Cenoman bloßgelegt, das durch die Arbeiten 
von H. B. Geinitz bekannt geworden ist 

Beim Bau der Leipzig — Dresdener Eisenbahn in 
den Jahren 1837 bis 39 war dies vorzüglich auf- 
geschlossen. Nach Geinitz besteht das Cenoman 



. f^^i^riL-. Original from 

Digflized by ^OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 



121 



des Oberauer Tunnels aus einem teils kalkigen, teils 
kalkfreien, mehr oder minder tonigen, dunkelgrau- 
grünen bis schwarzgrünen, meist glaukonitischen 
Sandstein (Grünsandstein) und einem sandigen, glau- 
konitischen Mergel, welche nach ihrer Basis hin 
durch Aufnahme von Bruchstücken benachbarter 
Gesteine zu Konglomeraten werden. Die Auflagerungs- 
fläche war höchst unregelmäßig gestaltet, so wie 
die im Plauenschen Grunde. Am westlichen Tunnel- 
ausgang kann man noch heute auf dem dortigen 
Gneis eine schwache Bank eines grau bis gelblich 
oder auch grünlichen, porösen, kalkfreien und an 
Glaukonit armen Sandsteins beobachten, der verhältnis- 
mäßig arm an zersetzten Geschieben ist. Über ihm 
lagert ein sandiger, glaukonitiöcher Mergel, dem 
dann die Plänermergel des Unterturons folgen. 

Der Sandstein enthält zahlreiche Versteinerungen, 
von denen K. Wanderer folgende anführt: 

Cidaris vesiculosa Goldf. 

Terebratula biplicata Sow. 

Terebratulina siriaiula Mant. sp. 

EhynckoneMa compressa Lam. sp. 

Serpula septemsulcata Reich et Cotta 

Pecten (Ghlamys) ehngatus Lam. 

P. (Camptonectes) curvatus Gein. 

Spondylus striatus Sow. sp. 

S. hystrix Goldf. 



. (~~ ns\*tlo Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



122 



8. Exkursion 



Alectryonia carinata Lam. sp. 

A, diluviana L. sp. 

Ostrea kippopodium Nilss. 

Mytilus Qalliennei d'Orb. 

Cucullaea glabra Park. 

Opis bicornis Gein. 

Cardium cenomanense d'Orb. 

Emarginula Buchi Gein. 

Pleurotomaria (Leptomaria) Plauensis Gein. 

P. Oeinitzi d'Orb. 

Goupillianus d'Orb. 

Trochus (Zixiphinus) Oeinüxi Reuss. 

7 1 . (Craspedotus) Reicht Gein. sp. 

Nerita nodosa Gein. sp. 

Turritella Kirsteni Gein. 

DouvüUiceras Manieiii Sow. sp. 

Actinocamax plenus sp. 
Von hier aus gehen wir nun entweder zurück 
nach* Bahnhof Niederau oder wir schreiten durch 
die ganz flache Aue in südwestlicher Richtung nach 
Meißen, das wir in einer Stunde erreichen. 

In dieser Talaue sind alle tieferen Gräben in 
den Plänermergel der der Labiatusstufe einge- 
schnitten, der den schwer durchlässigen und darum 
nassen Untergrund bedingt. Nur eine dünne Schicht 
von sandigem Tallehm liegt darüber. Erst am Riesen- 
stein gelangt die Straße auf den festen Untergrund 



.. J/-. Original from 

□ igitized by V_>OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



8. Exkursion 



123 



des dort in mehreren Steinbrüchen gebrochenen 
roten Granites (siehe S. 96). 

Die altdiluvialen Elbschotterterrassen zu unserer 
Rechten bei Gröbern deuten an, daß dereinst die 
Elbe in dieser breiten Talaue den "Weg nach Norden 
hin suchte, ehe sie ihr tiefes Tal hinter dein Spaar- 
gebirge zu unserer Linken und weiter abwärts unter- 
halb Meißen sich einsägte (vgl. hierzu S. 92). 



. . (~~ r\s^..i\,~- Original frarn 

Dgilized by IjOOglC NEW YORK PUBLIC LI&RARY 



9. Exkursion 

In die Dresdener Heide 

Halbtägig 

I. Stratigraphische Übersicht: 

11. Düuenzüge "I . 
^ m r j « > Alluvium. 
10. Torf und MoorJ 

9. Diluvialer Heidesand. 

8. Altdiluviale Kiese und Sande mit nordischem und 

elbgebirgischem Material. 
7. Pliozäne Kiese. 
6. Oligozäner Ton. 

5. Unterturoner Pläner der Stufe mit Inoceramus 

labiatus. 
4. Gänge von Porphyrit. 
3. Syenit des Meißner Hochlandes. 
2. Granit der Lausitz. 
1. Gneis der Zwischenzone. 

Sektion Dresden, Moritzburg -Klotzsche und Pillnitz. 

n. 

resden genießt unter den Großstädten mit 
wenigen anderen das Vorrecht, unmittelbar 
vor seinen Toren ein an landschaftlichen 
Schönheiten reiches, ausgedehntes Waldgebiet zu be- 
sitzen. Der Zweck der folgenden Exkursion ist es, 
den geologischen Bau dieses beliebten Ausflugszieles 




_. .. . . Original from 

Dig^edbyV^ÜOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



9. Exkursion. 



125 



der Residenz zu demonstrieren. Man wird die Tour in 
einer starken Halb tagleistung bewältigen können, besser 
jedoch ihr einen vollen Tag widmen. Sie berührt die 
Sektionen Dresden, Moritzburg-Klotzsche und Pillnitz. 

Wir besteigen auf dem Albertplatz in Dresden- 
Neustadt die Straßenbahnlinie 12 nach dem St. Pauli- 
Friedhof, die uns am Neustädter Bahnhof vorüber- 
führt. Hinter den Häusern der Neustadt sehen wir 
zur Rechten mit steilem Anstieg die Heidesandterrasse 
sich erheben, auf deren Rand die großen Kasernen - 
bauten sich bemerkbar machen. Diese, die jung- 
diluviale Elbtalaue, die wir zunächst durchfahren, 
um etwa 50 m überragende Terrasse ist dem in 
geologischer Beziehung zum Lausitzer Plateau ge- 
hörigen Syenit-Granitgebiete von Moritzburg vor- 
gelagert und mäßigt in der Gegend von Dresden 
die relative Höhe von dessen südlichem Steilabsturz. 
Ihr für Land- und Forstwirtschaft verhältnismäßig 
nicht sehr wertvolles Areal ist fast gänzlich für die 
militärischen Bauten und Übungsplätze in Anspruch 
genommen worden. 

Der Heidesand ist ein gleichmäßig feinkörniger 
Quarzsand mit ziemlich reichlich beigemengten ver- 
witterten Feldspatbröckchen sowie silberweißen klein- 
sten Glimmerschüppchen. Er besitzt eine lichtgraue 
oder lichtgelbe Färbung und zeichnet sich durch eine 
sehr deutliche horizontale oder schwach geneigte 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



126 



9. Exkursion 



Schichtung aus. Nur" in seinen obersten Partien 
von durchschnittlich 1 m Mächtigkeit hat er durch 
die Einflüsse von Wind und Pflanzenwelt diese 
Schichtung eingebüßt. Zuweilen sind den dünnen 
Sandlagen auch solche von Quarzgeröllchen zwischen- 
geschaltet, unter denen man wohl auch Stückchen 
von Lausitzer Granit, von erzgebirgischem Gneis, 
von K ieselschiefer und Hornstein, sowie spärliche, 
dem nordischen Diluvium entstammende Fragmente 
von Feuerstein entdeckt. 

Von der Endstation der Straßenbahn gehen wir die 
Landstraße nach Rhanitz hinauf. Wir kommen an 
auflässigen Sandgruben vorüber und gelangen auf 
den Heller. 

Nach Ost hin breitet sich hier vor unseren 
Blicken eine typische Dünenlandschaft aus, wie wir 
sie kaum mitten im Binnenlande erwartet hätten. 
Überall, wo der leicht bewegliche Heidesand einer 
schützenden Pflanzendecke entbehrt, sehen wir ihn 
noch heute als Flugsand von jedem heftigen Winde 
fortgeführt und nach und nach zu langgestreckten, 
senkrecht zur herrschenden Windrichtung verlaufen- 
den Hügelrücken zusammengeblasen. Diese Dünen- 
züge streichen daher bei den vorwaltenden West- 
winden und den vermöge ihrer Trockenheit als 
Transportmittel von Sand besonders wirksamen Ost- 
winden in der Hauptsache von NNW nach SSO 



,„ f* ,->,/-., -i 1,^ Original frarn 

Dgiuzed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC LI&RARY 



9. Exkursion 



127 



bis S. Nur nahe der dem Elbtal zugekehrten Xante 
der Heidesand terrasse verlaufen sie parallel zum 
Talrande, wohl weil sich die Winde in dem halb- 
kreisförmigen Ausschnitt der jungdiluvialen Elbaue 
in der Heidesandterrasse fangen und dann senkrecht 
zu jener Kante auf die höher gelegenen Sandflächen 
überspringen. Wir sehen die Oberfläche der Dünen 
überall von SW her schwach ansteigen, nach NO 
hin dagegen steil einfallen und das anstoßende 
Heidesandterrain um etwa 10 m überragen. Nur 
mühsam vermögen die Bäume und Sträucher im 
Windschatten dieser Hügel mit dem Wachstum 
der angewehten Flugsandschichten gleichen Schritt 
zu halten, sie verkrüppeln vielfach und bieten als 
Sandfänger zur Bildung kleiner Sekundärdünen An- 
laß. Auch die charakteristischen Rippelmarken in 
Gestalt von parallel zur Längsachse der Dünen ver- 
laufenden, schwach geschlängelten Rinnen und sie 
trennenden Rippen können wir hier beobachten, 
wenn die Sandoberfläche frisch vom Winde bearbeitet 
ist. Temporäre Aufschlüsse in einem solchen Sand- 
hügel würden uns endlich die steilgeneigte Schich- 
tung im Inneren dieser äolischen Gebilde gut er- 
kennen lassen, die von der horizontalen Lagerung 
des vom Winde noch unberührten Heidesandes stark 
absticht. Häufig stößt man auch auf Sandbänke mit 
Kreuzschichtung. 



m ■ jl f""/\/-wiL-» Original frarn 

Digtfized by NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



128 



9. Exkursion 



Nachdem uns diese Beobachtungen eine Strecke 
weit in der Richtung nach Osten abseits geführt 
haben, kehren wir zur Straße zurück und durch- 
kreuzen auf ihr den Exerzierplatz in der Richtung 
auf das Gasthaus zum Letzten Heller zu. Kurz vor 
diesem folgen "wir nach rechts hin einem Fahrweg, 
der an einer Mauer entlang läuft. Halten wir uns 
nach einer Entfernung von etwa 700 m im Walde 
etwas nördlich vom Wege, so gelangen wir in alte 
Plänerbrüche. Hier in der Nähe der Lausitzer 
Hauptverwerfung sind die Plänerbänke aufgerichtet, 
Sie fallen mit etwa 45 nach SO ein. Wir kehren 
wieder zum Gasthaus zum Letzten Heller zurück. 

Wir haben hier hinter der Sandterrasse den aus 
Syenit aufgebauten, vielfach aber durch oberfläch- 
liche Heidesandablagerungen gleichsam verschleierten 
Plateauabfall vor uns, vermögen auch das genannte 
Gestein in einem alten Steinbruch dicht westlich 
vom Hellergasthaus anstehend zu beobachten. Es 
unterscheidet sich nicht von den typischen Vorkomm- 
nissen des Meißner Syenit -Granitgebietes. 

Von hier aus empfiehlt sich ein Abstecher nach 
NW zu den Oltersteinen. Wir folgen hierzu dem 
dicht nördlich vom Heller nach NW abgehenden 
Waldweg bis zur Schneise, sodann dieser selbst bis 
jenseits der Schlucht und gehen dann dieser ent- 
lang nach Osten. Bald stoßen wir auf die genannten 



M ■ f^/^i-M-Jo Original from 

□ igiiized by ^OOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



9. Exkursion 



129 



Steine mitten im Walde, zwei mächtigen, ur- 
sprünglich offenbar ein Ganzes bildenden Quarzit- 
blöcken, sogenannten Knollensteinen, die ohne Zweifel 
der tertiären Braunkohlenformation angehört haben. 
Diese ist von der Denudation nur in sehr spärlichen 
Resten in dieser Gegend übriggelassen worden. 
Die beiden Oltersteine verraten in einer eigentüm- 
lichen Glättung, daß sie lange Zeit dem Sand- 
getriebe des Windes ausgesetzt waren, ein geo- 
logisches Agens, das auch die in dieser Gegend 
hier und dort zerstreuten fazettierten Gerolle oder 
Kantengeschiebe erzeugt hat. Immer weiter nach 
Osten uns wendend, gelangen wir zur Straßen- 
gabel und folgen dem nach Rhänitz führenden 
Zweige durch ein hügeliges Syenitterrain hindurch, 
worin mehrere Steinbrüche zum Teil hart an der 
Straße angesetzt sind. Beim Schulhaus zu Rhänitz 
dagegen biegen wir rechts auf den Hauptweg nach 
Klotzsche ab. 

Bald bemerken wir zur Rechten vor etwas Busch- 
wald eine flache Senkung im Gelände, wo man unter 
einer dünnen Decke von Heidesand ein Torflager 
aufgeschlossen findet. Weiterhin stellen sich auf 
den Feldern Überreste altdiluvialer Flußschotter ein, 
namentlich Milchquarze, porphyrische Basalte, Phono- 
lithe, Kieselschiefer und nordisches Material. Wir 
kommen an einigen einzelstehenden Gebäuden vor- 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet Ö 

_ . I Original from 

□ ig^edby^OO^LL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



130 



9. Exkursion 



über. Kurz vor Klotzsche bemerken wir rechts eine 
kleine, halbbewachsene Grube. Man findet hier einen 
fein sandigen, mageren, aschgrau gefärbten Ton, der 
dem Miozän angehört. Weiter nördlich, bei Moritz- 
burg würden wir ihn rein und plastisch antreffen. 
Östlich von Marsdorf enthält er ein 0,5 m mächtiges 
Flöz , das vorwiegend aus Holzteilen von Cupressoxylon 
protolarix Göpp. besteht. — Wir setzen unseren Weg 
fort, an der Schiniedeschenke gehen wir gerade- 
aus weiter. Yor dem letzten Hause biegen wir 
rechts in den Querweg ab, der nach dem Ortsteil 
am Bahnhof führt. Nach zehn Minuten gelangen 
wir an Kiesgruben. Das Liegende dieser Aufschlüsse 
wird von grauen und braunen miozänen Sanden mit 
Milchquarzen, Kieselschiefern, Braunkohlenquarziten, 
Sandsteingeröllen und Granititen gebildet, während 
das diskordant aufruhende Hangende dazu noch 
böhmisches Material, wie z. B. porphyrische Basalte, 
Phonolithe, roten Gneis usw. führt und sich dem- 
zufolge als jungtertiärer und zwar pliozäner Schotter 
kennzeichnet. — Im Orte selbst gehen wir die Quer- 
allee an der Kirche vorbei vor bis zur Hauptstraße. Es 
empfiehlt sich sehr, von hier aus einen Abstecher 
in die großen Kiesgruben an der Bahnlinie nach 
Langebrück zu machen. Zu diesem Zwecke wenden 
wir uns jetzt links, am Gasthof zu den drei Linden 
sodann rechts, überschreiten die Bahngleise der 



. f""/\/-wiL-» Original frarn 

Digtfized by IpOOgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



9. Exkursion 



131 



Königsbrücker Bahn , durchschreiten die Überfuhrung 
der Radeberger Bahn und wenden uns gleich danach 
links. Wenn wir uns in der Nähe des Eisenbahn- 
dammes halten, können wir nicht fehlgehen. An 
der Zusammensetzung der altdiluvialen Flußschotter 
beteiligt sich sowohl einheimisches wie auch nor- 
disches Material, letzteres stimmt völlig mit dem der 
Grundmoräne (Geschiebelehm) überein (vgl. hierzu 
die Exkursion nach Pillnitz und Weißig). Es herrscht 
im allgemeinen eine gute horizontale Schichtung vor, 
verbunden mit einer diskordanten Parallelstruktur 
(Kreuzschichtung). Yon hier aus gehen wir wieder 
zurück zur Überführung, gehen aber nicht durch 
den Tunnel, sondern links ab in südlicher Richtung. 
Bei der ersten Weggabelung wenden wir uns links, 
bei der nächsten rechts abwärts, so gelangen wir auf 
die Grundstraße im Tale der Prießnitz. Wenig 
weiter aufwärts befindet sich zur Rechten ein großer 
Steinbruch im Granitit. — Derjenige, der nicht ge- 
sonnen ist, die Kiesgruben aufzusuchen, würde am 
besten auf der Querallee an der Kirche vorüber- 
schreiten und sodann erst die Jäger-, dann die 
Carola- und schließlich die Forststraße benutzen, um 
schließlich links in die ins Tal führende Straße ein- 
zubiegen. 

Kurz vor der Bahnlinie deuten uns zahlreiche 

umherliegende Fragmente an, daß wir uns im Gneis- 

9* 



. ^^.,-*,,|.~, Originalem 
Dig«ize<f by l^OOglt UEWYORK PUBLIC LIBRARY 



132 



9. Exkursion 



terrain befinden. Das Gestein ist ein mittelkörnig- 
flaseriger Biotitgneis. Es gehört der schmalen 
Gneiszone an, der Grenzscheide zwischen den Meißner 
Syeniten und Graniten im "Westen und den Lausitzer 
Graniten und Grauwacken im Osten (siehe S. 4). 
Ihre Nordostgrenze ist zugleich eine Dislokation. 
Nach Passierung des Bahnüberganges sind wir bald 
unten im Grunde, den wir aufwärts gehen bis zum 
obenerwähnten großen Steinbruch. 

Dieser bietet uns eine selten günstige Gelegen- 
heit, um die dynamometamorphen Erscheinungen 
im Lausitzer Granitgebiet zu studieren, denn im 
letzteren, und zwar noch im Bereiche der vorhin 
erwähnten Verwerfungszone, befinden wir uns hier. 
Diese Lage ist denn auch die Veranlassung der hier 
so außerordentlich starken mechanischen Deformation 
des im Steinbruch entblößten Granitites. Der erste Ein- 
druck, den wir erhalten, ist der eines geschichteten 
Gesteines, weil er durch zahlreiche nach NS streichende 
und nach Osten einfallende Hauptklüfte in viele Bänke 
zerlegt erscheint. Diese Hauptklüfte werden aber 
durch viele andere, sehr unregelmäßige Risse ge- 
schnitten. Manche jener Bänke bestehen nun aus 
einem noch fast normal zu nennenden, gleichmäßig 
massig -körnigen Granitit, so namentlich am Ostrande 
des Steinbruches. Aber auch bei diesem Gestein 
zeigen sich unter dem Mikroskop allerlei Merkmale 



Digimed by Google nEWYoSbLKUBRARY 



9. Exkursion 



133 



einer beginnenden Zerdrückung. Andere Bänke da- 
gegen sind dieser vollständig anheimgefallen und be- 
sitzen eine völlig veränderte Struktur. In manchen 
hat der Granitit den Habitus eines flaserigen bis 
schieferigen Gneises angenommen, in noch anderen 
ähnelt er gar einem Schiefer. Es wird uns 
gelingen, eine Eeihe von Belegstücken hier zu- 
sammenzustellen, die alle möglichen Stadien dieser 
fortschreitenden Zertrümmerung und förmlichen 
Auswalzung enthält. Freilich müssen wir keine 
allzu großen Ansprüche an das Format stellen, 
denn es gelingt nicht leicht, aus dem von zahllosen 
feinen Eissen und Gleitflächen durchzogenen Material, 
das oft beim ersten starken Hammerschlag in 
poleydrische Stücke zerfällt, gute Handstücke zu 
schlagen. Schon an diesem in der Struktur begrün- 
deten Verhalten zeigt sich uns ein gewichtiger Unter- 
schied zwischen diesen gneisähnlichen Produkten 
und echten Gneisen, der bei mikroskopischer Unter- 
suchung noch viel schärfer hervortreten würde. In 
demselben Steinbruch ist auch ein nur 0,25 m 
mächtiger Gang von - dunkelgefärbtem Gliinmer- 
porphyrit, der den Granitit durchsetzt, gut auf- 
geschlossen. Er zeigt in seinem ganzen gerad- 
linigen, nach NW streichenden Verlauf nirgends 
Andeutungen einer nachträglichen Beeinflussung 
durch den Gebirgsdruck. Da er sehr wahrschein- 



. (~~ ns\*tlo Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



1 34 9. Exkursion 



lieh gleichalterig ist mit dem ganz gleichen Rot- 
liegend -Porphyrit von Weißig, so geht hieraus her- 
vor, daß die Dynamometamorphose des Granitits 
bereits vor oder im Anfang der Dyaszeit statt- 
gefunden hat. 

Nach Besichtigung dieses Steinbruches wenden 
wir uns talaufwärts, zunächst auf der Straße am 
rechten, dann auf dem Fußweg am linken Bachufer a 
entlang. Nach etwa 500 Schritten erreichen wir einen 
felsigen Talriegel von stark deformirtem Granitit. 
Das von Haus aus massige Gestein läßt hier deut- 
lich eine Abteilung in grobschieferige Bänke erkennen, 
die nach Norden 20° Westen streichen und steil 
nach NO einfallen. Noch weiter talaufwärts, dicht 
unterhalb des Wasserfalles, wo die Prießnitz in 
kleinen Kaskaden jenen Talriegel durchbricht, ist 
die Zerdrückung des Gesteines eine so vollkommene, 
daß es einer feinkörnigen Grauwacke gleicht. Dann 
folgen wieder grobkörnige, durch Druck flaserig 
gewordene Granitbänke, endlich eine nur wenig be- 
einflußte, noch fast massige Partie. Über das kleine 
Brückchen schreiten wir jetzt wieder auf die Tal- 
straße hinüber, die uns talaufwärts zu der bereits 
auf Sektion Pillnitz gelegenen Heidemühle führt. 
Mehrfach finden wir bis dorthin an den Straßen- 
böschungen den Granitit angeschnitten. Noch besser 
aber ist er aufgeschlossen im Tale oberhalb der 



m n j i_ C r\(-\<\\r> Original frorn 

Dignzed by ^.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



9. Exkursion 



135 



genannten Mühle, in den Steinbrüchen unterhalb der 
Einmündung des von Norden herkommenden Metzen- 
bornbaches. Hier können wir neben dem frischen 
Granitit auch kleine Schollen von schieferigem biotit- 
reichem Quarzglimmerfels, die jener umschließt, 
studieren. Dieses Gestein, das seine hochkristalline 
Struktur schon dem unbewaffneten Auge verrät, ist 
aus Grauwacke hervorgegangen. Man sieht, wie 
diese Schollen nach ihrer Umhüllung und Meta- 
morphose durch das Magma und vor dessen Fest- 
werdung noch einer weitergehenden Zerstückelung 
ausgesetzt waren. Denn von ihren Rändern haben 
sich kleinere Fragmente losgelöst und sind ebenfalls 
vom Eruptivgestein umfaßt worden. Auch sendet 
dieses in jene zerborstenen Einschlüsse hinein Apo- 
physen, die dann mitunter vom normalen Granitit 
durch ihre feinkörnige Struktur und Glimmerarmut 
sich unterscheiden. Der Mineralog macht hier zu- 
weilen an gewissen, sekundär auf Kluftflächen 
gebildeten Mineralien eine Ausbeute. Man kennt 
von dort schwarzen Turmalin, farblosen oder weißen 
Prehnit, farblosen Laumontit, kleine Kristallenen 
von wasserhellem Adular, sowie auch Kalkspat, 
Kupferkies, Baryt und Apatit. 

Von hier aus können wir bequem Weißig er- 
reichen, um daselbst die Rotliegend -Scholle zu 
studieren, oder über Rocbwitz den Wachwitzgrund 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



136 9. Exkursion 



hinunterzuwandern, um gewisse Fluidal- und Druck- 
phänomene im Lausitzer Granitit noch kennen zu 
lernen. 

Man kann auch nach der Heidemühle zurück- 
kehren, von wo aus uns die Dresdner Straße bald 
zur Stadt zurückbringt. 



. C~~ f\r\n\/^ Original frarn 

Digrtized by l^OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



10. Exkursion 

Von Dresden nach Weißig und durch den Helfen- 
bergs Grand zurück 

Halbe Tagestour 

1. Stratigraphische Übersicht: 

Obere Kreideformation. 

b\ Cenomaner Quadersandstein. 
Mittel- Rotliegend es. 

5. Porphyrtuffe, Sandsteine und Arkosen. 

4. Brandschiefer. 

3. Konglomerate. 

2. Porphyriterguß. 
Lausitzer Granitgebiet. 

1. Lausitzer Granit und Granitit. 

Sektion Dresden und Wilsdruff. 
_ II. 

|1|1Q§|§ it der Straßenbahnlinie Nr. 11 (Neustädter 
|tj Bahnhof — Bautzener Straße — Waldschlöß. 

PSKIpI I chen — Bühlau — Weißig) fahren wir bis 
Weißig. Wir wandern am „Gasthof Weißig" vorbei, 
biegen in den zweiten Weg, der nach rechts führt 
und gelangen so nach wenigen Schritten links in 
einen Steinbruch im Porphyrit. Das Grestein , Jentzschs 
Amygdalophyr, ist von hellbläulicher oder grünlich- 



m ■ r,,,.„|,, Original from 

□ ig^edby^OOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



138 



10. Exkursion 



grauer Farbe. In der dichten Grundmasse erkennt 
man 1 bis 2 mm , selten bis 4 mm lange Feldspäte, 
u. d. M. auch reichlich braunes, trübes Glas, Chlorit, 
Titaneisen, Pyrit, Hämatit und seltene Apatite. Die 
plattenförmige Absonderung und die zahllosen Klüfte, 
die ihn in senkrechter Richtung durchsetzen, erleichtern 
ungemein die rasch vorwärts- schreiten de Verwitterung. 
Das Gestein wird dadurch braun, seltener sogar grau- 
weiß und kavernös. Es wird, namentlich im Han- 
genden, von unzähligen Blasenräumen durchzogen, 
die entweder schlauchförmig, eiförmig oder ganz 
unregelmäßig gestaltet sind, und in denen sich 
sekundäre Mineralien in der Gestalt von Mandeln 
ausgeschieden haben. Diese sind zuweilen zerbrochen, 
die Bruchflächen wurden aber wieder ausgeheilt. 
Ihre Oberfläche ist glatt, aber zumeist löcherig, 
porös, schwammig und zeigt zuweilen rhomboedrische 
Eindrücke. 

Die Mandeln bestehen zumeist aus drusigem, 
grau bis amethystrotem Quarz. Außen befinden sich 
oft mehrere Lagen von Chalzedon oder Hornstein, 
zuweilen in Pseudomorphosen nach Kalkspatskaleno- 
edern. Im Innern der Drusen bemerkt man mit- 
unter noch Prehnit, Eisenglanz, Brauneisenerz, 
Manganoxyde, Pyrit, rötlichen Talk, Bleiglanz und 
nach Jentzsch gediegenes Blei. Ferner kommt noch 
ein chloritsches Mineral vor, der Chlorophänerit. 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



10. Exkursion 



139 



Der Porphyrit lagert deckenförmig auf rotliegenden 
Sedimenten, die man in der NW- Ecke des Bruches 
aufgeschlossen findet. Die Sedimente und die Auf- 
lagerungsfläche besitzen ein Fallen von gegen 30 
nach Süden. Erstere bestehen aus Porphyrittuffen 
und Arkosen von graugrüner, gelber und brauner 
Farbe. Sie enthalten undeutliche Pflanzenreste und 
Kohlenschmitzchen. Am Nordrande des Hutberges 
gehen sie in Konglomerate über, doch lohnt es sich 
nicht, diese Stellen aufzusuchen. Wir gehen wieder 
aus dem Bruche zurück und schlagen jenen Weg 
ein, der an der Friedhofsmauer vorüberführt. Dort 
wo er sich gabelt und gleichzeitig von einem anderen 
geschnitten wird, folge man letzterem nach links 
bis fast zum Muldentiefsten. Hier findet man noch 
hie und da Bruchstücke des hier ausstreichenden 
Brandschiefers. Ab und zu gelingt es auch, noch 
bestimmbare Pflanzenreste darin zu erbeuten. Die 
Weißiger Brandschiefer stimmen in ihren tierischen 
und pflanzlichen Resten mit denen von Saalhausen 
bei Oschatz überein, sind also dem Mittelrotliegenden, 
der Lebacher Stufe des Saargebietes zu parallelisieren. 

Wir kehren zur Weggabelung zurück , wo wir jetzt 
dem linken, an der nächsten Gabelung aber dem 
rechten Wege folgen. Kurz vor dem letzten Hause 
an der linken Seite der Straße gehen wir links die 
Viehtreibe hinan, um in die Steinbrüche des Linden- 



. . (~~ /-v/-. ,-• I ,-i Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



140 



10. Exkursion 



und Buschberges zu gelangen. Auf dem Wege danin 
kommen wir zunächst an einen Anbruch im ton- 
steinartigem Porphyrittuff. Dieser ist im frischen 
Zustand von weißer Farbe, im angewitterten braun 
und dem verwitterten Porphyrit täuschend ähnlich. 
Hier ist eine von Westen nach Osten verlaufende 
Verwerfungsspalte aufgeschlossen; nördlich von ihr 
streicht der Tuff N 65 bei 70° NW Einfallen, 
südlich von derselben N 43 W und fällt mit 60 
nach SW ein. — Kurz vor der Höhe gabelt sich der 
Weg; halten wir uns links, so gelangen wir in 
Porphyritbrüche. Hier sind die Mandeln besonders 
schön ausgebildet, indem als äußerste Hülle ein 
rotes Mineral, ein orthoklastischer Feldspat, der 
Weißigit, auftritt. Dieser kann auch im Innern 
von Drusen sitzen und dann bis 5 cm lang werden. 
Wir kehren zur Viehtreibe wieder zurück und ge- 
langen in Steinbrüche auf dem Buschberg, wo wir 
grünlichgraue, fleckige, verkieselte, brekzienartige 
Porphyrittuffe vorfinden, die zahlreiche Bruchstücke 
von Porphyrit, Tuffen, Sandsteinen und Bruchstücke 
von glasigen Bomben des Porphyrites enthalten. — 
Von hier schreiten wir auf der Viehtreibe in der 
alten Richtung weiter, zunächst ein Stück durch 
ein Tännicht, dann über ein Feld, an dessen Ende 
die Viehtreibe in einen Fußpfad übergeht, dem wir 
am Buschrande hin folgen. Ein Feldweg führt uns 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



10. Exkursion 



141 



bald rechts hinab. Dort wo der Weg wieder etwas 
zu steigen beginnt, liegen Blöcke eines gelblichen, 
oft stark eisenschüssigen Sandsteines mit undeutlichen 
Muschelabdrücken umher, die einem kleinen, von der 
Erosion verschont gebliebenen Rest der früher all- 
gemeiner verbreiteten Kreideformation und zwar dem 
Cenoman angehören. Bei Schullwitz lieferten sie 
früher Alectryonia carinata Lam., Vola notabüis M., 
Inoceramus bokemicus Leonh. u. a. Wir treffen auf 
einen von Westen kommenden Feldweg, dem wir 
links folgen. Der vierte hiervon linksabgehende 
Feldweg führt uns in einen Anbruch in stark silifi- 
ziertem, porphyritischem , grünlichblauem Glastuff. 
Dies spröde, stark zerklüftete Gestein enthält bimsstein- 
artige, perlitische, schaumige, von Chalzedon durch- 
tränkte Glaspartikelchen. Seltener sind u. d. M. 
Apatite oder Feldspate. Der Tuff fällt mit zirka 
40 a nach Westen ein. 

Wir schreiten nun nach Weißig wieder zurück, 
dabei haben wir Gelegenheit, Hutberg und Linden- 
berg nochmals zu überschauen. Das Rotliegende 
von Weißig bildet eine kleine Mulde, deren Achse 
von WNW nach OSO verläuft. Im Süden wird sie 
durch eine Verwerfung begrenzt, wodurch der Granit 
über das Perm geschoben worden ist. Daß sich das 
Rotliegende früher über ein größeres Gebiet erstreckte, 
geht aus dem Vorkommen von brekzienartigen Tuffen 



m ■ f"*™^nl^ Original from 

□ igniizedby^OO^IL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



142 



10. Exkursion 



auf dem Granitplateau bei Klein -Erkmannsdorf her- 
vor. Die schwarze Farbe und der Bitumengehalt des 
Brandschiefers haben zu wiederholten Malen zu er- 
folglosen Schürf versuchen auf Kohle angeregt, zu- 
letzt im Jahre 1874, wobei uns wertvolle Aufschlüsse 
über den Schichtenaufbau, die Mächtigkeit und den 
Fossilieninhalt des Brandschief er horizontes zuteil 
wurden. 

Yon Weißig geht man am besten über Gönns- 
dorf und durch den Helfenberger oder Wachwitz-Grund 
hinunter in die Elbaue, von wo aus man mit der 
elektrischen Straßenbahn nach Dresden zurückfahren 
kann. 

Auf der Wanderung durch den Helfenberger 
Grund hat man die günstige Gelegenheit, die beiden 
Varietäten des Lausitzer Hauptgranites unmittelbar 
hintereinander zu studieren. Der obere Teil des 
Grundes bis zu dem kleinen Teiche kurz oberhalb 
des Hochbehälters befindet sich im Gebiete des 
Granitits, der untere in dem des Granits. Ersterer 
ist mittelkörnig, lichter und zwar hellgrau gefärbt, 
ärmer au Quarz und Biotit, der hier in hexagonalen 
Blättchen auftritt, dafür aber reicher an Feldspat 
Der Granit hingegen ist von kleinem Korn, hell bis 
dunkel -blaugrau, führt neben dem hier unregel- 
mäßigen Biotit noch Muscovit, Der Granit ist gern 
in Platten abgesondert, während der Granitit mehr 



. f""/\/-wiL-» Original frarn 

Digtfized by IpOOgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



10. Exkursion 



143 



dickbankig vorkommt und dann oft zu Block- 
anhäufungen Veranlassung gibt. Eine scharfe Grenze 
zwischen beiden Typen läßt sich hier im Helfen- 
berger Grunde nicht finden, sie gehen durch viele 
Übergänge ineinander über. In der Nähe des Hoch- 
behälters ist der Granit noch regellos -körnig. Von 
dem Seitentälchen an, das bald zur Rechten mündet, 
tritt eine gewisse Parallelstruktur auf, die dem 
Granit ein gneisähnliches Aussehen gibt. Da unter 
dem Mikroskop außer der Parallelstellung der Glimmer- 
blättchen sich keine irgendwelche Unterschiede vom 
normalen Typus bemerkbar machen, so handelt es 
sich hier wohl um eine primäre Fluidalstruktur 
innerhalb des granitischen Magmas. Bald gelangen 
wir an einen Steinbruch. In größter Nähe der 
Lausitzer Hauptverwerfung ist das Gestein von zahl- 
losen Kluftfläehen durchzogen, die es in zahlreiche 
Fragmente zerlegen. Zuweilen scharen sich viele 
Spalten zu gangartigen Zerrüttungszonen. Die Wände 
des mehrere Quadratmeter großen Bruches sind zum 
Teil von Harnischen überzogen. Schließlich sei noch 
auf die zahllosen Einschlüsse hochmetamorphosierter 
Gesteine der nordsächsischen Grauwackenformation 
sowie auf die basischen Ausscheidungen in Granit 
aufmerksam gemacht. 



. . (~~ /wtlo Original frarn 

Digmzed by l^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



11» Exkursion 

Von Pillnitz Uber Klein -Graupe, Hohe Brücken, 
Bonnewitz, Elbersdorf, Dittersbach und Rossendorf 

nach Weißig 

Ganztägig; 29 km 

1. Stratigr'aphische Übersicht: 

a) Elbtaldiluvium. 

2. Jungdiluvialer Tallehm, -sand und grand. 

1. Die ältere Talstufe. 

Der Sandlöß von Klein- Graupe. 

Der Heidesand. 

Die älteren Elbschotter. 

b) Das Diluvium der Hochfläche. 

6. Altdiluviale Flußschotter von Graupe und 
Dittersbach. 

5. Obere Geschiebesande (Rückzugs- und End- 
moräne) des Harthewaldes. 

4. Oberer Geschiebelehm von Porschendorf und 
Dittersbach. 

3. Diluvialton und Schlepp (glaziale Stauwasser- 
ablagerungen) von Porschendorf undDittersbach. 

2. Untere Geschiebesande (Rückzugs- und End- 
moränen) von Dittersbach. 

1. Unterer Geschiebelehm (Grundmoräne) von 
Porschendorf und Dittersbach. 

c) Der Lausitzer Granit mit alten und neuen 
Quetschzonen. 

Sektion Pillnitz - Weißig. 



Bigiti;edby Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



11. Exkursion 



145 



IL 

ir fahren mit der Straßenbahnlinie 18 bis 
Pillnitz. Zur Linken begleitet uns der 
Steilabfall des Lausitzers Plateaus, dessen 
Schroffheit durch angelagerte Heidesande wesentlich 
gemildert erscheint. Zur Rechten breitet sich die weite, 
jungdiluviale Elbaue aus, die wesentlich aus Tal- 
lehm und Talsanden besteht. Nachdem wir die könig- 
liche Sommerresidenz durchschritten haben, gelangen 
wir auf genußreicher Wanderung im Schatten einer 
prächtigen Kastanienallee nach Oberpoyritz. Schon 
aus der Ferne fällt uns vor uns eine bewaldete Gelände- 
stufe auf, die sich von Oberpoyritz und Graupe 
weit südwärts in die jungdiluviale Talaue vorschiebt. 
Kurz vor der Schankwirtschaft in Oberpoyritz wenden 
wir uns rechts auf Söbrigen zu und gelangen so in 
eine große Kiesgrube. Unter einer hier dünnen 
Decke von Heidesand bemerken wir in dieser wohl- 
geschichtete, horizontallagernde Sand-, Kies- und 
Schottermassen. Da an ihrer Zusammensetzung 
böhmisches Material, insbesondere die leicht wieder 
zu erkennenden Tschernoseker Gneise, neben Phono- 
lithen, Basalten, vielen Sandsteingeröllen, Graniten, 
Grauwacken und massenhaften Quarzen sich be- 
teiligen, erkennen wir unschwer, daß wir es hier 
mit jungdiluvialen Elbschottern der älteren Talstufe 
zu tun haben. 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 10 

. . (~~ s\ /~. ,-i I ( -v Original frorn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 




146 11. Exkursion 

Wir kehren zur Chaussee zurück, der wir bis 
Klein- Graupe folgen. Zur Linken grüßt der Bors- 
berg (Porsberg) herüber, mit 353 m die höchste Er- 
hebung des Plateaus. Yerlief der Steilabfall der 
Hochfläche bisher in ost südöstlicher, also Lausitzer 
Richtung, so findet hier eine Richtungsänderung 
nach NO statt, also in erzgebirgischer Richtung und 
zwar bis Dittersbach, um dann von hier wieder die 
alte Richtung aufkommen zu lassen. Kretazeische 
Sedimente konnten sich in diesem Haken, den die 
Lausitzer Hauptverwerfung hier geschlagen hat , gut 
erhalten. Sie helfen im Verein mit diluvialen Sanden 
und Lehmen den Übergang vom Plateau zur Elbaue 
sanfter zu gestalten. Vor dem Gasthause zum 
tiefen Grunde in Klein -Graupe schwenken wir links 
ab, um uns nach 200 m rechts zu halten. Hinter 
den letzten Gebäuden befindet sich links eine Grube 
in graublauen, oberturonen Kreidemergeln. Das 
Hangende bildet eine Decke altdiluvialer Flußschotter, 
die sich taschen- und fingerförmig in die liegenden 
Mergel eingegraben haben. Einzelne größere Geschiebe 
sind wohl auch in dieselbe eingesunken, so daß 
der Eindruck von Geschiebelehm erweckt wird. 
Dieser oberturone Mergel bildet den Untergrund von 
Klein- und Groß- Graupe sowie von Bonnewitz und 
erstreckt sich südwärts bis auf das linke Ufer der 
Elbe. Infolge seiner Wasserundurchlässigkeit aber 



Bigtoedb» G00glC Origm.lf,™ 



NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



11. Exkursion 



147 



ist er ein gern gesehener Wasserhorizont, der die 
Wasserleitungen von Pillnitz, Hosterwitz u. a. Ort- 
schaften speist. Jene altdiluvialen Fiußschotter ent- 
halten lediglich nördliche und nordische Gesteine als 
Gerölle, solche aus Böhmen, z.B. der Tschernoseker 
Gneis, fehlen völlig. Die Schotter stellen einen 
breiten Kegel dar, den ein diluvialer aus der Lausitz 
kommender Fluß in das Elbtal vorgeschoben hat. 
Diesem aufgelagert, finden wir in der nahen Ziegelei- 
grube den sog. Sandlöß, eine 15 m mächtige Wechsel- 
lagerung dünner Löß- und Sandlagen, der wie typi- 
scher Löß in senkrechten Wänden bricht. Überlagert 
wird das ganze von 1 bis 1,5 m mächtigem, un- 
geschichtetem, fettem Lößlehm jungdiluvialen Alters, 
der einer Decke gleich, Hochflächen, Kuppen und 
Hänge überzieht. Seine Quarzkörnchen sind gut 
gerundet. 

Am besten begeben wir uns nun wieder zurück 
zum Gasthof, von wo aus wir der Straße nach Groß- 
Graupe folgen, das wir, am Lohengrinhaus vorüber- 
kommend , in der Eichtling auf Bonnewitz verlassen. 
Gleich hinter dem letzten Hause rechts haben wir 
einen schönen Aufschluß in den jenen Sandlöß unter- 
lagernden altdiluvialen Flußschottern. 

Nach einer Viertelstunde Weges haben wir 
Bonnewitz erreicht. An einem kleinen Teiche wenden 
wir uns rechts, indem wir die Richtung nach 

10* 

„. . .... I., Original from 

□ igrtized by V_.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



148 



11. Exkursion 



Porschendorf einschlagen. Man könnte auch einen 
lohnenden Abstecher nach den nördlich von Bonne- 
witz befindlichen „Hohen Brücken" einschalten. Der 
Lausitzer Granit wird , wie an vielen anderen Stellen 
so auch hier von oft Hunderten von Meter breiten 
Quetschzonen gangartig durchsetzt. In diesen Zonen 
ist es zur Neubildung von grauen, braunen, grün bis 
schwarzen, deutlich gebänderten oder buntgeäderten 
uneben schief rigen Quarzphylliten und Serizitgneisen 
gekommen. Ihr Alter ergibt sich daraus, daß der 
Diabas mit zerquetscht wurde, nicht aber der Por- 
phyrie Sie stehen in keinem Zusammenhange mit 
der Lausitzer Hauptverwerfung, sind vielmehr sekun- 
där von dieser wieder beeinflußt worden, wie man 
an den Hohen Brücken schön beobachten kann, 
wo sie in kantige, schulpige Fragmente zerquetscht 
worden sind. 

Von diesem Abstecher nach Bonnewitz zurück- 
gekehrt, schreiten wir nun ungefähr 20 Minuten 
genau ostwärts, passieren den Kiemnitzgrund, hinter 
welchem uns der Leichen weg in nordöstlicher Richtung 
in schönem Nadelwald weiterführt. Nach 10 bis 
15 Minuten erreichen wir die Porschendorfer Ziegelei, 
woselbst die Grundmoräne in Gestalt von Geschiebe- 
lehm aufgeschlossen ist. Auf der Sohle des Auf- 
schlusses bemerken wir einen grau- bis blauschwarzen 
Ton, und zwar einen von dem vorrückenden Eise 



Digitizsd by GOOglC NEWYoSbLKlTbRARY 



11. Exkursion 



149 



völlig umgearbeiteten, mit Geschieben durchkneteten 
und verschleppten Tertiärton. Er kommt in innigster 
Verbindung mit einer grauen bis braunen Abänderung 
vor. Über dieser im allgemeinen geschiebearmen 
und tonigen Stufe folgt hier eine obere Stufe von 
geschiebereicherem, sandigem, grau bis dünkelgelbem 
Geschiebelehm. Zwischen beide Stufen schieben sich 
ausgezeichnet geschichtete Schleppsande, typische 
Stau wasserabsätze , ein . 

Die Lagerungsverhältnisse zwischen beiden Stufen, 
sowie zwischen den beiden Gliedern der unteren 
Stufe sind stark gestört. Ihre Grenzen verlaufen 
oft ganz bizarr. So greift der blauschwarze Ge- 
schiebeton fahnenähnlich in die hellen hangenden 
Partien ein, so daß die Wände ein geflammtes Aus- 
sehen erlangen körinen. Der Geschiebelehm, die 
Grundmoräne des nordischen Inlandeises, ist hier 
das älteste diluviale Gebilde. In seiner typischen 
Ausbildung, so in den hangenden Partien des Auf- 
schlusses, -stellt er ein Zermalmungsprodukt der 
allerverschiedensten Gesteine dar, die durch wirr 
gelagerte große und kleine Fragmente vertreten sind. 
Neben baltischen Feuersteinen, silurischen Kalken 
von Gotland, Oeland u. a. 0., Scolithussandsteinen 
und Quarziten von Dalarne und Smäland kann man 
auch rote Elfdalener Porphyre und Rappakiwis der 
Alandinseln sammeln. 



m ■ jl f""/\/-wiL-» Original frarn 

Digtfized by <w.OO£lfc NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



150 11. Exkursion 

Zu den massenhaften schwedischen Gneisen, Gra- 
niten, Schriftgraniten, Porphyren, Dioriten, Diabasen 
und Hornblendeschiefern gesellt sich naturgemäß 
auch Lausitzer Material, wie Granitite, Granite, Quarz- 
biotitschiefer, Flecken- und Knotengrauwacken usw. 
Stücke von verkohltem Holz (Cupressoxylon) sowie 
die wohlgerundeten Milchquarze und Lydite ent- 
stammen dem Miozän der Lausitz, während gelegent- 
lich vorkommende verkieselte Hölzer auf permische 
Ablagerungen unter der Diluvialbedeckung hindeuten. 
Sehr häufig sind die Geschiebe poliert und geschrammt. 

Direkt nordwärts von den Ziegelei gebäuden biegen 
wir links in den Feldweg zur Dittersbacher oder 
Schönen Höhe ein» Beim Bau der Eisenbahn, die 
wir bald überschritten haben, wurde derselbe schlepp- 
artige Feinsand angetroffen, wie wir ihn in der 
Ziegeleigrube soeben studieren konnten und wie 
wir ihn in Dittersbach wiederum antreffen werden. 
Wir ersteigen die jenseitige mit Gehängelöß bedeckte 
Anhöhe bis zu der Kirschbaumallee, an der links 
zwei kleine Gebäude stehen; hier gehen wir rechts 
hinab bis zur Weggabelung, wo wir uns links * 
halten. Wir erreichen die Straße, die uns nordwärts 
durch Klein -Elbersdorf führt. Bald umfängt uns 
herrlicher Wald. Nach kurzem erreichen wir Ditters- 
bach. Vor der Schule wenden wir uns links, nach 
200 m wiederum links in der Richtung Eschdorf- 



. Cnnnls* Original frarn 

Digtfized by ^.OO^lt NEWYORK PUBLIC LIBRARY 



11. Exkursion 



151 



Kossendorf. Auf der Höhe liegt eine Kiesgrube in 
altdiluvialen Flußschottern. Weiße Sande wechseln 
mit durch Eisen- und Manganmulm gelb, braun ja 
schwarz gefärbten ab, Sie weisen ausgezeichnete 
diskordante Parallelstruktur auf. Das Schotter- 
material stimmt mit dem von Graupe genau überein, 
höchstens sind die Sandsteingerölle nicht ganz so 
häufig. 

Noch weiter oben auf der Höhe erreichen wir 
bald die Dittersbacher Ziegeleigruben. Hier lagert 
unter einer Decke von Lößlehm und einer 0,5 m 
mächtigen Schicht von echtem Geschiebelehm ein 
Bänderton. 1 bis 2 cm dicke Lagen eines gelblichen 
oder rötlichen, mageren Tones wechseln mit 0,5 cm 
dicken eines grauen, fetten Tones ab. Das Liegende 
bildet ein schleppartiger Feinsand, der ungemein 
zierlich geschichtet ist. Infolge seiner feinkörnigen 
Beschaffenheit wird er als Formsand verwendet. 
Diese Feinsande und Bändertone stellen Aus- 
schlämmungsprodukte der Grundmoräne dar und 
kamen in einem großen Becken zur Absetzung, aus 
dem der Sandsteinrücken mit der Schönen Höhe und 
dem Kohlberge als Halbinsel hervorragte. 

.150 m nördlich von der Ziegelei finden wir einen 
Weg, der uns in nordwestlicher Richtung auf Rossen- 
dorf zu über eine Geschiebelehmfläche führt, die 
zur Vertoifung neigt. Wir nähern uns bald einem 



■ j"^ J,, Original from 

□ igrtized by V_.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



152 



11. Exkursion 



auffälligen Walle von bewaldeten Hügeln , dem Einzel- 
hügel vorgelagert sind. "Wir haben es hier mit 
einer der am meisten charakteristischen Endmoränen 
Sachsens zu tun. Ehemals stand dieses Vorkomm- 
nis des Harthewaldes in Verbindung mit denen 
von Reitzendorf und Bühlau. Der Endmoränenwall 
nahm also auch hier, wie es aus Norddeutschland, 
bekannt ist, jenen guirlandenähnlichen Verlauf mit 
steilem Südabfall und einem sanftabdachenden Nord- 
abfall. Das Material, woraus diese Moränenkuppen 
bestehen, sind Geschiebesande. Sie bildeten sich, 
während der Invasion des nordischen Eises zu 
Zeiten des Stillstandes, während die deckenförmig 
ausgebreiteten Geschiebesande anderer Stellen mehr 
Rückzugsmoränen entsprechen, also aus einer Zeit 
stammen, in der die Abschmelzung stärker als der 
Nachschub des Eises war. Beide Vorkommen werden 
wir in Kiesgruben studieren, deren eine wir bald 
unmittelbar am Wege finden. Das Material dieser 
Grube ist dasselbe wie das des Geschiebelehms, 
tonige Beimengungen fehlen aber fast ganz. Wir 
haben es zumeist mit einer raschen Wechsellagerung 
von geschichteten Kies- und sehr feingeschichteten 
Sandbänken zu tun. Wie in vertikaler so auch in 
horizontaler Richtung ist ein jäher Wechsel die 
Regel. Die einzelnen Bänke sind oft zopfartig mit- 
einander verwachsen, zuweilen stoßen sie auch ganz 



u j"^ J,, Original from 

□ igrtized by V_>OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



11. Exkursion 



scharf aneinander ab, wie wir es am Rossendorfer 
Teich finden werden. Dasselbe Bild zeigt uns die 
große Kiesgrube bei Rossendorf, die wir nach 
12 Minuten erreichen: Sand und Kies in rascher 
Wechsellagerung eigentümlich verflochten. Grobes 
Material ist ziemlich selten, wenn es auch nicht fehlt. 




Fig. 5. Profil in einer Kiesgrube nördlich vom 
großen Rossendorfer Teich 

Profilhöhe 1,5 m 



Wir benutzen nun den unmittelbar nordwärts 
von der letzteren Sandgrube anfangs in nordöstlicher 
Richtung hinführenden Weg. Bald folgen wir einem 
sich von ihm links abzweigenden, halten uns aber bei 
einer abermaligen Gabelung rechts. In der Nähe 
eines kleinen idyllisch gelegenen Waldteiches befindet 



■ f~"/\r\n\s* Original fram 

Digwzed by l^OOgtt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



154 



11. Exkursion 



sich eine kleine Grube. Sie bietet insofern einiges 
Interesse, weil hier der deckenförmig ausgebreitete 
Geschiebesand eine geschiebelehm-ähnliche Beschaffen- 
heit aufweist. Unter einer Hülle von Lößlehm lagert 
ein graublauer bis violettgrauer Lehm mit einzelnen 
gerundeten Geschieben wie Quarzen, Kieselschiefern, 




Fig. 6. Profil in einer Kiesgrube dicht nördlich 
vom großen Rossendorfer Teich 

■ 

Profilhöhe 2 m 



Porphyren usw. Wir erreichen bald das Wirtshaus 
am Scheu kkübel und daneben das Forsthaus an der 
belebten Dresden- Radeberger Straße, der wir west- 
wärts folgen. Nach vier Minuten führt uns ein 
Fahrweg in eine Kiesgrube zur Rechten, nahe an 
dem großen Rossendorfer Teiche, wo sich einer schöner 



Coogle 



Original frorn 
NEW YDRK PUBLIC LIBRARY 



11, Exkursion 



155 



Einblick in die wirr gelagerten Massen des Geschiebe- 
sandes gewinnen läßt. Im inneren Teile des Auf- 
schlusses schneidet ein grobe Gerölle führender 
Schuttstrom haarscharf längs einer fast senkrechten 
Fläche an wohlgeschichteten Sanden mit wenig 
hervortretender Diskordanz ab. Durch das Führen 
großer Geschiebe erweckt er das Aussehen typischer 
Blockpackung (vgl. Fig. 6). 

Wir folgen der Straße weiter in westlicher 
Richtung am Linden- und Hutberg vorüber und 
erreichen nach drei Viertelstunden Weißig und die 
Straßenbahn, die uns nach Dresden zurückbringen 
wird. 

Uber das Rotliegende von Weißig, das die eben 
genannten Berge zusammensetzt, unterrichtete uns 
die 10. Exkursion. 

Auf unserer heutigen Wanderung hatten wir 
Gelegenheit, ein Stück typischer Lausitzer Land- 
schaft kennen zu lernen, gekennzeichnet durch das 
Fehlen größerer Erhebungen, besonders aber durch die 
weiten, flachen, mulden- oder birnenförmigen Ein- 
senkungen, die zumeist naß und sumpfig sind und 
die die Quellgebiete zahlreicher kleiner Rinnsale 
darstellen, von denen sie gleichzeitig nach den ver- 
schiedensten Richtungen entwässert werden. 



Digimed by GoOglC nEWYoSbLKUBRARY 



13. Exkursion 



Von Niedersedlitz durch das Lockwitztal nach 
Wittgensdorf, Haxen, Mühlbach und Häseligt 1 

Ganztägig; 20 km 

I. Stratigraphische Übersicht: 

9. Gehängelehm , Tallehm und Talkies, jung- und alt- 
diluviale Lockwitztalsohotter. 

8. Cenomaner Sandstein mit Aleetryonia earinata. 

7. Das mittlere Rotliegende: Porphyrkonglomerate, 
Arkosesandsteine , Tonsteine, Schieferletten. 

6. Der Granitit, Syenit, Hornblendegranitit, Tonalit, 
Quarzaugitdiorit , Quarzporphyr. 

5. Die kontaktmetamorphe Weesensteiner Grauwacken- 
formation: kristalline z. T. gerölleführende Grau- 
wacken, Hornfelse, wechsellagernd mit Knoten- 
glimmerschiefern, gneisähnliche, meist cordierit- 
reiche Gesteine, Quarzit, Augit- Hornblendeschiefer. 

4. Das Devon (?), Diabas, Diabastuff, Kalkstein, Ton- 
und Knotenschiefer. 

3. Die Silurformation: Kieselschiefer und Graphit- 
quarzite, Ton- und Knotensohiefer sowie Horn- 
felse. 



1) Kann auch bis Glashütte fortgesetzt werden, um 
dort zu übernachten und anderen Tages die 9. Exkursion 
anzuschließen. 



Digtoed by Google N E WYO°rau™BRARV 



I 



12. Exkursion 



157 



2. Bas Kambrium: grünlichgraue Tonschiefer. 
1. Die Phyllitformation : glimmeriger Phyllit, Chlorit 
gneis, Kalkstein. 

Sektion Kreischa -Hänichen. 
Aus dieser rührt unser Profil 1 auf Tafel VI. 



ir beginnen die Exkursion an der Bahn- 
station Niedersedlitz der Linie Dresden — 



j vingstdiluvialen Elbaue. Wenn wir dort frisch- 
gepflügte Felder antreffen, so bemerken wir, daß 
die oberste Bodenschicht, der Tallehm, eine auf- 
fällig rötliche Färbung besitzt. Es rührt diese von 
feinem Detritus des Rotliegenden her, den die Lock- 
witz aus der Gegend von Kreischa herbeigebracht 
und hier in der jüngsten Diluvialzeit abgesetzt hat. 
Nördlich von der Bahnstation, in der Ziegelei am 
Wege nach Leuben, würden wir diesen rötlichen 
Tallehm anstehend finden, darunter Talkiese, deren 
Material größtenteils ebenfalls dem Lockwitztal ent^ 
stammt. 

"Wir schlagen darauf die Straße nach Lockwitz 
ein und durchschreiten auf ihr zunächst Nieder- 
sedlitz. Die hinter dem Dorfe vor uns ansteigenden 
Berglehnen sind weithin mit fruchtbarem, lößartigem 
Gehängelehm überkleidet; Zur Rechten längs der 



II. 




Bodenbach. Dieser Punkt liegt in der 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



158 12. Exkursion 



Straße haben wir die alluviale Talrinne der Lockwit?, 
an deren linkem Ufer sich eine niedrige Terrasse 
von jungdiluvialen Lockwitzschottern erhebt. Eine 
Kiesgrube unweit der Niedermühle würde uns Ge- 
legenheit geben, diese Schotter genauer zu studieren. 
Wir durchschreiten Lockwitz bis zur Brücke über 
den Fluß und gehen dort links ab unterhalb des 
Friedhofes weg nach dem herrschaftlichen Park. 
Dicht hinter den letzten Häusern des Ortes beginnen 
sich hier am rechten Talgehänge Entblößungen von 
Granitit zu zeigen. Wenige Schritte weiter talauf 
wird dies Gestein in einem Steinbruch gewonnen. 
Dieser Granitit gleicht petrographisch dem normalen 
Lausitzer Granitit, zu dessen Gebiet er geologisch 
gehört, und den wir schon etwa 10 km nördlich von 
hier jenseits des Elbtales und zugleich jenseits der 
großen Lausitzer Hauptverwerfung wieder treffen 
können. Auch die Felsen am steilen Talgehänge 
gegenüber bestehen aus diesem Gestein. Obenauf 
lagert drüben Carinatenpläner, der in dieser Gegend 
die untersten Schichten der oberen Kreideformation 
darstellt. 

Im Parke talaufwärts wandernd, gelangen wir 
ungefähr 375 Schritt südwestlich von dem Granit- 
steinbruch an die Gebirgsscheide zwischen Granit 
und Schiefergebirge, die indessen wegen der Be- 
waldung nicht sehr scharf hervortritt. An den 



Digtoed by Google N E WYO°rau™BRARV 



12. Exkursion 



159 



Böschungen des etwa in 15 bis 20 m Höhe am 
Gehänge hinführenden Fußweges finden wir stark 
kristalline Grauwacken und Hornfelse anstehen, die 
mit Knotenglimmerschiefern wechsellagern. An einer 
Stelle, bei der Talbiegung, enthalten sie Gerölle 
führende Zwischenbänke. Während bei diesen die 
Grund masse starke Kontaktmetamorphose erlitten hat, 
ist die Gestalt der aus Quarz und Granit bestehenden 
Gerölle unversehrt erhalten geblieben. Die Grau- 
wackenformation, der alle diese stark veränderten 
Gesteine angehören, ist geologisch unsicheren Alters. 
Eine bestimmte Einreihung in das System ist schon 
deshalb unmöglich, weil wir diese versteinerungs- 
leeren Schichten überall nur im kontaktmetamorphi- 
schen Zustand kennen und so nicht einmal rein 
petrographische Vergleiche mit ihrem geologischen 
Alter nach bekannten Schichten der Nachbargegenden 
anstellen können. Nach den Lagerungsverhältnissen 
kommt sowohl Kambrium als Devon in Frage, Den 
Gerölle führenden Horizont des durchweg stark auf- 
gerichteten, hier steil nach NO einfallenden Kom- 
plexes werden wir später drüben im Müglitztal 
wieder antreffen, und zwar dort weit besser auf- 
geschlossen als hier. 

Gegenüber der Fabrik, wo das Seitental von 
Großborthen herabkommt, verlassen wir das rechte 
Talgehänge und folgen von nun ab der Straße am 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



160 



12. Exkursion 



linken Ufer entlang. Das Gehänge hinter der Fabrik 
besteht noch aus denselben Gesteinen, die wir zuletzt 
durchschritten haben. Von dem oben am linken Tal- 
rand gelegenen, durch seine prähistorische Begräbnis- 
stätte bekannten Dorfe Sobrigau ab, weisen indessen 
die beiderseitigen Talseiten eine andere Zusammen- 
setzung auf. Sie bestehen nämlich von hier ab aus 
einem gneisähnlichen, zum Teil sehr grobkristallinen 
Gestein , das durch seine Struktur sich als hochgradig 
im Kontakt verändert erweist. Neben seinen Haupt- 
gemengteilen Quarz, Orthoklas, Plagioklas, braunem 
und farblosem Glimmer enthält es gewöhnlich noch 
Cordierit oder Andalusit oder auch beide Kontakt- 
mineralien zusammen. Besonders grobkristallin und 
reich an Cordierit tritt es uns dicht oberhalb der 
Schokoladenfabrik an der felsigen Straßenböschung 
entgegen. Die dunkelblaugrauen, bei der Verwitte- 
rung sich rötenden Cordieritkörner erreichen hier 
bis 4 mm im Durchmesser. Lichtgefärbte Quarz- 
Feldspattrümer, die auch Cordierit enthalten, durch- 
ziehen das Gestein. 

Wir gelangen darauf unterhalb von der Hummel- 
mühle in einen merklich breiteren Talabschnitt, dessen 
Gehänge aus Rotliegendem gebildet sind. Wir stehen 
hier in einer Seitenbucht des Großen Rotliegend- 
beckens, zu dem auch die bekannten Steinkohle 
führenden Ablagerungen im Plauenschen Grunde ge- 



Digtoed by Google N E WY0°rau™BRARV 



12. Exkursion 



161 



hören. Die hiesigen Schichten bestehen aus Schiefer- 
letten , Tonsteinen, Arkosesand steinen und Porphyr- 
konglomeraten. Schon wenige Schritte oberhalb der 
Mühle, die zugleich Wirtshaus ist, springt am rechten 
Talgehänge ein mächtiger Felsenriegel hervor , der 
Blauberg, der aus stark kontaktmetamorphisch ver- 
ändertem Kieselschiefer und aus Hornfels besteht. 
Ihm gegenüber erhebt sich am linken Lockwitz- 
ufer der Hummelstein. Die so gebildete, das Tal 
verengende Barre trennt das Rotliegende an der 
Hummelmühle von der Mulde von Kreischa -Quohren. 
Es empfiehlt sich, die durch Graphitgehalt ausge- 
zeichneten Kieselschiefer (Graphitquarzite) des Blau- 
berges (siehe Profil 1 Tafel VI), sowie die südwest- 
lich sich anschließenden Hornfelse in dem großen 
Steinbruche an der Straße zu studieren. Noch 
weiter talaufwärts sieht man an der Straßen- 
böschung auch den Syenit hervorstoßen, dessen Ober- 
flache nach allen Erfahrungen flach unter die ver- 
änderten Schiefergesteine des Blauberges einschießt. 
Für diese Annahme spricht besonders das Profil des 
Preußerschachtes südöstlich von der Hummelmühle, 
den man in der Hoffnung, unter dem Rotliegenden 
Steinkohlen zu finden, bis auf den Syenit nieder- 
brachte. Auf der allerdings fast ganz abgetragenen 
Halde dieses alten Yersuchsschachtes finden wir näm- 
lich ein typisches Kontaktgestein, das zwischen dem 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 11 

Digimed by Google KEWmSKPUBUClfflMW 



162 



12. Exkursion 



Rotliegenden und dem Syenit durchteuft wurde, also 
dem Eruptivstock aufruht. Es ist ein feinkörnig 
schuppiger Gliramerfels, der die drei charakteristi- 
schen Kontaktmineralien Andalusit, Cordierit und 
Sillimanit zusammen euthält. 

Um zu dieser Halde zu gelangen, schlagen wir 
von der Hummelmühle aus, wohin wir vom Fuße des 
Blauberges zurückgekehrt sind, zunächst die Straße 
nach Burgstädtel und sodann den ersten Feldweg 
nach rechts ein. Etwa in zwei Drittel Höhe des 
Gehänges zur Eechten am nördlichen Ende eines 
Gebüschstreifens im Felde liegt der gesuchte Punkt. 
Verfolgen wir alsdann den Feldweg weiter bis hinauf 
auf das Plateau, so fällt uns schon von weitem ein 
Haufwerk von großen Steinblöcken auf. Sie bestehen 
aus Syenit, der sich petrographisch nicht von dem- 
jenigen des Plauenschen Grundes unterscheidet. In 
der Tat ist nicht daran zu zweifeln, daß wir uns 
hier auf einem südöstlichen Ausläufer des Syenit- 
massives von Meißen und dem Plauenschen Grunde 
befinden. Jüngere Formationen verhüllen allerdings 
den Zusammenhang zwischen dort und hier. Dieser 
Syenitzug von Burgstädtel, wie das nordwestlich ge- 
legene nächste Dorf heißt, streicht nach SO hin, teil- 
weise vom Schiefergebirge augenscheinlich bedeckt 
und nur hier und dort hervorstoßend, weiter bis ins 
Müglitztal. Auf dieser Strecke verändert er aber, 



Digimed byGoOgle IIEWfflKPUBUf UMMV 



12. Exkursion 



163 



wie wir uns überzeugen werden, seinen petrögraphi- 
schen Charakter in mehrfacher Kichtung. 

Das schon vorhin betonte flache Einschießen des 
Syenites unter die Schiefer bedingt die große Breite 
der Kontaktzone, die sich so ausdehnt, daß sie mit 
derjenigen am Granitit in eine verfließt. 

Wir folgen der Straße nach Kleinborlhen, so- 
dann nach rechts einem Feldweg, der uns auf die 
Parallelstraße von Großborthen nach Wittgensdorf 
bringt. Auf dieser bewegen wir uns nach Süden 
hin. Kurz ehe die Straße ein kleines Wiesental 
überschreitet, sehen w am Wege ein streifiges 
Gestein anstehen , das aus dunkelgrünen hornblende- 
reichen und aus lichtgrauen augitreichen Lagen be- 
besteht. Es scheint im Kontakt mit dem schon 
ganz nahe am anderen Gehänge des Tälchens wieder 
einmal ausstreichenden Syenit aus einem diabasischen 
Gestein hervorgegangen zu sein. Nach Durchschnei- 
dung dieses nur ganz schmalen Ausstriches von 
Syenit führt die Straße durch ein von gneisähnlichen 
Kontaktgesteinen mit Cordieritgehalt gebildetes 
Terrain. Sodann kreuzt sie eine Einlagerung von 
schwärzlichem Knotenschiefer und endlich die breite 
Zone der uns schon bekannten, im Kontakt zu 
Graphitquarziten gewordenen Kieselschiefer, die sich 
mit südöstlichem Streichen vom Hummelstein bis 
Crotta erstreckt. Am schönsten entwickelt, mit dem 

11* 



Digimed Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRA FSV 



164 



12. Exkursion 



größten, schon dem unbewaffneten Auge deutlich er- 
kennbaren Gehalt an kristallinem glitzernden Graphit 
ist das Gestein südöstlich von der Schäferei, an der 
die Straße vorüber führt, und zwar am rechten Gehänge 
des hinter den Gebäuden hinziehenden Seitentälchens. 
Ein Abstecher dorthin ist ohne große Umwege von der 
Straße und der Schäferei aus nur möglich, wenn die 
Bestellung der Felder nicht hinderlich ist 

Wir setzen die Exkursion auf der Straße nach 
Süden zu fort An dem zur Rechten nach Gombsen 
abgehenden Fahrweg befindet sich ein Steinbruch, 
worin minder stark kristalline Graphitquarzite an- 
stehen. Etwa 350 Schritt weiter südlich zweigt 
sich ein Feldweg nach links ab. Hier liegen zahl- 
reiche Blöcke eines granitähnlichen Gesteines umher. 
Seiner Zusammensetzung und Struktur nach ist es 
ein Quarzglimmerdiorit (Tonalit). Folgen wir dem 
Feldweg am Teiche vorbei bis in das nahe Wäldchen, 
so finden wir zur Rechten zahlreiche Blöcke einer 
zweiten dunkler gefärbten Gesteinsabänderung, eines 
Quarzaugitdiorites. Am Nordufer jenes Teiches aber 
sehen wir jenen Quarzglimmerdiorit durch Zunahme 
des Orthoklasgehaltes allmählich übergehen in einen 
Hornblendegranitit, der wiederum mit großer Wahr- 
scheinlichkeit unterirdisch sich ohne scharfe Grenze 
anschließt an den im Tälchen südöstlich von der 
genannten Schäferei hervorstoßenden Syenit des 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



12, Exkursion 



165 



Burgstädteler Syenitzuges. Wir konnten also be- 
obachten, wie der Syenit hier einerseits eine grani- 
tische, anderseits eine dioritische Fazies annimmt. 

Wir kehren hierauf zur Straße zurück und er- 
reichen auf dieser Wittgensdorf, das in der südöst- 
lichsten Ausbuchtung der Kreischaer Rotliegend- 
mulde gelegen ist, eines Seitenbeckens der Döhlener 
Hauptmulde. Das Dorf selbst steht auf Porphyr- 
konglomerat. Dicht östlich vom Orte jedoch und 
namentlich gut aufgeschlossen an der Straße nach 
Maxen, die wir nun einschlagen, steht ein weiß- 
licher oder rötlicher j sehr kaolinreicher Ton stein an, 
der eine Einlagerung innerhalb jener Konglomerate 
bildet. Manche Partien dieses tuffartigen Gesteines 
sind von Kieselsäure gehärtet, andere von einem röt- 
lichen oder grünlichen Geäder eisenhaltiger Infil- 
trationen durchzogen, die eine scheinbare Brekzien- 
struktur hervorrufen. 

Bald befinden wir uns außerhalb des Rotliegenden, 
dessen Schichten sanft nach dem Zentrum der Mulde 
hin, nach Kreischa zu, einfallen. Wir haben jetzt 
das von Graniten unbeeinflußte silurische Schiefer- 
gebirge von Maxen unter den Füßen. Zu diesem 
gehörte auch bereits die Anhöhe des Sandberges, 
die wir dicht Östlich von Wittgensdorf sich erheben 
sahen, und deren Kieselschiefer die zur Altersbe- 
stimmung dieses Schichtenverbandes so wichtigen 



Digimed Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



166 



12. Exkursion 



Graptolithen geliefert haben. Etwa 100 bis 200 
Schritte westlich von unserer Straße liegen die 
längst auflässigen sog. Maxener Marmorbrüche, der 
Große Bruch und der Rote Bruch. Hier wurden 
ehemals zwei Einlagerungen von lichtgrauem Kalk- 
stein abgebaut. Die Bezeichnung Marmor hatte noch 
die meiste Berechtigung für gewisse bunte, besonders 
grün und gelbgrün gestreifte Varietäten im südlichen 
der beiden Brüche. Das Vorkommen dieses Marmors 
war an die Nachbarschaft eines dort aufsetzenden 
Diorites gebunden. Der Besuch der gänzlich ver- 
fallenen Brüche ist jetzt nicht sehr lohnend. Diese 
silurischen oder devonischen (?) Kalksteinlager von 
Maxen sind einem Gesteinskomplex eingeschaltet, der 
teils aus Tonschiefern, teils aus schalsteinartigen 
Diabastuffen und Tuffschiefern besteht. 

Nachdem wir auf unserer Straße Maxen erreicht 
haben, können wir noch einen Abstecher in einen 
der nordöstlich vom Orte gelegenen, zwar ebenfalls 
auflässigen, doch besseren Einblick gewährenden 
Kalksteinbrüche machen. Hier bieten sich uns noch 
frische Anbrüche des ziemlich dicht erscheinenden, 
plattig geschichteten, blaugrauen Gesteines dar. Im 
Bruch am Wirtshaus zum Bad, wo zwei Kersan- 
titgänge die Kalksteinschichten quer durchsetzen, 
kamen früher auf einer Kluft prachtvolle Kalkspat- 
kristalle vor. 



newvbk'pubik'lTbrabv 



12. Exkursion 167 

Wir kehren nach Maxen zurück und statten noch 
dem Bergrücken südwestlich von dem Orte einen 
Besuch ab. Hier befindet sich das eine schöne 
Aussicht gewährende Wirtshaus „Zum Finkenfang", 
das seinen Namen zur Erinnerung an das drüben 
auf dem quarzitischen Scheerberg am Wege von 
Maxen nach Schmorsdorf stattgefundene historische 
Ereignis trägt. Es empfiehlt sich, hier eine längere 
Rast zu halten. Der Bergrücken, auf dem wir 
stehen, wird von der Phyllitformation gebildet, und 
zwar das untere Gehänge nach dem Dorfe zu von 
Phylliten, der obere Teil von einem chloritreichen, 
fast überall stark von Gebirgsdruck gequetschten Feld- 
spatgestein, das man seiner Struktur wegen Chlorit- 
gneis genannt hat. Wir sehen es am Wege unweit 
der Gebäude anstehen. 

Auch genießen wir die herrliche Rundsicht: 
Nach Norden hin schweift der Blick über die sanft 
nach der Elbe zu geneigte Hochfläche des Schiefer- 
gebirges hinweg bis in die Talebene unterhalb von 
Pirna, die man bei klarem Wetter bis Dresden über- 
schaut. Hinter dem Elbtale erhebt sich mit steilen 
Gehängen im Porsberg bei Pillnitz das Lausitzer 
Granitplateau. Nach Süden zu breiten sich die all- 
mählich ansteigenden, aus Gneis bestehenden Hoch- 
flächen des Erzgebirges aus mit den ihnen aufge- 
setzten Basaltkuppen des Geisings bei Altenberg 



m ■■ -iL f~* r%r\rtl/"» Original from 

Dig«ize<JbyV-.UU£lt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



168 



12. Exkursion 



und des Sattelberges bei Schönwalde. Im Westen 
erhebt sich der basaltische Wilisch auf einem aus 
Rotliegenden gebildeten Bergrücken. Im Osten end- 
lich bietet sich eine wahre Profilansicht der Tafel- 
landschaft der Sächsischen Schweiz dar mit den 
charakteristischen abgestumpften Felskegeln, wie 
dem Lilienstein und den Zschirnsteinen. Wir sehen 
deutlich, wie dieses System von Sandsteinplatten 
nach Süden hin sanft ansteigt, bis es im Hohen 
Schneeberg gipfelt und zugleich steil an der erz- 
gebirgischen Hauptbruchzone nach Böhmen hin ab- 
bricht. 

Wir kehren nach Maxen zurück, dessen Gebäude 
größtenteils auf dem Gebiete einer schmalen Schiefer- 
zone errichtet sind, der man kambrisches Alter zu- 
zuschreiben geneigt ist. Dieser Gesteinszug besteht 
aus grünlichgrauen, oft auch violetten oder grünlich 
und violett gefleckten dünnspaltigen Tonschiefern 
mit vielen Quarzknauern und mit häufigen Zwischen- 
lagen von chloritischem Hornblendeschiefer. An 
Böschungen unweit des Gasthofes und an der Dorf- 
straße im unteren Teile des Ortes finden wir sie 
anstehend. 

Zwischen dieser kambrischen Zone und dem 
silurischen Schiefergebirge sind bei Maxen zwei dem 
allgemeinen Streichen nach NW folgende Diabas- 
lager eingeschaltet. Das mächtigste von ihnen bildet 



C nnn [r> Original from 

, VjUU^IL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



12. Exkursion 



169 



unter anderem den Steinhübel auf dem Ritterguts- 
grundstück. Man kann das grobkörnige Gestein in 
ein paar alten Brüchen am Feldweg kennen lernen, 
der vom Park zum Pavillon führt. Yon diesem 
aus genießt man einen herrlichen Blick ins obere 
Müglitztal hinein, hinter dem sich der Geising er- 
hebt. Es sei jedoch darauf hingewiesen, daß das 
Betreten des Parkes und der Wege zum Pavillon 
nur nach eingeholter Erlaubnis gestattet ist. 

Nachdem wir uns durch den Park zum Orte 
zurückbegeben haben, gehen wir die Dorfstraße ab- 
wärts. Bei den untersten Häusern erreichen wir 
wieder den Ausstrich der Phyllitformation. Ein 
alter tiefer und schmaler Bruch rechts vom Wege 
ist auf einem steil nach Norden einschießenden Lager 
von kristallinem Kalkstein angesetzt, dessen Han- 
gendes Phyllite, dessen Liegendes dagegen Chlorit- 
gneise bilden. Bei der weiteren Verfolgung unseres 
Weges hinunter ins Müglitztal durch Mühlbach hin- 
durch sehen wir diese Chloritgneise vielfach als 
Bruchsteine an Gartenmauern verwandt. Manche 
Yarietäten enthalten große Feldspataugen. 

An den Haltestelle Häselich hat die Exkursion 
ihr Ende erreicht. 



f~~ *_ _ ,1 -j Original from 

Dig.llZHi bt VoOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



13. Exkursion 

Von Haselich Über Weesenstein nach Dohna, Luga, 
Lockwitz und Niedersedlitz 

Halbtägig; 20 km 

L Stratigraphische Übersicht: 

9. Gehängelehm und -löß, jungdiluviale Müglitzschotter, 
Schotter, Kiese und Sande mit vorwiegend nörd- 
lichem und nordischem Material; altdiluviale Müglitz- 
schotter. 

8* Die Kreideformation : Plänermergel mit Inoceramus 
Brongniarti (-Lamarcki), Pläner mit Inoc. labiatus, 
Pläner mit Ostrea (Alectryonia) carinata, unterer 
Quadersandstein mit 0. carinata, Crednerienstuf e : 
Konglomerate, Sandstein, kohlige Schief er und Tone. 

7. Stöcke und Gänge von Quarzporphyr, Glimmer- 
diorit (Kersantit), Glimmersyenit (Minette), Gang- 
granit, Granitit von Dohna, Hornblendegranitit von 
Weesenstein. 

6. Der kontaktmetamorphe Weesensteiner Grauwacken- 
zug : kristalline , z. T. Gerölle führende Grauwacken 
und Hornf eise , wechsellagernd mit Knotonglimmer- 

- • schiefern, Andalusitglimmerfels, Quarzit. 

5. Devon (?): Kalkstein, Diabastuff und Tuffschiefer, 
Knotenschiefer, Hornfels wechsellagernd mit Kalk- 
silikatgesteinen und kristallinen Kalksteinen. 



f~~ * — _ ,1 -y Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW TORK pyBU[ L|BRA m 



13. Exkursion 



171. 



4. Das Silur: graue und schwarze Tonschiefer, Kiesel- 
schiefer und Quarzit. 

3. Cambrisehe graugrüne Tonschiefer. 

2. Die Phyllitformation : Glimmerige Phyllite , Chlorit- 
gneis, Quarzit. 

1. Die Gneisformation: kleinkörnig -schuppiger Biotit- 
gneis. 

Sektion Kreischa -Hänichen und Pirna. 



IL 

m das Querprofil des Gebirges vom liegendsten 
Schichtenkomplex an kennen zu lernen, 
gehen wir von der Haltestelle zunächst 



1 Wgm 



talaufwärts. Bei der scharfen Umbiegung des Tales 
nach Westen erreichen wir die Gneisformation, die 
durch kleinkörnig- schuppige Biotitgneise vertreten 
wird. Nachdem wir dies Gestein an der Weg- 
böschung anstehen sahen, gehen wir wieder zurück. 
Bald folgen auf jenen Gneis Phyllite. Zwischen 
beiden besteht hier völlige Konkordanz, denn beide 
streichen nach N 65 bis 75° W und fallen unter 
60 bis 70° nach NNO. Eine Glimmerschiefer- 
formation ist hier, wie überhaupt im östlichen Erz- 
gebirge, nicht entwickelt. Sie wird durch jene klein- 
körnig-schuppigen Gneise vertreten. 

Nun gehen wir immer der Straße folgend und 
in immer jüngere Schichten gelangend weiter talab. 
Auf der ganzen Wanderung werden wir die Schiefer- 



(~~ ^-y,-^. ,-,!,-> Original from 

Dig.lliMf by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



■ 

172 



13. Exkursion 



gesteine nach NW streichen und steil nach NO ein- 
schießen sehen. 

Dicht oberhalb von Häselich fällt uns zunächst 
ein Talsporn zur Rechten durch seine schroffen 
Felsbildungen auf. Er besteht aus Chloritgneisen, 
die eine Einlagerung innerhalb der Phyllite darstellen. 
Die weiß herüberschimmernden Gesteinslagen dagegen 
gehören einem zuckerkörnigen Quarzit an. Dahin- 
gegen besteht das nicht zugängliche Steilgehänge 
zur Linken unterhalb von Häselich aus buntgefärbtem 
Tonschiefer von vermutlich cambrischem Alter. Diese 
Zone ist von nur geringer Breite. Schon kurz ober- 
halb von der Böschelmühle beginnt in sehr großer 
Mächtigkeit entwickelt das Silur und Devon (?). 
Hinter der Mühle und weiter talab am Felsgehänge 
zur Linken beim Rabenhorst sehen wir Schalsteine, 
schieferige Diabastuffe und Tuffschiefer anstehen, die 
häufig mit Tonschiefern wechsellagern und hier und 
dort Kalksteinschmitzen enthalten. Vielleicht gehören 
sie zum Devon. Noch weiter abwärts bei der Jonas- 
mühle und Villa Kosen walten Tonschiefer vor, meist 
schwärzliche, an Kohleteilchen reiche Gesteine mit 
Zwischenlagen von Kieselschiefer und silurischen 
Alters. 

Wir nähern uns jetzt granitischen Eruptivmassen 
und treten darum bald in eine Kontakt zone ein. 
Schon etwas oberhalb von der Holzschleiferei fallen 



Digilizedb» Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



13. Exkursion 



173 



uns viele kleine Knötchen auf den dunkelen, wenn 
auch etwas glänzender, wie sonst erscheinenden 
Schieferflächen auf. Wir befinden uns in der äußeren 
Kontaktzone, im Gebiete der Knotenschiefer. Bereits 
dicht unterhalb der Holzschleiferei stehen noch 
stärker veränderte Gesteine von noch mehr kristalliner 
Struktur an, plattige Hornfelse, die ebenso wie die 
Knoten schiefer aus dem schwärzlichen silurischen 
Tonschiefer hervorgegangen sind. Sie wurden in 
einem Steinbruch am linken Müglitzufer gebrochen. 
Neben Quarz, Feldspaten und Glimmer enthalten sie 
auch Cordierit. 

Bei der nächsten Talumbiegung nach Osten hat 
die parallel zur Straße laufende Bahnlinie eine jung- 
diluviale Schotterterrasse angeschnitten. 

Bald gelangen wir zur großen Weesensteiner 
Papierfabrik und damit an die Gebirgsscheide zwischen 
den Schiefern und dem Hornblendegranitit, der hier 
stellvertretend die Fortsetzung des auf der 12. Ex- 
kursion besuchten Burgstädteler Syenitzuges bildet. 
Ein sehr lehrreicher Aufschluß dieser wichtigen 
Grenze befindet sich unmittelbar am rechten Müg- 
litzufer an der Ostseite der Fabrik. Ein Fußweg, 
der kurz vor der Brücke abgeht, führt uns dorthin. 
Hier sehen wir zunächst eine steil aufgerichtete 
Schichtengruppe, die vor Einwirkung der Kontakt- 
metamorphose jedenfalls aus Tonschiefern mit dünnen 



Digtoed by Google N E WYO°rau™BRARV 



174 



13. Exkursion 



Lagen und Schnait zen, sowie mit dickeren Bänken 
von Kalkstein bestanden hat. Durch ihre Umwand- 
lung sind die Tod schiefer jetzt plattige Hornfelse 
geworden, die wesentlich aus Quarz und Biotit zu- 
sammengesetzt sind. Die Kalksteinbänke dagegen 
bestehen jetzt aus grobkristallinem Marmor, die 
schwächeren Kalksteinschmitzen aus Kalksilikathorn - 
fels, der vorwiegend einen farblosen oder schwach 
lichtgrünen Augit, aber auch Granat, Titanit und 
andere neugebildete Mineralien enthält. Der Schichten- 
gruppe ist eine Lagergang von Hornblendegranitit 
zwischengeschaltet, ein Vorläufer des eigentlichen 
Massives, das wir nach wenigen Schritten erreichen. 
Es hebt sich hier rückenförmig aus den Schiefern 
heraus, wird aber nach Osten zu oben am Talrand 
von ihnen bedeckt. Die Eruptivmasse schießt flach 
unter diese Schieferhülle ein, um nach Osten zu 
fortan nicht wieder emporzutauchen. 

Wir kehren jetzt zur Straße zurück und gehen 
auf dieser an der Fabrik vorüber. Unterhalb davon 
steht zur Linken der Hornblendegranitit an, von 
einem schräg aufsteigenden Granitgang durchsetzt. 
Auf Klüften im zersetzten Gestein findet sich hier 
ziegelroter Laumontit. Ungefähr 200 Schritte unter- 
halb der Papierfabrik stößt der Hornblendegranitit 
wiederum an Schiefergebirge, und zwar an ein 
schieferiges Hornblendegestein, das infolge der Kon- 



Digiliiüdby Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



13. Exkursion 



175 



taktmetamorphose aus einem Diabastuff hervorge- 
gangen zu sein scheint. Darauf folgt dort, wo der 
Schloßpark beginnt, ein sehr stark verwitterter feld- 
spatreicher Andalusitglimmerfels. Zwischen beiden 
setzt ein Gang von Quarzporphyr auf. Kurz vor 
der Müglitzbrücke endlich bemerken wir zur Linken 
an der felsigen Böschung quarzitisches Gestein. Es 
gehört zu dem hier noch sehr schmalen Quarzitlager, 
das von hier ab in südöstlicher Richtung auf eine 
Entfernung von 6 km hin verfolgt werden kann und 
das wegen seiner großen Widerstandsfähigkeit gegen 
die Verwitterung häufig auf den Hochflächen wall- 
oder riffartig hervortritt. 

Dicht vor uns auf einem aus Knotenglimmer- 
schiefer gebildeten Talsporn erhebt sich Schloß 
"Weesenstein. Die Straße wendet sich hinter dem 
Orte an seinem Fuße aufs linke Flußufer hinüber. 
Wir verlassen sie drüben indessen nach wenig 
Schritten und folgen einem Promenaden weg, der 
auf einer schmalen Brücke sogleich wieder das rechte 
Müglitzufer gewinnt, um diesem entlang bis nach 
Köttewitz zu führen. Längs dieses Fußweges wieder- 
holen sich häufig Aufschlüsse in einem abwechselnd 
aus Knoten glimmerschief er und aus kristallinen 
Grauwacken bestehenden Gesteinkomplex, demselben, 
den wir zum Beginn der Wanderung oberhalb von 
Lockwitz durchkreuzten. Etwa 400 Schritte nördlich 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. fJEW YORK PUBLIC LIBRA BY 



176 



13. Exkursion 



vom Steg beginnen sich in diesem sehr steil nach 
NNO einfallenden Schichtenverband auch Gerölle 
führende Bänke bemerkbar zu machen, die nun 
öfter wiederkehren und namentlich schon bei der 
Talbiegung nach Westen an einer Ruhebank ent- 
wickelt sind. Das Bindemittel dieser Konglomerate 
unterscheidet sich in nichts von den kristallinen 
Grauwacken und gibt sich wie diese und wie auch 
die Knotenglimmerschiefer als ein typisches Kontakt- 
gestein zu erkennen. Trotzdem aber haben die 
meisten der von dem kristallin gewordenen Zement 
umschlossenen Gerölle von Quarz, Quarzit und Granit 
ihre abgerundete Form völlig bewahrt, ja manche 
lassen sich leicht aus dem Gestein herauslösen. 
Wir sehen hier deutlich, die Kontaktmetamorphose 
bestand nicht in einer plötzlichen totalen Umformung 
etwa nach Art einer Einschmelzung, sondern viel- 
mehr in einer allmählichen Umkristallisierung. Be- 
standmassen aber, die, wie die Gerölle, schon von 
Haus aus kristallin waren, erlitten bei diesem Vor- 
gang nur geringe oder gar keine Veränderung. Die 
Konglomerate von Köttewitz gleichen völlig denen 
von Wellers walde und Clanzschwitz bei Strehla, 
mit denen sie jedenfalls auch stratigraphisch gleich- 
zustellen sind. Ihre große Ähnlichkeit mit den 
bekannten Vorkommnissen von Obermittweida im 
oberen Erzgebirge ist dagegen nur eine äußerliche. 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Digimed bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



13' Exkursion 



177 



Kurz hinter der Stelle, wo der Promenadenweg 
die Bahnlinie erreicht, setzt die Gebirgsscheide 
zwischen diesen kontaktmetamorphen Schiefern und 
demselben Granitit, den wir bereits von Lockwitz 
her kennen, schräg über das Tal. Wir werden sie 
später drüben am anderen Ufer aufsuchen, wo sie 
besser aufgeschlossen ist, als hier. Immer im Granitit 
gehen wir bis zur Köttewitzer Papierfabrik, zu der 
uns ein Steg hinüberführt, und alsdann auf der 
Straße talaufwärts bis zum Wehre des Mühlgrabens. 
Hier sind am felsigen unteren Talgehänge die 
Lagerungs Verhältnisse zwischen Granitit und Schiefer- 
gebirge gut zu übersehen und haben darum schon 
seit langer Zeit die Aufmerksamkeit der Geologen 
erregt. Der mittelkörnige, vielfach senkrecht zur 
Richtung N 80° W gequetschte Granitit, welcher 
eine 1,75 m große Scholle von schieferigem Horn- 
fels umschließt, wird am Kontakt in einer 1,5 
bis 2 m breiten Zone feinkörnig und fast glimmer- 
frei. Seine Grenze gegen das Nebengestein, einem 
zersetzten, schieferigen Quarzbiotitfels , steigt von 
der Talsole aus zunächst bis zu etwa 25 m Höhe 
senkrecht auf, um hier ein Knie zu bilden und sich 
alsdann steil am Abhang hinauf zu wenden. Die 
Lagerung des angrenzenden Schiefers ist mehrfach 
gestört. Auch eine schmale Apophyse von fein- 
körnigem Granit, die vom Granitmassiv aus schräg 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 12 

(~~ a a ,-,!,-> Original from 

Dig.lliMf by VoOOgIC NEY/ YORK PUBLIC LIBRARY 



178 



13. Exkursion 



in die Schiefer hinein aufsteigt, um sich dann wieder 
bis zum Straßengraben herabzubiegen, ist drei- 
mal durch Verwerfungsklüfte durchschnitten worden, 
von denen zwei zugleich durch Gänge von Glimmer- 
syenit ausgefüllt worden sind. Ein dritter paralleler 
Gang dieses Eruptivgesteines setzt wenige Sehritte 
weiter talaufwärts in den Schiefern auf. 

Wir kehren darauf wieder nach der Köttewitzer 
Papierfabrik zurück und folgen der Straße immer 
im Granitit dahinwandernd bis kurz vor Dohna. Die 
eigentliche Stadt liegt oben auf dem PJateau, wo 
sich die Schichten der Carinatenstufe der oberen 
Kreideformation ausbreiten, überragt von der rings 
von ihnen umgebenen Porphyrkuppe des Kahle- 
busches. Ein Fahrweg zweigt von der Talstraße 
ab und führt uns hinauf zunächst in den am Sed- 
litzer Weg gelegenen Stadtteil. An der Böschung 
dieses Weges bei einer Mauer sehen wir den ganz 
zersetzten Granitit überlagert von der Carinatenstufe 
der oberen Kreideformation. Diese besteht zu unterst 
aus einer Quarzbrekzie mit Granitgerötlen. Darüber 
folgt eine dünne Mergelschicht und endlich zu oberst 
der Carinatenpläner. 

Nach wenigen Schritten nach der Stadt zu sehen 
wir zur Rechten den Zufahrtweg zum großen Por- 
phyrbruch am KahLebusch abgehen, dem wir folgen. 
Durch diesen Steinbruch ist das Innere einer aus- 



Di S ilüed by Google NEWVBK 3 pUBtKL?BRAI1V 



13. Exkursion 



179 



gezeichneten Quellkuppe völlig erschlossen. Der 
Quarzporphyr zeigt eine Absonderung in nach dem 
Scheitel des Berges zu konvergierende Säulen, ferner 
eine Neigung zur Bildung von konzentrischen Ab- 
lösungsflächen und endlich eine sehr deutliche Fluidal- 
ßtreifung, die im Querprofil fächerförmig vom Zen- 
trum des Berges ausstrahlt. Diese Porphyrklippe war 
dereinst vom Meere der Cenomanzeit umbrandet. Die 
Wogen haben damals kesseiförmige Vertiefungen aus- 
genagt, von denen zeitweilig ein paar oben am Rande 
der Bruch wand sichtbar sind. Sie sind zum Teil 
mit grobem, von Kalk zementiertem Porphyrgeröll, 
zum Teil auch mit grauem Mergel erfüllt. In beiden 
Ablagerungen finden sich zahlreiche Petrefakten, be- 
sonders Schalen vieler Austernaiten, Seeigelstacheln, 
Schwämme und Bryozoen. Diese Klippenfacies des 
Cenomans liegt gegen 35 m höher, als wie die Auf- 
lagerungsfläche der Sedimente derselben Stufe am 
Fuße des Berges. 

Wir steigen wieder hinab und durchschreiten 
die Stadt auf dem Wege zum Bahnhof. Nördlich 
von diesem erhebt sich der Raupschen genannte 
oben abgeplattete Bergrücken zwischen den Tälern 
der Muglitz und der Rietzschke. Sein äußerster 
Vorsprung besteht aus Granitit, den ein paar Ker- 
santitgänge durchsetzen. Oben hat man innerhalb 
eines alten BurgwalLes mit Erfolg Nachgrabungen 

12* 

_ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



180 



13. Exkursion 



nach prähistorischen Resten veranstaltet. Am unteren 
Gehänge aber, weiter aufwärts im Rietzschketal, 
sowie auch hinter der Brandmühle befinden sich Stein- 
brüche mit interessanten Aufschlüssen der Cenoman- 
stufe. Im Bruche an der Rietzschke unweit der am 
Bahnhof vorüber nach Lockwitz führenden Straße 
sind von oben nach unten geordnet folgende Schichten 
entblößt : 

Lehm mit Plänerfraginenten. 

Carinatenpläner mit mehreren tonig- sandigen 
Zwischenmitteln. 

Brekzie von Quarzkörnern oder kleinstückiges 
Quarzkonglomerat. 

Feiner Quarzsandstein mit kalkigem Bindemittel 
und vielen Höhlungen. 

Dünnplattiger, toniger Sandstein mit Pflanzen- 
resten. 

Toniges Quarz konglomerat. 

Um die hängenderen Partien kennen zu lernen, 
gehen wir 250 bis 300 Schritte auf der Straße 
nach Lockwitz bis zur Wegkreuzung und benutzen 
den genau östlich führenden Weg bis zur Brandmühle. 
Hier sind in einem auflässigen Bruch folgende 
Schichten aufgeschlossen: 

Lehm und Plänerschutt 2 m. 
Pläner 6 m. 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



13. Exhursion 



181 



Fester eisenschüssiger grobkörniger Sandstein 
1,5 ra. 

Lockerer, tonigmergeliger, grobkörniger Sand- 
stein 0,6 m. 

Feinkörniger Quarzsandstein mit Ostrea (Alec- 
tryonia) carinata, Inoceramus bohemicus, 
Callianassa antiqua usw. (Werksteinbank). 
Yon hier aus geht man am besten nordwärts 
längs der Steilwand. Über den cenomanen Pläuer 
schiebt" sich bald eine 1 m mächtige Tonbank und 
konkordant darüber der Labiatuspläner. Nach 500 
Schritten erklimmen wir den Hang zur Linken. 
In der Nähe des Hochbehälters findet man blaue 
Brongniartimergel, die den Labiatuspläner überlagern. 
Diese sind gleichalterig mit den Mergeln der Teplitzer 
Straße und von Zschertnitz. Indem wir dem am 
Hange hinführenden Wege südwärts folgen, gelangen 
wir bald auf die Straße nach Lockwitz. Oben in 
der Nähe des Lugturms finden wir Aufschlüsse yor 
in altdiluvialen Kiesen, die fast ausschließlich nor- 
disches und nördliches Schottermaterial enthalten. 
Sie sind diskordant, z. T. auch ganz unregelmäßig 
struiert und werden von grauem, kiesig- grandigem 
Lehm bedeckt, der talabwärts in Lößlehm übergeht. 
Hinter der Lugschänke bringt uns ein Fahrweg nach 
Luga, wo wir in schönen Aufschlüssen den Brong- 
niartimergel aufgeschlossen finden. Er führt hier 



(~ _ ,1 -j Original from 

DigHIZHi bt VoOOgK NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



182 



13. Exkursion 



die gleichen Versteinerungen wie in Zschertnitz. 
In einer dieser Gruben findet man ihn unterlagert 
vom Labiatuspläner. Die Grenzzone ist glaukonitisch 
ausgebildet. Über den Kreideschichten finden wir 
hier jungdiluviale Müglitz- Schotter. 

Unter dem Gehängelehm lagert in der Lehm- 
grube bei Klein -Luga eine pflanzenführende sandige 
Tonschicht Proben daraus legte K. Pietzsch kürz- 
lich A. G. Nathorst vor, der darin Blätter, Früchte 
und Fr uch tschuppen von Betida nana nachwies. 1 

Bald erreichen wir Lockwitz und Niedersedlitz, 
von wo aus wir mit der Eisenbahn nach Dresden 
zurückfahren. 

1) A. G. Nat hörst, Fossile Glazialpflanzen. Geolog. 
Foren, i Stockholm Förhandl. April 1914. S. 284. 



DigtoxJb» Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRA SY 



14. Exkursion 



Von Oberschlottwitz oder Liebstadt durch das 

Seidewitztal nach Pirna 

Halbtägig ; 20 km 

L Stratigraphische Übersicht: 

9, Diluviale Seidewitzschotter. 

8. Mariner cenonianer Quadersand&tein. 

7. Granitit, Quarzporphyr. 

6. Die metamorphe Grauwackenformation von Weesen- 
stein: Hornfelse, kristalline Grauwaeken, Anda- 
lusitglimmerfels , Quarzitlager. 

5. Das Devon (?): Tonschiefer, Diabastuffe, Kalksteine 
und Diabase. 

4. Die Silurformation: graue, z. T. kohlenstoffreiche, 
fossilleere Tonschiefer, Kieselschiefer und Quarzite. 

3. Cambrische Tonschiefer und Hornblendeschiefer. 

2. Glimmerige Phyllite, Quarzitschiefer, Chlorirgneis. 

J. Mittelkörnig -schuppiger bis törnigüaseriger Biotit- 
gneis, Örtlich übergehend in dichten Gneis mit 
Gerollen. 

Sektion Glashütte, Borggießhübel und Pirna. 

Aus Sektion Pirna stammt unser Profil 2 auf Tafel VI, das 
die obige Schichtenfolge weiterhin erläutert. 



(~~ *_ _ ,1 -j Original from 

Dig.llZHi bt loOOglt. NEW TORK PUBLIC LIBRA «Y 



184 



14. Exkursion 



TL 

an kann diese Exkursion von Dresden aus in 
der Weise recht gut an einem Tage ausführen, 
daß man früh über Mügeln nach der Halte- 
stelle Oberschlottwitz fährt und von dort über Berthels- 
dorf nach dem eigentlichen Ausgangspunkt Liebstadt 
geht. Auch läßt sich diese Exkursion leicht an den 
ersten Teil der vorigen anschließen, wenn man von 
Göppersdorf nach Liebstadt hinübergeht und in 
diesem freundlichen Städtchen übernachtet. 

Solche, die von der Haltestelle Oberschlottwitz 
ausgehen, werden auf dem Schlottwitzer Achat und 
Amethyst führenden Quarzgang aufmerksam ge- 
macht, der mit den Streichen NNO von Döbra bis 
Unterschlottwitz auf eine Entfernung von über 6 km 
hin das Gneisgebirge durchzieht und hierbei auch 
die seine Linie kreuzenden Gänge von Quarzporphyr 
durchsetzt. Am besten ist dieser Gang am linken 
Müglitzufer dicht unterhalb von der Neumühle und 
der Friedensmühle aufgeschlossen. Er bietet dem 
Sammler Bandachat, Trümmerachat, Jaspis, Chal- 
cedon und Amethyst, die auch als Gerölle im Fluß- 
bett gefunden werden können. 

Liebstadt, unser eigentlicher Ausgangspunkt, liegt 
innerhalb des Gebietes der erzgebirgischen Gneis- 
formation, die hier fast ausschließlich aus mittel- 
körnig-schuppigen bis körnigfiaserigen Biotitgneisen 



Di B ilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 




14. Exkursion 



185 



besteht. Das Streichen der Schichten ist schon hier 
und weiterhin das ganze Tal abwärts durchweg 
nach NW gerichtet, das Einfallen nach NO. Die 
Lausitzer Richtung, der das gesamte Schiefergebirge 
südöstlich von Dresden unterworfen ist, hat also 
schon hier in der nordöstlichen Randzone der erz- 
gebirgischen Gneisformation die Herrschaft erlangt. 

Die Straße an der Seidewitz abwärts wandernd 
sehen wir unterhalb des Städtchens mehrfach Quarz- 
porphyr an der Talböschung entblößt. Eine ganze 
Anzahl von Gängen dieses Gesteines übersetzt mit 
ostwestlichem Streichen das Tal, wobei sich einige 
gabeln und zum Teil wieder vereinigen oder endlich 
an gewissen Stellen zu breiten Intrusivmassen an- 
schwellen. In der Gegend der Schnecken mühle be- 
ginnen die Gneise feinkörniger und fein schuppiger 
zu werden. Etwa 300 Schritt oberhalb der Mühle 
sehen wir an der Straßenböschung sogar eine dicht 
erscheinende schiefrige, phyllitähnliche Abänderung 
anstehen, die eine Einlagerung im normalen Gestein 
bildet. "Wir gehen bis zur Schneckenmühle und 
von hier etwa 350 Schritte nach Herbergen zu. 
Zwischen den beiden Telephon Stangen 6 und 7 am 
Gehänge rechts steht der dichte Gneis wiederum an. 
Er enthält hier nicht selten langlinsenförmige oder 
rundliche Einschlüsse, die sich bei genauerer Unter- 
suchung als z. T. gestreckte und stark deformierte 



f~~ - . _ 1 _ Original from 

Dig.lliMf by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



186 



14. Exkursion 



Gerölle erweisen. Sie bestehen meist aus Quarz, 
einem feinkörnigen schwarzen Quarzit, sowie aus 
granitischen und porphyrischen Gresteinen. Selbst 
aus den angewitterten Gesteinen lassen sich die 
Gerölle niemals vollkommen unversehrt herauslösen. 
Wir gehen zur Mühle wieder zurück. 

Dicht unterhalb derselben verrät wiederum ein 
Porphyrgang seinen Ausstrich im Gneis, dann aber, 
etwa 200 Schritte von der Mühle abwärts, passieren 
wir die Grenze zwischen Gneis- und Phyllitformation. 
Die Phyllite* sind hier nicht gut aufgeschlossen, am 
besten noch am schwer zugänglichen rechten Bach- 
ufer. Auch finden wir sie an den Böschungen 
eines links von der Straße abgehenden Weges 
wenige Schritte am bewaldeten Gehänge aufwärts 
angeschnitten. 

Bald mündet von links her ein Seitentälchen. 
Der an seinem nördlichen Gehänge hinführende 
Weg würde uns anfangs durch Phyllitterrain führen, 
dann ins Gebiet von Chloritgneis (siehe Seite 76), 
der hier durch starken Gebirgsdruck stengelig- 
st reifige Struktur erhalten hat. 

Die Straße weiter abwärts gelangen wir dicht 
unterhalb jenes Seitentälchens in eine Zone von grün- 
lichgrauen, mattglänzenden, dünnspaltigen Schiefern 
mit vielen Zwischenlagen von chloritischem Horn- 
blendeschiefer, Petrographischen Analogien nach ge- 



rv ■ ■ ii (~~ r\t~kr\\n Original from 

DigjlLzedby l^UUgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



14. Exkursion 



187 



hört dieser Gesteinskomplex vermutlich ins Cambrium. 
Diese Schiefer bilden auf der rechten Talseite an 
einer Stelle ein weit nach NW vorspringendes 
Felsenriff, das den Bach eine Strecke weit von 
seinem nördlichen Lauf nach Westen hin ablenkt. 
Gleich dahinter würde uns ein Privatweg in den 
Haußwaldschen Kalkbruch führen. Da wir aber 
später einen ähnliehen Aufschluß näher der Straße 
antreffen , gehen wir im Tale weiter. Wenig unter- 
halb von diesem Felsenriegel legen sich kdnkordant 
auf jene wahrscheinlich cambrischen Schiefer die Ge- 
steine der Silur- und Devon (?) formation , die von jetzt 
ab auf eine weite Strecke hin die Talwände bilden. 
Die Formation beginnt mit einem Diabaslager, dann 
folgen graue Tonschiefer, schalsteinähnliche Diabas- 
tuffe und Tuffschiefer. Bald fuhrt die Straße an 
einem alten Anbruch vorbei, in dem wir einen wie 
die Schiefer unter etwa 30 nach NO einfallenden 
Lagergang von Quarzporphyr aufgeschlossen finden. 
Eine Reibungsbrekzie aus eckigen Bruchstücken von 
grauem und schwarzem Tonschiefer bezeichnet sein 
hangendes Salband. Nach wenigen Schritten ist 
gleichfalls dicht an der Straße durch einen anderen 
verfallenen Steinbruch ein zweiter nach NO ein- 
schießender Lagergang angeschnitten, der nahe am 
Straßengraben nach seinem Hangenden zu anschwillt 
und eine der Schichtung folgende Apophyse aus- 



- . _ 1 _ Original from 

Dig.!l2«f by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



188 



14. Exkursion 



sendet. Sein Dach bilden kohlen stoff reiche Ton- 
schiefer, darüber folgt eine Kalksteinlage, in die 
jene Apophyse eingedrungen ist, und endlich ein 
schmutzig- graugrüner Diabastuff. Eine genaue Unter- 
suchung des Terrains hat seinerzeit ergeben, daß 
beide Gänge sowohl am linken wie am rechten 
Talgehänge sich vereinigen, Wir haben also hier 
ein Beispiel anastomosierender Eruptivgänge. 

Bald gelangen wir zu den Ringöfen des Nennt- 
mannsdoffer Kalkwerkes. Die in deren Nähe im 
Abbau begriffenen Kalklager gehören dem Lagerzug 
an , der sich in südöstlicher Richtung von hier über 
Borna bis Berggießhübel erstreckt. Wir besuchen 
das nächstliegende Lager, das durch einen großen 
Tagebau gegenüber vom Gasthof zum Seidewitztal 
aufgeschlossen ist. Das Lager ist grünlich grauen, 
zum Teil kalkhaltigen Tonschiefern eingeschaltet und 
besitzt eine Mächtigkeit von über 30 m einschließlich 
einiger unbrauchbarer Zwischenmittel von schwarzem 
Schiefer. Der blaugraue , streifige , plattig geschichtete 
Kalkstein hat bis jetzt noch niemals Versteinerungen 
geliefert. Seine stratigraphische Stellung ist darum 
noch recht unsicher. Manche petrographi sehen Ana- 
logien sprechen für Devon. An dieses Lager legt 
sich weiter nordöstlich ein zweites an, das nur 
durch eine schmale Schieferwand von jenem ge- 
trennt ist. Wir kehren zur Straße zurück und 



. Cnoglc newvdr™pubucl7brary 



14. Exkursion 



189 



setzen unsere Talwanderung jetzt im Gebiete von 
Sektion Pirna weiter fort. 

Die beiderseitigen Gehänge bestehen aus grauem 
oder schwärzlichem Tonschiefer. Wir befinden uns 
jetzt in einem Horizonte, der von hier nach NW 
hin bis in die Gegend von Maxen zu verfolgen ist 
und dort durch Graptolithenfunde als Untersilur zu 
bestimmen war. Ein paar hundert Schritt unter- 
halb des Biensdorfer Seitentales, dort, wo der Fahr- 
weg nach Nentmannsdorf rechts abgeht, steht als 
Einlagerung dieser Schiefer am linken Gehänge ein 
dicht erscheinender, hornsteinartiger, häufig ge- 
meinem Opal ähnlicher Quarzit an, dessen 1 bis 
3 cm dicke Schichten durch zahlreiche Querklüfte 
in lauter scharfkantige parallelepipedische Stücke 
zerlegt sind. Folgen wir dem eben erwähnten Fahr- 
weg eine kurze Strecke nach rechts hin, so finden 
wir auf den Schieferflächen der an seiner Böschung 
anstehenden schwarzen Tonschiefer die ersten dunkelen 
Knötchen, ein Anzeichen dafür, daß wir die äußerste 
Grenze der kontaktmetamorphisch veränderten Ge- 
steinszone im Schiefergebirge erreicht haben. Zwischen 
hier und dem ersten Granitaufschluß weiter talabwärts 
liegt eine Strecke von 5 km. Die vermutliche Ur- 
sache dieser so auffälligen Breite der Kontaktzone 
findet sich auf Seite 211 auseinandergesetzt. Yon 
jenen Knötchen abgesehen zeigen die hier anstehenden 



Digimed Google 



Original frorn 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



190 



14. Exkursion 



Tonschiefer noch keine weiteren Unterschiede von 
den normalen. Die Kieselschiefer dagegen, die den 
nordöstlich vor uns sich erhebenden Rücken des 
Geyersberges zusammensetzen und die wir beim 
Weiter verfolgen der Talstraße auch am linken Ge- 
hänge ausstreichen sehen, verraten überhaupt noch 
keine Anzeichen von Kontaktmetamorphismus. Diese 
Kieselschiefer sind übrigens keine eigen tlichen'Lydite, 
vielmehr bestehen sie aus lauter Schmitzen und 
schmalen Lagen von verschieden gefärbtem, teils von 
Kohle geschwärztem, teils lichtem Quarzit. Genau 
so wie wir es im Bahretale unterhalb der Bornmühle 
finden, sind diese Gesteine auch hier durch den 
Gebirgsdruck in eine brekzienartige Masse verwandelt. 
Oben auf den durchweg von der Feldwirtschaft ein- 
genommenen Hochflächen zu beiden Seiten des Tales 
markiert sich dieser Kieselschieferzug in Gestalt von 
langgestreckten, mit Buschwald bedeckten Bergrücken, 
die dem nordwestlichen Hanptstreichen folgen, so 
im Kanitzberg und dem vorhin erwähnten Geyersberg. 

Talabwärts bis zur Nenntmannsdorfer Mühle 
durchwandern wir hierauf eine breite Zone von 
schwarzem Knotenschiefer. Auf dem felsigen Vor- 
sprung zwischen dem Haupttal und dem Nennt- 
mannsdorfer Seitental dicht südwestlich von der 
Mühle können wir sie näher studieren. Den tief- 
schwarzen, durch einen gewissen Glanz größeren 



. (~~ ns\*tlo Original frarn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



14. Exkursion 



191 



Reichtum an neugebildetem Biotit verratenden Knoten- 
schiefern sind häufig schmale Lagen von Lydit und 
von Grauwacke, sowie von Kalkgrauwacke zwischen- 
geschaltet. Die Schichten in der Umgegend der 
Mühle stehen senkrecht oder sind sehr steil nach 
NO oder SW geneigt. An der Straße dicht nördlich 
von den Gebäuden sind sie stark gestört und zeigen 
eiuen vielfach gewundenen Verlauf. 

Dicht unterhalb der Mühle beginnt eine andere 
Gesteinszone, die wir in einem Steinbruch daselbst 
links an der Straße aufgeschlossen finden. Sie be- 
steht wesentlich aus einer dünnplattig geschichteten 
Grauwacke, die im Kontakt eine körnig -schuppige 
kristalline Struktur erhalten hat, zum Teil auch 
fast dicht und hornfelsartig erscheint. Unter ihren 
umkristallisierten oder neugebildeten Gemengteilen 
sind schon für das unbewaffnete Auge silberweiße, 
lappig umrandete und oft quer zur Schichtung ge- 
stellte Muskovitschüppchen erkennbar. Die Straße 
schneidet diese kristallinen Granwacken auf einer 
Strecke von G00 bis 700 Schritt. 

Jenseits dieser Zone verengert sich das Tal, seine 
Wände werden steiler und bestehen vielfach aus 
nacktem Fels. Besonders eine Klippe mit einem finger- 
förmig aufragenden Felszacken macht sich be merk- 
lich. Das Tal durchschneidet hier den Zug von Grün- 
schiefern, der sich von Weesenstein nach SO bis 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



192 



11. Exkursion 



Friedrichswalde verfolgen läßt. Dieser Schichten- 
komplex besteht vorwiegend aus strahlsteinschief er- 
ähnlichen Hornblendeschiefern, enthält aber auch 
Schmitzen von Kalkstein. Diese sind oberflächlich 
ausgewittert und haben flach linsenförmige, der 
Schichtung parallele Hohlräume hinterlassen. Die 
mikroskopische Untersuchung hat bewiesen, daß diese 
deutlich geschichteten Hornblendeschiefer durch die 
Kontaktmetamorphose aus schalsteinähnlichen Diabas- 
tuffen und Tuffschiefern, zum Teil vielleicht auch 
aus gequetschten, also durch Gebirgsdruck schieferig 
gewordenen Diabasen erzeugt sind. 

Dicht jenseits der Brücke, auf der wir die Seide- 
witz überschritten haben, stehen nun auch körnig- 
kristalline massig entwickelte Hornblendegesteine an, 
die in analoger Weise als Kontaktprodukte aus eigent- 
lichen Diabasen aufgefaßt wurden. Sie enthalten 
lokal noch Reste von nicht völlig amphibolisiertem 
Augit. Das dioritähnliche Gestein ist durch einen 
großen Steinbruch zur Gewinnung von Straßen- 
schotter aufgeschlossen. Hier gelingt es mitunter, 
die erwähnten Augitreste schon mit einer guten Lupe 
aufzufinden. Nordöstlich grenzt dieser auaphiboliti- 
sierte Diabas wiederum an Hornblendeschiefer, die 
in einem verlassenen Steinbruch an der Straße an- 
geschnitten sind. Sie enthalten als Einlagerung einen 
Schichtenkomplex, der aus 1 bis 3 cm dicken Lagen 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



14. Exkursion 



193 



und Schmitzen von im Kontakt marmorisiertem Kalk- 
stein und von schieferigem Hornfels besteht. Weiter 
nördlich schneidet die Straße ein zweites Lager von 
körnigem amphibolitisiertem Diabas. Dieses ist auf 
eine Erstreckung von im ganzen über 4 km nach 
NW und nach SO hin verfolgt worden. Es scheint 
hier von Lagerungsstörungen betroffen zu sein, denn 
auf der Sohle des auf ihm hart an der Straße an- 
gesetzten Steinbruches ist eine von Klüften allseitig 
begrenzte fremde Gesteinspartie von mindestens bis 
5 m im Durchmesser entblößt. Sie besteht aus stark 
zerdrücktem schwärzlichem Schiefer und Kieselschiefer. 

Unweit dieses Bruches befindet sich ein kleines 
Brückchen, auf dem der Pfad nach den Gehöften von 
Oberseidewitz den Bach überschreitet. Hier steht am 
rechten Bachufer ein ziemlich grobkörnig -schuppiges 
feldspatreiches Andalusitglimmergestein an. Diese 
Einlagerung kann von hier aus weit nach NW hin 
immer längs der Zone von Hornblendegesteinen ver- 
folgt werden. Es ist derselbe Gesteinkomplex, den 
wir zum Teil als feldspatreiches Cordieritgestein mit 
ziemlich breitem Ausstrich auf der Exkursion im 
Lockwitztal entwickelt sahen. Er gehört bereits der 
ihrer stratigraphischen Stellung nach unsicheren 
Grauwackenformation von Weesenstein an. Seine 
nach NW streichenden Schichten fallen hier im 
Seide witztale nach SW hin ein. 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 13 

Digimed by Google KEWVWKPUBUCUDMIN 



194 



14. Exkursion 



Noch ehe die Straße eine kurze Biegung nach 
Osten hin macht, sind an der Böschung zur Linken 
schieferige Hornfelse und kristalline Grauwacken ent- 
blößt, die mit stark glänzenden grauen oder röt- 
lichen Knotenglimmerschiefern wechsellagern, ein 
Schichten verband, dessen Ausstrich ganz wie bei 
Weesenstein als eine ziemlich breite Zone das Tal 
übersetzt. Die Schichten fallen hier steil nach S W ein. 
Bei der Straßenbiegung selbst gerade, wo von links her 
eine Seitenschlucht einmündet, stößt das Gestein des 
langen Quarzitlagers hervor, das wir auf der Exkursion 
durch das Bahretal am Hallstein kennen lernen 
werden. In seiner massigen Ausbildung gleicht das 
Quarzitlager hier eher einem Quarzgang, wie es denn 
überhaupt dahingestellt sein mag, ob diese im all- 
gemeinen nur richtungslos körnig -kristallin struierte 
Quarzmasse ein Lager oder ein Gang ist. Wenn auch 
eine nicht selten in derselben auftretende Bankung 
einer Schichtung zu entsprechen scheint, so lassen 
sich gewisse andere Merkmale dieses langen Quarz- 
zuges eher durch seine Auffassung als Gang erklären, 
besonders die außerordentlich weite Erstreckung bei 
verhältnismäßig geringer Mächtigkeit. Auch an die 
Gegenwart von ähnlichen Quarzzügen in der grani- 
tischen Lausitz, wo niemand an ihrer Gangnatur 
zweifeln wird, mag hier erinnert werden. Bei dieser 
Auffassung wäre das Gebilde als ein kleineres Ana- 



Digimed by Google NEWVBK 3 pUBtKL?BRAI1V 



14. Exkursion 195 

lögon mit dem böhmischen und dem bayerischen 
Pfahl zu vergleichen; die früher auch als Lager be- 
trachtet worden sind. 

Die Straße führt uns jetzt eine große Strecke 
talab, ohne daß sich die Gesteinsbeschaffenheit am 
Gehänge wesentlich ändert. Bald sind Hornfelse 
oder kristalline Grauwacken, bald Knotenglimmer- 
schiefer entblößt Dort, wo von links her ein Fahr- 
weg herabkommt, haben wir die letzten Aufschlüsse 
im Schiefergebirge erreicht. Im lehmigen Terwitte- 
rungsschutt des rötlich zersetzten Schiefers fallen uns 
hier schon einzelne verrollte Fragmente von Pläner- 
sandstein auf, ein Beweis, daß die sanft nach NO 
geneigte Auflagerungsfläche der oberen Kreidefor- 
mation nun bald die Talsohle erreichen wird. 

Um den Lausitzer Granit selbst, an den sich die 
bis hierher durchwanderte breite Kontaktzone an- 
schließt, noch aufzusuchen, folgen wir dem eben 
erwähnten Weg nach rechts über die Wiesen und 
über den Bach, an der Eulmühle vorüber und das 
Gehänge hinauf, wo in den Feldern Bruchstücke eines 
quarzitischen Schiefers sich zeigen. Noch ehe dieser 
Weg nach S umbiegt, schlagen wir einen nach SO 
abgehenden Fußpfad ein, der uns in das Dorf 
Zwirtschkau bringt. Hier steht in einer Grube an 
der Landstraße der allerdings stark zersetzte und teil- 
weise zu Grus zerfallene Granitit an. Wir gehen als- 

13* 

Digimed by Google KEWmSKPUBUClfflMW 



196 14. Exkursion 



dann auf der Straße nach Zuschendorf hinab. Kurz . 
vor diesem Dorfe ist zur Rechten durch einen kleinen 
verlassenen Bruch der Quadersandstein der Stufe der 
Aleetryonia carinata Lam. aufgedeckt. Wir sehen hier 
den untersten, dem Granitit unmittelbar auf ruhenden 
Schichtenkomplex der oberen Kreideformation. 

Von Zuschendorf aus erreichen wir Pirna auf der 
im Tale des Zehistabaches hinführenden Straße. Man 
vergleiche hierzu den letzten Abschnitt der folgen- 
den Exkursion. 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBRARV 



15* Exkursion 

Von Pirna über Berggießhübel, Gottleuba, Göppers- 
dorf und durch das Bahretal nach Pirna 

Ganztägig; 22 km 

L Stratigraphische Übersicht: 

10. Obere Kreideformation : 

d) Mittleres Turon (oberer glaukonitischer Sandstein, 

Planer mit Inoceramus Brongniarti, unterer 

glaukonitischer Sandstein mit Rhynchonella bohe~ 

mica, Mergel), 
c) Unteres Turon (Quadersaudstein , Mergel und Ton 

mit Inoceramus labiatus). 
b) Cenoman (Quadersandstein und Hornstein mit 

Aleetryonia carinata Lam.). 

a) Niederschönaer Schichten (Konglomerate, Sand- 
steine, Schiefertone). 

9, Gänge und Stöcke von Quarzporphyr, 
8. Glimmerdiorit. 

7. Turmalingranit unbestimmten Alters. 
6. Der Granitstock von Markersbach und sein Kontakt- 
hof im Schiefergebirge. 

b) In derDevon(?)formation: Knoten schiefer, in Horn- 
blendeschiefer, Aktinolith schiefer und gebänderte 
Augitschiefer umgewandelte Schalsteine, kristal- 
liner Kalkstein, Granatfels und Magneteisenstein. 

a) In der Phyllitformation: Fleckschiefer, Andalusit- 
glimmerfels , Hornfels. 



(~~ *_ _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOgK NEW TORK pyBU[ L|BRA m 



198 



15. Exkursion 



5. Die metamorphe Grauwackenformation von Weesen- 
stein: Hornfelse, kristalline Grauwacken, Knoten- 
glimmerschiefer, Quarzit. 
4. Die Devonformation(?): Tonschiefer, Diabastuffe und 

Kalksteinlager. 
3. Die Silurformatioo: graue und schwarze, z.T. kohlen- 
stoffreiche, fossilleere Tonschiefer, sowie kalkige 
Grauwacken, Kieselschiefer und Quarzite., 
2. Die Phyllitformation : Phyllit, Quarzitschiefer. 
1. Die Gneisformation: mittelkörnig -schuppiger bis 
körnig -flaseriger Gneis, dichter Gneis. 

Sektion Pirna und Berggießhübel. 

Hierzu Profil 1 Tafel VII, das der Sektion Pirna ent- 
nommen ist. 

IL 

ie Strecke zwischen Pirna und Berggießhübel 
legen wir am besten schon am Tage vor 
der eigentlichen Exkursion mit der Bahn 
zurück. Während der langsamen Fahrt auf dieser 
Sekundärbahn haben wir Zeit genug, um die Land- 
schaft auch vom geologischen Gesichtspunkt aus zu 
betrachten. Zunächst Pirna werden die beiderseitigen 
Gehänge des Gottleubatales von der oberen Kreide- 
formation oder dem Quadersandsteingebirge gebildet. 
Da dessen Schichten sanft nach NO geneigt sind, 
gelangen wir auf der südwärts gerichteten Fahrt 
nacheinander in immer tiefere Stufen der Formation. 
Besonders zwischen den Stationen Rottwerndorf und 



UOOgll. NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



15. Exkursion 



199 



Neundorf läßt sich am rechten Gehänge die Gliede- 
rung des Quadergebirges gut übersehen, da die 
einzelnen Stufen, schon aus der Ferne gesehen, 
durch ein sehr charakteristisches Relief voneinander 
sich abheben. Die zahlreichen Steinbrüche am unteren 
Gehänge stehen zu beiden Talseiten im Quadersand- 
stein mit Inoceramus labiatus Schloth. sp. Darauf 
folgt die Stufe mit Inoceramus Brongniarti Sow., 
und zwar zu unterst, eine sanft ansteigende Böschung 
bildend, der Grünsandstein mit Rhynchonella bohe- 
mica SchlÖnb,, darüber durch einen häufig mit Busch- 
werk bewachsenen oder als Kirschplantage benutzten 
Steilhang markiert, der Ausstrich des Pläners mit 
Inoceramus Brongniarti Sow., über diesem wiederum 
als mäßig geneigtes Terrain der obere Grünsandstein 
und Mergel, und endlich hoch oben auf dem Plateau, 
auf der Ebenheit, wie man hierzulande treffend sagt, 
die Platte des Brongniartiquaders. Auf der linken 
Talseite erblicken wir eine viel niedrigere Ebenheit, 
weil hier die ganze Brongniartistufe wieder von der 
Denudation abgetragen worden ist. Nur um die in 
großer Nähe sichtbare Basaltkirppe des Cottaer Spitz- 
berges herum haben sich die ringförmigen Ausstriche 
auch der höheren Schichten bis hinauf zum oberen 
Grünsandstein erhalten können. 

Unterhalb von der Haltestelle Langenhennersdorf 
sehen wir nach Regen oder Schneeschmelze drüben 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



200 



16. Exkursion 



am rechten Talgehänge einen ßchönen Wasserfall 
über den Steilabbruch des Labiatusquaders herab- 
stürzen. Zugleich ist von dort ab die Brongniartistufe 
auch auf der rechten Seite am eigentlichen Talrand 
nicht mehr vorhanden, sondern weiter zurückgetreten, 
so daß die beiderseitigen jetzt gleichhohen Plateaus 
jetzt nur vom Labiatusquader gebildet werden. Dieser 
besitzt hier gröberes Korn und größere Härte, als 
talabwärts im Cottaer Steinbruchrevier. 

Dicht oberhalb von der Haltestelle Langenhenners- 
dorf hat die Gottleuba unter dem Labiatusquader 
nicht nur Sandsteine und Konglomerate der Stufe 
der Aleciryonia carinata Lam. sp., sondern auch das 
Grundgebirge angeschnitten, und zwar den Markers- 
bacher Granit, der sich in einem rötlichen, vom 
Flusse glatt abgewaschenen Felsenriff zu unserer 
Kechten erhebt. Unmittelbar an diesem Fels über- 
schreitet die Bahn die Gottleuba, und zugleich be- 
ginnt eine landschaftlich äußerst reizvolle Szenerie, 
da das Flüßchen in schäumenden Katarakten zwischen 
zahllosen mächtigen Sandsteinblöcken und rings von 
Wald umgeben herniederrauscht. 

Bei der Zwiesel genannten Häusergruppe erweitert 
sich das Tal, dessen untere Gehänge nun schon aus 
silurischem Schiefergebirge bestehen. Bergwerks- 
halden zeigen sich, denn hier mündet der Zwieseler 
Erbstollen der Eisenerzgruben von Berggießhübel. 



Dig,li3edby Google 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



16. Exkursion 



201 




AjOOgll. NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



202 



15. Exkursion 



Bald haben wir das Städtchen selbst erreicht und 
erblicken dem Bahnhof gegenüber die Gebäude der 
jetzt auflässigen Mutter Gottes - Zeche. 

Man baute hier auf Magneteisenerz. Die Lager- 
stätten liegen im Kontakthof des Markersbacher 
Granitstockes, der sich südöstlich von der Stadt im 
Großen Horn und der Hainleithe erhebt, auch nach 
Osten hin mehrfach unter seiner dortigen Bedeckung 
durch das Quadergebirge angeschnitten ist. Die Lager 
sied ein Bestandteil der mit Vorbehalt zur Devon- 
formation gezogenen Gesteinsgruppe, deren Schichten 
an der Peripherie des flach unter sie einschießen- 
den Granit massives abstoßen. Das Hauptgestein des 
erzführenden Komplexes ist ein dunkelgraugrüner 
Hornblende schiefer, der oft in Strahlsteinschiefer oder 
in hellgebänderte Augit- Hornblendeschiefer übergeht. 
Diese Gesteine sind im Kontakt aus schalsteinähn- 
lichen Diabastuffen und Tuffschiefern sowie Diabas- 
tuffen mit kalkigen Zwischenlagen hervorgegangen, 
die wir später auf unserer Exkursion ebenfalls noch 
kennen lernen werden. Diese „Grün schiefer' 1 , wie 
wir sie zusammenfassend nennen wollen, enthalten 
auch größere Kalksteinlager zwischengeschaltet, die 
im Kontakthof teils marmorisiert, teils in Granat- 
fels und Augitgranatfels umgewandelt wurden, teils 
endlich durch Imprägnation vom Granit her an Stelle 
des kohlensauren Kalkes metallische Verbindungen 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



15. Exknrsion 



203 



empfingen und zu Magneteisenerzlagern wurden. Das 
Eisenerz enthält häufig Lagen, Putzen und Schnüre 
des Granatfelses und umgekehrt, ferner sind Schwefel- 
kies, Kupferkies, Buntkupferkies, Kupferglanz, Zink- 
blende und andere Erze beigemengt. Von allen diesen 
eben aufgeführten Gesteinen und Mineralien können 
wir Material auf der Halde der ehemaligen Mutter 
Gottes -Zeche sammeln. 

Um zur Halde zu gelangen , gehen wir vom Bahn- 
hof nach ein paar Schritten talaufwärts links ab auf 
einem über die Gottleuba fuhrenden Weg. Dieser 
führt uns an das Mundloch des Friedrichsstollens, wo- 
selbst Material eines beim Stollenbetrieb gebrochenen 
sehr schönen Quarzporphyrs mit großen Feldspat- 
einsprenglingen aufgehäuft ist. Von hier aus schlagen 
wir die Kichtung zur Kirche ein und sehen alsdann 
die gesuchte Halde bald zur Linken liegen. Wenn wir 
schließlich noch von dort aus Umschau halten, so 
fällt uns am Talgehänge gegenüber eine ruinenartige 
Felspartie auf. Sie besteht aus Labiatusquader und 
stellt einen inselartigen Denudationsrest des Sand- 
steingebirges dar, das in der Ottendorfer Heide, 
also nach Norden hin, sich als zusammenhängende 
Decke auszubreiten beginnt, nach Süden aber, nach 
Gottleuba zu, eine lange Halbinsel aussendet und 
auch einige derartige Inseln bildet, wie die vor uns 
liegende. 



- . _ 1 _ Original from 

Dig.!l2«f by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



204 



15. Exkursion 



Wir suchen jetzt die Straße nach Hellendorf 
auf, um von hier aus am Ostende von Berggießhübel 
einen nach rechts hin auf die Panoramahöhe hinauf- 
führenden Feldweg einzuschlagen Anfangs gehen 
■wir noch durch Grünschieferterrain. Dann deuten 
zahlreiche an den Feldrainen umherliegende Bruch- 
stücke von Fleckschiefer an, daß wir in den äußeren 
Kontakthof innerhalb der Phyllitformation eingetreten 
sind. Auf dem Bergrücken der Panoramahöhe selbst 
dagegen herrschen ausschließlich die stark umge- 
wandelten Phyllite des inneren Kontakthofes, die 
Andalusitglimmerfelse. Außerdem lohnt sich hier, ein 
prächtiger Rundblick besonders auf die nach Süden 
hin sanft ansteigenden Hochflächen der erzgebirgi sehen 
Gneislandschaft. Sehr lehrreich ist auch der Anblick 
der sächsischen Schweiz, die man hier gleichsam im 
Profil vor sich hat. Deutlich verfolgt man das regel- 
mäßige sanfte Ansteigen der Sandsteinplatten nach 
Süden hin und sieht, wie der Lilienstein, Königstein, 
Gohrisch und andere schroffe Bergformen dieser 
schiefen Ebene aufgesetzt sind als Zeugen für den 
starken Betrag der bereits wieder von der Denudation 
•entfernten Massen. Bei klarem Wetter erkennt man 
endlich auch rechts von der Brongniartiquaderplatte 
des Hohen Schneeberges das Profil der entsprechend 
niedrigeren Tafel des Labiatusquaders, die bei Tyssa 
steil nach Süden hin abbricht. Die bedeutende Denu- 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



15. Exkursion 



205 



dation, die hier stattgefunden haben muß, fällt noch 
mehr ins Auge, wenn wir wissen, daß der im Süden 
von uns dem Gneisplateau aufgesetzte Sattelberg bei 
Schön walde nur im Gipfel aus Basalt, im unteren 
Teile jedoch aus cenomanem Quadersandstein besteht, 
einem letzten Rest der früher das ganze östliche Erz- 
gebirge überziehenden Quaderdecke. 

Wir folgen dem Feldweg weiter nach Süden hin, 
um auf die Landstraße nach Hellendorf zu gelangen. 
Vorher passieren wir eine im Kontakt stark veränderte, 
weil unmittelbar dem Granit benachbarte Gesteins- 
partie, die wir ihrer jetzigen Beschaffenheit nach 
als Biotitgneis bezeichnen müssen. Das Gestein hat 
indessen nichts mit der Gneisformation zu tun, son- 
dern ist aus einem Chloritgneis der Phyllitformation 
hervorgegangen. 

Etwas östlich von der Stelle, wo der Feldweg 
die Straße erreicht hat, liegt ein Granitsteinbruch. 
Dieser ist gerade an der Grenze des Markersbacher 
Granitmassives mit den Schiefern angesetzt. Wir 
sehen hier ganz deutlich, wie der zu einem schiefe- 
rigen Andalusitglimmerfels umgewandelte Phyllit den 
Granit abstoßend überlagert. Das Eruptivgestein ist 
nahe am Kontakt feinkörnig entwickelt und sendet 
viele ebenfalls feinkörnige Apophysen schräg in das 
Schieferdach hinauf. Im Granit selbst setzen viele 
steil aufsteigende zarte Klüfte auf, an die beiderseitig 



Digiliiüdby Google 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



« 206 



15. Exkursion 



dunkelgefärbte Imprägnatiousstreifen grenzen. Inner- 
halb dießer Streifen, die stellenweise wolkig an- 
schwellen, ist das Gestein verändert. Es besteht nur 
aus Quarz und einem dunkelgrünen Glimmer, enthält 
aber keinen Feldspat mehr. Es ist also zu Greisen 
geworden, der nun in der Tat gerade wie der Grei- 
sen der Altenberger Zwitterbänder als fein verteilte 
Körnchen und Kristallenen Topas und Zinnstein um- 
schließt. Hier und dort sitzen den erwähnten Klüften 
auch andere charakteristische Mineralien der Zinn- 
steinformation, nämlich Molybdänglanz, Turmalin und 
Flußspat, sowie auch Zinkblende auf. 

Wir kehren zur Landstraße zurück und schlagen 
kurz vor deren Umbiegung nach SSO einen Feldweg 
ein, der uns durch Fleckschief erterrain hinunter nach 
dem freundlichen Städtchen Gottleuba führt. Ein 
Teil seiner Häuser, wie die Kirche, ferner auch die 
Promenaden des Tannenbusch südlich vom Orte liegen 
im Gebiete der lang von NW nach SO gestreckten 
Eruptivmasse eines eigentümlichen glimmerfreien 
Granites, der nicht selten Turmalin enthält, häufig- 
in radialstrahligen mit Quarz verwachsenen Aggre- 
gaten. Dieser Granitstock sitzt gerade auf der Grenze 
zwischen dem Gneis und der hier aus einem Hälle- 
flinta ähnlichen feldspatreichen Quarzitschiefer be- 
stehenden Phyllitformation. Dies Gestein, dessen nor- 
male Beschaffenheit wir südöstlich vom Städtchen an 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



15. Exkursion 



207 



den Feldrainen in der Nähe des Vierzehn- Nothelfer - 
Felsens studieren können, ist unmittelbar am Tur- 
malingranit in einen feldspatreichen Biotithornfels 
umgewandelt worden. Um diesen kennen zu lernen, 
begeben wir uns nach Roschs Höhe. Am nördlichen 
Gehänge der pingenartigen Schlucht finden wir das 
Kontaktgestein anstehend. 

Gleich von hier aus gehen wir alsdann hinüber 
auf die nahe vorbeiföhrende Straße nach Göppers- 
dorf, die auf eine größere Strecke hin im Gebiet des 
Turmalingranites sich hält, der hier wesentlich grob- 
körnig ist, während wir ihn im Städtchen unten 
nahe der Kirche oder an dem Vierzehn- Nothelfer - 
Felsen im Leichengründel feinkörnig hätten antreffen 
können. 

Oben auf der Höhe, von wo wir weithin über 
das Elbtal zu schauen, ja bei klarem Wetter die 
Türme von Dresden zu erblicken vermögen, gabelt 
sich die Straße. Zur Rechten erhebt sich hier der 
Spitzberg, der aus Labiatusquader und zu unterst aus 
einem kieseligen petrefaktenreichen Gestein der Cari- 
natenstufe mit Cidaris Sorigneti Des. aufgebaut ist. 
Ein an der Weggabel nach Süden abgehender Feldweg 
würde uns zu einem zweiten derartigen Denudations- 
rest des Quadergebirges, zum Raabstein, führen. 

Wir erreichen bald die Südwestgrenze des gang- 
artig langgestreckten Granitstockes und befinden uus 



rv ■ ■ ii (~~ r\t~kr\\n Original from 

DigjlLzedby l^UUgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



208 



15. Exkursion 



im Gneisgebirge, das aus kleinkörnig- schuppigen 
Biotitgneisen besteht. Blockauhäufungen von Quarz 
und Quarzbrockenfels rühren von ein paar nach NW 
streichenden Quarzgängen her. Auf der Höhe zwischen 
dem ersten und dem zweiten Wiesengrund, Über die 
unser Weg hinwegführt, finden wir am Waldrand 
viele Bruchstücken eines plattigen Muskovitgneises, 
der kleine Einlagerungen im Hauptgestein bildet 
Dicht jenseits des zweiten Grundes verlassen wir den 
Fahrweg und benutzen den kürzeren Fußsteig. An 
diesem finden wir den Ausstrich von ein paar kleine- 
ren Einlagerungen von dichtem Gneis, während zur 
Rechten die umherliegenden Fragmente einen Gang 
von Quarzporphyr anzeigen. Wir erreichen Wingen- 
dorf und gehen darauf über das ganz nahe Ostende 
von Göppersdorf das Bahretal abwärts. 

Yon Göppersdorf könnte man auch nach Lieb- 
stadt wandern, dort übernachten und dann das 
Seidewitztal begehen. Namentlich für solche, denen 
wenig Zeit zur Verfügung steht, ist diese Kom- 
bination empfehlenswert. 

Wir aber wollen heute im Bahretal abwärts 
wandern. Der Gneis wird hier von einem Schwann 
zum Teil sich gabelnder und wieder sich ver- 
einigender Gänge und von breiteren Intrusivmassen 
von Quarzporphyr durchsetzt, die wir rechts vom 
Wege wiederholt anstehen sehen. Etwa 1 km unter 



_. . , __. Pon/rU Original from 

AjOOglL NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



15. Exkursion 



209 



halb von Göppersdorf verlassen wir wieder das Gneis- 
gebirge, das wir hier wie das nun folgende Schiefer- 
gebirge nach NW streichen und sehr steil aufgerichtet 
sehen. Die stark vom Gebirgsdruck gestauchten 
Schichten des zum Teil stengelig gestreckten Gneises 
hatten streckenweise völlig seigere Stellung oder 
fielen gar widersinnig nach Südwesten ein. Schon 
dicht unterhalb von Göppersdorf begann sich zur 
Rechten des Tales der steile Bergrücken des Herbst- 
berges zu erheben, der zum größten Teile aus einem 
petrographiseh ganz gleichen Turmalingranit auf- 
gebaut wird, wie der von Gottleuba es ist. Auch 
hier bildet der Granit eine lang nach NW gestreckte 
Eruptivmasse, die in der Streichlinie des Gottleubaer 
Vorkommnisses und wiederum in der Hauptsache 
gerade zwischen Gneis- und Phyllitformation aufsetzt 
Etwas oberhalb der Brücke, auf der die Straße vom 
linken auf das rechte Bachufer übersetzt, steht am 
linken Gehänge ein feldspatreicher Quarzit der Phyllit- 
formation an, die auch hier unmittelbar an die Gneise 
sich anschließt. Eine merkwürdige Riefung und 
Neigung zu stengeliger Struktur, die wir an diesem 
Quarzit bemerken, sind Folgen starker Streckung 
durch den Gebirgsdruck. Bei aufmerksamer Be- 
obachtung gewahren wir an der felsigen linken 
Wegböschung, wie diese Quarzite von dem spitz 
auslaufenden Nordwestende jener granitischen Eruptiv- 

Führor durch das Dresdener Elbtalgebiet 14 

Digimed by Google KEWVWKPUBUCUDMIN 



210 



15. Exkursion 



masse durchsetzt werden. Jenseits der Brücke 
folgen glimmerige Phyllite, deren Bruchstücke wir 
auf den Feldern vorfinden. Sie werden von mehre- 
ren Porphyrgängen durchzogen. Ein stärkerer der- 
artiger Gang, der an der rechten Wegböschung 
ansteht, bildet zugleich die Verwerfungsgrenze 
zwischen der Phyllitformation und der von hier 
talab auf weite Strecken hin folgenden Silurforma- 
tion, die mit steil nach NO fallenden grauen Ton- 
schiefern beginnt. 

Bei der Sandmühle erreichen wir die Südwest- 
grenze eines mächtigen, aus schalsteinartigen Diabas- 
tuffen, mit Tuffschiefern und Tonschiefern zusammen- 
gesetzten Schieferkomplexes, dem dicht Östlich von 
der Mühle ein kleines Kalksteinlager eingeschaltet 
ist. Wir finden dieses oben im Felde durch einen 
alten Bruch aufgeschlossen. Der Kalkstein bildet 
hier keine geschlossene Einlagerung, sondern es 
wechsellagern Lagen von streifigem Kalkstein mit 
solchem von kalkigem Tonschiefer und Tuffschiefer. 
Die gesamte hier an der Sandmühle entwickelte 
Schichtengruppe ist dieselbe, die wir zu Berggieß- 
hübel im Kontakt verändert fanden und deren Um- 
wandlungsprodukte wir auf der Halde der Mutter 
Gottes -Zeche studierten. 

Ein paar hundert Schritt unterhalb der Sand- 
mühle kreuzt unsere Straße abermals einen mächtigen 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



15. Exkursion 



211 



Porphyrgang. Wir gelangen hierauf nach Nieder- 
gersdorf und später zur Bornmühle, in deren Nähe 
an dem rechten Talgehänge wieder schalsteinähn liehe 
Diabastuffe anstehen. 

Dem eben durchwanderten vermutlich devonischen 
Schichtenverband gehören auch die schwärm förmig 
gescharten Kalksteinlager an , die mit nordwestlichem 
Streichen nördlich vom Dorfe Borna hinziehen. Wir 
könnten unter Umständen den links nach diesem 
Dorfe sich wendenden und alsdann den nach dem 
Lotzeschen Kalkbruche rechts abfuhrenden Weg ein- 
schlagen, um den lichtgrauen, teils massig er- 
scheinenden, teils plattig geschichteten, immer ver- 
steinerungsleeren Kalkstein kennen zu lernen. Die 
einzelnen Lager werden durch graue, zum Teil sehr 
kalkhaltige Tonschiefer voneinander getrennt. Als- 
dann wurden wir wieder die vorhin verlassene 
Bahretalstraße aufnehmen. 

Wo diese den Fuß des linken Talgehänges er- 
reicht, stehen dicht erscheinende, hornsteinähnliche 
Quarzite an, die den scharf im Terrain hervor- 
tretenden Rücken des Mühlberges bilden. Dann 
kreuzen wir eine breite Einlagerung von eigentüm- 
lichen Kieselschiefern, die aus dünnen Lagen und 
Schmitzen von verschieden gefärbtem, schwarzem, 
grauem oder weißem, bald kohlenstoffreichem, bald 

armem Quarzit zusammengesetzt ist. Durch den 

14* 

f~"*-*i-\.Tlr> Original from 

Dig«l2«f by VoOOgK NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



212 



15. Exkursion 



Gebirgsdruck ist dies Gestein dermaßen zerstückelt 
worden, daß es gewöhnlich einer Brekzie gleicht. 

Weiter talab folgen schwärzliche kohlenstoffreiche 
Tonschiefer. Sie sind besonders gut an der Steil- 
böschung an der linken Straßenseite kurz vor Friedrichs- 
walde aufgeschlossen. Man gewahrt in ihrem Ver- 
band Zwischenschichten von einer Kalkgrauwacke 
und von Kieselschiefer. Zugleich beginnen sich hier 
auf den Flächen des schwarzen Tonschiefers Knötchen 
zu zeigen. Diese Knotentonschiefer verraten uns, 
daß bis hierher der kontaktmetamorphische Einfluß 
unterirdischer granitischer oder syenitischer Massen 
sich geltend macht. Von hier bis zum nächsten 
Granitaufschluß, bis zur Südwestgrenze des Lausitzer 
Granites, sind in der Luftlinie 1,5 km. Weiter 
westlich bei Nentmannsdorf finden wir sogar eine 
noch größere Breite der Kontaktzone südwestlich 
von jenem Granit (3 km). Es erklärt sich dies am 
einfachsten durch die Annahme, daß der Hornblende- 
granitit von Weesenstein, der am rechten Gehänge 
des Müglitztals flach" unter seine Schieferhülle ein- 
schießt, in südöstlicher Richtung unterirdisch bis 
in die Gegend von Friedrichswalde flach unter 
dieser Schieferdecke fortstreicht. So mußte sich 
sein Einfluß mit dem des Lausitzer Granititts ver- 
einen, und die beiderseitigen Kontaktzonen konnten 
zu einer einzigen von so ungewöhnlicher Breite ver- 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



16. Exkursion 



213 



schmelzen. Wir treffen denn auch bei der weiteren 
Wanderung von hier talabwärts bis zum Lausitzer 
Granit nur Gesteine an, die ihrer Struktur und Zu- 
sammensetzung nach typische Kontaktgesteine sind. 

Unterhalb von Friedrichswalde, dort wo die 
Straße den Fuß des rechten Talgehänges erreicht, 
steht zunächst an der Böschung ein körniges Horn- 
blendegestein an, ein im Kontakt amphibolitisierter 
Diabas, von dessen ehemaligem Augit nur noch spär- 
liche Reste inmitten der neugebildeten Hornblende 
übrig sind. Dann folgt eine mächtige Schiehten- 
gruppe von steil nach NNO einfallenden schieferigen 
Hornblendegesteinen, die zum Teil in Strahlstein- 
schiefer übergehen. Sie entsprechen den Grün- 
schiefern der Berggießhübeler Gruben und sind, wie 
diese, im Kontakt aus Diabastuffen, zum Teil viel- 
leicht auch aus durch Gebirgsdruck vorher schieferig 
gewordenen Diabasen hervorgegangen. Kurz vor dem 
alten Kalkofen finden wir am linken , nur bei niedrigem 
Wasserstand zugänglichen Bachufer einen alten ver- 
lassenen Bau auf ein im Kontakt marmorisiertes 
Kalksteinlager mit Schwefelkiesimprägnationen. Das 
Hangende bilden schieferige Hornblendegesteine, das 
Liegende dunkele Knotenschiefer und Kieselschiefer. 
Dicht unterhalb der Einmündung des nächsten Seiten- 
tälchens von links her steht zur Rechten Knoten- 
schiefer an, dann aber folgen wieder massige Horn- 



Di S ilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



214 



15. Exkursion 



blendesteine, umgewandelte Diabase. Etwa 100 Schritt 
unterhalb ihrer Südgrenze bemerken wir an der rechten 
Böschung in ihnen eine Zwischenbank von gebändertem 
Hornfels, ein Beweis dafür, daß mindestens zwei 
Lager des Eruptivgesteines vorliegen. Mit schwarzem 
Knotenschiefer und einem kleinen Kalklager, das 
durch einen alten Stollen rechts von der Straße 
aufgeschlossen ist, schließt nach Norden hin diese 
Gruppe von Gesteinen ab. 

Es folgt jetzt eine Schichtenreihe unsicheren 
Alters, die aus stark durch Kontakt veränderten und 
dadurch kristallin gewordenen Grauwacken und Horn- 
felsen mit Zwischenschichten von Knotenglimmer- 
schiefer besteht. Ihrem Verbände ist ein auf G km 
Entfernung zu verfolgendes Lager von Quarzit ein- 
geschaltet, das wie die Schiefergesteine seiner Um- 
gebung nach NW streicht und sehr steil nach SW 
einschießt. Am Hallstein bildet dieser Quarzit eine 
Strecke weit das rechte Talgehänge und erscheint 
als eine mächtige, oben in zackige Zinnen auslaufende 
Eelsenmauer, an der augenscheinlich der Bach nach 
Westen hin abgelenkt worden ist, um sie erst nach 
erneutem Anlauf an einer schwächeren Stelle zu 
durchbrechen. In der Nähe eines Hauses, an dem 
wir vorbeigehen, sind kristalline Grauwacken und 
Knotenbiotitschiefer durch einen Steinbruch gut auf- 
geschlossen. "Wenig unterhalb dieses Hauses, aber 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



15. Exkursion 



215 



dicht jenseits der aufs linke Ufer hinüberführenden 
Brücke unserer Straße haben wir die Gebirgsscheide 
zwischen Schiefergebirge und Lausitzer Granit er- 
reicht. 

Um sie genauer kennen zu lernen, müssen wir 
östlich von der Brücke das rechte Steilgehänge 
näher untersuchen. Hier finden wir, daß die eigent- 
liche Kontaktfläche nach WNW streicht und unter 
80 bis 90° nach Süden einfällt. Unmittelbar vor 
derselben aber wird das Schiefergebirge von einer 
Anzahl mächtiger Granititgänge durchzogen, die der 
Gebirgsscheide anscheinend parallel gestellt sind. 
Ihr Gestein ist stark durch Gebirgsdruck zerrüttet. 

Der Straße weiter talabwärts folgend passieren 
wir nach etwa 420 Schritten einen nur etwa 1 m 
mächtigen Gang von feinkörnigem glimmerarmen 
Granit im Granitit und ein paar Schritte weiter 
einen stärkeren von gegen 5 m Mächtigkeit. Dicht 
unterhalb der Einmündung eines Seitentälchens von 
links her ist ferner an der Straßenböschung ein 
Gang von Glimmerdiorit, der mit ein paar Apophysen 
den Granitit durchsetzt, gut aufgeschlossen. Bald 
darauf verschwindet der Granitit unter der Talsohle, 
und die obere Kreideformation, deren Schichten unter 
3 bis 5° nach NNO einfallen, lagert sich auf. Ein 
alter Steinbruch zur Linken der Straße hat die 
untersten Schichten der Formation, die der Carinaten- 



Digüized by Google NEWV0°K raBLIcTlBRABY 



216 



15. Exkursion 



stufe angehören, aufgeschlossen. Das dortige Profil 
soll S. 218 angegeben werden. 

Bis wir Zuschendorf erreichen, wo sich Bahre 
und Seidewitz zum Zehistabach vereinen, sehen wir 
noch wiederholt Sandsteine und Konglomerate der 
Carinaten stufe an den Straßenböschungen ange- 
schnitten, zum Teil unter einer Decke von jung- 
diluvialen Schottern oder Gehängelehm. Die Straße 
führt nun in einem breiteren Tale über Zehista nach 
Pirna. Die Ziegeleien bei dem genannten Dorfe 
bauen den Gehängelehm des rechten Talgehänges 
ab, während das linke einen aus Labiatuspläner be- 
stehenden Steilabfall uns zukehrt. Am Kohlberg, 
der sich kurz vor Pirna zur Rechten der Straße 
erhebt, kommen auch Schichten der auf jenen 
folgenden Brongniarti stufe (vgl. S. 222), nämlich 
Grünsandstein mit Rkynchonella bohemica Schlönb. 
und Pläner mit Inoceramus Brongniarti Sow. zum 
Ausstrich. Um sie näher kennen zu lernen, müßten 
wir den vom Nordfuße des Berges hinauf zum Wirts- 
hause führenden Feldweg einschlagen. Die Kuppe 
der Erhebung wird dagegen von einem feuerstein- 
reichen Diluvialkies gebildet. 



- . _ 1 _ Original from 

Dig.!l2«f by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



16. Exkursion 



Von Pirna über Zehista, Dohma, Rottwerndorf, 
Neundorf, Krietzschwitz nach Vogelgesang und 

Zeichen 

Tagestour: 22 km 

I. Man vergleiche hierzu die Übersicht über die 
Gliederung der oberen Kreideformation auf S. 9 
und das 1. Profil auf Tafel VII. 

Die Exkursion bewegt sich auf Sektion Pirna und König- 
stein — Hohnstein 

II. 

irna, unser Ausgangspunkt, liegt gerade 
dort, wo die Elbe aus ihrem engen, in 
dem Quadersandstein der Sächsischen 
Schweiz eingeschnittenen Tale austritt, um von nun 
ab bis Sörnewitz vor Meißen in einer weiten Aue 
dahinzufließen. Die unweit des Bahnhofes ge- 
legene Eibbrücke nach Copitz hinüber bietet eine 
hübsche Aussicht auf die nächste Umgebung. Im 
NW präsentiert sich von hier aus ziemlich stattlich 
der granitische Porsberg, dessen südliches Gehänge 
zugleich den Steilabsturz der Lausitzer Hochfläche 
nach der Elbtalaue darstellt. Diese breitet sich nach 




Digtoed by Google N E WYO°rau™BRARV 



218 



16. Exkursion 



Westen hin vor uns aus. Im SW dagegen blicken 
wir über sanft ansteigende Plateaus, die im Vorder- 
grund eine Decke von Kreidegebirge tragen, in 
weiterer Entfernung indessen aus dem nordwestlich 
streichenden Schiefergebirge bestehen, das sich ohne 
orographische Grenze an das aus Gneis gebildete 
Erzgebirge anschließt. Gerade im Süden, ganz nahe 
hinter der Stadt, ragt der Kohlberg auf, vor dem 
sich die Täler der Gottleuba und des Zehister Baches 
vereinen. Auf einem Sockel von turonem Grünsand- 
stein und Pläner trägt er eine Kappe von Diluvialkies. 
Links von ihm, weiter im Hintergründe, erscheint 
auf einem sanft ansteigenden Quadersandsteinplateau, 
das wir später zu durchwandern gedenken, der vom 
Steinbruchsbetrieb stark beschnittene basaltische 
Gipfel des Cottaer Spitzberges. Im SO endlich ist 
uns das rechte SteügeMnge des Gottleubatales zu- 
gekehrt, das das linke an Höhe weit überragt. 
Hier werden wir später einen guten Einblick in die 
Gliederung der turonen Kreidestufen erhalten. Da- 
hinter erscheinen ausgedehnte Hochflächen, auf 
denen die schroffen Bergformen des Liliensteines, 
Königsteines und der Bärensteine aufgesetzt sind 
und hinter denen in der Ferne bei klarem Wetter 
der Hohe Schneeberg sichtbar wird. Das enge Elb- 
tal im Osten vor uns ist erst vor verhältnismäßig 
kurzer, nämlich postglazialer Zeit eingeschnitten, 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



16. Exkursion 



219 



und die Ebenheiten zu beiden Seiten des Flusses 
oberhalb von Pirna waren zu altdiluvialer Zeit eine 
ähnliche breite Talaue, wie sie jetzt unterhalb der 
Stadt nach Dresden hin sich ausdehnt. 

Wir richten unsere Exkursion so ein, daß wir 
mit den tiefsten Schichten des Quadergebirges be- 
ginnen und alsdann Aufschlüsse in immer höheren 
Gliedern aufsuchen. Zu diesem Zwecke begeben 
wir uns zunächst nach Zehista, entweder zu Fuß 
auf der Straße oder mit Bahn bis zur Haltestelle 
Zehista der Linie Pirna— Großcotta. Hinter dem 
Dorfe zweigt nach links die Bahrethalstraße ab, 
der wir folgen. Nach ein paar hundert Schritten 
sind an der Straßenböschung anfangs jungdiluviale 
Schotter, alsdann cenomane Sandsteine der Stufe der 
Aleciryonia carinata Lam. entblößt. Etwa 10 bis 15 
Minuten weiter südlich können wir diese Carinaten- 
schichten in einem Steinbruch unmittelbar an der 
Straße anstehen sehen. Es herrscht hier von oben 
nach unten folgendes Profil: 

Lößartiger Gehängelehm , 

Plän erartiger Sandstein, 

Ton, 

Lockeres Konglomerat, 
Feinkörniger Sandstein , 
Festes Konglomerat, 
Granitit. 



f~~ - . _ 1 _ Original from 

Dig.lliMf by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



220 



16. Exkursion 



Das feste Konglomerat enthält neben Gerollen von 
Quarz , Quarzit und Schiefer zahlreiche Steinkerne von 
Exogyra columba Lam. Der Granitit ist nur noch 
in der südlichsten Ecke des Steinbruches sichtbar. 
Von hier gehen wir auf der Straße etwa 550 Schritte 
zurück und folgen dem nach rechts über die Wiesen 
führenden Weg. Wo er das rechte Talgehänge er- 
reicht, stehen am Bachufer brekzienartige Konglome- 
rate an, die in ihren tiefsten, wahrscheinlich dem 
Granitit unmittelbar aufruhenden Bänken eckige Frag- 
mente eines quarzitischen Schiefers, weiter höher 
am Gehänge hinauf solche von Quarz enthalten. 
Diese Grundkonglomerate werden an der Böschung 
unseres Weges von einem dunkelfarbigen , an kohligen 
Bestandteilen reichen tonigen Sandstein mit undeut- 
lichen Pflanzenresten überlagert. Diese Schichten, 
die zum Teil auch Lagen eines schwärzlichen Schiefer- 
tones enthalten, repräsentieren die unterste Stufe 
unserer Kreide , die sogenannte Crednerien stufe. Sie 
sind denselben Schichten zu parallelisieren, die bei 
Paulsdorf und Niederschöna eine reiche Flora mit 
den charakteristischen Oredneria- Blättern geliefert 
haben. Noch weiter oben am Gehänge folgt darüber 
der Quadersandstein der Carinatenstufe. Wir folgen 
dem Tale südwärts und gelangen an eine Straße, 
die uns nach Dohma bringt. Das unterste Gehänge 
des Bergrückens unmittelbar hinter dem Dorfe be- 



f~~ * — _ ,1 -j Original from 

Dig*zaJ bt loOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



16. Exkursion 



221 



steht, wie wir uns an den umherliegenden plattigen 
Bruchstücken überzeugen können, aus einem weiß- 
lich grauen, sehr porösen und darum leichten, fein- 
körnigen, tonigen Sandstein, der (Maris Sorigneti 
Des. geliefert hat. Er ist ursprünglich jedenfalls 
kalkhaltig gewesen und stellt in etwas abweichen- 
der Ausbildung den Carinaten pläner dar. Dem vor- 
hin erwähnten Carinatenquader ist er unmittelbar 
aufgelagert. Höher am Gehänge jedoch, das wir 
auf einem Feldwege ersteigen , streicht der zu unterst 
in Pläner übergehende feinkörnige Sandstein der 
turonen Stufe des Inoceramus labiatus Schloth. sp. 
aus. Wir ersteigen das Gehänge auf einem nach 
NO führenden Feldweg und gewinnen die oben auf 
dem Plateau hinziehende Straße nach Berggießhübel. 
Ihr folgen wir nach SO und später nach S bis dahin, 
wo* links der Weg hinunter in die Steinbrüche des 
Lohmgrundes abgeht. Kurz vor diesem Punkte über- 
schreiten wir den Tunnel der Eisenbahn, 

Wir steigen alsdann hinab in die Brüche, die 
sich in ununterbrochener Reihe am linken Gehänge 
des Grundes hinziehen, dessen tiefere Teile stellen- 
weise gänzlich unter den auch vom rechten Gehänge 

■ ■ 

her vorrückenden berghohen Schutthalden begraben 
liegen. Das hier gebrochene Gestein, als Rottwern- 
dorfer Bildhauersandstein oder Cottaer Stein weithin 
bekannt, ist ein gleichmäßig feinkörniger, äußerst 



Digimed by Google NEWVBK 3 pUBtKL?BRAI1V 



222 



16. Exkursion 



leicht bearbeitbarer Labiatusquader von graulich- 
weißer Färbung. Kohlige Partikel, die in feinen, 
auf dem Querbruche als zarte Linien hervortreten- 
den Streifen und Flasern verteilt sind , verleihen ihm 
eine eigentümliche Maserung. Die einzelnen Quarz- 
körnchen werden durch ein toniges oder schwach 
kalkiges Bindemittel zusammengehalten. Neben der 
äußerst regelmäßigen Schichtung in sanft nach NNO 
geneigten Bänken fallen uns zahllose senkrechte oder 
steilgeneigte Parallelklüfte auf, die zwei annähernd 
senkrecht zueinander stehenden Systemen angehören. 
Von diesen streicht das eine nach NNO, das andere 
nach WNW. Diese regelmäßigen paarigen Kluft- 
systeme sind für den Sandstein der Sächsischen 
Schweiz charakteristisch. Sie bedingen die Zer- 
legung der Bänke in Quader und erleichtern so den 
Abbau der Sandsteinmassen ganz erheblich. Dieser 
erfolgt meist durch „Hohlmachen", nämlich durch 
Unterminierung einer senkrechten Wand, die sich 
dann an einer ihrer Stirnfläche parallelen Fläche 
ablöst, wenn zuletzt die stützenden Stempel fallen. 
Von den Steinbrechern erhalten wir die im Labiatus- 
quader vorkommenden Petrefakten, sämtlich in 
Gestalt von Stein kernen. Inoceramus labiatus Schloth 
sp. und Exogyra columba Lam. sind in gewissen 
Schichten, den „Muschelbänken" der Arbeiter 
in großer Menge angehäuft. Daneben erhält man 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



16. Exkursion 223 



häufig große Exemplare verschiedener Spezies von 
Pinna. 

Immer an den Steinbrüchen hingehend, gelangen 
wir schließlich hinab in den Grund und ins Gott- 
leubatal. Eine Straße führt uns dieses aufwärts 
nach Neundorf. Unterwegs, an der Steegmühle 
können wir ein Steinsägewerk besichtigen. Hier 
werden die Quader in Platten und Säulen zer- 
schnitten, indem ununterbrochen zurieselnder feiner 
Elbsand die Eeibung der zahnlosen Stahlblätter ver- 
stärkt. 

In Neundorf verlassen wir die breite Straße und 
folgen dem links abgehenden Fahrweg nach Krietzsch- 
witz. Der große Steinbruch zwischen der Straße 
und diesem Weg kann vorher besucht werden. 
Im obersten Teile seiner Wand läßt sich die Über- 
lagerung des Labiatusquaders durch die untersten 
Schichten der nächst höheren Stufe mit Inoceramus 
Brongniarti Sow. gut erkennen. Diese bestehen aus 
feinkörnigen, plattig geschichteten, glaukonitischen 
Sandsteinen mit einer mergeligen Zwischenlage. 
Nördlich von diesem Steinbruch, dort, wo die 
Kirschplantage links vom Wege beginnt, steigen 
wir das Gehänge hinauf, um diesen Grünsandstein 
naher zu studieren. Wir finden plattige, fein- bis 
grobkörnige glaukonitarme und reiche Bruchstücke 
umherliegen, einige reich an den für diesen Horizont 



f~~ _ ,1 -j Original frorri 

NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



224 



16. Exkursion 



charakteristischen Steinkernen der Bkynchonella 
bohemica Schlönb., andere bedeckt mit schlangen- 
förmigen, oft sich gabelnden Wülsten unbestimm- 
barer Natur. Nahe dem Feldrand uns haltend, 
steigen wir höher das Gehänge hinauf und gelangen 
zu einem alten Steinbruch. Hier steht ein den 
Grünsandstein überlagernder Pläner mit Inoceramus 
Brongntarti Sow. an, der dieses Leitfossil indessen 
nur recht spärlich enthält. Er wird seinerseits von 
einem oberen Grünsandstein bedeckt, dessen stark 
verwitterte und darum ihres Gehaltes an Glaukonit 
beraubte Bruchstücke wir am Wege vom Steinbruch 
zum nahen Yorwerk antreffen. Dieser Weg führt 
uns weiter ins Dorf Krietzschwitz. Nur zufällige 
und temporäre Aufschlüsse, wie neugegrabene 
Brunnen, würden uns hier das nächst höhere Ge- 
steinslager, einen sandigen Mergel, der direkten Be- 
obachtung zugänglich machen. Den Ausstrich dieses 
Mergels haben wir am Dorfteich zu suchen. 

Auf unserer Wanderung von Naundorf nach 
Krietzschwitz ist uns die Abhängigkeit des Reliefs 
der Talwände von der Gesteinsfolge aufgefallen. Der 
Labia tusquader streicht als steiler Hang, der Grün- 
sandstein als sanfte Böschung, der Pläner wiederum 
als Steilstufe aus. Dann folgt mit schwachen An- 
stieg die Mergelzone, und endlich erhebt sich über 
dieser zum Teil in schroffen Klippen und Wänden 



Digiliiüdby Google 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



16. Exkursion 225 

der Quadersandstein mit Inoceramus Brongniarti Sow., 
der auch die Oberfläche des Plateaus bildet. 

Der obere Teil des Dorfes, das wir nun durch- 
schreiten, steht bereits auf Brongniartiquader, der 
auf der Hochfläche durch diluviale Lehme verhüllt 
wird. Der Weg trifft oben auf die breite Land- 
straße nach Königstein. Wir folgen dieser nur 
wenige Schritte, um hinter dem letzten Gute den 
nach links abgehenden Fahrweg nach Struppen ein- 
zuschlagen. Von rechts her grüßt die malerische 
Veste Königstein herüber. Wir passieren mehrere 
auflässige Steinbrüche, in denen ein mittelkörniger 
Brongniartiquader gebrochen wurde. Die häufigsten 
Petrefakten, die man hier erhält, pflegen Steinkerne 
von Lima canalifera Goldf. und Vola quadricostata 
Sow. zu sein. 

Wir erreichen" das Struppener Tal und gehen 
durch den Dorf teil Neustruppen hindurch, beim 
untersten Wirtshaus vorbei, auf einem Fußpfad hin- 
über zur Straße, die uns hinunter nach Obervogel- 
gesang bringt. Zur Rechten und auch am Talrande 
gegenüber ziehen sich Steinbrüche hin, die im Brongni- 
artiquader angesetzt sind. 

Beim Überschreiten der Bahnlinie fällt unser 
Blick zur Rechten" auf mächtige Stützmauern an 
den Steilböschungen gerade unter der Felspartie, 
die man Königsnase nennt. Diese wurden einst 

Führer durch das Dresdener Elbtalgobiet 15 



tu ■ -i.- f j"^j-*iiL-> Original from 

Digimed by ^-.OOglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



226 



16. Exkareion 



durch den hier durch die Bahn angeschnittenen 
Ausstrich von Mergelschichten mit Grünsandstein- 
bänken veranlaßt, die völlig dem Mergel im Dorfe 
Krietzschwitz entsprechen. Wir sehen beim Yer- 
gleich der Höhenlagen der beiden Aufschlüsse dort 
und hier, daß das Quadersandsteingebirge sanft nach 
NNO einfällt. 

Unten an der Elbe lassen wir uns nach Ober- 
posta übersetzen, um noch die am rechten Elbtal- 
gehänge talaufwärts gelegenen Steinbrüche Nr. 39 
und 44 zu besuchen. In diesen sehen wir zunächst 
als Liegendes den gelblich gefärbten Brongniarti- 
quader anstehen. Darüber liegen etwa 2 m eines 
tiefschwarzen, im trockenen Zustande aber blau- 
grauen, plastischen Tones, der frei von Quarzkörnern 
ist. Diese Toneinlagerung konnte von hier ab am 
rechten Elbtalrand abwärts bis Copitz und von dort 
noch weiter bis in die Gegend von Zatzschke ver- 
folgt werden. Dort hat sie seinerzeit beim Bau der 
Eisenbahn Geinitz eine große Zahl von Fossilien 
geliefert (siehe Elbtalgebirge IL S. 197), auch bei 
Lohmen ist dieser Ton viel fossilreicher (siehe diese 
Exkursion) als hier, wo er nur Scaphites Geinitoi 
d'Orb., Natka Oeniii Sow., Nucula peetinata u. a. 
geliefert hat. Das Hangende dieses Tones bildet 
der sog. Überquader, der durch eine 20 cm mächtige, 
blaugraue, stark sandige Tonschicht in zwei Bänke 



Dig,!i3edby Google 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



16. Exkursion 



227 



getrennt ist. Die untere Bank ist etwa 1,5 m mächtig 
und besteht aus gelbem, scharf brechendem Sand- 
stein. Die obere Bank wird von weißem, grob bis 
feinkörnigem Sandstein gebildet, ist etwas porös 
und wird oft von flachen, annähernd horizontal 
liegenden Hohlräumen durchzogen, die mit lehmiger 
oder kohlenhaltiger Substanz erfüllt werden. Der 
Überquader enthält hier nicht selten Fossilien: 
Placenticeras d' Orbignyanum Gein,, Nautilus rugatus 
Fr. u. Schi., Pholadomya elliptica Münster, Liapistha 
aequivalvis Goldf., Panopaea Geinitzi Holzapfel, Venus 
faba Sow., öyprina quadrata d'O., Gardium Ottoi 
Gein.?, Pinna cretacea Schloth., Vota quadricostata 
Sow., Lima canalifera Goldf., Aleciryonia frons 
Park. , Osirea semiplana Sow. , Exogyra lateralis Nilss., 
Catopygus aJhensis Gein., Cardiaster ananchytis 
Leske, Sequoia Beiclienbachi, Pachydiscus sp. , Stel- 
lasier cf. ekgans F. u. D. Da Fossilien , die das Alter 
des Überquaders einwandfrei feststellen ließen, bis- 
her noch nicht gefunden wurden, seien alle Lokal- 
sammler ganz besonders auf diese Brüche sowie die 
im Mocketal aufmerksam gemacht. Das Egl. Minera- 
logische Museum in Dresden und das geologische 
Institut der KgL Bergakademie zu Freiberg finden 
sich jederzeit dazu bereit, diesbezügliche Funde zu 
bestimmen. Auf manchen Strecken des Talrandes 
lagert zuweilen unmittelbar über dem Scaphitenton 

15* 

_ . . (~~ s\ /~. ,-i I ( -v Original frorn 

Digimed by ^OOgK NEW YORK PUBLIC UBRARY. 



228 



16. Exkursion 



das ältere Diluvium. Dieses besteht zu unterst aus 
groben Elbschottern, zu oberst aus sandigen Lehmen. 

Man kann von Zeichen aus die Heimkehr mit 
dem Dampfschiff oder mit der Bahn antreten, im 
letzteren Falle nach vorherigem Obersetzen über die 
Elbe, Auch führt drüben von Yogelgesang ab ein 
schöner Promenadenweg am unteren Elbtalgehänge 
nach Pirna. Wenig oberhalb von diesem Wege 
zieht sich ebenfalls bis Pirna der Ausstrich des- 
selben Mergels hin, auf den in Krietzschwitz und 
bei der Haltestelle Vogelgesang aufmerksam gemacht 
worden ist. Bei der bergauswärts gerichteten all- 
gemeinen Schichtenneigung dringen überall Quell- 
wasser auf ihm hervor, die in zahlreichen Brunnen ge- 
sammelt und in zwei Leitungen der nahen Stadt zu- 
geführt werden. 

Wer in den Abendstunden schließlich noch die 
im Beginn geschilderte Aussicht von der Elbbrücke 
vervollständigen will, dem wird der Besuch des Wirts- 
hauses zur Schönen Höhe am rechten Elbtalrand 
bei Copitz empfohlen. Von hier hat man eine schöne 
Fernsicht, besonders auf das allmählich ansteigende 
Plateau des östlichen Erzgebirges bis hinauf zum 
zweigipfeligen Sattelberg oder Spitzberg bei Schön- 
walde in Böhmen, ferner auch auf die Felsenberge 
der Sächsischen Schweiz. Nicht minder entzückt 
der Blick auf das vor unseren Füßen liegende freund- 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



16. Exkursion 



229 



liehe Stadtbild und den mit Fahrzeugen aller Art 
belebten Strom. Unter den KiesgerÖllen der Hoch- 
fläche im Norden dieses Aussichtspunktes können 
wir endlich schöne Kantengeschiebe oder Dreikanter 
sammeln, deren facettenartige, wie glasiert er- 
scheinende Schliffflächen vom Sandgetriebe des Windes 
erzeugt wurden. 



Digtoed by Google NEWV^'pUBLICUBRABr 



17. Exkursion 
Von Gottleuba über Tyssa nach Tetschen 

I. Stratigraphische Übersicht: 

Oberturon: Mergel mit Scaphites auritus und Ino- 

ceramus Cnvieri, 
Mittelturon : Quadersandstein mit I. Brongniarti. 

Plan er mit /. Brongniarti. 
Glaukouitischer Sandstein mit Rhyncho- 

nella bokemica* 
Unterturon : Quadersandstein mit I. labiatus. 
Cenoman: Qtiadersandstein mit I. bohemicus und 

Alectryonia carinata. 
Gruudkongloinerate. 
Turmalmgranit von Gottleuba. 
Gneisgebirge. 

Sektion Berggießhübel, Rosenthal — Hoher Schneeberg 
und Großer Wiuteiberg — Tetschen. 

Vergleiche hierzu die beiden Profile auf Tafel VIU. 

IL 

iese Exkursion dient vor allem dazu, die 
auf den früheren Ausflügen erlangte Kennt- 
nis der Kreideformation zu vervollständigen 
und zugleich einen Einblick in die große nord- 
böhmische Bruchzone zu gewinnen. Besonders ge- 
eignet ist diese Exkursion zum Studium der durch 




Prvrinlo Original frorn 

DigHIZBd hy VoOOglC NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



17. Exkursion 



231 



0, Beyer erforschten hydrologischen Verhältnisse 
des Quadersand Steingebietes. Der Ausflug bean- 
sprucht einen vollen Tag und wird sich am besten 
an den ersten Teil von Tour 15 anfügen lassen, nach- 
dem man in Gottleuba übernachtet hat. 

Von dem Städtchen aus führt uns die Hellen- 
dorfer Straße zunächst durch das Leichengründel 
durch den Ausstrich des gangartigen Stockes von 
Turmalingranit hindurch, den wir zur Rechten in 
Felsklippen anstehen sehen. Der dann folgende 
Quarzitschiefer läßt sich nur an sehr spärlichen 
Lesesteinen konstatieren, wenn man nicht die An- 
höhen zur Linken erklimmen will. Dort wo die 
Straße die Höhe gewinnt, lagert sich auf das ältere 
Gebirge die Kreideformation auf. Die große städtische 
Sandgrube zur Linken ist in dem hier ganz mürben, 
zum Teil zu lockerem Sand zerfallenen Labiatus- 
quader angesetzt. Das Bindemittel dieses Sandsteines 
ist hier vielfach eisenschüssig. Auch bemerkt man 
auf Klüften und Hohlräumen nierige Oberzüge von 
Stilpnosiderit und Psiiomelan. Bei dieser Sandgrube 
geht zur Rechten ein Fußpfad ab, dem wir folgen. 
Kurz vorher, ehe dieser die Hauptstraße nach Tep- 
litz erreicht, finden wir im Walde viele Bruchstücke 
eines Quarzkonglomerates und eines feinkörnigen 
Quarzsandsteines mit Alectryonia carinata Lam. 
Diese Schichten unter teufen den Labiatusquader als 



f~~ *_ _ ,-mlj-i Original from 

Dig*zaJ ty VoOOglt. NEW YORK PUBLIC LIBRA «Y 



232 



17. Exkursion 



unterstes Glied der Kreideformation. Die Straße 
bergab gelangen wir nach Hellendorf, das im Ge- 
biet der Gneisformation gelegen ist Mittelkörnig- 
schuppige bis flaserige Biotitgneise walten vor. Das 
linke Talgehänge unterhalb des Dorfes dagegen am 
Wege nach Markersbach besteht aus dem ganz 
gleichen Turmalingranit, den wir in Gottleuba an- 
trafen. Die Straße, der wir weiter folgen, kreuzt 
kurz vor Peterswalde eine größere Einlagerung von 
Muscovitgneis , wie wir an den Lesesteinen uns 
überzeugen. Wenig oberhalb des ersten Teiches im 
Dorfe schlagen wir den linksab nach Raitza führen- 
den Fahrweg ein. Auf der nächsten Höhe, die er 
bald gewinnt, sehen wir den Gneisen Konglomerate 
auflagern mit erbsen- bis faustgroßen Gerollen von 
Quarz und einem tonigsandigen Bindemittel. Es 
sind die zur Carinatenstufe der oberen Kreide ge- 
hörigen Grundkonglomerate. Bald gelangen wir 
nach Neuhof und Eaitza. Jenseits des Ortes sehen 
wir eine lange, vielfach zerrissene Felsen mauer sich 
erheben. Sie besteht aus Labiatusquader. Bei der 
Zerstörung dieses Sandsteines macht die Erosion 
wesentlich ihre Fortschritte längs der senkrechten 
Klüfte und der annähernd horizontal verlaufenden 
Schichtfugen. Da die unmittelbar über dem Boden 
oder dem Oberrand der Schutthalden gelegenen 
Schichtfugen ganz besonders stark von der Erosion 



m u • •. f~*t\*%Jti& Original from 

NEVj YORK PUBLIC LIBRARY 



17. Exkursion 



233 



ausgenagt werden, wie wir an den im ganzen Sand- 
steingebiet so häufigen Überhängen sehen können, 
so kommt es schließlich zu einem Unterminieren 
und Umlegen ganzer Felswände, die hierauf weiter- 
hin zerkleinert und in Sand verwandelt werden. 
Der sandige Schutt wird mit Leichtigkeit von dem 
Regenwasser talabwärts geschlämmt. Diese Vor- 
gänge sind dann die Ursache, daß die Gebiete des 
Labiatusquaders, wie auch des Brongniartiquaders, 
allenthalben mit felsigen Terrainstufen beginnen. 
Dahingegen wird der Verwitterungsdetritus der zwar 
weicheren aber viel zähe, tonige Bestandteile ent- 
haltenden cenomanen Schichten nicht so schnell vom 
fließenden Wasser hinweggenommen. Die Carinaten- 
stufe bildet infolgedessen am Fuße der senkrechten 
oder steilen Labiatusquaderwände sanft abgeböschte 
Yorterrassen. Im Süden von den zuletzt genannten 
Dörfern streichen die Carinatensandsteine auch in 
größeren unbedeckten Arealen zutage aus. Die 
fein poröse Beschaffenheit dieser Sandsteine läßt 
vermuten, daß sie vor ihrer jetzt schon weit vor- 
geschrittenen Yerwitterung neben dem tonigen auch 
ein kalkiges, jetzt völlig ausgelaugtes Bindemittel 
besaßen. Zuweilen enthalten sie auch Glaukonit. 
Außerdem sind sie reich an organischen Resten. 
Besonders lohnt das Absuchen der Lesesteinhaufen 
auf den Grundstücken bei den südöstlichsten Häusern 



f~~ _ Original from 
Dig.lliMf by VoOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



234 



17. Exkursion 



von Raitza. Hier findet man besonders häufig die 

folgenden Arten: 

Alectryonia carinata Lani. sp. 

Exogyra columba Lam. sp. 

Protocardia hillana Sow. sp. 

Turritella Kirsteni Gein. (T. granulata Sow.). 

Bei Raitza sahen wir das Quadergebirge noch, 
auf Gneis aufgelagert. Doch nahe im NO muß unter 
der Quaderdecke die Grenze zwischen Gneis und 
Schiefer liegen, wie Einschlüsse des letzteren im 
Basalt dicht südlich von Eiland andeuten. 1 

Von Raitza aus gewinnen wir die nach Süden 
führende Straße, die uns durch ein von cenomanem 
Sandstein gebildetes Terrain nach Tyssa bringt. Der 
obere Teil dieses Ortes ist auf dem sanft nach 
Süden abgeböschten Ausstriche der Carinatenschichten 
erbaut, die unteren Häuser dagegen stehen bereits 
auf Gneis. Die Oarinatensandsteine sind auch hier 
reich an Yersteinerungen. Man sammelt deren am 
vorteilhaftesten am Ostende des Ortes auf den Lese- 
steinhaufen, die am oberen Ende seines nach SW* 
hinabführenden Tälchens aufgeschichtet sind. Manche 
Platten wimmeln von Steinkernen namentlich der 
schon von Raitza angeführten Arten. Im ganzen 
sind gegen 30 Spezies von Tyssa bekannt geworden. 

1) H. Michel, Die Erzgebirgsbruchzone westlich von 
Bodenbach. Yerh. k. k. geol. Reichsanst. Wien, 1913, Nr. 6. 



Digtoed by Google N E WY0°rau™BRARV 



17. Exkursion 



235 



K.Wanderer führt von Tyssa und anderen Fund- 
punkten am Hohen Sohneeberg u.a. folgende Arten an: 
Terebratula phaseolina Lam. 
Inoceramus bohemieus Leonh. 
Lima pseudocardium Reuss. 
Pecten (Chlamys) acuminatus Gein. 
P. (Camptonectes) curvatm Gein. 
P. (Entolium) rnembranaceus Nilss. 
Vola (Neithea) aequicostata Lam. sp. 
V. (Neithea) quinquecostata Sow. sp. 
Aleetryonia earinata Lam. sp. 
A. diluviana L. sp. 
Exogyra lateralis Nilss. 
E. eolumba Lam. sp, 
E. coniea Sow. sp. 
E. halioioidea Sow. sp. 
Gucullaea glabra Park. 
Protocardia hillana Sow. sp. 
Turritella Kirsteni Gein. 

Aus einem der Tyssaer Gasthäuser nehmen wir 
einen Knaben als Führer durch die sogenannten 
Tyssaer "Wände mit, die wir in der Richtung von 
W nach durchschreiten, Sie stellen ein merk- 
würdiges Felsenlabyrinth dar, dessen Südgrenze als 
geradlinig verlaufende senkrechte Wand von Labiatus- 
quader gebildet wird. Hat man in diese natürliche 
Mauer, die sich in bedeutender Höhe oberhalb des 
Ortes erhebt, durch eine Scharte Eingang gefunden, 
so trifft man dahinter ein Gewirr von grotesken 
Felsbildungen an, die sich um ein nach NW hin 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



236 



17. Exkursion 



ausmündendes weites Zirkustal gruppieren. Durch 
den verhältnismäßig schmalen Ausweg dieses Kessels 
ist der gesamte Detritus, den die großartige Zer- 
störungsarbeit der Verwitterung hier geliefert haben 
muß, talab befördert worden. Der östliche Flügel 
dieser halbkreisförmig angeordneten Felsenmassen 
hängt durch ein schmales Joch mit dem geschlossenen 
Plateau von Labiatusquader zusammen, das mit sanf- 
ter nordwärts gerichteter Neigung, sonst aber ganz 
ebener Oberfläche nach dem Hohen Schneeberg 
hin sich ausdehnt. Die Tyssaer Wände eignen sich 
wie kein anderes Terrain zum Studium der sonder- 
baren Erosionsformen im Quadergebiet. Schon auf 
den ersten Blick gewahren wir, daß diese Formen 
bei aller ihrer Mannigfaltigkeit doch immer durch 
den Verlauf der Klüfte bedingt sind. Diese bilden 
hier, wie im ganzen weiten Sandsteingebiet von 
hier bis Pirna, Hohnstein und Schandau zwei Systeme: 
die einen streichen nach N 60 bis 70° W, die 
anderen nach N 15 bis 30° 0. Beide weichen dabei 
nur unbedeutend von der Senkrechten ab. Außer 
diesen Hauptklüften aber machen sich an unserem 
Standorte nach OW streichende kleinere und minder 
scharfe Sprünge bemerkbar, die unter 45 bis 75 nach 
Norden fallen. Sie deuten die beginnende Zerrüttung 
der Quaderschichten in der Nähe der nordböhmischen 
Bruchzone an, die südlich von Tyssa vorüberzieht. 



_ _ —l— Original from 

'9'"** 1 ^'OOgie NEW YORK PUBLIC LIBRA BV 



17. Exkursion 



237 



Jene HauptklQfte sind überall von der Verwitterung 
erweitert, und die Felsmassen hierdurch förmlich 
in Säulen zerlegt worden, die dann wieder in Fels- 
gestalten von großartiger Mannigfaltigkeit umgeformt 
werden. Auch die horizontalen Schichtfugen sind 
erweitert worden und haben Überhänge geliefert, 
die oft von sanduhrartigen Pfeilern gestützt werden 
oder zu Höhlen vertieft sind. Selbst pilzförmige 
Telsen können durch besonders energische Ver- 
witterungsarbeit an einzelnen nahe am Boden ge- 
legenen Fugen aus einem Felspfeiler heraus modelliert 
werden. Einen solchen Pilzfelsen werden wir später 
kurz vor dem Ausgang aus den Wänden antreffen. 
Überall macht sich eine narbigzellige Struktur der 
Oberfläche der Felsen bemerkbar, die in besonders 
starkem Hochrelief auf den vor auffallendem Kegen 
geschützten Unterseiten mäßig tiefer Überhänge ent- 
wickelt zu sein pflegt. Bei Gelegenheit der späteren 
19. Exkursion soll die Entstehung dieses Zellen- 
werkes infolge des Austrittes alaunhaltiger Sicker- 
wasser geschildert werden (Lit.-V. Nr. 19 und 20). 
Nicht selten ist an den angewitterten Flächen auch 
eine äußerst regelmäßige Kreuzschichtung des Sand- 
steines zum Vorschein gekommen. Diese kleinen zu 
den eigentlichen horizontalen Linien der Schichtung 
diskordanten Parallellagen fallen sämtlich nach WNW 
bis NW ein. 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



238 



17. Exkursion 



Auf vielfach gewundenen Pfaden verläßt man 
das Felsenlabyrinth und gelangt auf die Straße nach 
dem Dorfe Schneeberg. Diese führt uns über das 
vorhin erwähnte Plateau von Labiatusquader, das 
durch seine außerordentlich ebene Oberfläche uns 
auffällt. Obwohl von dieser Labiatusplatte früher 
durch die Denudation die gesamte Schichtenfolge der 
Brongniartistufe entfernt worden ist, unterbricht keine 
Klippe, keine Blockanhäufung die tischglatte, schwach, 
nach NNO geneigte Fläche, die nach Süden hin 
mit einer hohen Steilwand abbricht. 

Infolge der Wasserdurchlässigkeit dieser Labiatus- 
platte sammeln sich die eindringenden Oberflächen- 
wasser auf der Carinatenstufe , die in geringer Tiefe 
ansteht und brechen südlich von Eiland in den Forst- 
abteilungen 3, 22 und 14 in 6 starken Quellen mit 
einer Gesamtergiebigkeit von 30 bis 32 Sl (Sekunden- 
liter) hervor. Der in der Richtung des Bielatales 
fließende Grundwasserstrom auf dem Cenomanhorizont 
verrät sich allenthalben durch wasserreiche auf- 
steigende Spaltquellen, so im Singeborn mit 21 Sl, 
in der schönen Sophienquelle, in der etwa 14 Sl 
liefernden Brunnenquelle und in allen anderen Quellen 
von Schweizermühle. Schließlich steigt er auch im 
neuen artesischen Brunnen der Papierfabrik Hütten 
mit über 41 Sl aus 17 m Teufe bis über Tag empor 
(siehe näheres bei 0. Beyer, Lit.-Y. Nr. 21). 



„. . PrtrvnL Original from 

□ igrtized by V_.OUglt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



17. Exkursion 



i 

239 



Beim Verlassen des Waldes sehen wir das Dorf 
Schneeberg vor uns liegen und dahinter den Hohen 
Schneeberg sich erheben. Schon im Dorfe selbst, 
namentlich auf der N- und NO-Seite, finden wir 
dem Labiatusquader das unterste Glied der Brong- 
niartistufe, einen Glaukonit führenden Sandstein mit 
Bhynchonella bohemica Schlönb, aufgelagert. Wir 
sammeln dieses Petrefakt am besten oberhalb der 
östlichsten Häuser des Ortes. Über dem Rhyncho- 
nellensandstein folgt Brongniartipläner, dessen rings 
um den Hohen Schneeberg herumlaufender Ausstrich 
durch zahlreiche Quellen markiert ist. Alle diese 
Plänerquellen sind Schichtquellen, zum Studium 
geeignet der Silberborn, Wassigborn und die Fallen- 
bachquellen. Ihre Ausstriche geben gute Aufschlüsse 
für den Pläner bzw. Mergel und deren Versteinerungen. 

Als oberstes Glied der Kreideformation haben wir 
hier den Brongniartiquader, einen mittel- bis grob- 
körnigen Sandstein. Er ist an Versteinerungen arm. 
Am ehesten findet man in ihm noch eine Lima 
canalifera Gold f. oder die nicht leitende Exogyra 
columba Lam. Aus diesem Gestein besteht der 
oberste tafelförmige, fast nach allen Seiten in Steil- 
wänden abbrechende Teil des Berges. 

Oben lohnt den Aufstieg eine herrliche Kund- 
sicht. In geologischer Hinsicht achte man hierbei 
namentlich auf folgendes: Während der Blick nach 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



240 



17. Exkursion 



Norden hin über die einförmigen elbwärts geneigten 
Hochflächen der Sächsischen Schweiz schweift und 
nur hier und da durch einen das allgemeine Niveau 
überragenden Tafelberg von Brongniartiquader auf- 
gehalten wird, dehnt sich nach Süden hin das 
böhmische Mittelgebirge mit zahlreichen oft dicht 
geschürten vulkanischen Bergkegeln aus. Die Bruch- 
zone, die beide landschaftlich so verschiedenartig 
ausgeprägte Gebiete voneinander trennt, markiert 
sich trotz dieser Gegensätze hier indessen lange 
nicht so deutlich, wie etwa in der Gegend des 
Mückentür mchens oder noch mehr nach SW hin. 
Wie namentlich ein Blick nach Osten hin auf die 
jenseits der Elbe gelegenen Höhen lehrt, zeichnet 
sich dort das südlich von jener Bruchzone gelegene 
Gebiet keineswegs durch eine viel geringere relative 
Höhe vor den nördlich sich ausdehnenden Hochflächen 
aus. Wir sehen vielmehr, wie dort dem eigent- 
lichen Plateau der Sächsisch -Böhmischen Schweiz 
noch das Plateau des Poppenberges, Falken beiges 
und Spitzberges bei Birkigt vorgelagert ist, das 
zwar schon südlich der Hauptbrüche liegt, aber die 
noch nicht dislokierte Labiatusquaderplatte am Rosen- 
kamm an Höhe sogar überragt. Noch weiter nach 
Süden hin, südlich vom tiefen Einschnitt des Polzen- 
flusses erheben sich weitere derartige Hochflächen. 
Die dort gelegene weithin sichtbare Kirche von 



Digtoed by Google N E WY0°rau™BRARV 



17. Exkursion 



241 



Reichen zum Beispiel liegt 609 m hoch. Das ge- 
sunkene Gebiet stellt darum topographisch hier 
durchaus keine Einsenkung dar, und die Denudation 
hat hier noch nicht das Tertiär und die obersten 
Kreidestufen abtragen können, wie nördlich der 
Bruchzone. Interessant ist auch der Blick nach 
ONO, NO und NNO. Wir erkennen hier nachein- 
ander eine Anzahl von ziemlich ebenen Hochflächen 
bei Binsdorf, Eibleiten, Jonsdorf, Stimmersdorf, 
Reinhardtsdorf, Ostrau und Rathmannsdorf, die zwar 
jetzt durch tiefe Taleinschnitte voneinander getrennt 
sind, aber in altdiluvialer Zeit einen zusammen- 
hängenden Talzug der Elbe darstellten. Die Ein- 
heitlichkeit dieser Denudationsflächen und ihr 
Charakter als ein unter etwa 2° geneigter alter, 
jetzt hochgelegener Elbtalboden läßt sich von unserem 
Standpunkte aus sehr überzeugend demonstrieren. 
Den Hochflächen aufgesetzt ist der prächtige Kegel 
des Rosenberges, ein Zeuge der großartigen, in der 
Hauptsache vordiluvialen oder altdiluvialen Denuda- 
tion , denn bis zu 560 m hinauf besteht er aus 
horizontalen Sandsteinschichten, nur die 620 m hohe 
Gipfelpartie ist basaltisch. 

Zum Abstieg nach Tetschen wählen wir den 
zugleich kürzesten und durch Wegweiser gut mar- 
kierten Weg über Neudorf, Tscheche und Rothberg. 
Schon bei Neudorf überschreiten wir einige der hier 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet, 16 

. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



242 



17. Exkursion 



indessen bei flüchtiger Wanderung kaum nachweis- 
baren Bruchlinien. Von Tscheche ab folgen wir 
dagegen einem deutlichen zwischen zwei nach WNW 
streichenden Parallel Verwerfungen eingesenkten Dis- 
lokationstal. Die beiden Gehänge im N und S be- 
stehen aus grobkörnigem Brongniartiquader, der 
Talboden aus einem Mergel, der bereits der nächst 
höheren Stufe der Scaphiten angehört. An der 
Theresienmühle, wo wir das Bieletal kreuzen, können 
wir in einem Steinbruch unter einer Lehmdecke 
diese Mergel oder weichen Pläner dem unter 15° 
nach SSO geneigten Brongniartiquader aufgelagert 
sehen. Hier lieferten sie auch Scaphites auritus 
Schlönb, Die nördliche der beiden dieser Graben 
von Tscheche begrenzenden Bruchzonen macht sich 
an der Felswand hinter den Häusern an der Straße 
nördlich vom Steinbruch durch außergewöhnliche 
Zerklüftung und Zerrüttung bemerklich. Wie uns 
wenige Schritte talauf- und talabwärts von der Mühle 
erkennen lassen, besitzen auch die nach N und S 
angrenzenden Gebirgsstreifen nicht mehr horizontale 
Lagerung, sondern sind beim Absinken zugleich 
aufgerichtet worden. Sie fallen nach Süden ein. 
Die Graben Versenkung von Tscheche setzt sich nach 
Osten hin bis zu Elbe fort und Rothberg, durch das 
unser Weg uns führt, liegt innerhalb dieses ein- 
gesunkenen Streifens von Scaphitenmergel. Am 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



17. Exkursion 



243 



Elbufer angelangt, haben wir an der Felswand nörd- 
lich von der Kettenbrücke dicht unterhalb der Mün- 
dung des Eothberger Dislokationstal Gelegenheit, 
auch hier die starke Zerrüttung festzustellen. Die 
Bankuug des Sandsteines ist durch zahlreiche Klüfte 
und längst dieser erfolgte Verschiebungen hier voll- 
kommen verwischt. Die meisten der Spalten streichen 
nach N 60 bis 90° mit einem Einfallen von 65 
bis 85° nach NNW, während andere nach WNW 
verlaufen und unter 80° nach SSW einfallen. Fast 
alle führen einen Belag von Baryt. In der Fort- 
setzung der nördlichen Begrenzungslinie des Roth- 
berger Grabens bemerkt man in der Elbe unterhalb 
der Brücke eine auffällige Gefällstufe. 

Von der Brücke aus, die wir nun überschreiten, 
fällt der Blick auf die aus Brongniartiquader be- 
stehende Schäferwand, deren Bänke, wie die des 
gegenüberliegenden Tetschener Schloßfelsens unter 
15 bis 20° nach Süden fallen, wie aus der umstehen- 
den Fig. 7 ersichtlich ist Gehen wir drüben am 
Elbufer abwärts, so schauen wir bald in ein zweites 
von WNW her in das Elbtal mündendes schmales 
Dislokationstal hinein, worin der Ort Peiperz und 
weiter oben Kalmswiese gelegen ist. Nördlich von 
Peiperz folgen Sandsteinschollen in höherem tek- 
tonischen Niveau, und es taucht nun die Labia tus- 
stufe, ja bei Mittelgrund sogar die Carinatenstufe 

16* 

Digimed by Google MEWVOCK PUBLIC LfflRAnV 



244 17. Exkursion 



CS 



II 



D 
SO 

rt- 
<t> 

a 

OQ p 

»9 (EL 



CD 



f 
cr 

fr, C 
II Oß 

II >g 
2> 

t— P- 
<-? CO 
Q. —. 

f-~ - 

P 

< 

5* 

CO 

o 

O 



0g 

II 

tü 

i-i 
o 

st ° 
2. 

So' 
i-S 
(— f 

3" 
p 

p. 



CT} 



1? 



a 



auf. Hierüber wird uns die 
folgende Exkursion noch Be- 
lehrung bringen. 

Die Stadt Tetschen, in 
der wir die Wanderung be- 
schließen, steht zum Teil 
auf Mergel der höchsten hier 
überhaupt bekannten Kreide- 
stufe, der des Jnoceramus 
Cuvieri Sow. Wir befinden 
uns demnach hier am rech- 
ten Elbufer in einem Gebiet 
besonders tiefer Versenkung, 
die längs einer nördlich von 
der Stadt am Südfuße des 
Quaderberges hinziehenden 
Hauptbruchlinie erfolgt ist. 
Der Quaderberg selbst ist 
aus Brongniartiquader auf- 
gebaut mit südwärts geneig- 
ten Bänken. Das kleine 
Plateau mit der Bohemia 
dagegen, das wir jetzt auf- 
suchen, besteht noch aus 
Labiatusquader. Eine NO 
streichende Transversal Ver- 
werfung scheidet beide ver- 



Digilüed by Google NEWtoÄ'büUIBBABV 



17. Exkursion 245 

schieden tief hinabgezogene Schollen. Von der Bohemia 
aus genießen wir den Blick nach Norden zu in das herr- 
liche Durchbruchstal der Elbe. Der Rosenkamm, der 
den Abschluß dieses großartigen Landschaftsbildes 
macht, liegt bereits nördlich von dem nördlichsten Bruch 
der Verwerfungszone. Wer längere Zeit in Tetschen 
zur Verfügung hat, wird endlich nicht versäumen, 
den Quaderberg selbst zu besteigen. Man hat von 
dort eine äußerst instruktive Aussicht auf das Schnee- 
berggebiet und die beiden vorhin berührten Dislo- 
kationstäler von Rothberg -Tscheche und Peiperz- 
Kalms wiese. Der ganze Mechanismus des Gebirgs- 
abbruches wird hier geradezu greifbar deutlich. 
Scharf heben sich die gesunkenen und dabei aus 
ihrer horizontalen Lage gebrachten Schollen von 
dem noch unbeeinflußten Schneebergplateau ab, und 
wieder ein ganz anderes Bild gewähren die vul- 
kanischen Bergkuppen noch weiter im Süden des 
Bruch gebietes, besonders der Pfaffenberg und der 
Hopfenberg mit seinen berüchtigten Bergschlipfen. 
Beim Abstieg nach der Stadt kann man den kleinen, 
landschaftlich äußerst reizvoll gelegenen botanischen 
Garten mit schönen alpinen Stauden besuchen. 



(~~ — _ i-Ar» Original from 

'9>l'z«i ty VjOOgIC NEW YORK PUBLIC LIBRA RY 



18. Exkursion 

Von Tetschen am rechten Elbufer abwärts bis 

Herrnskretzsehen. 

L Stratigraphische Übersicht: 

4. Die obere Kreideformation (siehe S. 8) . 
3. Kontaktmetamorphe Schiefer. 

2. Der Lausitzer Granit nebst Gängen von Aplit und 
Lamprophyr. 

1. Das paläozoische Schiefergebirge (Tonschiefer, Grau- 
wackenschiefer, Diabas und Diabasschiefer, kristal- 
liner Kalk). 

Sektion Großer Winterberg — Tetschen. 
Vorgleiche Profil 2 Tafel VII in diesem Führer. 

IL 

iese einen halben Tag erfordernde Tour 
gilt dem Durchbruchstal der Elbe und 
den hier unter der Quadersandsteindecke 
bloßgelegten älteren Gebirgsmassen. 

An dem schon bei der vorigen Exkursion be- 
rührten Aussichtspunkt mit dem Standbild der Bo- 
hemia vorüber führt uns ein Promenaden weg zu- 
nächst nach Laube. Wir bewundern schon hier 
die großartigen Dimensionen des von uns zu durch- 




□igüizedby Google NEWVO^PUBUaiBRABV 



18. Exkursion 



247 



schreitenden Tales, dessen Wände sich um 150 bis 
300 m über dem Spiegel des Stromes erheben. Da- 
bei sind die Talränder einander sehr genähert. Am 
Eosenkamm zum Beispiel, jener vor uns aufstreben- 
den, alle anderen überragenden Felswand beträgt 
ihre Entfernung nur 1,5 km. Zunächst vom Ufer 
aus steigen mit Blockwerk überschüttete Steilgehänge 
an, weit oben erst gewahrt man senkrechte Sand- 
eteinwände. 

Bei normalen Lagerungsverhältnissn würden 
wir hier bei Laube bis hinauf an den obersten Tal- 
rand Granit oder Schiefer anstehen sehen müssen, 
die wir bei Rasseln später kennen lernen werden. 
Es wäre dies eine notwendige Folge des nach Süden 
zu ganz gleichmäßigen Ansteigens der Auflagerungs- 
fläche der oberen Kreideformation, wie es uns bei 
früheren Exkursionen in der Gegend von Dohna 
und Berggießhübel bekannt geworden ist. Nun sind 
aber längs einer Anzahl meist OW streichender 
Parallelbrüche mehrere langgestreckte Streifen des 
hier gelegenen Gebirges eingesunken. Wir hatten 
bereits auf der vorigen Exkursion Gelegenheit, 
solche gesunkene Schollen kennen zu lernen. Wir 
fanden schon damals die auch für diesen Teil des 
Elbtales giltige Regel, daß im allgemeinen jede nach 
Süden zu folgende Zone etwas tiefer hinabgezogen 
worden ist, als die nördlich anstoßende. Diesem Staffel- 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



248 



18. Exkursion 



förmigen Abbruch ist nicht nur die Kreide, sondern 
auch das Grundgebirge anheimgefallen. Wir sehen 
daher hier zwischen Tetschen und Laube bis zum 
Elbufer herab Quadersandstein anstehen. Erst unter- 
halb von Laube hat der Strom unter den Quader- 
schichten deren Sockel bloßgelegt, also gleichsam 
den Kamm des älteren Gebirges angeschnitten. Bei 
den letzten Häusern der genannten Ortschaft verraten 
Bruchstucke und Yerwitterungsschutt den Ausstrich 
von Grauwackenschiefer und Diabasschiefer. Auch 
haben sich Spuren von kristallinem Kalkstein 
gezeigt. 

Wir steigen von hier durch die Gärten hinauf 
zu dem am unteren Gehänge hinführenden Prome- 
nadenwege, dem wir nach Norden hin folgen. An 
den Böschungen sehen wir bald gneisähnliche Seri- 
zitgesteine anstehen, die durch starken Gebirgsdruck 
aus Granit hervorgegangen sind. Diese kleinen Stöcke 
von dynamometamorphem Granit sind die Vorläufer 
des erst weiter talab folgenden Lausitzer Granit- 
massives. Weiter nördlich stößt dieser gequetschte 
Granit an Tonschiefer und Grauwackenschiefer von 
paläozoischem Alter. Bei unausgesetzter Musterung 
der Böschungen wird uns auch ein diese Schiefer 
durchsetzender Lamprophyrgang nicht entgehen. 

Die schon erwähnte größte Erhebung des Tal- 
randes in dieser Gegend, der Rosenkamm gerade 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



18. Exkursion 



249 



vor uns, ist zugleich die Marke für die Nordgrenze 
der Bruchzone. Dicht südlich vom Rosenkamm 
zieht die nördlichste Verwerfungsspalte vorüber. 
Weiter nach Norden hin folgt nun ungestörtes Ge- 
birge. Von hier an senkt sich infolgedessen ganz 
gleichmäßig die Auflagerungsfläche der Kreide desto 
weiter herab, je weiter wir uns nach Norden hin 
bewegen. Am Rosenkamm liegt sie noch in 340 m 
Höhe. Auf dem Schiefer folgt hier zunächst die 
Carinatenstufe, die fast nur aus feinkörnigen Sand- 
steinen besteht, darüber der Quadersandstein mit 
Inoeeramus labiatus Schloth. Weiter nördlich ent- 
wickeln sich in dem untersten Niveau der Carinaten- 
stufe Grundkonglomerate und grobkörnige Sandsteine. 
Das Relief der Talwände finden wir dort ständig, 
wie folgt, ausgeprägt: Auf die steile, mit beson- 
ders üppigem Laubwald bestandene Böschung des 
Schieferausstriches folgt zunächst als ein sehr steiler 
Hang oder eine senkrechte Wand jener grobkörnige 
Sandstein , darüber als nur flache Böschung , auf der 
viele Quellen austreten, der feinkörnige Carinaten- 
quader. Noch höher wird der Hang wieder steiler 
und ist besonders stark mit Blockwerk überrollt, 
das den nun aufgelagerten und endlich als senkrechte 
Wand frei aufsteigenden Labiatus quader zunächst 
verhüllt. Wir haben also auch hier, wie im Gott- 
leubatal (S. 199) eine strenge Abhängigkeit des 



Digiliiedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



250 



18. Exkursion 



Reliefes der Talwände von der Gesteinsbeschaffenheit 
nachweisen können. 

Die Carinatenschichten hier schon oben am Ge- 
hänge aufzusuchen, lohnt nicht, zumal da wir später 
an leichter zu erreichenden Aufschlüssen sie studieren 
können. Wir setzen darum unseren Weg nach Norden 
zu fort. 

Schon mehrere Hundert Schritte, bevor wir 
Rasseln erreichen, fällt uns eine Veränderung in 
der Beschaffenheit des Tonschiefers und Grauwacken- 
schiefers auf. Es zeigen sich nämlich auf den Schicht- 
flächen verwaschen erscheinende Flecken , noch weiter 
nach Norden hin an deren Stelle schärfer umrandete 
Knötchen. Zu gleich verrät schon der vermehrte 
Glanz hier eine mehr kristalline Ausbildung des 
Gesteins,' besonders veranlaßt durch das Auftreten 
zahlloser winziger Biotitschüppchen und durch eine 
größere Entwicklung der Quarzkörnchen. Endlich, 
bei Rasseln selbst, ist an die Stelle der Schiefer ein 
durchaus kristalliner Hornfels getreten, der aus Quarz, 
Biotit und untergeordnetem Cordierit zusammengesetzt 
ist. Diese Metamorphose ist verursacht durch das 
Lausitzer Granitmassiv, dessen Südgrenze wir nach ein 
paar hundert Schritten nördlich von Rasseln erreichen. 
Schon vorher, dicht hinter der Ortschaft, passieren 
wir ein paar der Hauptmasse parallel verlaufende 
kleinere Intrusivkörper des granitischen Gesteins. 



Di 6 ilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



18. Exkursion 



251 



Den frischen Granit treffen wir am besten in 
den weiter stromab gelegenen Steinbrüchen, an 
denen der Weg vorüberführt, an. An einem Felsen 
am Wege nahe an der Mündung des Studenbach- 
tales entgeht uns bei einiger Aufmerksamkeit nicht 
ein interessanter kleiner Gang von feinkörnigem 
Granit oder Aplit, der das Hauptgestein durchsetzt 
und längs flach geneigten Parallelklüften mehrmals 
eine treppenförmige Verwerfung erlitten hat. 

Wenn wir am Studenbach auf eine kleine Strecke 
hin den Weg verlassen und etwas weiter oben am 
Gehänge hingehen, so erreichen wir bald den Aus- 
strich der Carinatenstufe, deren Gestein hier ansteht. 
Die an der Basis entwickelten Konglomerate ent- 
halten in einem festen sandig -tonigen oder eisen- 
schüssigen Bindemittel erbsen- bis nußgroße Quarz- 
gerölle. In den darüber folgenden Sandsteinen ge- 
lingt es bisweilen Steinkerne von AUctryonia carinata 
Lam. sp., Proiocardia hillana Sow. sp. u. a. aufzu- 
finden. Gegenüber von Niedergrund ist die Carina- 
tenstufe bis zur Talsohle selbst herabgestiegen , und 
zugleich liegt auch der Fuß der senkrechten Labiatus- 
wand hier schon in weit tieferem Niveau über dem 
Strom. Gegenüber den am weitesten stromabwärts 
gelegenen Häusern von Niedergrund tauchen die 
Carinatensandsteine völlig unter die Talsohle unter. 
Unterhalb der einzelnen hier am rechten Ufer ge- 



Di S ilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



252 



18. Exkursion 



legenen Häuser tritt eine Quelle aus, die uns die 
obere Grenze des durch seinen Tongehalt schwer 
durchlässigen Gesteines markiert. Dasselbe gilt für 
die Quelle nahe der Einmündung des Dürrkamnitz- 
tales, Folgen wir der Dürrkamnitz einige Schritte 
aufwärts bis oberhalb der Mühle, so gewahren wir 
in Sandsteinblöcken des meist fast trockenen Bach- 
bettes schöne Strudellöcher. 

Unweit vom Belvedere, gegenüber Niedergrund, 
giebt es zahlreich verzweigte und tiefe Klufthöhlen 
mit schönen Sinterbildungen von Gips und Eisen- 
oxydhydrat Sie sind nur für geübte Kletterer mit 
Führer und Seilbenutzung zugänglich. 

Wenn wir hier und auf unserem weiteren Weg 
an der Elbe hin nach Herrnskretschen auf die zahl- 
reichen senkrechten oder nahezu senkrechten Klüfte 
achten, finden wir auch hier, wie bei unserer 
vorigen Exkursion bei Tyssa (S. 139), eine große 
Kegelmäßigkeit in deren Verlauf. Doch ist die 
Orientierung hier eine andere, wie in jenem Gebiet» 
Das eine System ist nach ONO gerichtet und wird 
geschnitten durch ein zweites nach WNW, minder 
häufig auch durch Spalten nach NW bis NNW. 

Schon von der Dürrkamnitz an, besonders schön 
aber im Orte Herrnskretschen, den wir bald er- 
reichen, finden wir im Labiatusquader, dessen Steil- 
wand sich hier unmittelbar am Strome erhebt, eine 



_. /"""" I Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



,18. Exkursion 



253 



sehr deutliche Kreuzschichtung entwickelt. Be- 
sonders an angewitterten Wänden, wie an denen 
am Holzlagerplatz im unteren Dorfteile, tritt sie 
sehr auffällig hervor. Das Einfallen der kleinen 
diagonalen Schichten ist auch hier, wie bei Tyssa 
(S. 237) es war, nach W bis NW gerichtet. 

Für Sammler von Petrefakten bietet sich am 
gegenüberliegenden Elbufer in den sogenannten 
Teichsteinbrüchen oberhalb der Haltestelle Schöna 
eine Ausbeute an Steinkernen von Inoceramus labmtus 
Schloth., während die Brüche im nahen Schönaer 
Grund oberhalb der Hirschmühle gemäß ihrer 
höheren geologischen Stellung Inoceramus Brong- 
niarti Sow. liefern. 

Von der Haltestelle Schöna aus kann die Heim- 
fahrt nach Dresden angetreten werden. Viele werden 
dagegen von Herrnskretschen aus die allgemein be- 
liebte Wanderung nach dem Prebischtor, dem Großen 
Winterberg -und dem Kuhstall antreten, die in um- 
gekehrter Richtung in der folgenden Exkursion ge- 
schildert wird. 



C t~\rscs\t* Original from 

" VjW^lt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



19. Exkursion 



Von Schandau das Kirnitzschtal aufwärts zum 
Großen Wasserfall und über den Kuhstall, den 
Großen Winterberg: und das Prebischtor nach der 
Edmundsklamm und Herrnskretzschen. 

Starke Tagestour. 

I. Stratigraphische Übersicht: 
5. Diluviale Lehme der Hochflächen, 
4. Basalte. 

3. Die obere Kreideformation (siehe die Tabelle S. 8). 

2. Jurakalk an der Lichtenhainer Mühle (nicht auf- 
geschlossen). 

1. Lausitzer Granitgebirge (Granitit und Granit nebst 
dynamomorphen Abarten). 

Sektionen Sebnitz— Kirnitzschtal und Großer Winterberg — 

Tetschen. 

H. 

iese Exkursion ist schon vom reinen Tou- 
ristenstandpunkt aus so beliebt, daß man 
für den Weg, auf dem sie führt, sogar 
einen etwas wegwerfenden Ausdruck gebraucht. 
Aber auch für den Geologen bietet sie reichhaltige 
Belehrung. Besonders läßt sich auf ihr schnell ein 



Dig.liiedby Google KWYWKPUttJHIM»W 




Id. Exkursion 



255 



Einblick in die große Lausitzer Hauptverwerfung 
und in die Erosionsvorgänge innerhalb des Quader- 
sandsteingebietes gewinnen. 

Wir verlassen den freundlichen Badeort Schan- 
dau auf der bis zum Großen Wasserfall mit elek- 
trischer Bahn versehenen Kirnitzschtalstraße. Ober- 
halb des Ortes nahe den zu Ostrau gehörigen Häusern 
zieht sich am linken Talgehänge, das wir auf einer 
Brücke erreichen, ein sehr sehenswerter botanischer 
Garten hinauf, der unter der Leitung des Herrn 
Professor Dr. Naumann (Dresden) steht. Hier werden 
vorzugsweise Alpenpflanzen kultiviert, aber auch 
die Vertreter der Pflanzenwelt des zu durchwandern- 
den Gebietes sind hier auf kleinem Raum zusammen- 
gedrängt zu studieren. Im ganzen hat Naumann 
80 Arten ausgewählt, die für das Elbsandsteingebirge 
charakteristisch und besonders interessant sind, und 
wir durchwandeln da auf dem steil ansteigenden Ge- 
lände, das so geschickt in einen Garten verwandelt 
ist, alle Formationen unserer Sächsischen Schweiz: 
wir sehen die Flora des feuchtkühlen und abwechs- 
lungsreichen Schluchtenwaldes, die Pflanzen des 
Plateauwaldes und der baumlosen Sandfluren, dann 
kommen wir zum Schluchten -Mengwald und der 
Bachstaudenflur. An die Laubwaldflora schließen 
sich Wiesenpflanzen, die reizvolle Flora der Wald- 
schläge; weiter die Pflanzen von Hoch- und Grün* 



f~" ("^rNii'l Ii"* Original from 

" VjW^lt NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



256 



19. Exkursion 



moor, die politischen Eindringlinge, die Erzgebirgs- 
Vorposten und die Reliktpflanzen. 

Die Bänke des Brongniarti- Quaders lagen bei 
Schandau noch fast horizontal und behalten diese 
Stellung bis zur Granitgrenze bei, die wir nach 
der Rückkehr auf die Talstraße auf dieser in einer 
Viertelstunde kurz vor Kirnitzschgrundschänke pas- 
sieren. Die Gebirgsscheide scheint im Tale selbst 
steil zu stehen, aber schon an der kleinen Liebe, 
1 km südöstlich von der erwähnten Schänke hat 
man früher den Granit auf das Quadergebirge über- 
schoben angetroffen. Die Gebirgsscheide fällt dort 
unter 40 bis 70° nach Norden ein. 

Der Granit an der Kirnitzschgrundschänke ist 
ungemein stark zerklüftet und weist hier in un- 
mittelbarer Nähe der Oberschiebung viele Harnische 
auf. Ganz normalen Granit kann man im Tale über- 
haupt nirgends gewinnen. Besonders häufig sind 
die Rutschflächen mit Friktionsstreifung oder mit 
Spiegeln im Granit des Steinbruches unterhalb vom 
Kirnitzschberg. Sie sind meist schwach gebogen, 
so aber, daß sie im allgemeinen ostwestliche Streichen 
haben, das ist parallel zum Yerlauf der Dislokation 
in dieser Gegend. Das Einfallen dieser Klüfte ist 
unter 70° nach Süden gerichtet. Am Kirnitzsch- 
berge selbst schlägt aber die Verwerfungslinie die 
Richtung nach ONO ein und überschneidet daher 



newvbk'pubik'lTbrabv 



19. Exkursion 



257 



das Tal zum zweiten Male. Hier sind die Bänke 
des anstoßenden Brongniartiguaders stark aufgerichtet 
und fallen unter 25 bis 40° nach SO ein, so daß 
die auffallenden Regenwässer auf den Schichtfugen 
nach der von Süden herunterkommenden Seiten- 
schlucht geleitet werden. Diese ist darum nicht 
so trocken, wie die anderen Schluchten in dieser 
Gegend und heißt „Nasser Grund". 

Wir erreichen den Kleinen Wasserfall, wo sich 
die Neigung der Sandsteinbänke schon stark ab- 
geschwächt und von hier bis zum Großen Wasser- 
fall bereits wieder schwebender Lagerung Platz 
gemacht hat. Wohl aber sind auch hier Rutsch- 
flächen im Sandstein sehr häufig. Wir bemerken 
sie leicht an der Straße. Sie streichen N 50 bis 
75° und fallen unter 60 bis 75° nach Süden. 
Oft sind sie spiegelglatt. Außer diesen größeren 
Klüften beobachtet man hier nahe der Verwerfung 
im Gestein zahllose, unregelmäßige, sich meist 
spitzwinkelig schneidende, sehr zarte Spältchen, 
die sich oft zu Zügen scharen und auf dem Quer- 
bruch als Strähnen und in Büschel sich auflösende 
Stränge erscheinen. Gewöhnlich ist an solchen 
Stellen der Sandstein durch sekundäre Kieselsäure 
wieder gehärtet. 

Die beiden Wasserfälle sind durch Seitenbäche 
gebildet, welche von Norden her aus dem wasser- 

Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 17 

_. , /^rtri.Tlfj Original from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



258 19. Exkursion 

reicheren Granitgebiet kommen und in ihrer Erosion 
hinter der kräftigen Talausfurchung der Kirnitzseh 
zurückblieben , demnach kurz vor der Mündung ins 
Haupttal über eine Stufe fallen müssen. Den größ- 
ten Teil des Jahres sind sie so wasserarm , daß man 
sie künstlich anspannt und nach Wunsch gegen einen 
Obolus auf ein paar Minuten laufen läßt. 

Am Kleinen Wasserfall enthält der Sandstein 
Quarzgerölle von Erbsen- bis Taubeneigröße. Yom 
Großen Wasserfall machen wir einen Abstecher von 
1 / 2 Stunde hin und zurück bis zur Granitgrenze an 
der Lichtenhainer Mühle. Auch hier ist der Granit 
nach älteren Nachrichten auf den Quader hinauf- 
geschoben , und man will am rechten Talgehänge 
zwischen den beiden Gesteinen ein jurassisches (?) 
Kalksteinlager angetroffen haben. Zurzeit ist davon 
nichts zu sehen. 

Auch kann man ein paar hundert Meter das Tal 
hinaufgehen, das am Großen Wasserfall von Nord 
her herunter kommt, indem man den Fahrweg be- 
nutzt. Man erreicht dann etwa 20 m südlich von 
der Granitgrenze einen Steinbruch, worin der Sand- 
stein 5 konglomeratische Bänke mit Brauneisenstein- 
Gerollen eingeschaltet enthält. 

Yom Großen Wasserfall f Ohrt uns der Touristen- 
weg zum Kuhstall. Wir beobachten hier, wie schon 
bei Schandau, wie die fast horizontalen Quader- 



N E W V 0RK 9 p U BU C°UB R A R Y 



19. Exkursion 



259 



bänke von senkrechten Klüften (Losen der Stein- 
brecher) zerschnitten werden, die sich, wie überall 
in der Sächsischen Schweiz, ihrem Streichen nach 
in zwei stumpfwinkelig sich schneidende Systeme 
ordnen lassen, wobei sie sich gewöhnlich in Ab- 
ständen von 2 bis 5 m wiederholen. Am Kuhstall 
sehen wir die Lose nach N 65 bis 85° orientiert 
und saiger stehen oder mit 80 bis 85° nach SSO 
einfallen. Die andere Richtung nach WNW ist hier 
wenig deutlich entwickelt. 

Die auf den Klüften einsinkenden Regen- und 
Schneeschmelzwässer haben jene oft durch mecha- 
nische Erosion zu Klufthöhlen erweitert. Ander- 
seits verursachte der Wiederaustritt solcher Sicker- 
wässer aus den Schichtfugen namentlich der unteren 
Teile der Felswände unmittelbar über den ihren 
Fuß verhüllenden Schuttmänteln eine Ausspülung 
und Erweiterung zu Überhängen und Schichthöhlen 
von oft eine Anzahl von Metern erreichender Tiefe. 
Erfolgen solche Überhangbildungen längs ein und 
derselben Schichtfuge zugleich auch von der anderen 
Seite eines mauerartigen Felsriegels aus, wie hier, 
so entstehen erst fenster- und schließlich torartige 
Durchbrechungen. Das Tor des Kuhstalles durch- 
bricht eine Felswand von N nach S. Seine Höhe 
beträgt in der Mitte 11 m, im südlichen Vorräume 
15 bis 20 m, am Eingänge an der Nordseite 4,5 m, 

17* 

Digimed by Google KEWVWKPUBUCUDMIN 



260 



19. Exkursion 



seine Breite schwankt zwischen 10 bis 19 m, seine 
Tiefe, auf der Sohle gemessen, beläuft sich auf 
24 m. An den Innenwänden bemerkt man eine 
Anzahl von nach N 65 bis B0° streichenden senk- 
rechten Klüften. Die Schichtenfuge, auf welcher 
sich die Bildung der Kuhstallhöhlung mittels einer 
horizontal fortschreitenden, aber immer nur die 
hangenden Quaderbänke vernichtenden Auswaschung 
vollzog, ist rings um den ganzen Kuhstallfelsen herum 
stark ausgenagt und mit vielen kleinen Höhlungen 
besetzt. Wir werden später sehen, daß auch 
chemische Vorgänge hierbei mit wirksam waren. 
Auch hier am Kuhstall sei bereits auf Ausblühungen 
von Alaun in der Firste solcher Überhänge auf- 
merksam gemacht. 

Vom Kuhstall kann man einen Abstecher von 
1 j± Stunde Dauer nach dem alten Steinbruch im 
Glasbasalt des nahen Hausberges machen. Das Ge- 
stein bildet eine Schlotfüllung im nahezu horizon- 
tal gelagerten Sandstein von 25 m im Durchmesser. 
Das Eruptivgestein enthält stark veränderte Ein- 
schlüsse nicht nur vom unmittelbaren Nebengestein, 
sondern auch von Granit. 

Alsdann bringt uns der „Fremden weg" vom Kuh- 
stall zum kleinen Winterberg. Dort, wo er steil 
nach dem Berge anzusteigen beginnt, steht eine 
Buche mit Bruthöhlen des in diesen Wäldern noch 



_. /"""" I Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



19. Exkursion 261 



häufigen Schwarzspechtes. Weiter oben gabelt sich 
der Fremdenweg in zwei Zweige, die sich später 
wieder vereinen. Der untere führt zum massiv ge- 
bauten Pavillon mit herrlichem Ausblick nach den 
Felswänden am Hintern Ranbschloß und dem Lorenz- 
stein. Hinter dem wasserarmen Talzug des Großen 
Zschand erscheinen im Osten die Felswände der 
Gegend am Teichstein und am Zeughaus, überragt 
vom Feldspatbasaltkegel des Heulenberges. Mehr 
nach NO und N dagegen wird das zerrissene Sand- 
steinplateau der Sächsischen Schweiz in sehr auf- 
fälliger Weise überragt durch die sanftwellige und 
größtenteils von Feldkultur eingenommene granitische 
Hochfläche der Lausitz. Am vor uns liegenden 
Tanzplan im Thomaswald östlich der Stadt Sebnitz 
erreicht der Granit 598 m Meereshöhe. 

Der obere Fremdenweg dagegen bringt uns in 
die Nähe des Ausstriches eines nach NNO streichen- 
den, mehrfach stockförmig anschwellenden Basalt- 
ganges. Das Gestein, ein Glasbasalt, hat einen 
fruchtbaren Verwitterungslehm geliefert, der sich 
sofort in einer viel üppigeren Vegetation bemerkbar 
macht. 

Wir erreichen die Sandsteinhochfläche, der die 
Großer Winterberg genannte Bergmasse aufgesetzt 
ist. Den eigentlichen Kamm dieser Masse bildet 
wiederum ein NNO streichender, jedoch viel breiterer, 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



262 19. Exkursion 



etwa 100 m mächtiger BasaltgaDg, dessen Gestein 
wir nahe beim Gasthaus anstehen sehen. Es ist 
ein Feldspat fahrender Nephelinbasalt und zeigt 
säulenförmige Absonderung. Am höchsten Punkt 
bei 551 m Meereshöhe liegen die Säulen horizontal, 
von dort aus nach SW richten sie sich mehr und 
mehr auf und sind zuletzt mit fast 75° nach Osten 
geneigt. 

Längs der nordwestlichen Kontaktfläche des 
Ganges sind Basaltbrekzien und Brockentuffe nach- 
weisbar. 

Von dem Basaltgang aus ist der ganze Große 
Winterberg bis an den oberen Eand der ihn um- 
gebenden Sandsteinwände mit Basaltblöcken über- 
rollt und durch fruchtbaren Basaltlehm verhüllt, 
der das üppige Wachstum des dortigen Buchen- 
waldes und der eingestreuten schönen Wald wiesen 
bedingt. 

Sehr lohnend ist eine Umschau vom Aussichts- 
turm. Hier wird dem Beschauer der Zusammen- 
hang der mit Lehmen und teilweise auch darunter 
lagerndem Elbschotter bedeckten Hochflächen zu bei- 
den Seiten der Elbe klar, eines altdiluvialen Elb- 
tales, aus dem sich uns gegenüber Zirkelstein und 
Kaiserkrone und weiter elbabwärts der Lilienstein 
als Zeugen von Sandsteintafeln erheben, die eine 
noch ältere Denudationsarbeit bis auf diese wenigen 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



19. Exkursion 



2C3 



Reste vernichtet hat. "Wir blicken hinein in den 
tiefen Cafion, den die Elbe seit der älteren Dilu- 
vialzeit in diese alten Ebenheiten eingeschnitten hat 
und dessen Sohle alle Nebenflüsse ihrerseits zu er- 
reichen streben. Der Blick schweift übrigens weit 
hinaus über das Elbsandsteingebirge bis zum Zittauer 
Gebirge mit den Phonolithkuppen von Hochwald und 
Lausche, bis zum Jeschken, ja bei klarem Wetter 
bis zum Iser- und Riesengebirgskamm. 

Wir nehmen die Promenade wieder auf und 
folgen dem Fremden weg zum Prebischtor. Er führt 
längs der Landesgrenze auf dem schmalen Kamm hin, 
den die von dem Großen Zschand im NO her und 
von den Tälern der Dürren und Langen Biela im SW 
her vorrückende Erosion von einem früher viel aus- 
gedehnteren Plateau noch übrig gelassen hat. Häufig 
passieren wir kegelförmige, manchmal mit zitzen- 
artigen Höckern besetzte kleine Hügel, die entfernt 
an Schrattenbildung erinnern. Sehr bemerkenswert 
ist der Blick von der Stelle aus, wo der Weg zu- 
letzt direkt die Richtung auf das Prebischtor, also 
nach SW zu einschlägt. Man sieht unter sich 
den Prebischgrund, einen ausgezeichneten Felsen- 
kessel, dessen Wände eine sehr deutliche Terrassierung 
in 3 Stufen erkennen lassen. Auf der Stufe unter 
den obersten Wänden läuft in vielen Windungen 
um den ganzen Kessel herum der Gabrielen steig 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



264 



19, Exkursion 



nach Rein wiese hin, dem wir später folgen werden. 
Hinter diesem Amphitheater sehließt der alte Talboden 
der Stimmersdorfer Ebenheit das Bild ab, auf deren 
Niveau in weiter Ferne der basaltgekrönte Steil- 
kegel des Rosenberges aufgesetzt ist. 

Das Prebischtor ist eine dem Kuhstall ganz 
analoge Bildung. Die hier herrschenden senkrechten 
Klüfte streichen nach N 55° 0, wie man sich am 
besten durch einen Bück in den tiefen Hirschgrund 
von der Gastwirtschaft am Tor aus überzeugt. Andere 
schneiden jene stumpfwinkelig* Parallel diesen 
Klüften ist schließlich nach SW hin die Abtragung 
so weit fortgeschritten, daß nur eine schmale Felsen- 
mauer übrig blieb, deren seitliche Durchbrechung 
von einer Schichtfuge aus dieses herrliche Tor er- 
zeugte. Man kann auch die Platte betreten, die 
sein Dach bildet, um den schönen Monolithen des 
Prebischkegels zu sehen, , der beim unausgesetzten 
Rückwärtsschreiten der Wände aus diesen heraus- 
modelliert werden konnte an einer Stelle wo die 
beiden Kluftsysteme nicht so eng aneinander rückten. 

Die Kanten der Quader zwischen den Klüften 
sind immer abgerundet, ihre Oberfläche zeigt sich 
durch seichte Furchen verziert, wie sie das auffallende 
Regengeriesel erzeugte, oder sie ist von Hörnern 
und Zitzen gekrönt. Alles das kann man von der 
Platte aus gut an den Wänden gegenüber beobachten. 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



t 

19. Exkursion 



265 



Das Prebischtor ist auch ein guter Ausgangs- 
punkt zum Studium der erst durch 0. Beyer auf- 
geklärten chemischen Erosionserscheinungen im Sand- 
steingebirge, die neben den rein physikalischen durch- 
aus nicht zu vernachlässigen sind. 

Die durch den porösen Sandstein einsickernden 
Begen- und Schneeschmelzwässer erhalten auf ihrem 
Wege eine Beimengung von Schwefelsäure, die ver- 
mutlich von der Zersetzung von Pyritkörnchen her- 
rührt. Das Aluminium, Kalzium, Eisen und Kiesel- 
säure enthaltende Bindemittel des Gesteins wird in- 
folgedessen angegriffen, und es werden Sulfate 
erzeugt. Unter den Überhängen, an deren Dach- 
fläche das Sickerwasser wieder austritt, scheiden 
sich bei seiner Verdunstung die gelösten Stoffe aus, 
zunächst Gips und Kieselerde, die für die jeweilige 
Oberfläche wie ein Mörtel wirken , so daß die Sicker- 
stellen von dünnen Sinterkrusten umgeben werden. 
Der Gips kann sich auch in Gestalt kleiner Stalaktiten 
ausscheiden, die Eisenoxyde und Hydroxyde zu- 
sammen mit Manganoxyden als oft recht solide 
Schutzrinden, die den weiteren Zerfall eine Zeitlang 
aufhalten. 

Ein anderer Teil der gebildeten Schwefelsäure war 
zum Aufbau von Alaun verwendet worden, dessen 
Ausblühungen man am herben Geschmack leicht 
erkennt. Sie erzeugen an den Felsoberflächen 



Digitized by CiOOglc NEW Y "rk^UBÜCLIBRARV 



266 



19. Exkursion 



„fressende Wunden" , da die anschießenden winzigen 
Kristallenen die Sandkörner absprengen. 

Die merkwürdige Näpfchen- und Zellenstruktur 
der Sand Steinoberfläche unter Überhängen ist die 
Folge solcher Ausblühungen von Gips, Kieselerde 
und Alaun. Auch der Krümelsand am Fuße der 
Wände unter Überhängen, die vor Regen schützen, 
ist alaunhaltig. 

Steht man im Prebischtor mit dem Gesicht ge- 
gen den Rosenberg, also nach SO, so hat man zur 
Linken eine vom Sockel bis hinauf zur Firste von 
der Zerstörung durch ausblühenden Alaun fast völlig 
erfaßte Wand vor sich. Aus vielen Gesteins wunden 
fällt stark alaunhaltiger Krümelsand heraus. Die 
auf dieser Wand um die Wende des 18. Jahrhunderts 
eingemeißelten Tafeln samt den Inschriften sind schon 
teilweise unleserlich geworden. 

Der Gabrielensteig längs der Flügelwände gibt 
uns noch reichlich Gelegenheit, diese chemisch ■* 
geologischen Vorgänge unter den dort so verbreite- 
ten Überhängen zu beobachten. Wir werfen dabei 
auch einen Blick auf die Trichter der Larven des 
Ameisenlöwen im regengeschützten Sand unter diesen 
Überhängen. 

Von Reinwiese steigen wir zur Edmundsklamm 
hinunter. Oberhalb und unterhalb des schmalen 
künstlichen Stauwasserbeckens, das die Kamnitz hier 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



19. Exkursion 



267 



tief im Grunde einer Felsschlucht bildet, liegen im 
Flußbett Sandsteinblöcke, die durch schwimmendes 
Eis beim Eisgang zur Frühlingszeit bearbeitet wor- 
den sind. Man erkennt das an einer deutlichen 
Einkerbung auf der Stoßseite des Wassers. 

Angelangt bei den ersten Häusern des Dorfes 
Herrnskretschen, können wir noch einen Abstecher 
zu den interessanten Quellen weiter oben in dem 
hier einmündenden Bielatal machen. 

Die Jungfernquelle liegt zur Linken dicht am 
Weg etwas unterhalb der Stelle, wo das Tal der 
Dürren Biela abgeht. Es ist eine aufsteigende Spalt- 
quelle, wie man am Aufwirbeln des Sandes im 
Quellbecken sich überzeugen kann. Ihre Ergiebig- 
heit wird etwa auf 10 Sl angegeben. Weiter oben 
im Tale, wo die Wagen zum Prebischtor halten, 
sprudeln die wasserreichen „Drei Quellen" hervor. 

Im unteren Teile von Herrnskretschen, das wir 
wieder erreicht haben , sieht man an mehreren Fels- 
wänden unter Überhängen die oben beschriebenen 
Kleinformen der Erosion wie zierliche Filigranarbeit 
herausmodelliert. Die Anordnung der Grübchen und 
Zellen folgt dabei vielfach der Richtung der hier 
sehr ausgesprochenen Kreuzschichtung des Labiatus- 
quaders. Die schräg zur Bankung gestellten Schichten 
II. Ordnung sind überall unter einem 45° fast nie- 
mals übersteigendem Winkel nach W bis NW ge- 



Dig,li3edby Google 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



268 



19. Exkursion 



neigt. Nach dieser Eichtling hat damals vermut- 
lich das offene Meer gelegen. 

Die Heimfahrt kann zu Schiff oder von der 
gegenüberliegenden Station Schöna aus mit Bahn 
angetreten werden. 



C~" ("Wlltf* Original from 

" ■ ^'UU^It NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



20, Exkursion 

Von Pirna über die Herrenleithe nach Lohmen» 
Hohnstein, Brand nach Wendischfähre, sowie dem 
Gohrisch -Stein und Königstein 

31 (38) km 

I. Stratigraphische Üb ersieht: 

6. Altdiluviale Elbschotter. 

5. Der Feldspatbasalt des Gohrisch -Steins. 

4. Der Überquader. 

3. Fossilreiche Scaphitentone. 

2. Der Brongniartiquader. 

1. Jura an der Lausitzer Hauptverwerfung. 

Sektion Pirna und Königstein -Hohnstein. 

II. 

fn Pirna überschreiten wir den Elbstrom, 
um von Copitz aus eine Zeitlang am rech- 
ten Ufer aufwärtszuwandern. Nach etwa 



w ! 'Ml 



15 Minuten biegen wir in den Moeketaler Grund 
ein. Die ersten Steinbrüche, die wir treffen, stehen 
noch im Brongniartiquader. Ihr Hangendes bilden 
blaue Tone, die sog. Scaphitentone und endlich alt- 
diluviale Elbschotter. Die Schichten fallen flach 
nach Norden. Im folgenden bewegen wir uns dann 
ausschließlich im Überquader, jenen Sandstein- 



N E W V 0RK 9 p U BU C°UB R A R Y 



270 



20. Exkursion 



partien unsicheren Alters, die den Scaphitentonen 
auflagern. Aus ihnen wurde bisher bekannt Nauti- 
lus rugatus Fr. u. Schi., Pholadomya nodulifera Mstr., 
Cyprina quadrata d'Orb. ? Pinna cretacea Sehl., Inoc. 
Lamareki (?), Vota quadricostata Sow., Lima canali- 
fera Goldf . , Catopygus Albensis G., Mieraster cf. cor- 
testudinarium Goldf v Cidaris cf. subvesiculosa d'Orb., 
? Gyclobacia Fromenteli Bolsche, Spongites Saxonicus 
Gein. Interesse verdient die Tatsache, daß Lima 
canalifera in den unteren Brüchen am häufigsten 
ist, umgekehrt wie es sich mit der Öyprina quadrata 
verhält, die in den Brüchen der Herrenleithe vor- 
herrscht. — An letzterer Stelle gewinnen wir den 
uns nordwärts nach Lohmen bringenden Fahrweg. 
Um zu den fossilreichen Bakuliten- oder Scaphiten- 
tonen im Brausnitzbach zu gelangen, begeben wir 
uns am besten durch ganz Lohmen hindurch, vor 
dem Walde biegen wir links ab. "Wir kommen am 
Forsthaus vorbei und erreichen in 8 Minuten einen 
links abzweigenden Feldweg, dem wir über das 
Forellenflüßchen hinweg bis zum Brausnitzbach im 
nahen Walde folgen. Kurz oberhalb der Stelle, wo 
wir auf ihn stießen, gabelt er sich; wenn wir dem 
nördlichen Arme folgen, treffen wir bald auf die 
dunkelgrauen, harten Mergel. Aus dem großen 
Reichtum seiner Fossilreste seien hier nur genannt: 
Scaphites Geinitzi d'Orb., Baeulites baeubides Manl., 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



20. Exkursion 



271 



Pkurotomaria baculitarum Gein, , Turritella sexlineataj 
Natica Gentii R. , Dentalium medium Sow., Nucula 
pectinata S., Nucula producta N., Pecien Nilssoni 
Goldf. u. a. 

Wir kehren wieder zum Jahrweg zurück. Von 
hier aus führen uns südwärts verlaufende Schneisen 
zurück auf die Straße nach Hohnstein, der wir in 
östlicher Richtung folgen. Dort wo rechts der "Weg 
nach der Bastei abzweigt, verraten sich altdiluviale 
Elbschotter. Bald haben wir das Nordende von 
Rathewalde hinter uns und gelangen zum Restaurant 
zum Hockstein. Rechts an der Straße liegt ein alter 
Kalkofen, in dessen Umgebung man noch einige Frag- 
mente jurassischen Kalkes auffinden kann. Wir 
stehen hier an einer jener denkwürdigen Stellen 
an der Lausitzer Hauptverwerfung, wo jurassische 
Schichten mit emporgeschleppt worden sind. In 
der Grube findet man ein Konglomerat aufgeschlossen 
mit Gerollen von ockergelbem tonigen Jurakalk und 
feinkörnigem Oolith, die von einem Glaukonit führen- 
den, kalkig -sandigen Bindemittel zusammengehalten 
werden. Durch die Führung von Oidaris Sorigneti 
Desor } Bhynchonella compressa Lam. und Ostrea 
diluviana L. erweist es sich als Cenoman. Die Kalk- 
gerölle sind zumeist von einer Bohrmuschel (Pholas 
Zeuschneri Gein.) angebohrt worden. Bei der Ver- 
witterung des Kalkes bleibt die Ausfüllungsmasse 



_. /"""" nn.tXn Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



272 



20 Exkursion 



als dattelähnliches Gebilde zurück. Die 20 m mäch- 
tige Kalkkonglomerate schießen mit einem Winkel von 
20° unter den Granit nach NNO ein. Schürfe und 
ein Versuchsstollen in dem kleinen sich östlich an- 
schließenden Tälchen haben einen eisenschüssigen, 
lettigen Sandstein mit Quarz- und Kalksteingeröllen 
und verschiedenen Lettenlagen und einen festen 
Sandstein nachgewiesen. Die Granitgrenze schoß 
unter 50° nach NNO ein, während die Schichten 
des Sandsteines unter 45° ebenfalls nach NNO ein- 
fielen. 

Wir folgen nun zunächst dem Promenadenwege 
zum Hockstein, von wo aus man einen herrlichen 
Blick in das Polenztal und das Städtchen Hohnstein 
werfen kann. Der .Hockstein besteht in seiner ganzen 
Höhe (109 m) aus Brongniartiquader. Durch die 
Wolfshöhle, eine Kombination von Schicht- und 
Klufthöhle, erreichen wir das Polenztal. Indem 
wir dasselbe aufwärtsschreiten, erkennen wir folgende 
Verhältnisse. Die Schichten des Hocksteins fallen 
mit 5° nach NNW ein. Nördlich von dem kleinen 
Kohligttälchen finden wir entgegengesetztes, also 
nach SSO gerichtetes flaches Einfallen. Nach 100 m 
scheint eine Verwerfung aufzusetzen; nördlich der- 
selben herrschen Sandsteine mit 0,3 bis 0,5 m mächti- 
gen Konglomeratbänken, die erst unter 5°, dann dicht 
an der Stadtmühle unter 15° nach NW einschießen. 



™ _ _[„ Original from 

Digimed by VjOOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



20. Exkursion 



273 



Hierauf folgt die Granitgrenze. Wir steigen nach 
Hohnstein hinauf. Vielleicht machen wir einen 
kleinen Ausflug zum Galgenberg im NO der Stadt. 
Hier oben hat man eine prachtvolle Aussicht über 
die Sächsisch-Böhmische Schweiz. Den Gipfel des 
Berges nimmt eine größere Scholle kontaktmeta- 
morpher Grauwacke, ein plattigbrechender Quarz- 
biotitfels mit reichlicher Beimengung von Cordierit 
ein. Hiernach könnte man zunächst nach einem 
Rundgange durch den Bärengarten die Gautschgrotte 
am Kalten Loch aufsuchen. Es ist dies eine zu 
gewaltigem Überhang erweiterte Schichtfuge, welche 
als halbkreisförmige riesige Nische das obere Ende 
einer Seitenschlucht förmlich überwölbt. Hier wie 
an sehr vielen Stellen der Sächsischen Schweiz 
trifft man auf jenes zierliche Zellen werk an den 
Steilwänden, das, wie S. 265 ausgeführt wurde, 
wesentlich einer chemischen Verwitterung seinen 
Ursprung verdankt. Wie wir sahen, scheiden sich an 
den Hängen hierbei durch austretende Sickerwässer 
Ammoniakalaune aus , die bei der Kristallisation Sand- 
partikelchen wegsprengen. Solche Ausblühungen 
findet man namentlich in der trockenen Jahreszeit 
unter vielen solchen Uberhängen. Ganz anders als 
Alaun verhält sich der ebenfalls sich abscheidende Gips, 
der die einzelnen Sand partikelchen fest miteinander 
verkittet, also förmliche Schutzrinden erzeugen kann. 

Führer durch das Dresdenor Elbtalgebiet 18 

_. , /^rtri.Tlfj Original from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



VI 



274 



F 8 



a 4 

II II II II 

£ §■ <p 

P Co i-j 

B i {D 

CK) ^ P 



CD 



-1 
CD 


CD 



«o 

N 

OQ 
»—i 
i— 

b 

3 

CD 
►i 
i 



I 'S 

CD 

g J? 

CD 

s 

o 

<T3 * 
CT 

3. 



a 

oo 



o 



«1 
o 

3 
o 

CD 
B 
CS 



Ä, M — M 

Co 0s O Vj» 



3 

0*» ö: 
© 

B CD 

er -i 

CD _ 

09 

^ CD 

§> 

W S 
PO co 



II II II || II »s 
st s ? 



B" 1 



Q 
CD 



CD 



o g 

* I 

sr 

CD 

a 



3 P i-l 

B i g- 

*-t- ja ?L 

5 CD <D 
hO CO 

CD ~ 
-1 3 
- aq 

o* 
© 

3 



s ° 

• o 
er* 
S 

00 
<-K 

CD 

B 

CD 

So 

CD 
>-» 

w 



Wenn wir uns nun 
nach der Stadt wie- 
der zurückwenden, 
um die Straße zum 
Brand einzuschlagen, 
kommen wir oben auf 
der Höhe an dem 
ehemaligen Kalkofen 
und einer verfallenen 
kleinen Grube vor- 
über, wo sich ehe- 
mals der 1827 durch 
A. von Gutbier, 

dem damaligen 
Kommandanten der 
Festung Königstein, 
entdeckte wichtige 
Aufschluß im Jura 
befand. In der ersten 
Hälfte des vorigen 
Jahrhunderts war es 
eine berühmte Stelle, 
das Heiseziel zahl- 
reicher Geologen. Die 
dortigen Lagerrmgs- 
verhältnisse werden 
durchdas beistehende 



Digitized 



NEW YORKPUBLIC LIBRARY 



20. Exkursion 



275 



Profil erklärt. Bruder konnte hier seinerzeit Dogger 
und Malm nachweisen. Jetzt ist leider so gut wie gar 
nichts mehr zu sehen. Ohne uns also länger auf- 
zuhalten, brechen wir auf. Ehe wir in den Wald 
gelangen, geht rechts ein Weg in den Diebskeller 
ab, den wir aufsuchen wollen. Wir finden hier 
zwei hübsche Felsentore, ein kleineres, das sog. 
Kleine Prebischtor oder Clementinentor und ein 
größeres, den Kleinen Kuhstall. Beide sind dadurch 
entstanden, daß sich links und rechts der vor- 
springenden Felswand längs derselben Schichtfugen 
Höhlen in gleicher Höhe gebildet haben, deren 
trennende Scheidewand schließlich durch die fort- 
schreitende Erosion durchstoßen wurde. In dem 
hier angesetzten Steinbruche kann man die üblichen 
Petrefakten des Brongniartiquaders sammeln. — Wir 
kehren wieder zur Brandstraße zurück, die uns 
in einer knappen halben Stunde zu dem beliebten 
Aussichtspunkte bringt. Hier kann man neben an- 
deren Erosionserscheinungen namentlich die Heraus- 
bildung von Quadersäulen aus den Wänden studieren. 
Diese verdanken ihre Entstehung in erster Linie 
den zahlreichen Klüften, die das Gestein durchsetzen. 
Aller 2 bis 5 m wiederholen sich dieselben, die in 
ein NNO streichendes und ein hierzu fast recht- 
winkliges WNW — orientiertes Kluftsystem geordnet 
sind. Wir steigen zum Polenztal hinab und er- 

18* 

n i. f~* rti^cili"» Original from 

■ NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



276 20. Exkursion 



reichen in dreiviertel Stunde Wendischfähre am 
Ufer der Elbe. 

Es lohnt, sich auf das andere Ufer zu begeben 
und den Gohrisch- Stein zu ersteigen. An der Ost- 
seite desselben befindet sich ein Steinbruch, in 
dem der Brongniartisandstein am Eontakt eines Feld- 
spatbasaltes gefrittet und in senkrecht zur Kontakt - 
fläche stehende Säulchen von 0,5 bis 5 cm Durch- 
messer abgesondert ist. Der Basalt ist stark zersetzt. 
Eine Zone von rötlichgrauem Steinmark scheint aus 
der Zersetzung einer glasigen Bandzone desselben 
hervorgegangen zu sein. Über den Ort Gohriseli 
und den langen Grund erreichen wir den Bahnhof 
Königstein. 



/~" I ,-, Original from 

ig*z«i ty google new vom public liera ry 



Verzeichnis der wichtigsten geologischen 
Literatur des Elbtalgebirges 

(Mit Ausnahme der schon angeführten geologischen Spezialkarten 

und deren Erläuterungen) 



1. Ändert, H., Die Inoceramen des Kreibitz - Zittauer 

Sandsteingebirges. Festschr. Humboldtver. Ebers- 
bach. 1911. 

2. — , Inoceramus inconstans Woods und verwandte ArteD. 

Centralbl. f. Min. usw. Stuttgart 1913. Nr. 9 u. 10. 

3. Beck, B>, Über artesische Brunnen in Sachsen. 

Berg- u. Hüttenmännische Zeitung 1889, Nr. 5. 

4. — , Die Grundmoräne des nordischen Binneneises bei 

Dresden. Abh. Isis, Dresden 1891, S. 15. 

5. — , Über das RothL des Plauenschen Grundes oder des 

Dohlen. Beckens im Lichte neuester Untersuchung. 
Z.d.d.geol.Ges.XLVIII, 1891, S. 767. 

6. — , Über gequetschte Granite. Berichte d. Naturforsch. 

Ges. zu Leipzig 1891. 

7. — , Über Amphibolitisierung von Diabasgesteinen im 

Contactbereiche von Graniten. Z. d. d. geol. Ges. 
XLtir, 1891, 1. Heft, 8. 257 bis 263. 

8. — , Die Contacthöf e der Granite und Syenite im Schiefer- 

gebiete des Elbtalgebirges. Tschermaks Min. u. petrogr. 
Mittig. 1893 , S. 290. 



" f - _ _ I ..j Original from 

Digjraed tjy VjUl >y I < NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



278 Literaturverzeichnis 



9. Beck, K. , Über die corrodirende Wirkung des Windes 
im Quadersandstein -Gebiet der Sächsischen Schweiz. 
Z.d.d.geol. Ges. 1894, S. 537. 

10. — , Litoralbüdungen in der sächsischen Kreideformation. 

Ber. d. Naturf. Ges., Leipzig 1895/96. 

11. — , Über einen Graniteinschluß im Pechstein von 

Garsebach bei Meißen und über Entwässerungs- 
vorgänge in diesem Gestein. Z. d. d. geol. Ges. 66, 
1914 , Monatsber. Nr. 4. 

12. — und W. Luzi, Über die Bildung von Graphit bei 

Contactmetamorphose. N. Jahrb. f. Min. usw. 1891, 
II, S. 28. 

13. Becker, W. G., Der Plauische Grund bei Dresden 

mit Hinsicht auf Naturgeschichte und schöne Garten- 
kunst. Nürnberg 1799. (Hierin A. Tauber, Mineral. 
Beschr. d. PI. Gr. bis Tharandt.) 

14. Bergt, W., Die Melaphyrgänge am ehemaligen Eisen- 

bahntunnel im Plauenschen Grunde bei Dresden. 
Abh. Isis, Dresden 1895, S. 20. 

15. — , Lausitzer Diabas mit Kantengeröllen. Abh. Isis, 

Dresden 1900, S. III, Taf. VI. 

16. — , Der Plänerbruch bei Weinböhla. Abh. Isis, Dres- 

den 1900. 

17. — , Über einige sächsische Gesteine. 1. Der Turmalin- 

granit von Miltitz bei Meißen. Abh. Isis, Dresden 
1902, S. 29, T. Iu.II. 

18. — , Stauchungen im Liegenden des Diluviums in Dres- 

den. Abh. Isis, Dresden 1933, S.30, T. I u.U. 

19. Beyer, 0., Alaun und Gips als Mineralausblühungen 

und als Ursachen der chemischen Verwitterung in 
den Quadersandsteinen des Sächsischen Kreidegebietes. 
Z. d. d. geol. Ges., Bd. 63, Abh., Heft 4, 1911. 



N E W V 0RK 9 p U BU C°UB R A R Y 



Literaturverzeichnis 



279 



20. Beyer, 0., Alaun und Gips in den Qnadersandsteinen 

Sachsens und ihre Bedeutung für die Verwitterung 
in „Über Berg und Tal % Z. d. Gebirgs Vereins f. d. 
Sachs. Schweiz, 35. Jahrg., Nr. lOu. 11, 1912. 

21. — , Über Quellen in der sächs.- böhm. Schweiz. Dres- 

den 1913. 

22. Beyrich, Über die Lagerung der Kreideformation im 

schlesischen Gebirge. Akad. d. Wiss., Berlin 1854. 

23. Bley, C, Über einen Mammuthzahn von Briesnitz bei 

Dresden. Sitzungsber. Isis, Dresden 1880, S. 44. 

24. — , Kalkspath -Krystalle aus dem Syenit des Plauenschen 

Grundes. Sitzungsber. Isis, Dresden 1881, S. 7. 

25. Bölsche, W., Die Korallen des unteren Pläners im 

sächs. Elbtale. Cassel 1871, Paläontogr. 

26. Brögger, "W. C, Die Mineralien der Syenitpegmatit- 

gänge usw. Z. f. Krystallographie XVI, S. 215 bis 235. 

27. Bruder, Georg, Neue Beiträge zur Kenntnis der Jura- 

ablagerungen im nördlichen Böhmen. Sitzungsber. 
d.Akad.Wiss. Wien, I. Abt., 1882, Mai -Heft. 

28. — , Die Fauna der Juraablagening von Hohnstein in 

Sachsen. Sitzungsber. d. Akad. Wiss, Wien, I. Abt., 
XCI, 1885. 

29. — , Neue Beiträge zur Kenntnis der Juraablagerungen 

im nördlichen Böhmen. II. Sitzungsber. d. Akad. 
Wiss. Wien, I. Abt., XCIII, 1886, März -Heft. 

30. — , Über die Juraablagerungen an der Granit- und 

Quadersandsteingrenze in Böhmen und Sachsen. 
Lotos, Jahrb. f . Naturw. 1896, N.F.VII. 

31. — , Paläontologische Beiträge zur Kenntniss der nord- 

böhmischen Juragebilde. Lotos. 1887, N. F. Bd. VIII. 

32. Brunns, W., Der Porphyritzug von Wilsdruff- Pot- 

schappel. In.-Diss. Univ. Leipzig 1886. 



/ , -v,-, r*ta Original from 

Digilized by VjOOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



280 Literaturverzeichnis 



33. Charpentier, Joh. Fr. W., Beobachtungen über die 

Lagerstätten der Erze, hauptsächlich aus den sächsi- 
schen Gebirgen. Leipzig 1799. 

34. — , Mineralogische Geographie der chursächsischen 

Lande. Leipzig 1778. 

35. v. Cotta, Bernh., Über organische Gestalten im 

Schlottwitzer Achatgang. Leonh. N. Jahrb. f. Min. 
usw., 1837, S.299. 

36. — , Geognostische Wanderungen. Dresden u. Leip- 

zig 1836 bis 38. 

37. — , Über einen turmalin führenden Granit von Miltitz 

bei Meißen. Brief. N. Jahrb. für Min. usw., 1834. 
S. 329 bis 330, mit Profil auf S, 331. 

38. Credner, Herrn., Der rothe Gneiß des sächsischen 

Erzgebirges, seine Verbands Verhältnisse und gene- 
tischen Beziehungen zur archäischen Schichtenreihe. 
Z. d. d. geol. Ges., 1877. 

39. — , Die Stegocephalen und Saurier aus dem Rothlie- 

genden des Plauenschen Grundes bei Dresden. Z. 
d. d. geol. Ges., 1881 bis 1893. I. bis X. Teil. 

40. — , Die Urvierfüßler (Eotetrapoda) des Sächsischen 

Rothliegenden. Naturw. Wochenschr., 1890, Nr. 48, 
S. 471 bis Nr. 51, S. 509; zugleich: Allg. verst 
naturwiss. Abh., Berlin, Nr. 15, 1891. 

41. — , Zur Histologie d. Faltenzähne palaeoz. Stegoc. 

Abb. d. Kgl. Sachs. Ges. d. Wiss., math.-ph. Ol., 
XX, 4, Leipzig 1893. 

42. Dan zig, E., Das Quadergebirge südlich von Zittau. 

Sitzungsber. Isis, Dresden 1874. 

43. — , Weitere Mitteilungen über die Granite und Gneiße 

der Oberlausitz und des angrenzenden Böhmens. 
Abh. Isis, Dresden 1890, S. 6 und 1886, S. 57. 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



Literaturverzeichnis 



281 



44. Dan zig, E., Gliederung des oberen Quaders südlich 

von Zittau. Sitzungsber. Isis, Dresden 1893. 

45. Daubuisson, J. F., Memoire sur les Basaltes de la 

Saxe. Paris 1803, S. 39 (ins Englische übersetzt 
von P. Neill, Edinburg 1814). 

46. Deichmüller, J., Über das Vorkommen cenomaner 

Versteinerungen bei Dohna. Sitzungsber. Isis 1881, 
Abb. 11, S. 97. 

47. — , Über Blattiden aus dem Brandschiefer der unteren 

Dyas von Weißig bei Pillnitz. Sitzungsber. Isis, 
1882, S. 12. 

48. Deninger, K., Die Grastropoden der sächsischen 

Kreideformation. Beitr. zur Palaeont. und Geol. 
Österr.-Ung. u. d. Orients. 1905. 

49. Dettmer, F., Spongites Saxonicus und die Fucoiden- 

frage. N. Jahrb. f. Min. usw. 1912, II, S. 114. 

50. Dittmarsch, A., und Geinitz, H. B., Geologie des 

Elbtals bei Meißen (Cenoman von Zscheila). Sitzungs- 
ber. Jsis, Dresden 1877. 

51. Doss, B., Cordieritgneiß vom Heller bei Dresden. 

Sitzungsber. Isis, Dresden 1889, S. 9. 

52. — , Die Lamprophyre und Melaphyre des Plauenschen 

Grundes. Tschermaks Min. u. petrogr. Mittl. XL 
Wien 1889. 

53. Ebert, 0., Ammonites Geslianus d'Orb. aus Ockerwitz. 

Sitzungsber. Isis, Dresden 1891. 

54. — , Cretaceische Schwarzkohlenreste bei Dresden. 

Sitzungsber. Isis, Dresden 1895. 

55. Engelhardt, E., Über den Kalktuff im allgemeinen 

und den von Robschütz mit seinen Einschlüssen ins- 
besondere. Progr. d. Realschule zu Neustadt-Dres- 
den 1872, S. 1— 48 und Sitzungsber. Isis, Dresden 
1872, S. 104 — 105. 



t"\rscs\{* Original from 

" ."^UU^It NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



282 Literaturverzeichnis 



56. Engelhardt, H., Über Kreidepflanzen von Nieder- 

schöna. Abh. Isis, Dresden 1891, S. 79. 

57. — , Sassafras Geinitzi E. ans dem cenoman. Sandstein 

von EutscMtz. Sitzungsber. Isis , Dresden, 16. Febr. 
1899. 

58. — , Die Crednerien im unteren Quader Sachsens. Fest- 

schrift der Isis in Dresden, 1885, S. 55. 

59. v. Ettinghausen, C. , Die Kreideflora von Nieder- 

schöna. Sitzungsber. d. Ak. der Wiss. Wien, LV., 1867. 

60. — , Die Florenelemente in der Kreideflora. Sitzungsber. 

d. Ak. d. Wiss. Wien, 1. Abt., 1874, April-Heft. 

61. Francke, H , Laumontit und Orthit im Weesensteiner 

Granit. Sitzungsber. Isis, Dresden, 4. Juni 1891. 
€2. Freiesleben, J.K., Mineralogisch-bergmännische Beob- 
achtungen auf einer Eeise durch einen Teil des 
meißner und erzgebirgischen Kreises zu. Anfang des 
1791. Jahres. Bergm. Journ, 1792, Bd. II. 

63. — , Beiträge zur Naturgeschichte der Gänge. Jahr- 

büch, d. Berg- u. Hüttenk. 180O, Bd. IV, 2. Lieferung. 

64. Magazin für die Oryktographie von Sachsen. Frei- 
berg 1828-1848. 

65. Frenz el, Aug., Mineralogisches Lexicon für das 

Königreich Sachsen. Leipzig 1874. 

66. Friedrich, 0. 0., Kurze geognostische Beschreibung 

der Südlausitz usw. Progr. z. Ein weih. d. Johan- 
neums z. Zittau. Zittau 1871. 

67. Fritsch, A., Studien im Gebiete der böhmischen 

Kreideformation. II. Die Weißenberger und Mall- 
nitzer Schichten. Arch. f. d. naturw. Landesdurchf. 
v. Böhmen, IV. Band, Nr. 1. Prag 1877. 

68. — , Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation. 

III. Iserschichten. Arch. d. Naturw. Landesdurchf. 
v.Böhmen, V. Bd., Nr. 2, Prag 1883. 



N E W V 0RK 9 p U BU C°UB R A R Y 



Literaturverzeichnis 



283 



69. Fritsch, A., Stadien im Gebiete der böhmischen Kreide- 

formation. IV. Teplitzer Schichten. Arch. d. naturw. 
Landesdurchf. v. Böhmen, VII. Bd., Nr. 2, Prag 1889. 

70. — , Studien usw. V. Priesener Schichten. Ebendort. 

IX. Bd. Nr. 1. Prag 1893. 

71. — , Studien usw. VI. Chlomoker Schichten. Eben- 

dort. X. Bd. Nr. 4. Prag 1897. 

72. — und Bayer, E., Studien im Gebiet der böhmischen 

Kreideformation. Perucer Schichten. Arch. d. naturw. 
Landesdurchf. v. Böhmen, XL Bd., Nr. 2, Prag 
1900. 

73. Gäbert, G., Die Gyneisedes Erzgebirges und ihre Kon- 

taktwirkungen. Z. d. d. geol. Ges., Jahrg. 1907, S. 367. 
74 Geinitz, F. E., Über einige Lausitzer Porphyre und 
Grünsteine sowie den Basalt aus dem Stolpener 
Schloßbrunnen. Abh. Isis, Dresden 1886, S. 13. 

75. — , Die geologische Beschaffenheit der Umgegend von 

Stülpen in Sachsen. Abh. Isis, Dresden 1882, S. 91. 

76. Geinitz, H. B., Das Quadersandsteingebirge oder das 

Kreidegebirge in Deutschland. Freiberg 1849. 

77. — , Das Quadergebirge oder die Kreideformation in 

Sachsen. 1850. 

78. — , Das Quadergebirge oder die Kreideformation in 

Sachsen usw. Leipzig 1850. 

79. — , Charakteristik der Schichten und Petrefakten des 

sächsisch - böhmischen Kreidegebirges usw. Leipzig 
1850. 

80. — , Die Versteinerungen der Steinkohlenformation in 

Sachsen. Leipzig 1855. 

81. — , Geognostische Darstellung der Steinkohlenformation 

in Sachsen mit besonderer Berücksichtigung des Roth- 
liegenden. Leipzig 1856. 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



284 



Literaturverzeichnis 



82. Geinitz, H. B., Die Leitpflanzen des Rothliegend en. 

Sep.-Abdr. a. d. Osterprogr. d. kgl. polyt. Schule 
zu Dresden. Leipzig 1858. 

83. — , Dyas oder die Zechsteinformation und das Roth- 

liegende. Leipzig 1861—1862. 

84. — , Die Steinkohle Deutschlands und anderer Lander 

Europas. München 1865. 

85. — , Die fossilen Fischschuppen aus dem Plänerkalk von 

Strehlen. Denkschr. d, Ges. f. Natur- u. Heilkunde. 
Dresden 1868. 

86. — , Das Elbtalgebirge in Sachsen. I. u. II. Palaeonto- 

graphica, XX, 1871 — 1875. 

87. — , Über Knochen diluvialer Tiere im Liebetaler Grund. 

Sitzungsber. Isis , Dresden 1873 , S. 179. 

88. — , Fossilien aus dem oberen Quadersandstein der Hack- 

kuppe bei Saupsdorf. Sitzungsber. Isis, Dresden 
1878. 

89. — , Über die ältesten Spuren fossiler Pflanzen in Sachsen. 

Abh. Isis, Dresden 1881, S. 78. 

90. — , Über Leitfossilien des Quadersandsteins. Sitzungs- 

ber. Isis, Dresden 1882. 

91. — , Über Versuche nach Kohlen im Quadergebirge 

Sachsens. Sitzungsber. Isis, Dresden 18&2. 

92. — , Über einige Kiesablagerungen und die diluvialen 

Säugethiere des Königreich Sachsen. Abh. Isis, Dres- 
den 1883, S.93. 

93. — , Über Whewellit in der Steinkohlenformation des 

Plauener Grundes. Sitzungsber. Isis, Dresden 1885, 
S. 29. 

94. — , Bohrversuche für eine neue AVasserwerksanlage 

auf Tolkewitzer Flur bei Dresden. Abh. Isis, Dres- 
den 1892, S. 58. 



_. . _,. Original from 

Dig.lizedby IjOOglC NEW VDBK PUBLIC LIBRASV 



Literaturverzeichnis 



285 



95. G e i n i t z , H. B., Der Syenitbruch an der Königsmühle 

im Plauenschen Grund bei Dresden. Abh. Isis, Dres- 
den 1895. 

96. — , Funde aus der Kreideformation des Plauenschen 

Grundes. Sitzungsber. Isis, Dresden 1896. 

97. — und Deich müller, J. V., Nachträge zu Dyas, 

11. u. III. Kassel 1882 u. 1884. 

98. Groth, P., Über neugebildete Mineralproduite auf 

einer brennenden Steinkohlenbalde bei Dresden. 
Sitzungsber. Isis, Dresden 1867, S. 68. 

99. Gumprecht, F. E., Beiträge zur geolog. Kenntnis 

einiger Teile Sachsens und Böhmens. Berlin 1835. 

100. v. Gut bi er, A., Vorkommen des Kalktuffes bei Pirna. 

Sitzungsber. Isis 1846, S. 58. 

101. — , DieVersteineruogen des Rothliegenden in Sachsen. 

Dresden u. Leipzig 1849. 

102. — , Der Basalt am Gohrischstein nebst Skizze in 

Drechslers Allg. Naturh. Zeit. Dresden 1856, S. 413 ff. 

103. — , Geognost. Skizzen aus der Sachs. Schweiz. Leip- 

zig 1858. 

104. — , Die Sandformen der Dresdner Haide. Dresden 1865. 

105. Haarmann, G., Mikrosk. Untersuchung über die 

Struktur und Zusammensetzung der Melaphyre, 
Z. d. d. geol. Ges. 1873, S.452. 

106. Hausse, R., Das Steinkohlenbecken des Plauenschen 

Grundes bei Dresden. 3 Tafeln mit Profilen nebst 
erläuterndem Text. Leipzig 1891, 

107. — , Ein Massengrab von Sauriern im Unter -Rotliegen- 

den des Döhlener Kohlenbeckens usw. Jahrb. f. B. 
u. H. Ereiberg 1901 S. 25— 51. Taf. I— III. 

108. — , Tierfährten im Unter-Rotliegenden des Steinkohlen- 

beckens im Plauenschen Grunde usw. Ebenda. 1910. 
S.-A. 20 Taf. I— VII. 



t"\rscs\{* Original from 

" ."^UU^It NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



286 



Literaturverzeichnis 



109. Hettner, A., Gebirgsbau und Oberflächengestaltung 

der Sachs. Schweiz. Stuttgart 1887. Mit geol. 
Karte, Profiltafel und 6 Fig. 

110. — , Die Felsbildungen der Sachs. Schweiz. Geogr. 

Zeitschr., IX. Bd., 1903, S. 608 ff. 

111. — , "Wüstenformen in Deutschland. Ebenda , XVI. Bd.. 

1910, S.690ff. 

112. Hibsch, S. E., Cenomaner Unterquader bei Nieder- 

grund an der Elbe und seine Versteinerungen, 
j^itzungsber. Isis, Dresden, 2. April 1891. 

113. — , Die Insel älteren Gebirges im Elbtale nördlich von 

Tetschen. Jahrb. d. k. k, geol. Reichsanst, 1891, 
Bd. XLI , Heft 2. 

114. Hoffmann, C. A. S. , Mineral. Beschreibung eines 

Teiles des Glashüttener Reviers, nebst einer kurzen 
Beschreibung des dasigen Bergbaues. Bergm. Journ., 
III. Jahrg. , 2. Bd., S.462f., Freibarg 1790. 

115. Hoffmann, F., Übersicht der orographischen und 

geognostischen Verhältnisse des nordwestlichen 
Deutschlands. Verbandsverhältnisse der Dohnacr 
Granitzone mit dem Schiefergebirge. 

116. Jentzsch, A,, Die geologische und mineralogische 

Literatur des Königreichs Sachsen und der an- 
grenzenden Länderteile von 1835 — 1873. Leip- 
zig 1874. 

117. Kalkowsky, E., Über einen oligocänen Sandstein- 

gang an der Lausitzer Überschiebungbei Weinböhla 
in Sachsen. Abh. Isis, Dresden, 1897. 

118. Friedr. Katz er, Geologie von Böhmen. Prag 1892. 

119. Joh. Krejci, Studien im Gebiete d. böhm. Kreidef. 

Allgem. u. orogr. Verhältnisse sowie Gliederung d. 
böhm. KTeideform. Archiv usw. I. Bd. 1869. 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Literaturverzeichnis 



287 



120. Krankel, E. . Zur Gliederung der Kreideformation 

in der Umgebung von Dresden. Z. d. d, geol. Ges. y 
1914, Monats ber. 66, S. 25. 

121. Krutzscb, K. L., Gebirgs- und Bodenkunde. Dres- 

den u. Leipzig 1827. 1. Teil. 

122. Lange, Th., Geologische Skizze des unteren Muglitz- 

tales. Jahrb. d. Gebirgsver. f. d. Sachs. -Böhm. 
Schweiz, II, 1889. 

123. Laube und Bruder, Ammoniten der böhmischen 

Kreide. Palaeontographica 33, 1887. 

124. Lehmann, J. , Untersuchung über die Entstehung 

der altkrystallinen Schiefergesteine. 

125. Lepsius, R. , Geologie von Deutschland. IL Teil T 

Leipzig 1903. 

126. — , Geologische Karte des Deutschen Reiches r 

1:500000. Sektionen 19, 20, Gotha 1894. 

127. — , Geologische Rundschau 1912, S. 1 bis 6. 

128. v. Liebenroth, F. S., Geognostische Beobachtungen 

und Entdeckungen in der Gegend von Dresden. 
Weißenfels 1798. 

129. v. Liebenroth, F. E., Beobachtungen über Natur 

und Menschen , besonders über mineralische Gegen- 
stände an verschiedenen Orten in Sachsen und 
anderen Gegenden. Erfurt 1791. 

130. Mammen, F., Analyse der Kalke von Tharandt und 

Braunsdorf. Abh. Isis, Dresden 1902, S. 23. 

131. Martini, Geognostischa Untersuchung der Gegend 

zwischen Bisch ofswerda- Stolpen -Pulsnitz -Radeberg 
und Pillnitz. 1814, Akten i. d. Bibl. d. Kgl. Berg- 
akademie zu Freiberg. 

132. Mehnert, E., Die Randzone der nord. Gletscher im 

Elbsandsteingebiet Sitzungsber. Isis, 1888, S. 30. 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



288 Literaturverzeichnis 



133. Mehnert, E., Über Glacialerscheinungen im Elbsand- 

steingebiet. Pirna 1888. 

134. Menzel, F., Fossile Koniferen aus der Kreide- und 

Braunkohlenformation Nordböhmens. Abh. Isis, 
Dresden 1908 (1909), S.27, T.II. 

135. Michaelis, P., Der Baryt - führende Aehatgang von 

Oberschlottwitz. Abh. Isis, Dresden 1912 (1913), 
S.7, T. 1. 

136. Mietzsch, H.,Über das erzgebirgische Schieferterrain 

in seinem nordöstlichen Theile. Diss. Halle 1871. 

137. Möhl, H., Die Basalte und Phonolithe Sachsens. 

Dresden. N. Acta Leop. Carol.-Acad. XXXVI, 1873. 

138. — , Das Ganggestein des Plauenschen Grundes. N. 

Jahrb. f. Min. 1875, S. 176. 

139. Müller, H., Über die Erzlagerstätten in der Um- 

gegend von Berggießhübel. Leipzig 1890, S. 53. 

140. — , Über den Glimmertrapp in der jüngeren Gneis- 

formation des Erzgebirges. N. Jahrb. f. Min. usw. 
1865. 

141. R. Nacken, Über die chemische Zus. d. Syenits 

aus dem Plauenschen Grund bei Dresden. Centralbl. 
f. Min., Geol. u. Pal. 1914. Nr. 6. S. 183 —185. 

142. Naumann, C. F., Zu G um prechts Beiträgen zur geo- 

gnostischen Kenntnis einiger Teile Sachsens. Neues 
Jahrb. f. Min. usw. 1836. 

143. — , Gaa von Sachsen usw. Dresden u. Leipzig 1843. 

144. — , u. Cotta, Geoguostische Beschreibung des König- 

reichs Sachsens. Dresden u. Leipzig 1845. 

145. Nessig, R., Die Sande der Umgebung von Dresden. 

Abh. Isis, Dresden 1895, S. 71. 
14(5. — , Über Diluvialsande bei Dresden. Sitzungsbcr. 
Isis, Dresden, 11. Nov. 1897. 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



Literaturverzeichnis 



289 



147. Nessig, R., Studion über den Dresdener Haidesand. 

Abh. Isis, Dresden 1898, S.27 bis 32. 

148. — , Geolog. Exkursionen in der Umgegend von Dresden. 

Dresden 1898. 

149. — , Tiefbohrung in der Dresdener Heide. Sitzungsber. 

Isis, Dresden 1901, S. 14. 

150. — , Graphitreiche Zermalmungsprodukte des Lausitzer 

Granites. Abh, Isis, Dresden 1902, S. 61. 

151. — , Neue Tiefbohrung in Dresden. Abh. Isis, Dresden 

1906, S. 24. 

152. Obst, Studie über die Oberflächengestaltung der 

sächsisch - böhmischen Kreideablagerungen. Mitt. 
geogr. Ges. Hamburg XXIV, 1909, S. 85 ff. 

153. Oehlschlägel, Mineral. Beschreibung der Gegend 

von Rechenberg usw. und Berggießhübel. 1813, 1,' 
§ 181. Bergamtsakten 32 A. 

154. Otto, E., Additamenta zur Flora des Quadergebirges 

in der Gegend um Dresden, Dippoldiswalde und 
Meißen. 1854. 

155. Pelz, A., Geologie von Sachsen. Leipzig 1909. 

156. Petrascheck, W., Über das Alter des Überquaders. 

Abh. Isis, Dresden 1897. 

157. — , Studien über Faziesbildungen im Gebiete der säch- 

sischen Kreideformation. Abh. Isis, Dresden 1899. 

158. — , Über eine Diskordanz zwischen Kreide und Tertiär 

bei Dresden. Abh. Isis, Dresden 1901, S. 108. 

159. — , Über den Untergrund der Kreide und über präkre- 

tazische Schichten Verschiebungen in Nordböhmen. 
Jahrb. k. k. geol. Reichsanst. 1910, S. 179 bis 214. 

160. — , Die Ammoniten der sächsischen Kreideformation. 

Beitr. z. Paläontolog. u. Geolog. Öster.-Ung. u. d» 
Orients, 1902. 
Führer durch das Dresdener Elbtalgebiet 19 



_. /"""" I Ori qinal from 

Dignized by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



290 Literaturverzeichnis 



161. Petrascheck, W., Über Inoceramen aus der Kreide 

Böhmens und Sachsens. Jahrb. d. k. k. geol. Reichs- 
anst., Bd. MI, Wien 1903. 

162. — , Über die jüngsten Schichten der Kreide Sachsens. 

Abh. Isis, Dresden 1904. 

163. Pietsch, Kurt, Tektonische Probleme in Sachsen. 

Geolog. Rundschau, Bd. V, Heft 3, S. 161 bis 174, 
1914. 

164. — , Über das geolog. Alter der dichten Gneise des 

sächsischen Erzgebirges. Zentralbl. f. M., G. u. P. 
1914, Nr. 7 und 8. 

165. — , Verwitterungserscheinungen der Auflagerungs- 

fläche des Sächsischen Cenomans. Z. d. d. geol. 
Ges., 65. Monatsber., S. 595. 

166. Pocta, F., Beitrag zur Kenntnis der Spongien der 

böhmischen Kreide. Abh. böhm. Akad. Wiss. 1883 
bis 1885 (7) I. 

167. v. Raum er, C., Geognostische Fragmente. Verbands- 

verhäitnisse der Dohnaer Granitzone mit dem 
Schiefergebirge. 

168. Reibisch, Theodor, Verzeichnis der bisher in den 

diluvialen Mergeln von Cotta bei Dresden auf- 
gefundenen Conchylien. Sitzungsber. Isis, Dresden 
1892, S. 8 bis 12. 

169. — , Über im Lehm von Priesa bei Meißen aufgefundene 

Schnecken. Sitzungsber. Isis, Dresden 1861, S. 121. 

170. Reuß, A. E., Geognostische Skizzen Böhmens. 1842. 

171. — , Versteinerungen der böhmischen Kreideformation. 

1845 bis 1846. 

172. Richter, 0., Der Ursprung des Wortes „Pläner". 

Sitzungsber. Isis, Dresden 1882. 

173. Rosenbusch, Mikroskopische Physiogr. II. Müglitz- 

tal. Glimmersyenit (Minette), S. 310. 



_. /"""" I Ori qinal from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



Literaturverzeichnis 



291 



174. Rüge, S., Dresden und die Sächsische Schweiz. 

Monogr. zur Erdk., Bd. XVI, Leipzig. 

175. Sachsse, R M und Becker, A,, Über einige Lösse 

des Königreichs Sachsen. BerJin 1891 in der 
Zeitschr. „Die landwirtschaftl. Versuchsstationen", 
Bd. XXXVII, S. 411 ff. 

176. Sauer, A., Über die genetischen Beziehungen 

zwischen Pechstein und Porphyr des Meißner 
Gebietes. Z. d. d. geol. Ges. XL, 3, 1888, S. 601. 

177. — , Pechstein von Meißen und Felsitporphyr von 

Dobritz. Z. d. d. geol. Ges. LX11, 1910. 

178. — , Ussing, N. V., Über einfachen Mikroklin aus 

dem Pegmatit von Gasern unterhalb Meißen. Z. f. 
Kristallogr. usw. XVIII, 2. u. 3., 1890, S. 192. 

179. Schreit er, R. , Über einige Mineralien im Basalt 

des Ascherhübeis bei Tharandt. Abh. Isis, Dresden 
1912, S. 20. 

180. Schöne, E., Die Elbtaüandschaft unterhalb Pirna. 

Meißen 1905. Mit zahlr. Bildern. 

181. Scupin, H., Die stratigraphischen Beziehungen der 

oberen Kreideschichten in Sachsen, Schlesien und 
Böhmen. N. Jahrb. f. Min. usw. 1907, XXIV, S. Ö76. 

182. — , Die Löwenberger Kreide und ihre Fauna; Palä- 

ontogr. Suppl.-Bd. 6. 

183. v. Staff, H., und Raßmus, H., Zur Morphogenie 

der Sächsischen Schweiz (1911). 

184. Stelzner, A., Zwei Gangsyenite aus der Gegend 

von Tharandt. Berg- u. Hüttenm. Zeit. 1878, S. 48. 

185. Sterzel, J. T., Über die Flora der untersten Schich- 

ten des Plauenschen Grundes. Z. d. d. geol. Ges. 
XXXIII, 1881, S. 339 bis 347. 

186. — , Die fossile Flora des Rotliegenden im Plauenschen 

Grund. Z. d. d. geol. Ges. XLVIII, 1891, S. 778. 



Digtoed by Google N E WYO°rau™BRARV 



292 



L itera turver zeich n is 



187. Sterzel, J. T., Die Flora des Rotliegenden im 

Plauenschen Grunde. Abt d. math.-physik. Cl. d. 
Kgl. Gesellsch. d. Wiss., B. XIX, Leipzig 1893. 

188. Stübler, H., Die Sächsische Schweiz. Meißen 1905. 

Mit 1 orohydrographischen, 1 topographischen Karte 
und 13 Illustrationen. 

189. Stutzer, 0., Über Pechsteine von Meißen. Z. d. 

d. geol. Ges. LXII, 1910, Monatsber. S. 102. 

190. — , Über Pechstein von Meißen und Felsitporphyr 

von Dobritz. Z. d. d. geol. Ges. 1911, Monatsber. 
S. 361. 

191. v. Süßmilch-Hörnig, M., Historisch -geographi- 

scher Atlas von Sachsen U.Thüringen. Dresden 1860. 

192. Wagner, P., Die mineralogisch -geologische Durch- 

forschung Sachsens in ihrer geschichtlichen Ent- 
wicklung. Abh. Isis, Dresden 1902, S. 63. 

193. Wanderer, K., Die wichtigsten Tierversteinerungen 

aus der Kreide des Königreich Sachsen. Jena 1909. 

194. — , Ein Vorkommen von Enoploclytia Leachi Mant. 

sp. in Cenoman von Sachsen. Abh. Isis, Dresden 
1908. 

195. — , Über einen neuen Fundpunkt von Stegocephalen 

im Plauenschen Grund. Sitzungsber. Isis, Dresden, 
21. März 1912 (1913), S. 6. 

196. — , Der erste Fund eines Moschusochsen im Dilu- 

vium des Königreich Sachsen. Abh. Isis, Dresden 
1909, S. 79, T. III. 

197. — , Zum Alter der Schichten an der Teplitzer Straße 

in Dresden -Strehlen. Abh. Isis, Dresden 1909, 
S. 114. 

198. — , Cenoman- Aufschluß im Sandsteinbruch westlich 

von Alt - Coschütz bei Dresden. Sitzungsber. Isis, 
Dresden 1910, S. 19 bis 22. 



. (~~ !,-> Original from 

DKjlizedby IjOOgLC MEW YORK PUBLIC LIBRARY 



Literatnrverzeichn is 



293 



1 99. W a n d e r e r , K., Versteinerungen des Cenomans , ins- 

besondere vom Oberauer Tunnel (Schlönbachia 
varians Sow. sp.). Sitzungsber, Isis, Dresden, 
21. März 1912 (1913), S. 6. 

200. Weise, E., Beitrag zur Geologie der nordsächsischen 

Grauwackenformation. Z.d. d.geol.Ges. 1913, S.587. 

201. Werner, Abr. Gottl., Neue Theorie von der Ent- 

stehung der Gänge. Freiberg 1791. 

202. Wohlfahrt, J. 0., und Geinitz, H. B.. Die Aus- 

dehnung des Quadersandsteines bei Dippoldiswalde. 
Sitzungsber. Isis, Dresden 1897; Exkursion nach 
Dippoldiswalde. Ebd. 1885. 

203. Worm, Erich, Über die aplitischen Gänge im 

Syenit- Granitmassiv von Meißen in Sachsen. Inaug - 
Diss. Univ. Leipzig, 1913. 

204. Vater, H,, Das Elbsandsteingebirge. Freiberg 1904. 

Mit Taf. 

205. Zschau, E., Bemerkungen über ein neues Vor- 

kommen des Orthits im Plauenschen Grunde bei 
Dresden mit besonderer Hinsicht auf die Orihit- 
fundstätten auf Hitteroe in Norwegen. N. Jahrb. 
f. Min. usw. 1852, S. 652 bis 661. 

206. — , Über die Mineralien des Syenites im Plauenschen 

Grunde. I. u. II. Teil. Drechslers Allgem. deutsch, 
naturhist. Zeit. 1856, S. 81 bis 96 u. 1857, S. 134 
bis 143. 

207. — , Bemerkungen über den Quarz im Syenite des 

Plauenschen Grundes. Festschr. d. Isis zu Dresden 
1885 , S. 49 bis 54. 

208. — , Rhinoceros tichorh. u. Bis. prisc. in Gehänge- 

lehm des Plauenschen Grundes. Sitzungsber. Isis, 
Dresden, 22. Oktober 1891. 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



294 



Literaturverzeichnis 



209. Zschau,E., Bemerkungen über den Quarz im Syenit 

des Plauenschen Grundes. Abh. Isis , Dresden 1892, 
S. 60. 

210. — , Die Zeolithe im Syenitgebiete des Plauenschen 

Grundes bei Dresden. Abh. Isis, Dresden 1893, 
S. 90. 

211. — , Ein Titanit -Abkömmling im Syenit des Plauen- 

sehen Grundes bei Dresden. Abh. Isis, Dresden 
1893, S. 106. 

212. — , Kleinere Mitteilungen in den Sitzungsberichten 

der Isis zu Dresden über Titanit, 1862, S. 156, 
Magnetit, 1863, S. 101, Molybdängtanz u. Pistazit. 
1853, S. 104, gneißartige Ausscheidungen, 1866, 
S. 134, Epidot, 1875, S. 4, Quarz, 1880, S. 9, 
Kupfererze, 1883, S.26, Analcim, 1883, ß. 75 u. 
1886, S. 49, Kalkspath, 1885, S. 33, Neuere Mine- 
ralfunde, 1886, S.49, Anatas, 1889, S. 8, Granat 
u. Anthophyllit u. Magnetit, 1890, S. 6. 

213. — , Sitzungsber. Isis, Dresden, S. 32, zu Führer 

S. 87 (Laumontit). 



. f~* !,-> Original from 

Dig.lized.by tjOOgk. NEW VDBK PUBLIC LIBRASV 



Sach- und Ortsregister 



Achat -Amethystgang 184 
Adular 135 

Alaunausblühung 237, 260, 

266, 273 
Altdilnviale Elbschotter 269, 

271 

Altdiluviales Elbtal 241, 262, 
265 

Amphibolitisierung 193, 213 
Amphitheater 264 
Amygdalophyr 138 
Andalusit 160, 162 
A ndalusitglimmergestein 

193, 204 
Aplit 251 

Augit - Hornblendeschiefer 
163, 202 

Baaderton 151 
Bärengarten 273 
Bahretal 197, 208 
Baryt 243 

Basalt 78, 199, 261, 262, 
276 



Basaltbrekzien 262 
Basaltlehm 262 
Begerburgf 27 
Belvedere 252 
Berggießhübel 200 
Bergschlipf 245 
Berthelsdorf 184 
Betula nana 182 
Biensdorf 189 
Biotitgneis 78 
Blattberg 161 
Blockpackung 155 
Böhmisches Mittelgebirge 
240 

Böschelmühle 172 
Boderitz 73 
Bonnewitz 147 
Borna 211 
Bornmühle 211 
Borsberg 146 

Botanischer Garten 245, 255 
Brand 275 
Brandmühle 180 
Brandschiefer 139, 142 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



296 



Sach- und Ortsregister 



Brauneisensteingerölle 258 
Braunkohle 130 
Braunsdorf 64 
Brausnitzbach 270 
Brekzientuff 72 
Brongniartipläner 116, 181, 

199, 216, 223 
Brongniartiquader 199, 225, 

239, 268, 272, 275 
Bruchzone, nordböhmische 

240, 241, 248 
Burgstädtel 162, 165, 173 
Burgwartsberg 61 
Buschmühle 119 

Carinatenpläner 22, 95, 97, 

158, 178, 221, 249 
Carinatenquader 196, 207, 

216, 219, 231, 232, 234, 

249, 271 
Cenoman 22, 120, 141 
Chloritgneis 167, 169, 172, 

186 

— , metamorph 205 
Clementinentor 275 
Cölln 95 
Copitz 217, 269 
Cordieritgestein 160, 162, 

163, 173, 250, 273 
Coschütz 28 
Cossebaude 87 
Cotta 51 



Cottaer Spitzberg 199 
Crednerienstufe 220 
Crotta 163 
Cuvierimergel 244 

Devon 188 

Diabas 168, 192 

— , amphibolitisiert 193, 213 

Diabastuff 166, 172,188,191, 

192, 210, 248 
Diebskeller 275 
Diluvialfauna 47 
Diluvialkies 131, 153, 216 
Diluvium 11 
Diorit 192 
Dittersbach ISO 
Dobritz 103 
Döbra 184 
Döhlener Becken 7 
Dölzschen 27 
Dohna 178 
Drei Quellen 267 
Dresdner Heide 124 
Dünen 126 
Dürrkamnitztal 252 
Durchbruchstal 246 
Dynamometamorphose 132, 

148, 248 

Edmundsklamm 266 
Einschlüsse im Basalt 260- 
Eisenoxydbildung 265 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



Sach- und Ortsregister 



297 



Eiserosion 266 
Elblauf, alter 49 
Elbtaldurchbruch 10 
Elbstolin 60 
Elbtalgebirge 6 
Elbtalkanon 263 
Erosion , chemische 265, 273 
Erosionsformen 237, 275 
Enlmühle 195 

Feldspatbasalt 261, 276 
Finkenfang 167 
Flügelwäode 266 
Fluidalstruktur 104 
Fluorit 206 
Friedensburg 111 
Friedrichswalde 192, 212 

Gabrielensteig 263 
Gamig 44 
Garsebach 106 
Gauernitz 89 
Gautschgrotte 273 
Gefällstufe 243 
Gehängelehm 157 
Geröll führende Grauwacken 

159, 175, 185, 191 
GeschiebeJehm 39, 148, 1§1 
Gips 252, 265, 273 
Glasbasalt 260, 261 
Glimmerdiorit 111 
Glimmerfels 162 



Glimmerporpbyrit 133 
Gneis 78, 132, 171, 184, 

208, 209 
Göppersdorf 208, 209 
Gohlis 120 
Gohrisch 276 
Goppeln 42 
Gottleuba 207, 230 
Grabenbruch 242 
Gran atf eis 202 
Granit 96, 123, 132, 142, 

158, 177, -195, 200, 202, 

212, 215, 248, 256, 261 
— , dynamometamorph 132, 

177 

Granitapophysen 205, 215 
Granitkontakt 173, 177, 205, 
215 

Granitüberschiebung 9, 115 
Granophyr 98 
Graphitquarzit 161, 164 
Graptolithen 166, 189 
Graupe 145 

Grauwacken , kristalline 159, 

175, 194 
Grauwackenschiefer 248 
Greisen 206 

Grenzverwerfung, TVestlan- 

sitzer 4 
Gröbern 123 
Großborthen 159, 163 
Großer Wasserfall 257 



_ _ —l— Original from 

'9>n*«i ty VjOOglC NEW YORK PUBLIC LIBRA BV 



298 



Sach- und Ortaregister 



Großer Winterberg 26 L 
Grünschiefer 191 
Grünsandstein 199, 216, 223, 
239 

Grundkonglomerata 220 
Grandmoräne 39, 148 

Häselich 169, 170 
Haidesand 125 
HaUstein 214 
Harnische 143 
Harthewald 152 
Haupt Verwerfung (Lausitzer) 
3, 9, 115, 143, 255, 271 
Hausberg 260 
Heidemühle 134 
Heidenschanze 32 
Helfenberger Grund 142 
Hellendorf 205, 232 
Heller 128 
Herbergen 185 
Herbstberg 209 
Hermsdorf 78 
Herrnskretzschen 252 
Heulenberg 261 
Himmelsbusch 113 
Hirschmühle 253 
Holstein 272 
Hohe Brücken 148 
Hoher Schneeberg 239 
Hoher Stein 33 
Hohnstein 271 



Hopfenberg 245 
Hornblendegranit 212 
Hornblendegranitit 148, 164, 

173, 174 
Hornblendeschiefer 192, 202 
Hornfels 159, 173, 194, 214, 

250 

— , geröllführend 159 
Hummelmühle 160 
Hummelstein 163 

Juchhöhe 60 
Jungfernquelle 267 
Jura 9, 271, .274 

Kahlebusch 178 
Kalkgrauwacke 191, 212 
Kalksilikathornfels 174 
Kalkstein 166, 174, 188, 192, 

202, 210, 211, 213, 258, 

271 

Kalkwerk 108,116,211, 274 
Kalmswiese 243 
Kambrium 168, 187 
Kantengeschiebe 129, 229 
Kemnitz 82 

Kersantitgänge 166, 179 
Kesselsdorf 64 
Kies, altdiluvial 131, 181 
Kieselschiefer 165, 172, 190, 

211, 212 
Kirnitzschberg 256 



Digilüed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



Sach- und Ortsregister 



299 



Kleine Liebe 256 
Kleiner "Wasserfall 257 
Kleiner "Wmterberg 260 
Klein -Graupe 146 
Klippenfazies 34, 45, 178 
Klotzsche 130 
Klufthöhlen 252, 259 
Kluftsysteine 222, 236, 240, 

243, 252, 259, 264, 275 
Knollenstein 118, 129 
Knotenschiefer 163, 173, 175, 

189, 191, 194, 212, 214 
Köttewitz 175 
Kötzschenbroda 110 
Kohlberg 216 
Korbitz 103 

Kreideformation 8, 21, 69, 73 
Kreischa 81, 165 
Krietzschwitz 223 
Kreuzschichtung 237, 253, 
267 

Kugelpechstein 64 
Kugel Sandstein 31 
Kuhstall 258, 275 
Kupfererze 203 

Labiatuspläner 42, 43, 83, 

89, 116, 180 
Labiatusquader 199, 203, 221, 

231, 238, 249, 252, 267 
Lamprophyr 20, 98, 248 
Langenhennersdorf 199 



Laube 246 

Laumontit 25, 135, 174 

Lausitzer Granitüberschie- 
bung 9 

Lausitzer Hauptverwerfung 
3, 9, 115, 143, 255, 271 

Lausitzer Landschaft 155 

Leichengründel 207, 231 

Leubnitz 42 

Liebenecke 88 

Liebstadt 184 

Löß 52, 55 

Lößlehm 154 

Lößsand 112 

Lockwitz 157, 182 

Lockwitzschotter 158 

Lockwitztal 156, 160 

Lohmen 270 

Lohmgruud 221 

Luga 181 

Lugturm 181 

Lungwitz 8 t 

Magneteisenerz 201 
Mandelstein 138 
Marmorbrüche 166 
Marsdorf 130 
Maxen 80, 165, 168 
Meißen 94, 101 
Melaphyr 24 

Mergel 40, 223, 226, 242, 
244, 270 



_. , f^rtri.mln Original from 

Digflizai by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



300 



Sach- nnd Ortsregister 



Miltitz 107 
Mobschatz 54 
Mockethaler Grund 269 
Molybdänglanz '206 
Müglitztal 170 
Mühlbach 168 
Mühlberg 211 
Muschelfels 28 
Muscovitgneis 80, 208, 232 
Mutter Gottes -Zeche 201 

Nasser Grund 257 
Nephelinbasalt 78 
Neudorf 241 
Neuhof 232 
Neundorf 199, 223 
Nentmannsdorf 189. 212 
Niedergrund 251 
Niederheimsdorf 62 
Niedersedlitz 156 
Niederwartha 90 
Nordische Geschiebe 38, 149 

Oberauer Tunnel 121 
Obermittweida 176 
Oberposta 226 
Oberpoyritz 145 
Oberschlottwitz 183 
Oberseidewitz 193 
Obervogelgesaug 225 
Oligozän 118, 130 
Oltersteine 328 
Omsewitz 52 



Ostrau 255 

Ottendorfer Heide 203 

Panoramahöhe 204 
Pechstein 101, 105 
Pegmatit 25, 107 
Peiperz 243 
Pennrich. 53 
Perm 7 

Pflanzenführendes Diluvium 
182 

Phyllite 76, 171, 172, 186, 

204, 210 
Pillnitz 144 
Pirna 216, 217, 269 
Plauenscher Grund 18 
Pliozän 130 
Porphyrbrekzie 165 
Porphyrit 57, 87, 133, 137 
PorphyritturT 139 
Porphyrkonglomerat 165 
Porsberg 146 
Porschendorf 148 
Possendorf 76 
Potschappel 57, 70 
Prebischgrund 263 
Prebischkegel 264 
Prebischtor 263, 265, 275 
Prehnit 135, 138 
Preußer Schacht 161 
Prießnitztal 131, 134 
Prohlis 46 



newvbk'pubik'lTbrabv 



Sach- und Ortsregister 



301 



<Juaderberg 244 
Quarzaugitdiorit 164 
Quarzbrockenfels 208 
Quarzgang 194, 214 
Quarzgerölle im Sandstein 
258 

Quarzglimmerdiorit 164 
Quarzglimmerfels 135, 177 
Quarzit 194, 214 
— , feldspatreich 209 
— , hornsteinartig 211 
Quarzporphyr 01, 99, 103, 

175, 178, 185, 187, 201, 

203, 208, 210 
Quellenverhältnisse 238, 252, 

267 

Quellkuppe 179 

Rabenhorst 172 
Kaitza 232 
Rasseln 250 
Rathewalde 271 
Reichen 241 
Rhänitz 126, 129 
Riesenstein 96, 122 
Rietzschketal 180 
Rippelmarken 127 
Rötliche Färbungder Schiefer 

unter Kreide 195 
Roschs Höhe 207 
Rosenberg 241 
Rosenkamm 245, 247 



Rossendorf 151 
Roter Ochse 9, 71 
Rothberg 242 

Rotliegendes 7, 70, 84, 139, 

141, 155, 161 
Rottwerndorf 199 
Rutschflächen 256, 257 

Sächsische Schweiz 204 
Sandberg 165 
Sandmühle 210 
Sandsteingang 117 
Sattelberg 168, 205 
Scaphitenton 226, 242, 269 
Schäferwand 243 
Schalstoin 166, 172 
Schandau 254 
Seheerberg 167 
Schichthöhlen 259 
Schiefergebirge, Gliederung 
198 

Schleppsande 149 
Schlottwitz 184 
Schmorsdorf 167 
Schneckenmühle 185 
Schneeberg 238 
Schöna 253 

Schöne Höhe 150, 228 
Schönwalde 205 
Schullwitz 141 
Schutzrinden 265, 273 
Seegraben 49 



newvbk'pubik'lTbrabv 



302 



Sach- und Oitsregister 



Seidewitztal 183 
Sillimanit 162 
Silur 165, 172, 210 
Sobrigau 160 
Söbrigen 145 
Spaargebirge 92 
Spitzberg 114 
— (Gottleuba) 207 
Spitzgrund 114 
Staffelbruch 247 
Stegocephalen 71 
Steinbruchsbetrieb 222 
Strehlen 38 
Struppen 225 

Syenit 19, 60, 85, 107, 113, 

129, 161 
Syenitgranit 98 

Tännigtgrund 90 
Talstufen 224, 249 
Talterrassen 12 
Tannenbusch 206 
Tektonik des Eibtales 3 
Terrassierte Talwändo 263 
Tetschen 244 
Titanit 25, 107 
Tolkewitz 49 
Tonalit 1G4 
Tonschiefer 188 
Tonstein 165 
Topas 206 
Torbilduogen 259 



Torf 129 
Torna 46 

Transgression der Kreide 21 
TransversalverwerfuDg 244, 
246 

Triebischtal 101 
Tscheche 242 
Tuffschiefer 166, 172, 210 
Turmalin 135 

Turmalingranit 109,206,209, 

231 
Tyssa 234 
Tyssaer Wando 235 

Überhänge 259 
Überquader 226, 269 
Überschiebung 9, 115, 256, 

258, 272 
Unkersdorf 66 

Yerwitterung 265, 273 
Villa Kosen 172 

Wasserfall 200, 257 
Weesenstein 173 
Weinböhla 116 
Weißig 137, 141, 155 
Weißigit 140 
Wendischfanre 276 
Wilisch 78 
Wilsdruff 67 
Windberg 73 



Digimed by Google NEWVBH< 3 |'UBtK > L?BR*BV 



Saeh- und Ortsregister 



303 



Wingendorf 208 
Wittgendorf 163, 165 
Wolfshöhle 272 

Zadel 99 
Zaschendorf 96 
Zatzschke 226 
Zehista 219 
Zehren 99 
Zeichen 228 
Zellenstruktur 266, 267 



Zinkblende 203, 206 
Zinnstein 206 
Zitzschewig 114 
Zscheila 97 
Zschertnitz 39 
Zschoner Grund 54, 82 
Zuschendorf 196, 216 
Zwiesel 200 

Zwieseler Erbstolln 20O 
Zwirtzschkau 195 
Zwitterbänder 206 



Digüizedby Google NEwÄuBLICÜBMW 



Verlag von Gebrüder Borntraeger in Berlin W35 



Gesteine für Architektur und Skulptur von Professor 
Dr. 0. Herrmann. Zweite, umgearbeitete und ver- 
mehrte Auflage des Anhanges aus dem Werke des Ver- 
fassers „Steinbruchindustrie und Steinbruchgeologie 1 '. 

Gebunden 5 Mk. 

Die bautechnisch verwertbaren Gesteins Vorkomm- 
nisse des Preußischen Staates und einiger Nachbar- 
gebiete. Eine tabellarische Zusammenstellung der Stein- 
brüche nach Provinzen, Regierungsbezirken und Kreisen 
geordnet, mit Angabe der Verwendung der betreffenden 
Gesteine zu älteren Bauwerken und des an ihnen beob- 
achteten Wetterbestand igkeitsgrades des Materials, be- 
arbeitet von Geh. Eegierungsrat Professor Dr. J. Hirsch- 
wald, Vorsteher des Mineralog.-geolog. Institutes der 
Kgl. Technischen Hochschule Berlin. Mit einer Über- 
sichtskarte in Farbendruck. Herausgegeben im Auftrage 
des Kgl. Ministeriums der öffentlichen Arbeiten. 

Geb. 13 Mk. 50 Pf. 

Sandbuch der bautechnischen Gesteinsprüfung zum 

Gebrauch für Beamte der Material prüfungsanstalten und 
Baubehörden, für Steinbruchingenieure, Architekten und 
Bauingenieure, sowie für Studierende der Technischen 
Hochschuten von Geh. Regierungsrat Professor Dr. J. 
Hirse hwald, Vorsteher des Mineralog.-geolog. Instituts 
der Kgl. Technischen Hochschule Berlin. Mit 7 Farben- 
drucktafeln und 470 z. T. farbigen TextBguren. 

Gebunden 60 Mk. 

Bautechnische Gesteinsuntersuchungen. Mitteilungen 
aus dem Mineralog.-geolog. Institut der Kgl. Technischen 
Hochschule Berlin. Herausgegeben von Geh . Regierungs- 
rat Prof. Dr. J. Hirsch wald. Jedes Heft 4 — 5 Druck- 
bogen in Groß -Lexikonformat mit zahlreichen Abbil- 
dungen bzw. Tafelbeilagen. 

Bereits erschienen: 

1. Jahrgang 2 Hefte . geheftet 38 Mk. 50 Pf. 
II. „ 2 „ . . . . geheftet 18 Mk. 
III. „ 2 „ . . . . geheftet 21 Mk. 

Ausführliche Verlagsverzeichnisse kostenfrei 



_. , /^rtri.mln Original from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARV 



Id.: 



US 



*T1 



iLZ r- h, h YOKC 1 

«J2UC LIBRAKT 



in 



Dig,li2ed by Google NEWV^'pUBLICUBRABr 



rer. Bd. t 



Tafel II 



Bahre-Tal 

200m 




die eichen, 



271m* 




NO. 



Dresdner 
Heide 



Priessnitz- 
Tat 



210m 




Pr 
schotter 

otter mit Erzgebi 



and Sande 
und Lehme der Niederterrasse 



Digilizedby Google 



Original frorn 

NEW TORK PUBLIC UBBARV 



"Mi 'IS 10 «X 

; ; ''j:jC LIBRARY 

:• : 3.. r . >' ? H r_: N ü AT T C K 



DigilizM by Google 



Ongma I from 
WEWVORK PUB-LIC LIBRABY 



f VSLlC LIBRARY 



^ _ »Ewra^m'ucue 



MEWYORK PUftLIC LIBRAHV 




_. I ^ Original from 

Digimed by ^OOglC NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



1. Führer. Bc 



Tafel V 



Carola, Schächte 
d 4 




on Heilsberg inSektion Wilsdruff-P.) 

gnk — Kleinköi 
s^DtuX = Tonschit 

Silutliegendoa 



ru 



Unterro 



zrola Schächte 




von den Carolktion Wilsdruff- P.) 



Jigilizedb» GOOglC NEwÄuaKÜBRARV 



r« iu . . f „^.f, I,-» Originalfrom 

Digiliisd by VjOOgIL UEWVÖRK PUBLIC LIBRARY 



Tafel VI 



Preussers , 
Schacht 




NO. 



mm 



m LaDgen Bei 



3 = 
w = 



Brekzientufl 
Syenit tvaeken 
Hornfels i 
Graphitquai 
Knotenschi« 
Cordieritges 




QS 



Groß-Röhrsdo 



a) 

rufels im Wechsel 
fels 



ichiefer 



n 



newvbk'pubik'lTbrabv 



*1 HE 'ST TOK 

BLiC LI!.. .'»A*v 



Digilizedby Google 



Original from 

UEWVORK PUBLIC LIBRARY 



Tafel VII 



OberPosta 

Elbtal 



NO. 




>ia mit ?M 
spläner i 
^itsandsteijberquader 




ihübel be Wetschen- Gr. W.) 



9t 
h9 



( r\r\n |,-> Original from 

DigWiedby^UU^II. NEW YDRK PUBLIC LIBRARY 




Digtaedby GtTOglc NEWmPUBLICÜBMW 



I 



Tafel VIII 





Dig.iüsd by Google NEW H»nWUCU«MH 



füDLIG LIBRARV 



Digilized byGoOglC 



Original from 
NEW YORK PUBLIC LIBRARY 



k. u .... (~~ <-vj-v I a Original frorn 

sd By ^OOglt WEWYÜHLEUBLIC L^ARY 



THE NEW YORK PUBLIC LIBRARY 
REFERENCE DEPARTMENT 



i 

Tbia book ia under oo circumstanees to be 
takcn f rom tho Building 











































1 

i 

i 






: 






— 




































form 410 







. , (~lf\t*tt*\*> Oriqindfrom 

NE !>V YORK PUBLIC LIBRARY 



Cig,lu«d b, I^OOg IC NEWTORK public lisra rv